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Mein Treueschwur zu meinem Auto wackelt!
19.08.2026
Vor wenigen Tagen schwärmte ich noch von meinem zuverlässigen Auto. Mein Dacia Duster Baujahr 2018 hat erst 50.000 km auf dem Tacho. Zwar hatte ich zwischendurch mit dem Kauf eines Elektroautos geliebäugelt. Doch es rechnet sich nicht. Daher werde ich meinem braven Duster die Treue halten bis entweder der TÜV oder der Tod uns scheidet!

Dass mein Treueschwur etwas voreilig sein könnte dämmert mir bereits heute: Als ich am Montag Morgen zu meinem Auto kam und den Zündschlüssel drehte tat sich absolut nichts. So völlig aus heiterem Himmel war das schon ein kleiner Schock. Die Batterie war es nicht. Radio, Lüftung, Licht, Navy: alles funktionierte. Nur der Anlasser tat absolut nichts.
Da ich einen nicht verschiebbaren Termin hatte bin ich zunächst mit dem Auto meiner Frau nach Freiburg gefahren. Doch der Vorgang mit meinem Auto beschäftigte mich: Nach der Rückkehr machte ich mich sofortan die Fehlersuche. Natürlich hatte ich mein Auto ganz hinten in meiner Scheune abgestellt. Es war ein ziemlicher Kraftakt das Fahrzeug über eine Schwelle zu schieben und dann noch zu wenden.
Die Zufahrt zu meinem Hof ist leicht abschüssig. Hier wollte ich das Auto anrollen lassen. Doch es tat auch dann nichts. Mit dem Traktor zug ich den Wagen wieder rückwärts hoch und versuchte es nochmals. Doch der Motor gab keinen Mucks von sich. Nach dem Öffnen der Motorhaube konnte ich nichts erkennen. Das Überbrücken mit dem anderen Auto half nichts.
Also rief ich in der Werkstatt an. Aus der Ferne konnte man mir nicht helfen: Anlasser kapputt? War ein Marder zugange? Ein Motorschaden? Ich soll das Auto bringen und dann sehe man weiter. Das war leichter gesagt als getan. Die Werkstatt hatte keinen Abschleppwagen zur Verfügung. Wie sollte ich das Auto nach Ehrenkirchen bringen?
Ich erinnerte mich an die Mobilitäts-Garantie die mir Dacia beim Kauf zugesichert hat. Ob die nach acht Jahren noch gilt? Offenbar schon. Ich hatte die Bedingungen erfüllt. Deshalb rief ich den ADAC an. Die schickten einen Abschleppwagen vorbei der mein Auto von Horben nach Ehrenkirchen transportierte.
Heute hoffe ich zu erfahren woran es liegt. Wenn es ein Motorschaden sein sollte muss ich neu rechnen. Ein acht Jahre altes Auto mit einem Zeitwert von rund 6.000 € und eine hohe Reparatur-Rechnung? Da gilt es zwei Mal nachzudenken! Auch wenn ich keine großen Ansprüche an ein Auto stelle: Wenn ich mich reinsetze und den Schlüssel drehe muss es anspringen! Wenn ich mir dessen nicht mehr sicher sein kann dann ist es mit der Treue meinerseits ziemlich bald vorbei!
In eigener Sache:
27.07.2026
In den nächsten Tagen komme ich wohl nicht immer zu neuen Beiträgen:
Zum einen muss ich bis zum 01. August eine Arbeit bei einem Auftraggeber abgeben. Sechs Kurzgeschichten zum Thema "Leben in den 50er-Jahren": Ich bin immer noch nicht ganz zufrieden mit dem was ich wie verfasst habe. Ständig feile ich an den Texten noch herum. Ich bin echt froh wenn der Termin da ist und ich die Sache aus dem Kopf bekomme.
Zum andern habe ich ein sich zunehmend verschlimmerndes gesundheitliches Problem: Meine Stimme wird seit mehreren Monaten ständig schlechter. Bei meiner Stimmband-OP im Jahre 2016 wurden mir Teile des Stimmbandes entfernt und durch körpereigenes Gewebe ersetzt. Meine Stimme war zwar danach verändert. Doch ich konnte verständlich und gut vernehmbar sprechen.
Damals wurde mir gesagt, dass sich das körpereigene Gewebe mit der Zeit abbauen würde. Das ist jetzt die Ursache meines Problemes. Der eingefügte Mini-Knochen ist nicht mehr vorhanden. Ob er ersetzt werden kann erfahre ich morgen bei einem Termin in der Uni-Klinik Freiburg.
Wenn ja dann muss ich wohl noch mal operiert werden. Wenn nein dann müsste ich mit meiner jetzigen Stimmkraft zurecht kommen. Das ist für mich schwierig. In Gesellschaft kann ich kaum noch hörbar mitreden. Auch am Ratstisch wird es zunehmend schwieriger. Nach den Sitzungen ist die Stimme dann oft ganz weg. Ein Gemeinderat der nicht reden kann ist aus meiner Sicht nicht am richtigen Platz.
Ich hoffe dass eine Möglichkeit gefunden wird!
Milan Knauf auf dem Siegerpodest erneut ganz oben!
25.07.2025
Unser Enkel Milan Knauf aus Wehr macht dort weiter wo er vor der Hitze-Welle aufgehört hatte! Im Frühling und im Frühsommer gewann der Neunjährige mehrere Triathlon- und Marathon-Wettbewerbe in der Altersklasse U-10. Dazu stehen noch weitere zweite und dritte Plätze in Milan`s Bilanz. Unter anderem belegte er beim stark besetzten Freiburg-Marathon den zweiten Platz!
Weil Milan zuletzt keine größeren Rennen bestritten hatte befürchtete ich schon er hätte die Lust am Laufsport verloren. Doch am Freitag kam die Nachricht dass er am Tag zuvor beim "Trompeterlauf" in Säckingen wieder den ersten Platz in seiner Altersklasse belegt hatte! Die Eltern, die beiden Omas und ich gratulieren dem aufstrebenden Jung-Star ganz herzlich!

Heute ist Milan bereits wieder im Einsatz: Bereits um 8.30 startet er beim Malteser-Triathlon in Heitersheim! Wenn er den Lauf am Donnerstag rechtzeitig aus den Beinen bringt zählt er auch in Heitersheim zu den Mit-Favoriten. Wir alle drücken ihm jedenfalls ganz fest beide Daumen!
https://www.heitersheim.de/termin/Maltesertriathlon-event-appointment3977
Eine Weihnachtsgeschichte im Hochsommer:
23.07.2026
Mein gestriger Beitrag zum Thema Wehrpflicht löste wieder vielseitige Diskussionen aus. Vor allem mein Hinweis auf die "Schule der Nation" wurde kontrovers diskutiert. Das kann man so oder so beurteilen. Für mich persönlich jedenfalls war der Pflichtdienst in der Bundeswehr positiv prägend und eine wichtige Hilfe beim Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen.
Um die Diskussionen abzuschließen will ich ein Erlebnis aus meiner Bundeswehrzeit schildern an das ich noch heute öfters denken muss. Ein Vorgang der aufzeigt dass die Bundeswehr ganz abseits vom Militärischen auch positiv in die Gesellschaft wirkt:
Zum Standort Sigmaringen gehörte ein großes Außenlager hoch über dem Sigmaringer Vorort Laitz. Daraus wurde unser Bataillon mit Munition versorgt. Die Anlage wurde durch das Militär scharf bewacht. Damals war die Rote-Armee-Fraktion aktiv. Der Wachdienst im Lager Laitz war daher nicht ganz ungefährlich!
An Heiligabend 1972 war ich dort zur Wache eingeteilt. Auf einem meiner Streifengänge beobachtete ich wie Rettungs- und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht in Richtung Donautal fuhren. Auf der Strecke in Richtung Beuron musste ein Unfall geschehen sein. Ich machte mir nur kurz Gedanken über das was dort passiert sein mochte. Ich wollte nach Dienst-Ende noch heimfahren. Schließlich war Heiligabend! Um 20.00 ging der Zug in Richtung Freiburg. Es würde knapp werden!
Doch daraus wurde nichts. Zurück in der Unterkunft wurde ich ins Geschäftszimmer der Kompanie zitiert. Das bedeutete nichts Gutes! Hatte ich ein Wachvergehen begangen? War ich anderweitig aufgefallen?
Vor dem Geschäftszimmer warteten bereits zwei weitere Kameraden. Mir fiel sofort auf dass wir alle drei Bauernsöhne waren. Schöpflin aus dem Hotzenwald und Bohnert aus der Ortenau. Dass gerade wir drei gemeinsam gerufen wurden roch penetrant nach körperlicher Arbeit! Unsere Einheit war gespickt mit Studenten, angehenden Ingeneuren und Bürohengsten. Die waren für körperliche Arbeit nur sehr bedingt zu gebrauchen!
Dass der Kompaniechef auf jegliche Formalitäten verzichtete kam mir verdächtig vor. Wenn der so freundlich und jovial war dann hatte er einen Auftrag, den er nicht befehlen konnte. Den wir aber klugerweise auch nicht ablehnen sollten!
Mit dem Hauptmann wartete noch ein Zivilist auf uns: Der Bürgermeister einer kleinen Umland-Gemeinde im Donautal. Ein Bauer war mit dem Traktor über eine Böschung gestürzt und schwer verletzt worden. Er wurde nach Ulm geflogen. Seine Frau sei bei ihm in Ulm. Auf dem Hof sei jetzt der 70-jährige Altbauer allein mit 30 Kühen und vielen anderen Tieren. Der allein sei überfordert. Andere Helfer standen warum auch immer nicht zur Verfügung. Nach den Feiertagen wollte der Bürgermeister professionelle Hilfe organisieren. Ob wir als fachkundige Bauernsöhne über die Zeit bis dahin einspringen könnten?
Solche Hilfegesuche waren an solchen Tagen nichts ungewöhnliches. Auch bei zivilen Notfällen wurde bei der Bundeswehr angefragt. Oft wurden Blutspender gesucht. In diesem Fall war es eben ein Bauernhof auf dem das Vieh versorgt werden musste. Wir drei waren die einzigen die um diese Zeit noch greifbar waren!
Das Weihnachtsfest war für uns damit weitgehend erledigt. Wir bekamen einen Jeep zur Verfügung gestellt und ab ging die Fahrt ins Donautal zu dem 25 km entfernten Bauernhof. Als wir dort ankamen war der Altbauer fix und fertig. Er hatte erst vier von den 30 Kühen gemolken. Kamerad Schöpflin und ich schnappten uns die Melkgeräte. Kamerad Bohner machte sich ans Ausmisten.
Der Altbauer war zunächst misstrauisch. Doch als er sah dass wir sozusagen “vom Fach” waren ging er beruhigt auf den Heustock und richtete das Futter für den nächsten Morgen. Da es schon nach 1.00 am Weihnachtsmorgen war richteten wir im Obergeschoss des Wohn-Traktes ein Lager her und legten uns dort hin.
Um 6.00 am Morgen standen wir auf und versorgten wieder die Kühe und die Schweine. Der Altbauer fütterte das Federvieh und machte für uns alle das Frühstück. Gegen 9.00 war alles am Hof picco-bello! Nach dem Frühstück hatte ich telefonisch Kontakt mit der Bäuerin. Ihr Mann war schwer verletzt jedoch außer Lebensgefahr.
Die Bäuerin sorgte sich um ihren Vater: Wer versorgt ihn mit Essen? Offenbar gab es keine nahen Verwandten und mit der Nachbarschaft verstand man sich wohl nicht so gut. Dass der Alte sich selber etwas kochen würde hielt sie für ausgeschlossen. Das habe er noch nie getan! Er würde über die Feiertage wohl ausschließlich nur Speck und Würste essen mit der Folge dass er danach tagelang unter heftigen Magen- und Darmbeschwerden leiden wird.
Wir berieten uns kurz und fanden eine Lösung: Wir hießen den alten Mann sich zu waschen und sich anzuziehen. Dann nahmen wir ihn mit in die Kaserne. Der Kantinen- Feldwebel gab uns einen Satz Essensmarken extra für den Rest der Woche. Bald saß unser Altbauer im Offizierskasino und schilderte den Offizieren seine eigenen Heldentaten während des Rußland-Feldzuges 1942!
Am Nachmittag fuhren wir wieder zurück. So ging es die nächsten vier Tage. Am Montag kam die Bäuerin zurück und übernahm wieder die Regie. Kamerad Bohnert hatte sogar den alten Bulldog im Schuppen wieder zum Laufen gebracht. Der neue Traktor war ja bei dem Unfall zerstört worden. Der Bürgermeister hatte einen landwirtschaftlichen Sozialdienst besorgt.
Wir drei Soldaten wurden mit Lob und Dank überschüttet. Die Bäuerin und der Bürgermeister wollten uns etwas Geld geben. Doch die Bauersleute hatten an dem Schaden genug zu knabbern. Der Kompaniechef gewährte uns eine Woche Sonderurlaub. Der Bürgermeister schickte ein nettes Schreiben und einen Gutschein mit dem wir im dortigen Gasthaus essen gehen konnten.
Mit der Bäuerin hatte ich noch lange Jahre losen Kontakt. Ihr Mann hatte lebenslang unter den Unfall-Folgen zu leiden. Der Altbauer ist bald darauf verstorben. Der Hof wurde aufgegeben. Irgendwann schlief der Kontakt dann ein.
Fußball zum Abgewöhnen!
20.07.2026
Die gute Nachricht: Die Fußball-WM ist vorbei! Die spanische Nationalmannschaft hat den Titel gestern abend verdient mit 1 : 0 Toren gewonnen. Bei einer Veranstaltung die mich als lebenslangen Fußball-Fan frustriert zurücklässt. Fußball wurde bei dieser WM endgültig zur Nebensache degradiert!
Das mit Spannung erwartete Finale war eine reine Show-Veranstaltung! Unnatürlich aufgemotzte und zurecht-operierte Sängerinnen und Sänger zelebrierten die Hymnen in einer Weise die man auch als reine Verspottung interpretieren kann. 35 Minuten Halbzeitpause und zwei weitere "Trinkpausen" zerlegten das Spiel in unnatürlich Abschnitte. Auf der Tribüne Trump und Infantino: Zwei der schlimmsten Mafiosi die jemals am Rad des Weltgeschehens mitgedreht haben!
Dann dieses seltsame Spiel: Während die Spanier offenbar voll motiviert zu Werke gingen waren die Argentinier offenbar von Anfang an auf ein Elfmeterschießen fixiert: Bis zum hochverdienten 0 : 1 kaum ein Schuß auf das spanische Tor. Altstar Messi war von Anfang an als passionierter Spaziergänger unterwegs. Er schien nur als interessierter Beobachter auf dem Platz zu sein.
Argentinien stellte eine unsportlich auftretende, uninspirierte Mannschaft. Dazu ein Schiedsrichter der viel zu spät durchgriff und der viel zu viel mit den Spielern diskutierte. Nach den Spielanteilen hätte Spanien das Spiel bereits in der ersten Halbzeit entscheiden müssen. Offenbar waren sie durch das unerwartet destruktive Auftreten der Argentinier doch zu sehr irritiert.
Dass das einzige Tor erst in der Verängerung fiel hielt wenigstens die Spannung einigermaßen hoch. Dass es dann aus dem Spiel heraus doch noch fiel war für mich geradezu eine Erlösung! Nicht auszudenken wenn dieses grottenschlechte argentinische Team dieses Spiel durch ein Zufalls-Tor oder im Elfmeterschießen auch noch gewonnen hätte!
Das Positive an dem Spiel war für mich der Auftritt des spanischen Teams. Dass sie sich nicht durch die Attacken der arbentinischen Fußball-Rowdys provozieren ließen war aus meiner Sicht herausragend! Dazu das Auftreten des erst 19-jährigen Rechtsaußen Yamal Lamine! Doch insgesamt blieb dieses Spiel meilenweit hinter den künstlich hochgejubelten Erwartungen zurück!
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff habe ich mein Gerät ausgeschaltet. Ich wollte weder Donald Trump noch Infantino noch einen der anderen Dunkelmänner bei der Siegerehrung ertragen müssen. Auch das ZDF-Team mit "Kult-Trainer" Christian Streich als Experten und der ewig jungen Kathrin Müller-Hohenstein oder den Dauerschwätzer Christian Kramer wollte ich mir nicht mehr antun!
Es ist vollbracht! Es wird lange dauern bis ich wieder Lust auf den "großen Fußball" verspüren werde!
Alles schon mal dagewesen!
13.07.2026
Wenn ich über die aktuelle Wirtschafts-Entwicklung nachdenke entdecke ich immer mehr Parallelen zu meiner eigenen Familiengeschichte. Meine Vorfahren galten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges als die reichsten Leute in Horben. Sie besaßen sogar Dependancen in Freiburg. Das weite Dorf war ihnen zu eng geworden. Wenn in Horben jemand Geld brauchte wandte er sich an meine Vor-Väter Johann Nepomuk und Leopold Buttenmüller. Mehrere Anwesen in Horben wurden mit einem Darlehen vom Merkerhof gebaut oder vor dem Bankrott gerettet.
Meine Vorfahren hatten ihr Geld mit Aktien gemacht. Die Industrielle Revolution spülte offenbar Geld ohne Ende in ihre Kassen. Statt ihre Ersparnisse in den Hof zu stecken spekulierten sie am Kapitalmarkt und betätigten sich als Bankiers. Als der wirtschaftliche Boom Ende des 19. Jahrhunderts auslief schaltete Kaiser Wilhelm auf Kriegswirtschaft um. Mein Urgroßvater Leopold investierte jetzt in staatliche Kriegsanleihen. Er verdiente sich im Zuge der damals betriebenen militärischen Aufrüstung geradezu dumm und dämlich.
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges setzte die Regierung die Rückzahlung der Anleihen aus. Die Aktien meines Urgroßvaters waren das Papier mit den aufgedruckten großen Zahlen nicht mehr wert. Von einem Tag auf den anderen. Zwar sollten die Besitzer der Papiere nach dem gewonnenen Krieg entschädigt werden. Doch dazu kam es dann nicht. Meine Urgroßeltern Leopold und Maria Buttenmüller sind 1917 unter ungeklärten Umständen als verarmte Bauern verstorben.
Wenn ich heute den wirtschaftlichen Niedergang der Industrieländer sehe dann drängt sich mir unwillkürlich der Vergleich mit damals auf. Der Boom der industriellen Revolution war damals vorbei. Soziale Verwerfungen mit steigender Arbeitslosigkeit, Armut und Inflation zwangen den Kaiser auf Kriegsrüstung umzusteigen. Zur Finanzierung wurden Schulden gemacht (Kriegsanleihen) Er verdiente sich im Zuge der damals betriebenen militärischen Aufrüstung geradezu dumm und dämlich.
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges setzte die Regierung die Rückzahlung der Anleihen aus. Die Aktien meines Urgroßvaters waren das Papier mit den aufgedruckten großen Zahlen nicht mehr wert. Von einem Tag auf den anderen. Zwar sollten die Besitzer der Papiere nach dem gewonnenen Krieg entschädigt werden. Doch dazu kam es dann nicht. Meine Urgroßeltern Leopold und Maria Buttenmüller sind 1917 unter ungeklärten Umständen als verarmte Bauern verstorben.
Wenn ich heute den wirtschaftlichen Niedergang der Industrieländer sehe dann drängt sich mir unwillkürlich der Vergleich mit damals auf. Der Boom der industriellen Revolution war damals vorbei. Soziale Verwerfungen mit steigender Arbeitslosigkeit, Armut und Inflation zwangen den Kaiser auf Kriegsrüstung umzusteigen. Zur Finanzierung wurden Schulden gemacht (Kriegsanleihen) die später durch unterlegene Kriegsgegner über Reparationen beglichen werden sollten. Das führte unweigerlicch in den Ersten Weltkrieg und zu den Katastrophen danach.
Heute erleben wir eine ähnliche Situation: Das Wirtschaftswunder mit Wohlstand und Wachstum ist vorbei. Der Industrie-Standort Deutschland ist in Gefahr. Hunderttausende Arbeitsplätze werden abgebaut. Produktion wird verlagert. Fabriken sollen geschlossen werden. Die Insolvenzwelle rollt. Andere Nationen haben unserer übersättigten und in Teilen verdorbenen Gesellschaft den Rang abgelaufen.
Mit dem wirtschaftlichen Niedergang geht die politische Krise einher. Die Zeit der Populisten ist angebrochen. Die AfD und die Linke haben zwar keine tragfähigen Konzepte. Sie tun aber so als hätten sie welche. Sie machen die Leute verrückt und verhindern so die notwendige und unausweichliche Konsolidierung. Die verwöhnten Menschen wollen ihren vermeintlichen Wohlstand erhalten und laufen den destruktiven Kräften nach. Statt einen "Herbst der Reformen" werden wir einen "Herbst der Revolutionen" erleben!
Um den wirtschaftlichen Niedergang zu stoppen greift die Regierung zu einem probaten Mittel: Sie investiert in die militärische Aufrüstung: Die Rüstungsindustrie soll es jetzt richten! Die Bundeswehr wird aufgestockt und modernisiert. Die Ausrüstung wird erneuert. Alles in allem am Ende des Tages eine Billion Euro mit anschließenden Folgekosten. Auf Pump natürlich! Deutschland sitzt bereits auf einem Schuldenberg der so oder so nie mehr abgetragen werden kann!
Die Rüstungsindustrie soll jetzt die marode Automobil-Industrie retten! Die wegfallenden Arbeitsplätze bei VW und Co. sollen bei Rheinmetall & Co. neu entstehen. An den bedrohten Industriestandorten sollen jetzt statt der Autos Waffen, Pamzer, Drohnen oder Raketen gebaut werden. Der VW-GEO Blume sprach gestern von "intelligenten Lösungen statt Werksschließungen!"
Die Aktien der Rüstungsfirmen schießen gerade durch die Decke! Mein Ur-Urgroßvater Johann Nepomuk hätte seine helle Freude. Er würde seine letzte Kuh verkaufen und in diese "Zukunfts-Industrie" den letzten Cent investieren! So wie es viele Menschen heute wieder tun! Sogar die Renten sollen teilweise auf Aktien aufgebaut werden! Stichwort: "Kapitalgedeckte Altersvorsorge". In dieses Szenario sind die Bedrohungen und Kosten des Klimawandels noch nicht eingearbeitet. Die haben zu meines Urgroßvaters Zeiten noch keine Rolle gespielt.
Jeder Leserin und jedem Leser bleibt es überlassen Schlüsse aus der aktuellen Entwicklung zu ziehen. Nach dem was ich weiß werden meine Rücklagen sicher nicht in "unsere Sicherheit" (Merz/ Pistorius) investiert. So hoch die Gewinne im Rüstungsbereich auch steigen mögen. Investitionen in die Klima-Anpassung sind aus meiner Sicht zielführender. Ich weiß dass die nicht-denkende Mehrheit in der Gesllschaft anderer Meinung ist. Daher werden sich auch meine Investitionen am Ende des Tages in Luft auflösen!
Fundstück zum Thema: Der wahre Preis unserer Umweltbelastung
08.07.2026
Bei der Bearbeitung von Umweltthemen geht es oft auch um die Kosten der Umweltbelastungen. Sie werden meist als "externe Kosten" bezeichnet und sind in der Regel nicht im Produktpreis enthalten. Sie werden von der Gesellschaft insgesamt getragen.
Bisher machte ich mir nur eine ungefähre Vorstellung über die Höhe der Umwelt-Gesamtkosten. Ich orientierte mich dabei an den Ansätzen des Europäischen Emmissionshandels. Dort wird der Preis bei etwa 100 Euro pro Tonne Co2 angesetzt. Auf der Plattform BUILTWORLD finde ich den unten einkopierten Beitrag von Jonas Haferkamp. Nach einer neuen Berechnungsmethode des Umwelt-Bundesamtes liegen die tatsächlichen Kosten unserer Umweltbelastung bei 990 € / t Co²! Also zehnmal höher! Die dort ermittelten Zahlen werde ich künftig meinen eigenen Arbeiten zugrunde legen.
Hier der Artikel auf der Plattform BUILTWORLD

Das Umweltbundesamt legt mit der Methodenkonvention 4.0 die bislang umfassendste Kostenbewertung für Umweltschäden vor. Eine Tonne CO₂ kostet die Gesellschaft fast 1.000 Euro. Die Konsequenzen sind enorm.
Jeden Tag passiert es millionenfach: Ein Diesel-Lkw rollt über die Autobahn, eine Braunkohlekraftwerk verbrennt Lignit, ein Bauernhof düngt seine Felder. Die Kosten dieser Handlungen zahlen wir als Gesellschaft – durch schlechtere Luft, ein wärmeres Klima, vergiftetes Grundwasser.
Nur: Wie viel zahlen wir eigentlich genau?
Das Umweltbundesamt (UBA) hat mit der Methodenkonvention 4.0 nun die aktuellste und vollständigste Antwort auf diese Frage vorgelegt. Das Handbuch ist ein wissenschaftliches Referenzwerk für Kosten-Nutzen-Analysen, Politikfolgenabschätzungen und Unternehmensberechnungen. Doch seine Botschaften haben unmittelbare gesellschaftliche Sprengkraft: Umweltschäden, die bislang als „extern" galten, sind real, messbar – und erschreckend hoch.
990 Euro pro Tonne CO₂ – eine neue Größenordnung
Das Herzstück des Handbuchs ist die neue Empfehlung für den sogenannten „Social Cost of Carbon" – auf Deutsch: die gesellschaftlichen Schadenskosten einer Tonne Treibhausgas. Für 2025 empfehlen die Autorinnen und Autoren einen Hauptwert von 990 Euro je Tonne CO₂-Äquivalent, wenn die Wohlfahrt heutiger und künftiger Generationen gleich gewichtet wird.
Zum Vergleich: Der aktuelle CO₂-Preis im europäischen Emissionshandel liegt rund zehnmal niedriger. Die Diskrepanz zeigt, wie weit die Realität der Klimaschäden von ihrer marktwirtschaftlichen Bepreisung noch entfernt ist.
Das UBA betont ausdrücklich: Dieser Wert ist eine Untergrenze. Das verwendete GIVE-Modell (Greenhouse Gas Impact Value Estimator) erfasst zwar Schäden durch Hitzesterblichkeit, Landwirtschaft, Energiekosten und Meeresspiegelanstieg – aber es lässt Kipppunkte, Extremwetterereignisse, Migrationsbewegungen und Biodiversitätsverluste außen vor. Würden diese einbezogen, stiege der Wert weiter.
Die Zeitpräferenzfrage
Methodisch besonders bedeutsam ist, dass das UBA zwei Szenarien anbietet: Bei einer Reinen Zeitpräferenzrate (RZPR) von 0 % werden zukünftige Generationen gleich gewichtet – der Wert liegt bei 990 Euro. Bei einer RZPR von 1 % – also einer leichten Präferenz für die Gegenwart – sinkt er auf 345 Euro. Die Frage, welchen Wert man ansetzt, ist keine technische, sondern eine ethische: Wie viel ist uns das Wohlbefinden unserer Enkel wert?
Das UBA setzt dabei konsequent auf den Schadenskostenansatz – also nicht „Was kostet es, eine Tonne CO₂ zu vermeiden?", sondern „Was richtet eine Tonne CO₂ tatsächlich an?" Dieser Unterschied ist fundamental. Vermeidungskosten hängen von politischen Zielen ab und können diese nicht begründen. Schadenskosten hingegen messen die Realität.
Während CO₂ global wirkt, sind die Kosten von Luftschadstoffen und Lärm lokal – und deshalb oft noch weniger sichtbar. Ein Diesel-PKW im Stadtverkehr produziert laut Handbuch Umweltkosten von über 34 Euro-Cent pro Kilometer (bei 0 % RZPR). Ein schwerer Diesel-Lkw auf der Autobahn verursacht über 160 Euro-Cent je Fahrzeugkilometer – ohne die Lärmkosten, die separat ausgewiesen werden.
Die Lärmberechnung liefert eine der eindrücklichsten Zahlen: Allein durch Straßenverkehrslärm entstehen in Deutschland jährlich Gesundheitsschäden von über 5,1 Milliarden Euro – durch Belästigung und kognitive Beeinträchtigungen bei Kindern. Schienenverkehr verursacht weitere 1,1 Milliarden, Fluglärm 415 Millionen. Und das sind nur die messbaren Effekte; kardiovaskuläre Langzeitschäden kommen noch oben drauf.
Die Autoren sind ehrlich über die Grenzen ihrer Arbeit. Bei Biodiversität gibt es schlicht noch keinen Kostensatz – nicht weil das Thema unwichtig wäre, sondern weil kein Indikator existiert, der kardinal, global vergleichbar und monetarisierbar zugleich ist. Das UBA unterstützt die Forschung ausdrücklich, lehnt aber vorläufige Scheinpräzision ab.
Ähnliches gilt für Wasserverschmutzung und -entnahme: Die Komplexität der Wirkungspfade – abhängig von Temperatur, Vorbelastung, lokalen Ökosystemen – erlaubt noch keine robusten Durchschnittswerte. Das Handbuch benennt die Forschungslücken statt sie zu überbrücken.
Zur Quelle: Eser, N.; Matthey, A.; Bünger, B. (2025): Handbuch Umweltkosten – Methodenkonvention 4.0. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau, Dezember 2025. Kostenfrei erhältlich unter umweltbundesamt.de/publikationen.
