Ökoprojekt Waldgarten

Öko-Projekt Waldgarten
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Ein Beitrag zur Selbstversorgung!
12.08.2026

Trotz extremer Hitze, Dürre und Trockenheit leistet unser Waldgarten einen wesentlichen Beitrag zu unserer Ernährung. Auf dem Bild unten sehen Sie meine gestrige Ernte: Kartoffeln, Zucchini, Rote Bete, Zwetschgen, Brombeeren und Eier. Im Garten stehen noch Rotkohl, Weißkohl, Tomaten, Gurken und Kürbisse. In der Kühltruhe liegen bereits Beeren, Erbsen und Bohnen. An den Bäumen hängen noch Äpfel und Birnen. 

Ich will hier nicht prahlen: Die Ernte ist dieses Jahr nicht gut! Kartoffeln und Äpfel sind klein, Tomaten sind nicht richtig saftig. Von allem gibt es weniger als erhofft und oft in geringerer Qualität. Dennoch können wir derzeit einen großen Teil unserer Lebensmittel aus dem eigenen Garten und aus dem Hühnerstall entnehmen. 

Dass ich überhaupt etwas ernten kann verdanke ich meinem Regenwasservorrat. Das Wasser von meinem Scheunendach wird aufgefangen und zum Gießen im Garten eingesetzt. Für meine Außenwirtschaft nutze ich keinen Tropfen Trinkwasser. Meine Regentonnen geben her was ich im Garten, zum Putzen von Geräten und zum Tränken meiner Hühner und Kaninchen benötige.

So langsam geht mein Regenwasser zur Neige. Über den Daumen gepeilt reicht der Inhalt der Wassertonnen noch sechs Tage. In der Zeit sollte es nochmal mindestens ein heftiges Gewitter geben. Besser wären mehrere Tage ergiebigen Regen. Wenn dann alle meine Fässer wieder voll sind habe ich für dieses Jahr in dem Punkt ausgesorgt.

Für nächstes Jahr muss ich mehr tun! Ich werde zwei Zisternen mit je 6 m³ Fassungsvermögen installieren lassen. Auf einer höheren Ebene als meine Beete so dass ich nicht pumpen muss. Dann brauche ich nur einen Schlauch anschließen und den Hahn öffnen. Ich werde mir das Tröpfchen-System eines befreundeten Biogärtners genauer anschauen. Vielleicht macht so etwas in meinem Garten auch Sinn?

Mir ist klar, dass ich für mein Tun vielfach milde belächelt werde! Selbstversorgung mit Lebensmitteln hört sich nach Traumtänzerei eines unterbeschäftigten Rentners an! Ich weiß dass sich das derzeit nicht rechnet. Mir geht es dabei auch nicht in erster Linie um den Ertrag. Mir geht es darum meine Ressourcen an Fläche und Zeit sinnvoll zu nutzen. Meine wesentlichen Ziele sind höhere ökologische Standards, mehr Artenvielfalt und die Erarbeitung von Wissen und Erfahrung. Ich bin mir sicher dass der Tag kommen wird an dem ein fruchtbarer Garten mehr wert ist als ein dickes Bankkonto!

Der Begriff Selbstversorgung geht aus meiner Sicht über die Versorgung mit Lebensmitteln hinaus: Selbstversorgung bedeutet für mich ein Stück weit Unabhängigkeit von Geld und sicheren Einnahmen! In einer Zeit in der selbst bei Weltfirmen die Arbeitsplätze zu Zig-Tausenden auf der Kippe stehen gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung!

Ein Prinzip meines seligen Großvaters lautete: "Was ich nit kaufe mueß mueß ich nit ufftriebe!" (Was ich nicht kaufen muss muss ich nicht erwirtschaften"! Das gilt für Lebensmittel genau so wie für Waren und Dienstleistungen aller Art. Je stärker ich von Handwerkern, Lieferanten, Hauspersonal, Dienstleistern, Beratern, Bankern abhängig bin um so mehr bin ich auf ein hohes Einkommen und auf einen sicheren Arbeitsplatz angewiesen. 

Dann bin ich gefangen im berühmten Hamsterrad! Was ich selbst erledigen oder herstellen kann oder was ich selbst weiß muss ich nicht einkaufen und nicht bezahlen. Dann kann ich zur Not auch mit weniger Geld auskommen. Von daher beneide ich jeden handwerklichen Allrounder um seine praktischen Fähigkeiten. Die gehen mir leider in vielen Bereichen ab. Um so dankbarer bin ich für mein Netzwerk!!

Agroforstsysteme - Forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Nutzung gleichzeitig:
02.08.2026

Unter dem Eindruck der verheerenden Waldbrände in Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Türkei habe ich mich zuletzt intensiver mit dem Ökosystem "Wald" befasst. Der Zustand unserer regionalen Wälder zeigt dabei ganz deutlch dass Nadelwald-Monokulturen dem Klimawandel nicht standhalten werden. Unter Forst-Fachleuten ist es Konsens dass Wälder anders aufgebaut werden sollten. Weg von dunklen Nadelwäldern hin zu klimaresistenten lichten Laubwäldern. Dies würde vor allem die Artenvielfalt auf den Flächen in hohem Maße fördern.

Die heute übliche Trennung zwischen Wald und Agrarflächen ist relativ neu. Von der Steinzeit an bis ins 19. Jahrhundert war die Waldweide die gängige Bewirtschaftungs-Methode. Nutztiere wie Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine wurden zur Weide in den Wald getrieben. Durch Verbiss und Zertritt verhinderten sie Verbuschung und Verdornung. Durch ihre Exkremente wurde der Boden gedüngt. In Kuhfladen und Pferdeäpfeln entstanden Lebensräume für Würmer, Fliegen und Insekten. Diese wiederum dienten Vögeln als ergiebige Futterquellen.

Eigentlich war die Waldweide ein perfektes Ökosystem mit hoher Biodiversität. Diese Methode hatte einen Nachteil: Die Selbstverjüngung der Wälder wurde verhindert. Triebe junger Bäume wurden genauso abgefressen und entrindet wie Dornen und Sträucher. Daher wurde die Waldweide mit Beginn der systematischen Forstwirtschaft verboten. Seit 1902 gilt die strikte Trennung zwischen Agrarflächen und Wald.

In den letzten Jahren wird die Waldweide punktuell wieder zugelassen. Unter bestimmten Auflagen wird auf kleinen Flächen untersucht wie sich eine geordnete Waldweide-Bewirtschaftung auswirkt. Bei den Projekten steht nicht der landwirtschaftliche Ertrag im Vordergrund. Untersucht werden hauptsächlich die Auswirkungen auf die Artenvielfalt. So werden zum Beispiel im Taubergießen Teile der Rheinauen durch Rinderherden beweidet.

Im Rahmen meiner Recherche bin ich auch auf den Begriff "Agroforstsysteme" gestoßen. Dabei werden Bäume und Sträucher mit landwirtschaftlicher Nutzung kombiniert. Eine bekannte Form sind die Streuobstwiesen. Hier wird auf der selben Grünfläche Obstbau und Grünland-Wirtschaft gleichzeitig betrieben. Die Bäume liefern Früchte und Schatten. Die Wiese darunter liefert Tierfutter.

Interessant finde ich auch die Kombination "Energieholz" und "Hühnerhaltung". Hier werden sogenannte Kurzumtriebs-Plantagen mit Weiden, Robinien, Haselnuss etc. angelegt. Das Holz wird nach ca. 5 Jahren abgeschnitten und zu Hackschitzeln verarbeitet. Die Wurzelstöcke schlagen wieder neu aus. Zwischen den Gehölzen stehen "Hühnermobile". Die Hühner weiden zwischen den Büschen und suchen dort ihr Futter.

Das alles hört sich plausibel an. Doch dabei gilt es vieles zu beachten. Nicht auf jeder Fläche sind solche Methoden machbar und sinnvoll. Auch die Wirtschaftlichkeit ist jeweils im Auge zu behalten. Doch als Teil von Lösungen könnten derartige Nutzungen zur ökologischen Aufwertung von Flächen beiträgen.

Zum besseren Verständnis habe ich unten ein paar Links eingefügt die zu passenden Beispielen führen:

 Wird Schatten zum neuen Ackergold?
28.07.2026

In früheren Beiträgen stellte ich "Agroforstsysteme als Produktions-Methode in der Landwirtschaft vor. Ein Agroforstsystem ist eine landwirtschaftliche Fläche, auf der Ackerkulturen oder Grünlandnutzung mit Gehölzen kombiniert werden. Dabei bleibt die Nutzung der Fläche als Acker oder Grünland auf einem Großteil der Fläche erhalten. Durch die Integration von Gehölzen in der Agrarlandschaft soll die biologische Vielfalt erhöht werden. Gleichzeitig sollen Agroforstsysteme einen Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels und dessen Folgen leisten.

Die früher verbreiteten Streuobst-Wiesen waren genau so Agroforstsysteme wie mein Waldgarten-Projekt ebenfalls ein Agroforstsystem ist. Eine vertiefte Erklärung dazu finden Sie unter diesem Link:

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/landwirtschaft/240419-nabu-hintergrundpapier_agroforst-und-naturschutz.pdf

Leider stelle ich fest dass das Thema Agroforstsysteme in der Landwirtschaft kaum auf Resonanz stößt. Vielfach werden Gehölze sogar aus der Kulturlandschaft entfernt. Sie stören die Landwirte bei der maschinellen Bodenbearbeitung. Auch Feldraine wurden eingeebnet und Ackerrandstreifen umgepflügt. Durch die oft überzogene Düngung starben Bäume und Hecken vielfach ab.

Neben dem ökologischen Mehrwert von Agroforstsystemen ist mir auf meinem extensiv bewirtschafteten Grundstücken etwas aufgefallen: Im direkten Umfeld von Bäumen und Sträuchern richtet die derzeit extreme Hitzewelle deutlich weniger Schaden an als auf einer reinen Grasfläche. Das Gras ist noch wesentlich grüner und die Vielfalt der Gräser, Kräuter und Sträucher ist größer. Im Schatten von Bäumen und Sträuchern verdunstet das Wasser nicht so schnell. Früchte auf beschatteten Beeten sind deutlich vitaler. Ich muss an solchen Stellen nicht so oft gießen.

Am Sonntag war ich draußen um wilde Brombeeren zu pflücken. Die Sträucher hängen voll mit Beeren. Die allermeisten Früchte sind zwar schwarz. Doch ganz viele sind klein und völlig vertrocknet. Nur dort wo die Hecke zumindest teilweise von Bäumen beschattet wird sind die Früchte groß und süß und saftig!

Auch aus dieser Beobachtung schließe ich dass die (Wieder-)Einrichtung von Agroforstsystemen zukunftsweisend sein kann. Bei zunehmenden Dürre-Perioden und zunehmender Wasserknappheit können beschattete Flächen deutliche Vorteile haben. War früher in Horben ein Acker auf der "Sommerseite" (Südseite) wertvoller als einer auf der "Winterseite" (Norden) so könnte sich das in Zukunft völlig anders darstellen. Schatten könnte zum neuen Ackergold werden!

Dieser Erwartung folgend habe ich in meinem Waldgarten auch Obstbäume und Büsche gepflanzt. Die meisten Bäumchen sind noch klein. Durch das entsprechende Schneiden soll der Schatten in der Mittagszeit auf die Beete gelenkt werden. Dadurch soll die Verdunstung vermindert werden. Um dies optimal zu erreichen ist die intensive Beobachtung der Sonneneinstrahlung wichtig.

Diese Fläche ist der Einstieg in mein Waldgarten-Projekt. Im Halbschatten der Gehölze sollen Beete mit Wildgemüse angelegt und kultiviert werden. Das ist nämlich meine zweite wichtige Beobachtung: Wildpflanzen halten extreme Temperaturen deutlich besser aus als Kulturpflanzen. Wenn dann mal die erste Ernte ansteht muss ich wissen wie die Wildpflanzen genutzt werden sollen. Dann bin ich auf die Kochkünste meiner Frau angewiesen!

Sie sehen: Das Projekt Waldgarten ist spannend und stellt mich laufend vor Herausforderungen. Doch gegenüber meinen Vorfahren habe ich einen großen Vorteil: 

Wenn es mal eine Mißernte gibt müssen wir trotzdem nicht ver hungern! Wir können wie die meisten anderen Leute auch extern einkaufen. Und dann in aller Ruhe darüber nachdenken woran es gelegen hat und es im nächsten Jahr anders machen! Wir müssen erst parat sein wenn Lebensmittel auf breiter Front knapp werden.

Der Tag wird kommen an dem alternatives Wissen und Erfahrungen wertvoll sein werden. Davon bin ich zu 100% überzeugt. Für mich selbst vielleicht nicht mehr. Doch ich hoffe dass ich mein Wissen noch rechtzeitig teilen kann und dass mein Beispiel wenigstens den einen oder die andere zum Mittun oder zur Nachahmung veranlasst!

Mein Waldgarten-Konzept wird sichtbar!
08.07.2026

Mit meinem Projekt "Essbarer Waldgarten" geht es voran. Langsam zwar aber doch stetig. Ganz nach der Weisheit meiner Oma: "Wenn`s pressiert muesch langsam mache!" ("Wenn Du es eilig hast dann gehe langsam!") Lieber vorher zweimal überlegen als nachher mit faulen Kompromissen leben oder gar alles neu machen müssen.

Der Anfang ist gemacht. Die Einteilung war von den drei älteren Obstbäumen vorgegeben. Dazu wurden sechs junge Bäume und zwölf Johannis- und Stachelberen gepflanzt. Hochgewachsene Sträucher und Stauden stehen derzeit etwas unpassend herum. Die habe ich im Frühjahr ausgesäät als sonst noch nichts da war. Etwas voreilig! Einige werde ich wohl wieder versetzen müssen. Der Erschließungs-Weg ist festgelegt und mit selbst hergestellten Hackschnitzeln ausgelegt.

Meine Hauptaufgabe besteht jetzt darin die Boden-Qualität zu verbessern. Die Fläche wurde nach dem Bau des daran angrenzenden Wohnhauses einfach eingeebnet und mit Grassamen eingesäät. Der Untergund besteht überwiegend aus dem Bauschutt des Vorgänger-Gebäudes. Die Humusschicht ist nur wenige Zentimeter dick. Hauptsächlich ist dort bisher Löwenzahn und minderwertiges Gras gewachsen.Wenn ich hier auch Gemüse oder Kartoffeln ernten will muss ich den Boden von Grund auf neu aufbauen. 

Dazu könnte ich Mutterboden, Kompost oder Stallmist kaufen. Doch das widerstrebt mir. Ich mache es lieber so wie es die Forst- und Biologie-Studenten im Waldgarten neben dem Freiburger Waldhaus machen. Sie stellen die Erde selbst her. Sie sammeln organisches Material und mulchen damit die Flächen.

Auf dem Bild oben im Hintergrund sehen Sie drei Haufen mit vielfältigem organischem Material. Hauptsächlich Gras, Brennesseln, Giersch und Obstbaumlaub vom letzten Herbst. Dazwischen auch Kompost aus dem bereits gut verrottetem Mist meiner Hühner und Kaninchen. Zwar nicht viel. Doch wie heißt es? "Kleinvieh macht auch Mist!" Der anfallende Hecken- und Baumschnitt wird gehäckselt und ebenfalls untergemischt. In der hinteren Ecke wurde ein Steinhaufen mit unterschiedlich großen Steinen angelegt. 

Die Haufen wurden gestern breitflächig ausgebreitet. Mein Nachbar Herr Pawlowski ist Forst-Wissenschaftler. Er hat mir ein Rezept gegeben wie ich mit einer Mischung aus Zucker, Hefe und Wasser einen wirksamen Kompost-Beschleuniger herstellen kann. Das werde ich jetzt ausprobieren und in das Material einbringen. Dazu immer wieder homöopathische Gaben von Brennessel- und Kräuter-Jauche. Im kommenden Jahr sollen dort dann Kürbisse, Gurken, Erbsen, Bohnen und vielleicht sogar Kartoffeln wachsen.

Ziel ist ein kleinräumiges Agroforst-System in dem Bäume, Sträucher, Kräuter und essbare Pflanzen zusammenwirken. So sollen Lebensräume für Insekten und Klein-Getier entstehen und Obst und Gemüse wachsen. Der Ertrag für mich ist mir nicht so wichtig. Der ökologische Mehrwert steht im Vordergrund. Im Plan inbegriffen ist auch die Schaffung von beschatteten Flächen und Plätzen. Dieser Aspekt gewinnt gerade derzeit zunehmend an Bedeutung. Doch die Auswahl zukunftsfähiger Baumarten ist eine Wissenschaft für sich. Bäume brauchen ja auch Wasser. Die zunehmenden Trockenheits-Perioden gilt es auch dabei mitzudenken.

Von der Waldgarten- und Permakultur-Idee bin ich seit mehreren Jahren regelrecht angefressen. Nach meiner festen Überzeugung kann die derzeit gängige kostenintensive, Umwelt- und Klima belastende Intensive Landwirtschaft auf Dauer keine Zukunft haben. Sie zerstört ihre eigenen Grundlagen. Regenerative Anbau-Methoden werden an ihre Stelle treten. Agro-Forst-Systeme könnten je nach Standort wesentlicher Teil der Lösung sein.

Am kommenden Wochenende findet in Freiburg im Eschholzpark das diesjährige Acrikultur-Festival statt. Für mich jedes Mal eine schier unerschöpfliche Quelle für Ideen, Eindrücke und Informationen. Wir werden wieder dort sein!

https://agrikulturfestival.de/

 

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