Politik

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Alles schon mal dagewesen!
13.07.2026

Wenn ich über die aktuelle Wirtschafts-Entwicklung nachdenke entdecke ich immer mehr Parallelen zu meiner eigenen Familiengeschichte. Meine Vorfahren galten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges als die reichsten Leute in Horben. Sie besaßen sogar Dependancen in Freiburg. Das weite Dorf war ihnen zu eng geworden. Wenn in Horben jemand Geld brauchte wandte er sich an meine Vor-Väter Johann Nepomuk und Leopold Buttenmüller. Mehrere Anwesen in Horben wurden mit einem Darlehen vom Merkerhof gebaut oder vor dem Bankrott gerettet. 

Meine Vorfahren hatten ihr Geld mit Aktien gemacht. Die Industrielle Revolution spülte offenbar Geld ohne Ende in ihre Kassen. Statt ihre Ersparnisse in den Hof zu stecken spekulierten sie am Kapitalmarkt und betätigten sich als Bankiers. Als der wirtschaftliche Boom Ende des 19. Jahrhunderts auslief schaltete Kaiser Wilhelm auf Kriegswirtschaft um. Mein Urgroßvater Leopold investierte jetzt in staatliche Kriegsanleihen. Er verdiente sich im Zuge der damals betriebenen militärischen Aufrüstung geradezu dumm und dämlich. 

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges setzte die Regierung die Rückzahlung der Anleihen aus. Die Aktien meines Urgroßvaters waren das Papier mit den aufgedruckten großen Zahlen nicht mehr wert. Von einem Tag auf den anderen. Zwar sollten die Besitzer der Papiere nach dem gewonnenen Krieg entschädigt werden. Doch dazu kam es dann nicht. Meine Urgroßeltern Leopold und Maria Buttenmüller sind 1917 unter ungeklärten Umständen als verarmte Bauern verstorben.

Wenn ich heute den wirtschaftlichen Niedergang der Industrieländer sehe dann drängt sich mir unwillkürlich der Vergleich mit damals auf. Der Boom der industriellen Revolution war damals vorbei. Soziale Verwerfungen mit steigender Arbeitslosigkeit, Armut und Inflation zwangen den Kaiser auf Kriegsrüstung umzusteigen. Zur Finanzierung wurden Schulden gemacht (Kriegsanleihen) Er verdiente sich im Zuge der damals betriebenen militärischen Aufrüstung geradezu dumm und dämlich. 

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges setzte die Regierung die Rückzahlung der Anleihen aus. Die Aktien meines Urgroßvaters waren das Papier mit den aufgedruckten großen Zahlen nicht mehr wert. Von einem Tag auf den anderen. Zwar sollten die Besitzer der Papiere nach dem gewonnenen Krieg entschädigt werden. Doch dazu kam es dann nicht. Meine Urgroßeltern Leopold und Maria Buttenmüller sind 1917 unter ungeklärten Umständen als verarmte Bauern verstorben.

Wenn ich heute den wirtschaftlichen Niedergang der Industrieländer sehe dann drängt sich mir unwillkürlich der Vergleich mit damals auf. Der Boom der industriellen Revolution war damals vorbei. Soziale Verwerfungen mit steigender Arbeitslosigkeit, Armut und Inflation zwangen den Kaiser auf Kriegsrüstung umzusteigen. Zur Finanzierung wurden Schulden gemacht (Kriegsanleihen) die später durch unterlegene Kriegsgegner über Reparationen beglichen werden sollten. Das führte unweigerlicch in den Ersten Weltkrieg und zu den Katastrophen danach.

Heute erleben wir eine ähnliche Situation: Das Wirtschaftswunder mit Wohlstand und Wachstum ist vorbei. Der Industrie-Standort Deutschland ist in Gefahr. Hunderttausende Arbeitsplätze werden abgebaut. Produktion wird verlagert. Fabriken sollen geschlossen werden. Die Insolvenzwelle rollt. Andere Nationen haben unserer übersättigten und in Teilen verdorbenen Gesellschaft den Rang abgelaufen. 

Mit dem wirtschaftlichen Niedergang geht die politische Krise einher. Die Zeit der Populisten ist angebrochen. Die AfD und die Linke haben zwar keine tragfähigen Konzepte. Sie tun aber so als hätten sie welche. Sie machen die Leute verrückt und verhindern so die notwendige und unausweichliche Konsolidierung. Die verwöhnten Menschen wollen ihren vermeintlichen Wohlstand erhalten und laufen den destruktiven Kräften nach. Statt einen "Herbst der Reformen" werden wir einen "Herbst der Revolutionen" erleben!

Um den wirtschaftlichen Niedergang zu stoppen greift die Regierung zu einem probaten Mittel: Sie investiert in die militärische Aufrüstung: Die Rüstungsindustrie soll es jetzt richten! Die Bundeswehr wird aufgestockt und modernisiert. Die Ausrüstung wird erneuert. Alles in allem am Ende des Tages eine Billion Euro mit anschließenden Folgekosten. Auf Pump natürlich! Deutschland sitzt bereits auf einem Schuldenberg der so oder so nie mehr abgetragen werden kann!

Die Rüstungsindustrie soll jetzt die marode Automobil-Industrie retten! Die wegfallenden Arbeitsplätze bei VW und Co. sollen bei Rheinmetall & Co. neu entstehen. An den bedrohten Industriestandorten sollen jetzt statt der Autos Waffen, Pamzer, Drohnen oder Raketen gebaut werden. Der VW-GEO Blume sprach gestern von "intelligenten Lösungen statt Werksschließungen!"

Die Aktien der Rüstungsfirmen schießen gerade durch die Decke! Mein Ur-Urgroßvater Johann Nepomuk hätte seine helle Freude. Er würde seine letzte Kuh verkaufen und in diese "Zukunfts-Industrie" den letzten Cent investieren! So wie es viele Menschen heute wieder tun! Sogar die Renten sollen teilweise auf Aktien aufgebaut werden! Stichwort: "Kapitalgedeckte Altersvorsorge". In dieses Szenario sind die Bedrohungen und Kosten des Klimawandels noch nicht eingearbeitet. Die haben zu meines Urgroßvaters Zeiten noch keine Rolle gespielt. 

Jeder Leserin und jedem Leser bleibt es überlassen Schlüsse aus der aktuellen Entwicklung zu ziehen. Nach dem was ich weiß werden meine Rücklagen sicher nicht in "unsere Sicherheit" (Merz/ Pistorius) investiert. So hoch die Gewinne im Rüstungsbereich auch steigen mögen. Investitionen in die Klima-Anpassung sind aus meiner Sicht zielführender. Ich weiß dass die nicht-denkende Mehrheit in der Gesllschaft anderer Meinung ist. Daher werden sich auch meine Investitionen am Ende des Tages in Luft auflösen! 

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