Kommunal & Regional
Politik weit über die Kirchtürme hinaus
Horben: Das Verhältnis zur Stadt Freiburg endlich diskutieren!
26.05.2026
Seit ewigen Zeiten fürchtet sich die Gemeinde Horben vor einer vermeintlich "feindlichen Übernahme" durch die benachbarte Großstadt Freiburg. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die bis dahin ungeklärten Gemarkungsgrenzen zwischen beiden Kommunen festgelegt. Dabei wurde der Bohrerwald zum überwiegenden Teil der Stadt zugeschlagen. In Horben wurde die damalige Entscheidung als äußerst ungerecht gesehen.
Seither lebt Horben in ständiger Angst vor weiteren Expansions-Gelüsten des großen Nachbarn. Wobei noch nicht einmal klar ist ob Freiburg uns überhaupt will. Dass wir arm sind ist hinlänglich bekannt. Ob wir in den Augen der Stadt Freiburg auch sexy sind ist noch gar nicht ausgemacht!
Im Zuge der Verwaltungsreform 1971 schien die Gefahr einer Eingemeindung besonders groß. Dem damaligen Bürgermeister Dammert aus Merzhausen gelang es jedoch, das "Unheil" zu vermeiden. Die Gemeinden Au, Horben, Merzhausen, Sölden und Wittnau schlossen sich zur Verwaltungsgemeinschaft Hexental zusammen. Damit entgingen sie der Eingemeindung nach Freiburg.
Was nie so genau erzählt wurde: Der damals 28-jährige Bürgermeister Dammert rettete damit auch seinen Posten als Bürgermeister. Vielleicht legte er sich deshalb so mächtig ins Zeug? Ging es schon damals mehr um Posten und Personen als um das Wohl der Bürger im Hexental?
Die Genehmigung zur VG-Bildung war verbunden mit der Maßgabe, dass die fünf Gemeinden zunächst ihre Verhältnisse einander anpassen und sich danach zur Einheitsgemeinde Hexental zusammenschließen sollten! Die VG Hexental sollte also nur vorübergehend als Vorläufer einer Einheitsgemeinde gegründet werden. Zu diesem Zusammenschluss ist es bis heute 55 Jahre danach nie gekommen. Das wurde nach meiner Wahrnehmung durch die Bürgermeister der Einzelgemeinden wirkungsvoll verhindert. Völlig selbstlos natürlich! Zum Wohl ihrer Bürger!
Allerdings darf man durchaus fragen ob die Genehmigung zur VG-Bildung damit nicht hinfällig ist? Wenn nach 55 Jahren die Bildung derals Bedingung genannten Einheitsgemeinde nicht vollzogen ist dann sollte das Regierungspräsidium prüfen ob die VG Hexental überhaupt rechtmäßigen Bestand hat oder ob die Genehmigung dazu widerrufen werden müße?
Zumal bei der intensiven Befassung mit dem Thema immer deutlicher zutage trittt, dass die VG Hexental in weiten Teilen überhaupt nicht funktioniert! Die Satzung der VG steht in vielen Punkten nur auf dem Papier. Viele in der Satzung festgeschriebene Aufgaben nimmt die VG überhaupt nicht wahr. In anderen Bereichen tut sie mehr als vereinbart wurde. Die VG ist weder personell noch fachlich so aufgestellt wie es nach der Satzung sein müsste. Vieles wird in den Gemeinden und in der VG doppelt gemacht. Anderes wird durch die VG gar nicht erledigt.
Verantwortlich für den desolaten Zustand der VG sind aus meiner Sicht der Verbands-Vorsitzende und die Bürgermeister der einzelnen Mitglieds-Gemeinden. Sie entscheiden wesentliche Dinge in einem ominösen "Verwaltungsrat" am angeblich obersten Beschluss-Gremium "Verbandsversammlung" vorbei. Über die Beschlüsse dieses Verwaltungsrates wird weder der Verbandsversammlung noch den Gemeinderäten ein schriftliches Protokoll vorgelegt. Inwieweit die jeweils mündliches Informationen des Bürgereisters vollständig oder auch zutreffend sind müssen wir einfach nur glauben. Eine Überprüfung ist so gar nicht möglich.
Derzeit wird wieder über eine Reform der VG Hexental geredet. Dazu wäre es allerdings erst mal notwendig dass die Arbeit der VG satzungsgemäß erledigt wird! Was derzeit läuft ist ein Wirr-War bei dem offenbar weder der Vorsitzende noch die Bürgermeister noch durchblicken. Erst wenn hier die VG-Satzung vollständig sauber umgesetzt ist kann über sinnvolle und notwendige Änderungen überhaupt geredet werden.
Allerdings ist heute schon abzusehen, dass es zu einem satzungs-gemäßen Zustand der VG oder gar zu Verbesserungen in der Qualität nicht kommen wird. Bei den Bürgermeistern sehe ich zu viel Unwilligkeit verbunden auch mit mangelnder Kompetenz. Und bei der Mehrzahl der Gemeinderäte sehe ich dazu zu viel Opportunismus, zu wenig Interesse und zu wenig Realitäts-Sinn.
Um hier zu einer vernünftigen Lösung zu kommen müsste die VG in ihrer jetzigen Ausrichtung auf Null gestellt und danach völlig neu aufgebaut werden. Das ist intern nicht zu schaffen. Die persönlichen Interessen einzelner Bürgermeister und die Angst vieler Gemeinderäte vor eigenem Bedeutungsverlust werden das verhindern. Von daher sehe ich das Landratsamt dringend gefordert!
Vor diesem Hintergrund sehe ich die Angst in der Gemeinde Horben vor der Stadt Freiburg als völlig übertrieben an. Nach meiner Erinnerung wurde eine engere Hinwendung an Freiburg in Horben nie diskutiert. Die Angst basiert überwiegend auf interessengeleiteten Behauptungen und diffusen Ängsten. Die Nachteile einer Zusammenarbeit mit der Stadt wurden genauso wenig benannt wie die Vorteile die wir dadurch haben könnten.
Jetzt ist aus meiner Sicht der Zeitpunkt um diese überfällige Diskussion endlich nachzuholen! Für mich jedenfalls steht fest dass die Gemeinde Horben durch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg wesentlich mehr Vorteile hätte als durch ein Festhalten an einem Konstrukt der sich aus Horbener Sicht als untauglich erwiesen hat! Wir sollten uns nicht unnötig in der Diskussion mit den Talgemeinden aufreiben und verkämpfen. Das erreichbare gemeinsame Nenner ist mir persönlich eindeutig zu wenig!!
Stabwechsel im Rathaus Staufen:
21.05.2026
Der Bürgermeister-Stuhl im Staufener Rathaus ist wieder offiziell besetzt: Der im November 2025 mit ganzen 19 Stimmen Vorsprung vor seinem Mitbewerber Gilbert Weber gewählte Dr. Benjamin Bröcker ist gestern Abend durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderates zum Bürgermeister der Fauststadt bestellt worden. Vereidigt kann er noch nicht werden. Erst wenn das Urteil des Verwaltungsgerichtes Freiburg rechtskräftig ist kann diese Formalität erfolgen. Solange die Einspruchsfrist gegen dieses Urteil noch läuft besteht immer noch ein geringes Rest-Risiko hinsichtlich der Gültigkeit der Wahl. Die nächste Instanz könnte das Urteil abändern oder aufheben. Dann müsste in Staufen noch einmal gewählt werden.
Die Bestellung Dr. Bröckers durch den Gemeinderat verlief in würdiger Form. Der immer noch amtierende Michael Benitz hielt eine kleine Abschiedsrede in der er sich bei ganz vielen Weg-Begleitern bedankte. Er betont zwar immer dass er sich auf den Ruhestand freut. Doch als er gestern letztmals eine Gemeinderatssitzung leitete wurde deutlich dass ihm der Abschied vom Amt doch nicht ganz leicht fällt.
Bei seiner Wahl vor 24 Jahren war ich bereits als Beobachter dabei. Gegenkandidat war damals Klaus Zimmer aus Merzhausen. Dessen Frau stammt aus Staufen und daher rechnete sich Klaus Zimmer einen kleinen Heimvorteil aus. Doch bereits damals zeigte es sich dass man die Wähler und Wählerinnen in Staufen mit anbiederndem Lokal-Patriotismus nicht beeindrucken kann. Das ruhige und sachliche Auftreten von Michael Benitz überzeugte die Staufener mehr als das rhetorische Feuerwerk des Mitbewerbers.
Dr. Bröcker zeigte sich erleichtert dass die Ungewissheit weitgehend vorbei ist. Als bisheriger Staatsanwalt weiß er um die Unwägbarkeit "vor Gericht und auf hoher See". Er wäre aus meiner Sicht gut beraten die Vorgeschichte jetzt endgültig abzuhaken und jetzt im Umgang mit den Bürgern und mit den Gemeinderäten völlig bei Null anzufangen. Die Stadt Staufen muss jetzt endlich zur Ruhe kommen. Wenn alle Seiten auf die Begleichung womöglich noch offener Rechnungen verzichten dann wird das auch umfassend gelingen!
Dr. Bröcker ist also ab heute ausschließlich Bürgermeister. Weiter in Horben als ehrenamtlicher Bürgermeister und ab sofort hauptamtlicher Bürgermeister in Staufen. Oft werde ich gefragt ob sich beide Positionen miteinander vereinbaren lassen. Ich habe hierbei keine Bedenken. Zwar rechne ich damit dass Dr. Bröcker sich jetzt zunächst auf die Einarbeitung in Staufen konzentrieren wird. Doch in Horben läuft derzeit alles in relativ ruhigen Bahnen. Wir haben rührige Bürgermeister-Stellvertreter und insgesamt einen engagierten Gemeinderat. Auch Bröckers Vorgänger in Horben waren zeitweise hauptamtliche Bürgermeister in anderen Gemeinden. Von daher sehe ich keine besonderen Probleme. Ich rechne eher mit positiven Synergie-Effekten. Im Grunde sind es in beiden Gemeinden die gleichen Themen. In Staufen sind lediglich die Zahlen um ein Mehrfaches größer.
ich persönlich wünsche Dr. Bröcker viel Glück und Geschick im neuen Amt und allzeit ein glückliches Händchen! Uns Horbener Bürger:innen wünsche ich dass wir für die Nachfolge Dr. Bröckers im kommenden Februar geeignete BewerberInnen und eine passende Nachfolge finden. Das scheint mir nicht ganz einfach zu werden!
Positive Resonanz und reger Austausch:
17.05.2026
Das war wohl überfällig: Nach der Neustrukturierung meines Blogs entspann sich eine rege Kommunikation. Bis heute morgen haben 90 Lesende über unterschiedliche Kanäle auf die veränderte Aufmachung reagiert. Ein großer Teil meiner Lesergemeinde interessiert sich offenbar vor allem für Themen aus der regionalen Kommunal-Politik. Auch die Neueinteilung der anderen ThemenBereiche wird positiv bewertet. Heute morgen habe ich noch eine Seite für "Sonstiges" hinzugefügt. Dort sollen Themen bearbeitet werden die sonst nirgendwo so recht dazu passen.
Hauptsächlich wurde jedoch begrüßt dass in meinem Blog wieder mehr über die regionale Kommunalpolitik berichtet werden soll. Ich bin nicht der einzige Gemeinderat in der Region der mit intransparenten Abläufen unzufrieden ist. Auch die vielfach gesehenen Eigenmächtigkeiten einzelner Bürgermeister empfinden mehrere meiner Kontakte als deren Stellung nicht angemessen.
Kollegen aus der Verbandsversammlung der VG Hexental finden die Abläufe in der Verwaltungsgemeinschaft geradezu als diktatorisch. Vor allem die Einführung des dubiosen Verwaltungs-Rates wird mehrfach kritisiert. Die Zuständigkeit der Verbandsversammlung als angeblich oberstes Beschluss-Gremium stünde seither nur noch auf dem Papier. Auch dieser Punkt ist auch aus meiner Sicht ein ganz wichtiges Thema.
Aus anderen Gemeinden außerhalb des Hexentales kommen ebenfalls Hinweise auf Vorgänge und Zustände die hier aufgegriffen werden sollten. Mehrfach werden Vorgänge im Gewerbepark Breisgau dargestellt. Nicht nur im Zusammenhang mit der dort geplanten Landes-Erstaufnahmestelle für Geflüchtete. Im Zentrum der Kritik steht hier vor allem das Auftreten des Park-Direktors Markus Riesterer gegenüber Andersdenkenden und Kritikern. Weitgehend unkontrolliert könne Riesterer dort schalten und walten wie er wolle. Kritiker würden ausgegrenzt und mundtot gemacht. Solche Aussagen kommen mir aus anderen Zusammenhängen sehr bekannt vor. Dazu werde ich künftig verstärkt recherchieren.
Aus Staufen kommen mehrere Rückmeldungen. Hauptsächlich sind es anerkennende Worte über die enge Begleitung des Bürgermeister-Wahlkampfes. Kein anderes Medium hätte die Dinge so unverblümt so zutreffend dargestellt wie ich. Dieses Lob motiviert mich auch bei bevorstehenden Wahlen wieder eng am Ball zu bleiben.
Überrascht bin ich über die die hohe Zustimmung aus Horben zu meiner positiven Haltung gegenüber der Stadt Freiburg. Man versteht immer weniger was wir eigentlich mit den Nachbargemeinden im Hexental an Gemeinsamkeiten haben. Wenn wir ohne Auto dahin wollen müssen wir einen halben Tag an Zeit einplanen. Außer dem SV Au-Wittnau gebe es wenig was uns Horbener mit den Tal-Gemeinden verbindet. Alles was wir benötigen bietet uns Freiburg auf kurzem Wege in großer Auswahl.
Die meisten Institutionen und Arbeitsplätze liegen in Freiburg. In vielen Bereichen arbeiten wir bereits eng zusammen und Horben profitiert in hohem Maße von der Nähe zur Stadt. Bevor wir uns noch stärker zum Hexental hin orientieren sollten wir die Option Freiburg zuerst einmal ergebnis-offen prüfen und öffentlich diskutieren. Ich rede hier nicht von Eingemeindung. Aber was uns die nicht richtig funktionierende VG Hexental in Merzhausen bietet könnte uns die Stadt-Verwaltung Freiburg genau so gut liefern.
Sie sehen: Themen gibt es genug! Ich freue mich dass die Neu-Ausrichtung meines Blogs überwiegend positive Resonanz erzeugt!
15.05.2026 Künftig steht die Kommunalpolitik hier wieder stärker im Fokus:
Nach einer intensiven Diskussion mit langjährigen Lesern meines Blogs ist es wohl wieder Zeit zu äußeren und inhaltlichen Veränderungen. Aus der Mehrzahl kritischer Zuschriften geht hervor, dass ich die lokale und regionale Ausrichtung meines Blogs wieder in den Vordergrund stellen sollte. Die Vielfalt meiner Themen sei zwar bemerkenswert. Doch mein Blog sei dadurch überfrachtet.
Tatsächlich scheint das Haupt-Interesse meiner Leser:innen auf der lokalen Berichterstattung und hier vor allem auf der Kommunalpolitik zu liegen. Zu einzelnen Beiträgen zum Beispiel vor regionalen Bürgermeister-Wahlen verzeichnete der Zugriffszähler bis zu 3.000 Klicks. Normalerweise sind es um die 400 täglich. Dagegen greifen bei Umweltthemen oft weniger als 100 Lesende zu.
Dieser Erkenntnis will ich künftig wieder verstärkt Rechnung tragen. Die lokale und regionale Berichterstattung wird wieder mehr Raum einnehmen. Vor allem in der lokalen und regionalen Kommunal-Politik finden interessante Entwicklungen statt. Vor allem die anstehenden Bürgermeister-Wahlen in unserem Raum und darüber hinaus will ich eng begleiten. Auch die Vorgänge in der Stadt Freiburg sollen verstärkt in mein Gesamtbild einfließen. Ich sehe den großen Nachbarn im Norden zunehmend mehr als den wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner der Gemeinde Horben an.
Die Themen "Große Politik mit Gesellschaft und Umwelt" sollen zwar weiterhin den Raum einnehmen der ihrer überragenden Bedeutung entspricht. Hier muss ich allerdings straffen und mich auf das beschränken was von allgemeiner Bedeutung ist. Ich trage mich mit dem Gedanken die Themen Umwelt und Soziales auf einen eigenen Blog auszulagern. Doch das kostet zum einen mehr Geld und zum andern sind meine zeitlichen Ressourcen auch nicht unendlich.
Vorrang hat jetzt jedenfalls die Kommunalpolitik. Hier sehe ich gerade derzeit vor allem im Raum Hexental die Notwendigkeit zu mehr Transparenz und Offenheit. Ich beobachte hier Tendenzen die unliebsame Diskussionen und Entwicklungen entweder abwürgen oder manipulieren wollen. Diesen einseitigen Bestrebungen interessierter Personen und Kreise will ich entschieden entgegentreten. Die von bestimmter Seite verstärkt praktizierte Hinterzimmerpolitik widerspricht meiner Vorstellung ordentlicher Kommunalpolitik total!
Um dem allem Rechnung zu tragen habe ich meinen Blog wieder entsprechend verändert. Bitte lesen Sie auch meinen Prolog auf der Startseite unter den Bildern.
14.05.2025 VG Hexental - Kann ein totes Pferd zu neuem Leben erweckt werden?
Seit Monaten oder gar Jahren vergeht kaum ein Tag an dem nicht mindestens ein Kommunal-Politiker medienwirksam bitterlich die miserable Haushaltslage der Gemeinden beweint. Bund und Land würden immer weitere Aufgaben an die Kommunen delegieren ohne die dafür entstehenden Kosten zu übernehmen. Das habe die Gemeinden finanziell an den Rand der Handlungsfähigkeit getrieben. Die meisten Gemeinden seien überschuldet. Bund und Land sollen die Gemeinden finanziell besser ausstatten.
Das mag zum Teil auch stimmen. Aber aus meiner Sicht eben nur zum Teil. Nach meiner Wahrnehmung sind die Probleme auch hausgemacht! Die Gemeinden haben in guten Zeiten regelrecht mit Geld geaast! So gut wie jeder Bürgermeister war bemüht seine Wiederwahl abzusichern oder sich bei seinem Abgang noch schnell ein Denkmal zu setzen. So wurden Folgekosten erzeugt und bei den Bürgern Ansprüche geweckt die jetzt in Zeiten knapper Kassen nicht mehr bedient werden können.
Statt frühzeitig die Verwaltungen zu modernisieren wurde die seit Jahrhunderten gepflegte Kirchturm-Politik stur weiterbetrieben. Jeder Bürgermeister achtet bis heute peinlich genau darauf dass ihm nichts von seiner Bedeutung verloren geht. Das sehen wir derzeit gerade besonders deutlich im Raum Hexental. Während aufgeschlossene Gemeinderäte längst überholte Strukturen durch eine verstärkte Zusammenarbeit untereinander aufbrechen wollen bremsen die betroffenen Bürgermeister wo es nur geht.
Die Verwaltungsgemeinschaft Hexental wurde 1971 gegründet um der Eingemeindung durch die Stadt Freiburg zu entgehen. Schon diese Begründung war aus heutiger Sicht ein Fehler. Ich kenne viele Menschen in den damals eingemeindeten Ortschaften Hochdorf, Waltershofen, Opfingen, Tiengen, Munzingen, Ebnet oder Kappel die sich damals strikt gegen die Eingemeindung zur Wehr setzten. Ich kenne keinen der heute 55 Jahre später wieder zur kommunalen Selbständigkeit zurück wollte.
Alle diese Orte sind angemessen ausgestattet. Sie haben ihre eigene Identität gewahrt. In allen diesen Orten gibt es nach wie vor reges Gemeinde- und Vereinsleben. Die wesentlichen orts-spezifischen Entscheidungen werden von einem eigenen Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze getroffen. Sie haben eigene Budgets über die sie eigenständig verfügen können.
Weil sich die fünf Hexental-Gemeinden nicht zu einer Einheitsgemeinde durchringen konnten kam es zur Bildung der Verwaltungs-Gemeinschaft Hexental. In diesem Rahmen erledigen die Gemeinden Au, Horben, Merzhausen, Sölden und Wittnau bestimmte Aufgaben gemeinsam. So gibt es ein gemeinsames Rechnungsamt, ein Bauamt und ein Standesamt. Gutachten besagen dass vor allem das Rechnungsamt und das Bauamt nicht allen in der Satzung festgeschriebenen Aufgaben und Anforderungen genügen.
Die Genehmigung zur Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft war mit der Auflage verbunden ernsthaft auf die spätere Bildung einer Einheitsgemeinde Hexental hinzuarbeiten. Die einzelnen Gemeinden sollten ihre Abläufe und Strukturen synchronisieren und sich danach zu einer Gemeinde zusammen schließen. Dazu ist es bis heute 55 Jahre danach nicht ansatzweise gekommen.
Im Gegenteil: Die aus grauer Vorzeit übernommene kommunale Kleinstaaterei wurde immer weiter verstärkt. Heute haben wir nach wie vor fünf große Rathäuser mit eigenem Personal die alle das Gleiche machen. Vieles wird doppelt gemacht. Alle vier Kilometer steht ein voll ausgestattetes Feuerwehr-Gerätehaus, wir haben fünf selbständig arbeitende, voll ausgestattete Bauhöfe, wir haben fast alles fünffach für einen Verwaltungsraum von ca. 11.000 Einwohner.
Die drei Kleinst-Gemeinden Au, Sölden und Wittnau haben inzwischen hauptamtliche Bürgermeister und dazu jeweils Hauptamtsleiter in Vollzeit. In Sölden schon länger, in Au und Wittnau soll das Modell mit dem 50%-Teilzeit-Bürgermeister nach den bald anstehenden Neuwahlen beendet werden. Was lange Zeit als interkommunales Vorzeige-Modell ziemlich vollmundig gepriesen wurde ist offensichtlich gescheitert.
Die aktuelle Geldnot schien zuletzt Bewegung in das Thema gebracht zu haben. Selbstverständlich nicht-öffentlich hinter dem Rücken der betroffenen Bürgerschaften. Die Menschen in den Dörfern könnten ja die von mir als solche gesehene Misswirtschaft in seiner ganzen Breite wahrnehmen und auf Veränderungen drängen. Der VG-Verbandsvorsitzende Kindel ist nach meiner Erfahrung schnell mit Abmahnungen zur Hand wenn es darum geht Vorgänge aus dem Hinterzimmer öffentlich anzusprechen. Umfassend informierte und mitdenkende Bürger werden in einzelnen Rathäusern eher als Bedrohung wahrgenommen.
Weil mir das Thema seit Jahrzehnten wichtig ist habe ich mich jetzt dazu entschlossen, den derzeit mühsam anlaufenden Prozess hier im Blog eng zu begleiten. Ich werde in regelmäßigen Abständen hier umfassend berichten. Ich spüre nämlich bereits wieder den Beharrungswillen der Herren und Damen Bürgermeister. Am Ende des Prozesses könnte nämlich die Erkenntnis stehen, dass von fünf Bürgermeistern vier überflüssig sind. So weit will man es tunlichst nicht kommen lassen. Die Bürger sollen nicht sehen dass ihr Kaiser unterhalb seiner Krawatte in Wirklichkeit ziemlich nackt ist!
Weil mir als Bürger, als Gemeinderat und als Gemeindevertreter in der VG-Verbandsversammlung das Thema wichtig ist werde ich mir auch keinen überzogenen Maulkorb verpassen lassen. Im Hinterzimmer muss nämlich dringend gelüftet werden!
Horben: Gemeinderatssitzung findet nicht statt!
12.05.2026
Bitte um Beachtung: Die für Dienstag, 19. Mai angekündigte Gemeinderatssitzung in Horben fällt aus. Die Absage erfolgt aufgrund verschiedener verwaltungsinterner und terminlicher Gründe so dass eine ordnungsgemäße Durchführung der Sitzung nicht möglich ist.
Bürgermeister Dr. Bröcker stellt dazu fest, dass die Absage der Sitzung nichts mit einem kollidierenden Termin in Staufen zu tun hat. Dort wird er am 20. Mai, also einen Tag später zum Bürgermeister bestellt. Dieser Verdacht wurde offenbar von besonders kritischen GemeinderätInnen in den Raum gestellt. Doch er habe sich für die Sitzung am Dienstag die notwendige Zeit freigehalten.
Die tatsächlichen Gründe seien darin zu sehen dass ein wichtiger Referent seine Teilnahme abgesagt habe. Dazu wurde ein zur Bearbeitung vorgesehener Bauantrag zurückgezogen. Bei einem weiteren Thema seien weitere Fragen aufgetreten die vor einer Beschlussfassung noch geklärt werden müssen.
Dr. Bröcker stellt klar dass im Falle seiner Verhinderung ein/e Bürgermeisterstellvertreter/in mit der Sitzungsleitung beauftragt worden wäre. Die weiter noch vorgesehenen Themen seien jedoch nicht so dringend als dass sie nicht auch im Juni noch bearbeitet werden könnten.
So weit die Erklärung aus dem Rathaus. Ich habe keinen Grund an dieser Darstellung zu zweifeln. Zwar hätte ich Verständnis wenn Dr. Bröcker sich am Vorabend seiner Amtseinführung in Staufen von seinen Stellvertretern vertreteten ließe. Dafür sind diese ja da. Doch wenn sowieso alle wichtigen Themen weggebrochen sind kann ich auch mit der Absage leben. Der Aufstand aus der bekannten Ecke ist aus meiner Sicht mal wieder deutlich überzogen.
Vielleicht sollten wir den frei gewordenen Abend zu einer internen Besprechung nutzen? Ich sehe mit einiger Sicherheit voraus dass es bei Dr. Bröcker zukünftig doch zu Termin-Überschneidungen und damit bei Dr. Bröcker zu Verhinderungen kommen könnte. Es macht keinen Sinn hier darauf zu hoffen dass alles glatt nebeneinander her laufen wird.
Immerhin ist Dr. Bröcker noch 9 Monate in Horben im Amt. Diese Zeit sollten wir gemeinsam in gewohnter Ordnung bewältigen. Vor allem die Finanzlage erfordert aus meiner Sicht nach den neuesten Informationen unsere besondere Aufmerksamkeit. Es ist jetzt absolut nicht die Zeit um auf Populismus zu machen und grundlos auf die Barrikaden zu klettern!
Von daher wäre es nach meiner Meinung sinnvoll die neu entstandene Situation intern zu besprechen. Auch zum Thema "interkommunale Zusammenarbeit" werden bis dahin neue Informationen vorliegen. Aus dem Grund bitte ich die Kolleg:innen der großen Fraktionen zu überlegen ob wir uns am 19. Mai nicht zu einer internen Besprechung treffen sollten? Ich werde mir den Abend jedenfalls frei halten.
Herrn Dr. Bröcker wünsche ich alles Gute für seinen Amtsantritt am 20 Mai in Staufen! Ich habe seinen Weg dort von Anfang an aufmerksam verfolgt. Er wird es dort bestimmt nicht leicht haben. Zum einen tritt er dort in sehr große Fußstapfen. Zum andern sehe ich im Staufener Gemeinderat und in der Bürgerschaft Kräfte, die erst noch überzeugt werden müssen.
Hexental - Rund um die Bürgermeisterwahlen:
11.05.2025
In diesem Jahr finden in Wittnau und in Horben Bürgermeisterwahlen statt. In Au wohl Anfang des kommenden Jahres. In Wittnau bewirbt sich Jörg Kindel um eine weitere Amtszeit. Er will allerdings nicht mehr als Doppelbürgermeister in Au und in Wittnau fungieren. Somit wird zumindest in Au eine andere Person dieses Amt übernehmen.
Der Gemeinderat in Wittnau hat sich wieder für einen hauptamtlichen Bürgermeister entschieden. Mit dieser Entscheidung sind nach wie vor viele Bürger unzufrieden. Bisher wurde das Modell "Doppel-Bürgermeister" als interkommunale Errungenschaft in höchsten Tönen gepriesen. Jetzt ist es offenbar doch nicht so toll.
Mit dieser Entscheidung erschwert oder verhindert gar der Gemeinderat Wittnau auch mögliche Optionen für eine engere Zusammenarbeit der Gemeinden im Hexental untereinander. Wenn in Wittnau ein hauptamtlicher Vollzeit-Bürgermeister gewählt ist dann gilt das für acht Jahre. Solange ist dann eine andere Konstruktion nur möglich wenn der gewählte Amtsinhaber einverstanden ist.
Viele Bürger in Wittnau finden die Entscheidung ihres Gemeinderates nach wie vor als nicht nachvollziehbar. Wenn es bisher mit einem 50%-Bürgermeister so gut geklappt hat wie stets behauptet wurde: Warum wird jetzt wieder alles zurück gedreht? Vor allem wegen der mehr als schlechten Haushaltslage in Wittnau ist diese Entscheidung vielen Bürgern unverständlich. Nach meinen Informationen wird diese Entscheidung nach Ende der Bewerbungsfrist in Wittnau noch intensiv hinterfragt und diskutiert werden.
Anders ist die Situation in Horben. Der derzeitige ehrenamtliche Bürgermeister Dr. Bröcker wurde zum hauptamtlichen Bürgermeister in Staufen gewählt. Er hat schon länger angekündigt dass er für eine weitere Amtszeit in Horben nicht mehr zur Verfügung steht. Er wird aber nach Kräften mithelfen den Übergang geordnet zu gestalten. So gehe ich davon aus dass er nicht einfach so aus dem Amt laufen wird wie sein Vorgänger Markus Riesterer bei dessen unrühmlichem Abgang.
Seit bekannt ist dass das Amt in Horben ebenfalls neu besetzt wird meldeten sich bei mir inzwischen vier interessierte Personen. Sie wollten wissen was da eigentlich zu tun ist. Bei zwei Aspiranten war die erste Frage wie hoch denn die Aufwands-Entschädigung ist. Ebenfalls zwei der Interessierten wollten mich und und meinen Blog als Unterstützer gewinnen. Aus meiner Sicht war jedoch niemand dabei den ich persönlich als geeignet ansehen würde. Unterstützen werde ich nur den- oder diejenige die ich selbst nach bestem Wissen und Gewissen als wählbar empfehlen kann.
Sinnvoll fände ich wenn sich der Gemeinderat möglichst bald mit dem Thema befassen würde. Wir sollten uns bemühen möglichst mehrere geeignete BewerberInnen zu einer Kandidatur zu motivieren. Wir sollten nicht riskieren dass jemand Ungeeigneter ins Amt kommt nur weil womöglich kein weiterer Kandidat zur Verfügung steht. Für Populisten ist dieses Amt der falsche Platz.
Sollte sich jemand aus meiner Leserschaft eine Kandidatur in Horben um das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters vorstellen können stehen ich und bestimmt auch andere Mitglieder des Gemeinderates für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung. Auf meine / unsere Vertraulichkeit können Sie dabei zu 100 % zählen! Mein / unser Interesse liegt ausschließlich an einer möglichst kompetenten Besetzung für dieses Amt.
Für mich selbst ist der nächste Bürgermeister der sechste den ich erlebe. Bisher waren es Ferdinand Zimmermann (1946-1969, Valentin Schweiger (1969-1975), Werner Dammert (1975 - 2002), Markus Riesterer (2002 - 2018) und jetzt Benjamin Bröcker seit 2018. In meiner Amtszeit als Gemeinderat seit 1999 habe ich die Herren Dammert, Riesterer und Dr. Bröcker erlebt. Ich will nach Kräften mithelfen unserer Wählerschaft ein kompetentes Kandidatenfeld zur Auswahl vorzulegen.
Zum Ursprung des Dorfes Horben
06.05.2026
Zuletzt kamen mehrfach Anfragen von weiter entfernt lebenden Leser:innen nach der Entstehungsgeschichte des Dorfes Horben. Der Einfachheit halber füge ich einen Auszug aus einem Text ein den ich vor mehreren Jahren geschrieben hatte und der damals in einem anderen Zusammenhang in einem Heimatkalender veröffentlicht wurde.
Den ganzen Text darf ich wegen der abgetretenen Urheberrechte nicht veröffentlichen. Das Bild stammt von einer alten Postkarte die ich im Nachlass meiner im Jahr 2009 verstorbenen Mutter gefunden habe:

Südlich der Universitäts-Stadt Freiburg liegt das heute gerade mal 1200 Einwohner zählende Bergdorf Horben. Diese wenigen Bewohner verteilen sich auf 8,75 Quadrat-Kilometer Fläche. Das Dorf liegt auf einem westlichen Ausläufer des 1284 m hohen Berges Schauinsland. Die Höhen-Unterschiede sind beträchtlich: Horben geginnt im Bohrertal bei 300 m Seehöhe. Die hochgelegenen Ortsteile Münzenried und Gerstenhalm liegen über 900 m hoch. Der Kernort mit Kirche, Rathaus, und Schule befindet sich auf einer kleinen Hochebene in 600 m Höhe.
Die Einwohner von Horben arbeiten heute überwiegend auswärts. Ein kleiner Teil arbeitet noch in der Landwirtschaft. Als zusätzliche Einkommensquelle für die Bauern entwickelte sich zunehmend der Tourismus. Wegen der herrlichen Höhenlage und durch die Nähe zur Großstadt ist Horben heute ein bekannter und viel-besuchter Urlaubs-Standort.
Über die Entstehungsgeschichte des Dorfes Horben ist nur wenig bekannt. Bei einem Großbrand auf dem Bauernhof des Bürgermeisters um 1850 wurden alle Unterlagen der Gemeinde vernichtet. Weil das damalige Rathaus baufällig und mit Schimmel befallen war erledigte Bürgermeister Asal zu der Zeit die Amtsgeschäfte in seiner privaten Wohnstube auf dem Christes-Hof.
Böse Zungen behaupten heute noch dass der Ursprung der Siedlung Horben in einem Großbrand des Freiburger Gefängnisses liegt: Irgendwann mussten die Wächter die Tore öffnen. Die meisten Insassen nutzten die unerwartete Chance und entflohen in alle vier Himmelsrichtungen. Noch am selben Abend sollen hoch oben am Horbener Berg die ersten Lagerfeuer gelodert haben.
Aus diesen Anfängen heraus soll sich im Laufe der Jahrhunderte die Gemeinde Horben entwickelt haben. Als Ur-Horbener weise ich solche Darstellungen selbstverständlich ganz entschieden zurück!
Gesichert ist lediglich dass Horben um 1700 aus 24 Bauernhöfen bestand. Mit Ausnahme des im 19. Jahrhundert aufgelösten Salzburger-Hofes im Gründle bestehen diese Stammhöfe immer noch. Die ehemaligen Hofgebäude werden heute überwiegend zu Wohnzwecken genutzt. Die zu den Höfen gehörenden landwirtschaftlichen Flächen werden von den noch verbliebenen aktiven Landwirten weiter bewirtschaftet. Doch die Hof-Namen sind im dörflichen Sprachgebrauch nach wie vor bekannt und präsent.
Die Ur-Horbener lebten ursprünglich hauptsächlich von der Landwirtschaft, vom Wald und wohl auch von der Jagd. Die Erzgruben am Schauinsland boten ihnen durch die Herstellung von Holzkohle weitere Verdienst-Möglichkeiten. Die Holzkohle wurde im Bergbau zur Erz-Schmelze benötigt. Durch die Abholzung der dafür verwendeten Eichen und Buchen entstand das heute noch weitgehend erhaltene markante Horbener Landschaftsbild.
Horben: Anstehende Veränderungen und Diskussionen transparent begleiten!
29.04.2026
Wer als Gemeinderat an größeren Veranstaltungen teilnimmt kommt um kommunalpolitische Diskussionen nicht herum. Die Mitbürger wollen erfahren was in der Gemeinde läuft, warum etwas gerade so laufen muss und nicht anders und sie machen sich Gedanken über die Zukunft der Gemeinde. Als Gemeinderat ist es mir seit jeher ein Anliegen dieses Interesse so gut als möglich zu bedienen und zu kommunalpolitischer Transparenz beizutragen. Diesem Zweck dient auch ein Stück weit dieser Blog.
Am Sonntag beim Treffen der älteren Mitbürger unserer Gemeinde habe ich gespürt dass dieses Interesse gerade aktuell besonders hoch ist. Die Bewerbung von Bürgermeister Dr. Bröcker in Staufen erhielt in Horben doch mehr Aufmerksamkeit als ich zunächst wahrgenommen hatte. Meine Berichte dazu wurden auch in Horben intensiv gelesen. Da in diesem Jahr bei uns ebenfalls die Bürgermeisterwahl ansteht machen sich viele Menschen Gedanken wie es danach wohl weitergehen wird. Darüber hinaus werfen die gerade wieder anlaufenden Diskussionen um eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden bei vielen Menschen Fragen auf.
Die meisten Gespräche am Sonntag drehten sich um die Ende des Jahres anstehende Bürgermeisterwahl. Dr. Bröcker gab bereits früher bekannt dass er sich nicht mehr zur Wiederwahl stellen wird. Wir werden also danach auf jeden Fall eine andere Person in diesem Amt haben. Die Diskussionen gingen vor allem um die Frage nach geeigneten KandidatInnen. Es wäre fatal wenn sich nur Bewerber ohne das notwendige fachliche Rüstzeug melden würden. Die Zeit, in der sich Leute mit anderem Hintergrund einarbeiten konnten sind auch in kleinen Gemeinden vorbei. Die Aufgaben sind mittlerweile so komplex dass aus meiner Sicht fundierte Verwaltungserfahrung auch bei einem ehrenamtlichen Bürgermeister unabdingbar ist.
Wohl im Scherz wurde ich mehrfach gefragt ob ich nicht doch noch einmal antreten will. Die früher geltende Altersgrenze ist aufgehoben. Dazu bin ich jetzt seit 1999 mit einer krankheitsbedingten Unterbrechung aktiv als Gemeinderat tätig. Bei meinen Bewerbungen 2004 und 20012 hatte ich mich intensiv auf das Bürgermeisteramt vorbereitet und auch gute Ergebnisse erzielt.
Doch um es von vornherein klar zu sagen: Eine Kandidatur meiner Person bei der Wahl 2027 kann ich absolut ausschließen. Zum einen werde ich im Juni 76 Jahre alt. Das spüre ich in manchen Bereichen durchaus. Zum andern sind es die oben genannten Gründe: Die Zeit für Quereinsteiger in dieses Amt ist vorbei!
Wir hatten bei der letzten Wahl 2019 Glück, dass mit Dr. Bröcker ein motivierter Volljurist zur Verfügung stand. Ich möchte mir gar nicht ausmalen wie es mit einem/r der Mit-Kandidierenden wohl gelaufen wäre. Auch eine langjährige Tätigkeit als Gemeinderat reicht für das Amt des Bürgermeisters nicht aus. Das sage ich auch an die Adresse der Person, die sich am Sonntag so offensichtlich wie aufdringlich in Stellung zu bringen versuchte!
Ich sehe es als Aufgabe des Gemeinderates dabei mitzuhelfen der Bürgerschaft ein geeignetes Bewerberfeld vorzuschlagen. Darin bin ich mir nach ersten Gesprächen mit einzelnen KollegInnen im Gemeinderat einig. Wir sollten gemeinsam aktiv auf passende Personen zugehen und sie zur Kandidatur motivieren. Die Wählerinnen und Wähler in Horben sollen die Auswahl haben zwischen geeigneten Personen mit jeweils passenden Konzepten.
Dazu will ich meinen Teil beitragen. Als Reaktion auf vereinzelte Hinweise sollen auf dieser Seite verstärkt Themen aus der Region Horben/ Hexental bearbeitet werden. Vor allem die anstehenden Bürgermeisterwahlen in Horben, Au und Wittnau und das Thema Interkommunale Zusammenarbeit" werden hier umfassend dargestellt und kommentiert.
Ich will nicht wieder das Desaster wie 2018 erleben. Damals wurde ein gutes Konzept durch mangelnde Transparenz sabotiert. Der damalige Gemeinderat mit Bürgermeister Riesterer und seinen Stellvertretern Kurz und Blattmann hielten eine umfassende Kommunikation mit der Bürgerschaft in einer so wichtigen Frage für weitgehend überflüssig. Der Bürgerschaft sollte eine unzureichend erklärte gravierende Veränderung übergestülpt werden. Die Quittung folgte dann mit dem Ergebnis des Bürger-Entscheides!
Ich kann versichern dass die Kommunikation bei den anstehenden Veränderungen anders laufen wird! Maximale Transparenz ist seit jeher mein politisches Markenzeichen. Hinterzimmerpolitik und Populismus wird es mit mir nicht geben!