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Landwirtschaft: Mehr Geld nur für mehr Nachhaltigkeit!
16.08.2026

Ein wichtiges Thema in der Umwelt- und Klimadebatte ist die Gefahr für die Ernährungssicherheit. Wer die aktuelle Hitzewelle unter diesem Aspekt sieht der muss sich um die Zukunft der heimischen Landwirtschaft Sorgen machen. Vertrocknete Feldfrüchte, "verbrannte" Wiesen und Weiden, leidende Bäume, Wassermangel, fehlendes Winterfutter für Tierhalter, hohe Preise für Treibstoffe und Düngemittel bei fallenden Preise für Schlachtvieh und vieles mehr sind dabei die Themen der Stunde. 

Kein vernünftiger Mensch wird die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft kleinreden. Nicht nur für die Ernährung der Menschen. Auch beim Natur- und Denkmalschutz, als Wirtschaftsfaktor und als wichtige Säule vor allem im dörflichen Sozialgefüge hat der Agrarbereich wichtige Funktionen. Als ein Beispiel sehe ich aktuell die Beteiligung von Beuern mit ihren Traktoren und Güllefässern bei der Bekämpfung von Waldbränden.

Die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft ist aus meiner Sicht im Interesse der Gesellschaft. Ich sehe es als unabdingbar an die Landwirte in die Bemühungen um eine Milderung der Klimawandelfolgen einzubinden. Ohne deren Mitwirkung kann wirksamer Klimaschutz nicht funktionieren.

Dazu gehört jedoch auch dass die Landwirte bereit sind über ihren Anteil an der Klimakrise zumindest nachzudenken. Ich bin weit davon entfernt dem einzelnen Landwirt die Schuld am Klimawandel zuzuweisen. Dahinter stehen Fehlentwicklungen für die die wir alle die Verantwortung tragen. Schuldzuweisungen an einzelne Bereiche sind unberechtigt und bringen uns nicht weiter.

Doch erwarte ich schon dass auch der Agrarbereich seinen Teil der Verantwortung übernimmt und sich in Richtung Nachhaltigkeit verändert. Die Landwirtschaft trägt zu 10% an den Klimagas-Emissionen bei, sie ist maßgeblich am Artenschwund beteiligt und sie trägt ein hohes Maß zum Schadstoffeintrag im Grundwasser bei. Das sind nur drei Beispiele von mehreren.

Die Einsicht in ihre Verantwortung sehe ich beim Großteil der Landwirte leider nicht! Viele Bauern werden regelrecht pampig wenn man von den ökologischen Belastungen durch Monokulturen, Massentierhaltung, Pestizid-Einsatz, Überdüngung, Übertechnisierung, Bodenverdichtung oder von unhaltbaren Tierwohl-Zuständen spricht. Doch die Verantwortung ist gegeben: Wenn am Feldberg in 1400 m Höhe Pestizid-Rückstände aus dem Rheintal nachgewiesen werden dann ist daran nicht der Wind schuld! Die Verantwortung trägt derjenige der diese Mittel in Umlauf bringt!  Egal wie die Vorschriften auch sein mögen!

Gestern habe ich die Rede von DBV-Präsident Ruckwied auf dem Bauerntag in Freiburg gehört. Ellenlange Klagen darüber wie die Bauern unter dem Kliawandel zu leiden hätten! Ernteausfälle, Preisverfall, Kostensteigerungen, Bürokratie, mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung, Höfesterben. Wie man es bei Ruckwied kennt: Den Bauern geht es so schlecht wie nie!

Der zweite Teil der Rede ebenfalls typisch Ruckwied: Ellenlange und sattsam gehörte Forderungen nach mehr Geld, höheren Subventionen, Bürokratieabbau, Befreiung von Auflagen und Beseitigung von Vorschriften. Die Bauern wollen selbst entscheiden wie sie mit ihrer Mitwelt umgehen! Vorrang haben bei Ruckwied & Co. ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen "der Betriebe"! 

Kein Wort von Ruckwied über eine  Mit-Verantwortung seiner Branche für den Klimawandel. Keine Einsicht in die Notwendigkeit auch nur zu kleinen Veränderungen!  Man will zwar Ersatz für die Verluste durch den Klimawandel. Aber selbst zu einer Verbesserung beitragen will man nicht. Jeder Vorschlag wird reflexartig abgeblockt:

Etwa eine Deckelung bei den Subventionen einführen und dafür die kleinen Betriebe mehr unterstützen? Das geht auf keinen Fall! Da würde Ruckwied ja gegen seine eigenen Interessen handeln! Und die vom  Bauernsterben bedrohten Kleinbauern klatschen ihren eigenen Henkern im DBV noch frenetisch Beifall! Das mag verstehen wer will! Statt mit Traktoren in den Städten die eigenen Kunden zu verärgern sollten sie sich eher gegen die Nutznießer in den eigenen Reihen zur Wehr setzen.

Bauern sollen stärker unterstützt werden auf dem Rückweg zu nachhaltiger Bewirtschaftung! Die Steuerbefreiung für Agrardiesel und für landwirtschaftliche Fahrzeuge war jedoch ein Beispiel für die völlig falsche Richtung! Stattdessen wäre eine stärkere Förderung von energiesparenden Konzepten, Kooperationen, von bäuerlichen Strukturen,, geringeren Tierbesatz, Agroforstwirtschaft wesentlich zielführender! Doch das will man nicht! Man will aber entschädigt werden für Schäden die man selbst mit verursacht hat!

Solange sich der Berufsstand mehrheitlich jeglicher Nachhaltigkeits-Diskussion verweigert solange muss auch nicht über Ersatz für Ernte-Ausfälle etc. aus der Staatskasse gesprochen werden!

Alle Welt redet vom Klimawandel.....
15.08.2026

.....in der selbsternannten Öko-Hauptstadt Freiburg und Umgebung wird so getan als wenn der uns alle nichts anginge! Da jubelt die Regionalzeitung "Badische Zeitung" im Verein mit dem Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn in den höchsten Tönen über eine Veranstaltung die jeglichen Bemühungen um Nachhaltigkeit und Klimaschutz zuwider läuft. 

https://www.badische-zeitung.de/schauinsland-klassik-2026-augenschmaus-auf-vier-raedern

Da treffen sich 240 sicherlich gut betuchte Oldtimer-Freaks mit ihren 120 Fahrzeugen und jagen ihre Dreckschleudern tagelang 500 km quer durch die Region. Auch Horben wurde kurz hintereinander zweimal durchfahren. Mehrere der "Sportler" logierten in der "Luisenhöhe". So kamen die Anwohner zusätzlich mehrfach in den Genuss von Lärm, Gestank und Abgasen

Dass diese Klientel sich nur ausnahmsweise an das dort geltende "Tempo-30" hält sieht, hört und riecht jeder der an dieser Straße wohnt und sich dort bewegen muss. Die Luisenhöhe scheint zu einem Hotspot für klima- und umwelt-ignorante Raser zu werden. Wer die Gemeindeverbindungsstraße ins Hexental befahren muss weiß wovon ich rede! Offenbar gehört diese Strecke durch diese idyllische Talaue zur bevorzugten Rennstrecke hochmotorisierter Naturfreunde.

Die Badische Zeitung schwelgt in den höchsten Tönen über diesen ewiggestrigen Event "Schauinsland-Klassik". Kein Wort zu den Abgaswerten dieser vorsintflutlichen Motoren. Nichts zu Lärm, Gestank und Gefahr die völlig sinnbefreit in die Ferienregion getragen werden. Die zunehmende Belästigung der Anwohner wird gar nicht zur Kenntnis genommen. Was jucken ein paar Tonnen Co²-Belastung mehr oder weniger wenn es um Spass und Klamauk geht? Und OB Horn klatscht frenetischen Beifall dazu!

Zu dem BZ-Bericht sind mehrere kritische Leserbriefe eingegangen.Vor allem die beiden unten eingefügten Zuschriften will ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Durch einen Leser meines Blogs wurde ich auf diese Lesermeinungen hingewiesen: 

Wenn die vollmundigen Bekenntnisse zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz ernst gemeint wären dann müssten Motorsportveranstaltungen generell verboten werden! Angefangen von den Formel-I-Rennen bis zu den oben dargestellten Oldtimer-Veranstaltungen. Es sind nicht nur die Abgase der jeweils beteiligten Rennwagen und ihres Trosses. Es sind vor allem auch die oft von weit her angerasten Zuschauer die voller Adrenalin ihre Karren wieder heimjagen.

Es gäbe soviele Stellschrauben an denen man drehen könnte um die Klimabelastung zu reduzieren! Ohne dass es der Mehrheit wirklich weh würde. Wer hätte schon die Schauinsklassik vermisst wenn sie vom ADAC und von den profitierenden Geschäftemachern nicht hochgejazzt worden wäre? Wer würde wirklich unter einem Tempo-130-Limit leiden? Wer wäre wirklich benachteiligt wenn das Flugbenzin angemessen besteuert würde? 

Dagegen leiden wir ausweglos unter den Klimawandelfolgen. Vorerst nur unter der Hitze, unter den ausgetrockneten Flüssen, unter den Waldbränden oder unter den Ernteausfällen. Sehr bald werden wir unter  noch ganz anderen Unannehmlichkeiten zu leiden haben. Aber Hauptsache ist doch dass wir einen "Rolls Royce Phantom III, Baujahr 1937" und andere Stinker in Freiburg und Umgebung bejubeln und bestaunen durften! 

Fremdversorgung oder Selbstversorgung?
14.08.2026

Vor zwei Tagen sprach ich auf meiner Waldgartenseite das Thema "Selbstversorgung" an. Dort machte ich deutlich dass ich mit diesem Begriff weit mehr verbinde als nur Selbstversorgung mit Lebensmitteln. Der Begriff steht für mich für den weitgehenden Ersatz käuflicher Produkte und Leistungen durch Eigenarbeit. Auch den Verzicht auf Dinge die ich nicht unbedingt brauche wenn ich sie mir mit vertretbaren Aufwand nicht leisten kann.

Erstaunlicherweise sind die von mir erwarteten negativen Reaktionen auf meinen Post weitgehend ausgeblieben! Vereinzeltes digitales Vogelzeigen zwar. Die bei diesem Thema üblichen Schmähungen blieben jedoch weit unter dem was solche Aussagen in der Regel hervorrufen. Die Zahl der Zustimmenden war deutlich höher. Das ermutigt mich hier meine Sichtweise noch weiter zu vertiefen:

In meiner Kinderzeit war der Selbstversorgungsgrad in den Familien deutlich höher als heute. So gut wie jeder Haushalt betrieb in irgendeiner Form noch Landwirtschaft. Zumindest bewirtschaftete man einen Hausgarten und erzeugte Obst und Gemüse selbst. In vielen Familien wurden dazu Kaninchen, Hühner, Schweine und/oder Ziegen gehalten. Der Großteil der benötigten Grundnahrungsmittel wurde durch die Familie erwirtschaftet.

Im Haushalt wurde selbst gekocht, gebacken, von Hand gewaschen, genäht, gebügelt, gestopft, gestrickt, gehäkelt.... Die ältere Generation wurde zuhause versorgt, die Älteren halfen bei der Kinderbetreuung und im Haushalt mit.  Die Männer reparierten nach Feierabend  zerbrochene und defekte Gegenstände, stellten Werkzeuge und Geräte selbst her, machten Brennholz für den Winter und versorgten Garten und Nutztiere.

Das alles machte Mühe und Arbeit und bedeutete den weitgehenden Verzicht auf Freizeit. Ich sage nicht dass das Leben damals besser, schöner, einfacher war als heute. Im Gegenteil. Doch der Bedarf an Geld und externem Einkommen war deutlich geringer. Der Rückgang oder gar der Verlust einer gut bezahlten Tätigkeit  war nicht so eng mit sozialem Abstieg verbunden. Mit den meisten Basics konnte man sich auch ohne Bargeld  "selbst versorgen!" Ein fleißiger Bauarbeiter, Holzmacher oder Handwerker fand immer Lohn und Brot. Notfalls zeitweise als Taglöhner bei der Gemeinde oder auf einem Bauernhof.

Die Zeiten haben sich geändert. Mit steigendem Wohlstand nahm auch der Umfang der Fremdversorgung zu. Die Hausgärten wurden zu Parkplätzen umgestaltet. Kaum jemand hält sich heute noch Kleintiere. Die Lebensmittel kauft man bequem beim Discounter. Nach Feierabend verwirklicht man sich selbst, man joggt und trifft sich mit Freunden. Man fährt in Urlaub und bildet sich weiter. Geputzt wird durch die Zugehfrau. Gegessen wird in der Gaststätte, in der Kantine oder in der Mensa.

Man achtet auf den sozialen Status: Teure Haushaltsgeräte die kaum genutzt werden stehen in High-Tech-Küchen in denen keiner mehr kocht und die TV-Bildschirme sind  sind so groß wie früher eine Kino-Leinwand. In der Regel sind in den Familien mehrere Auto vorhanden. Reisen rund um die Welt. Wenn etwas kapputt ist wird es entsorgt. Die Kinder gehen in die Ganztagsschule und die Eltern sitzen im Heim.

Diese Form der Fremdversorgung kostet Geld! Nicht nur dass beide Erwachsenen heute überhaupt berufstätig sein müssen. Je umfangreicher die Fremdversorgung ist um so höher muss das Einkommen sein. Um möglichst viel zu verdienen muss man viel Zeit investieren, sich laufend fortbilden, sich spezialisieren, immer am Ball bleiben, viel riskieren. Die sprudelnde Geldquelle darf auf keinen Fall versiegen. Stress und Unsicherheit sind ständige Begleiter. Je größer die berufliche Spezialisierung ist um so größer ist die private Abhängigkeit von Geld und Einkommen.

Mir ist klar dass ein Rückbau der Fremdversorgung hin zu mehr Selbstversorgung schwierig wird. Man ist Verpflichtungen eingegangen, man muss Hyptheken und Schulden bedienen, die verwöhnten Kinder und Gatten haben Ansprüche. Und vor allem: Was werden Freunde und Nachbarn sagen wenn man eines Tages statt eines Tesla einen Dacia fährt? Wenn die Putzfrau entlassen  oder wenn man in eine kleinere Wohnung umziehen muss? 

Nicht zuletzt wurden die im Selbstversorgerhaushalt unabdingbaren  praktischen Fähigkeiten verlernt! Praktische Tätigkeit wurde schlechter bezahlt, war gesellschaftlich weniger anerkannt und von daher für den Nachwuchs nicht attraktiv. Durchschnittsschüler wurden zum Abitur und durchs Studium regelrecht getrieben. Daher sind die Büros voll und ohne Migranten gäbe es heute kaum noch Handwerker oder Pflegekräfte. Wir Deutschen sehen uns weiterhin als das Volk der Denker und Dichter. Doch ohne externe Dienstleister würden viele von uns bildlich gesprochen vor vollen Kühlschränken verhungern!

Die konsumgetriebene Fremdversorgung ist teuer und  muss mit zunehmendem Verlust an Freiheit und Selbstbesimmung und mit ständiger ökonomischer und sozialer Unsicherheit bezahlt werden. Das Hamsterrad dreht sich immer schneller. Solange bis der Hamster herunterfällt. Je höher er geklettert war um so tiefer fällt er wenn das Rad plötzlich ruckartig stehen bleibt! 

Aus meiner Sicht ist die weitgehende Fähigkeit zur Selbstversorgung ein wesentlicher Baustein der Daseinsfürsorge. Auch wenn damit vielfach der Verzicht auf beruflichen Aufstieg, auf gesellschaftlichen Status, auf Konsum und Statussymbole verbunden ist. Was ich nicht brauche muss ich nicht kaufen. Was ich nicht kaufen muss muss ich nicht bezahlen. Je weniger ich ausgebe um so unabhängiger bin ich vom Erhalt meiner externen Geldquellen. Um so freier und sorgloser kann ich leben!

Erlebnisse beim Autokauf: Barzahlung unerwünscht?
13.08.2026

Vor einigen Tagen habe ich mich ganz unverbindlich über den Kauf eines E-Autos informiert. Nicht bei meinem Standard-Händler in Ehrenkirchen. Bei größeren Anschaffungen hole ich mir generell mehrere Angebote ein. Am Ende kaufe ich dann doch meistens dort wo ich bereits bisher gut bedient wurde. Mit den Gutmännern in Ehrenkirchen bin ich nach wie vor sehr zufrieden. Aber wie gesagt: In Verkaufsgespräche auch mit meinen "Hoflieferanten" gehe ich immer gut vorbereitet.

Daher fragte ich zuerst bei einem anderen Dacia-Händler an. Mein bisheriges Auto ist zwar noch voll intakt. Acht Jahre alt, regelmäßig gewartet und erst 50.000 km auf dem Tacho. Von daher könnte dieses Auto noch gut mein restliches Autofahrer-Dasein mitgehen. Ich bin mit meinem Dacia Duster im Grunde voll zufrieden!

Wenn ich trotzdem immer mal wieder über den Kauf eines E-Autos nachdenke dann zum einen aus ökologischen Gründen. Fahrzeuge mit Verbrennermotor sehe ich als Haupt-Emittenten von Klimagasen und damit mitverantwortlich für den Klimawandel an. Zum zweiten liegt auf meinem Dach eine Photovoltaikanlage mit 24 KW. Den damit erzeugten Strom verbrauche ich nur zu einem Drittel selbst. Die Vergütung für den ins Netz eingespeisen Überschussstrom ist so mickrig dass es sich finanziell kaum lohnt. Von daher wäre es wirtschaftlich vernünftig wenn ich mehr selbsterzeugten Strom selbst verbrauchen könnte. Ein Elektro Auto würde sich aus dieser Sicht geradezu aufdrängen.

Doch es lohnt sich ökonomisch nicht! Ein vergleichbares neues E-Fahrzeug würde um die 35.000 € kosten. Für mein bisheriges Auto würde man mir 6.500 € geben. Abzüglich der Fördeung müsste ich etwa 25.000 € auf den Tisch legen. Das ist es mir nicht wert. Die Abschreibungen wären einfach zu hoch.

Auch einen ökologischen Mehrwert sähe ich nicht. Mein derzeitiges Auto wäre ja nicht weg. Ich würde es verkaufen und ein neuer Besitzer würde wohl mehr Kilometer fahren als ich in den letzten Jahren. Wahrscheinlich ginge das Fahrzeug sogar in den Export und würde dort gefahren bis es endgültig auseinander fällt. Wenn ich also das Fahrzeug austausche bleiben die Emissionen dieses Autos gleich. Auch ein neues Elektro-Auto läuft nicht völlig schadstofffrei. Dazu der zusätzliche Verbrauch von Rohstoffen. 

Ein wirklicher Umweltgewinn ergäbe sich bestenfalls wenn ich mein bisheriges Fahrzeug verschrotten würde. Das mache ich nicht und deshalb werde ich meinen Dacia Duster weiterfahren. Sollte ich ihn noch einmal acht Jahre fahren können dann wäre er erst um die 100.000 km gelaufen. Ich wäre dann 84 Jahre alt. Irgendwann wird es dann wohl auch mal gut sein!

Jetzt wird der Einwand kommen dass der Besitz eines neuen Fahrzeuges auch immaterielle Werte mit sich bringt. Ein völlig neues Fahrgefühl. Tollere Fahrerlebnisse, Höherer Status in den Augen meines Umfeldes und viele Dinge mehr. Das alles kann meine Minimalisten-Seele nicht beeindrucken! Ich brauche ein Auto das mich zuverlässig dorthin bringt wo ich hin muss oder will. Dort wo ich mit meinem alten  Dacia nicht hinkomme da muss ich auch nicht hin!

Etwas nachdenklich wurde ich als mich der hoffnungsvolle Verkäufer fragte wie ich das Fahrzeug finanzieren wolle. Er habe da ein unschlagbares Leasing-Angebot der Renault-Bank. Als ich erklärte dass ich keine Finanzierung benötige schien es mir so als wäre er sauer. Er versuchte mir mit allen Mitteln sein Leasing-Angebot schmackhaft zu machen. Ich hatte durchaus den Eindruck dass er mir ein neues Auto gegen Barzahlung gar nicht geben wollte. Wahrscheinlich verdient er an der Vermittlung eines Kredites oder Leasingvertrages noch einmal mit. 

Das Prozedere  ist jetzt eine Woche her. Das erbetene schriftliche Angebot ist bisher nicht eingegangen. Fast scheint es so dass die von mir gewünschte Barzahlung in dem Autohaus als Ausschlusskriterium gilt!!! 

Was ist das für eine Welt in der alles über Kredite finanziert wird? Wenn Sparsamkeit nicht mehr als Tugend gilt? Wer wundert sich dass soviele Menschen überschuldet sind? Schulden bedeuten Abhängigkeit von Einkommen. Je höher ich verschuldet bin um so abhängiger bin ich von sicheren möglichst hohen Einnahmen. Wenn der Arbeitgeber den Daumen senkt dann reagiert bald darauf auch der Banker. Auf dieses Spiel möchte ich mich nicht mehr einlassen. 

Wirklich frei ist nur der der keine Schulden hat! Mit solchen Gedanken beschäftige ich mich derzeit unablässig, Vor allem weil ich die unbedingte Notwendigkeit zu einer kollektiv veränderten Lebens- und Wirtschaftsweise sehe. Leute mit Schulden können gar nicht reduzieren. Sie sind dem Zins/ Zinseszins-System hilflos ausgeliefert! Dazu später mehr!

Wir alle haben es gewusst!
08.08.2026

Zu meinem gestrigen Beitrag kommt der Hinweis dass nicht allein Politik und Wirtschaft am menschengemachten Klimawandel schuld sind. Wir alle hätten es gewusst! Wir alle hätten die immer eindringlicheren Warnungen der Wissenschaft gehört und mehrheitlich trotzdem so weiter gemacht wie bisher. Wir hätten uns selbst an den Punkt gebracht an dem wir jetzt sind! 

Dieser Einwand ist berechtigt! Jede demokratisch verfasste Gesellschaft hat die Politik und die Politiker die sie selbst gewählt hat. Ein Politiker oder eine Partei die uns Einschränkungen in unserer in Teilen dekadenten Lebensweise vorgeschrieben hätte wäre niemals gewählt worden. 

Diese Erfahrung musste bereits vor 60 Jahren der bis dahin gefeierte Wirtschaftswunder-Macher Ludwig Erhard machen: Als er auf einmal von "Maßhalten" und "Gürtel enger schnallen" sprach war er ganz schnell weg vom Fenster. Auch die gemessen an der Notwendigkeit eher noch zu defensiven Grünen sind für ihr Eintreten für wirksamen Klimaschutz schmerzhaft abgestraft worden. Die Menschen haben mehrheitlich immer denen geglaubt die ihnen noch mehr Wohlstand durch noch mehr Konsum mittels noch mehr Raubbau an den Ressourcen versprochen haben. Von daher müssen wir uns alle selbst an die eigene Nase fassen!

Als ein Beispiel mag das Thema Tempo-Limit dienen: Eine im Grunde sehr milde Einschränkung der "persönlichen Freiheit"! Eine solche Maßnahme brächte sofort eine signifikante Reduzierung der schädlichen Klimagase und als Nebeneffekt weniger Verkehrstote, weniger Schwerverletzte und damit geringere Behandlungs- und Rehakosten. Sobald von irgendeiner Seite dieser Vorschlag gemacht wird erhebt sich ein Riesengeschrei. Die Mehrheit will rasen so schnell sie kann!

Das gleiche Geschrei erhebt sich wenn auf die exorbitant klimaschädliche Vielfliegerei oder auf Kreuzfahrtschiffe hingewiesen wird. Oder den Aufstand der Landwirte wenn man Massentierhaltung, Monokulturen, Pestizide, Pafs, Nitrat im Grundwasser, Überdüngung, Minimierung der Artenvielfalt, Verdichtung der Böden durch Übertechnisierung, überhöhten Kraftfuttereinsatz, dadurch die Verantwortung für die Abholzung des Regenwaldes anspricht. 

Die Menschen wollen mehrheitlch (billiges!) Fleisch essen soviel sie wollen. Sie wollen auch Kurzstrecken mit dem Auto zurücklegen, keine Fahrgemeinschaften bilden, sie wollen nicht flächensparend bauen und wohnen, nicht effizient heizen, keine Energie sparen. Sie wollen keine Verbote, keine Vorschriften und keine Einschränkungen. Sie wollen immer so weitermachen wie bisher.

Jetzt ist der Moment gekommen an dem wir die Folgen unseres Egoismus und unserer Kurzsichtigkeit zu spüren bekommen:

Zum einen den Klimawandel mit Hitzewellen in immer schnellerer Folge. Mit den Folgen Wassermangel, Artenschwund, Gletscherschmelze, Hitzetoten, neue Krankheiten, invasive Schädlinge. Dadurch höhere Kosten für Energie, Ernährung, Gesundheit, Klimaschutz. Eine Spirale die sich künftig zunehmend schneller drehen wird.

Dazu der wirtschaftliche Niedergang: Arbeitsplatzabbau, Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer, Sozialabbau im großen Stil. Schulden, Anstieg der Insolvenzen, Inflation, demografische Schieflage, falscher Umgang mit Migration. Die Politker die wir gewählt haben erweisen sich als inkompetent und in Teilen korrupt. Diejenigen die sie ablösen wollen  und uns das Blaue vom Himmel versprechen sind mehrheitlich noch unfähiger und noch korrupter. Die nachwachsende Generation ist durch mangelhafte Erziehung, falsche Bildung, schlechtes Beispiel der Elterngeneration nicht mehr in der Lage die notwendige Wende herbeizuführen.

Das ist die Situation in Deutschland wie ich sie sehe. Verschärft durch weltweite brutale Kriege, den Niedergang der USA, die Gier und den asozialen Egoismus der Reichen und Mächtigen, die zunehmende Migration: Wir stehen mitten in einer Entwicklung die unweigerlich im Chaos enden muss! 

Nennen Sie es übertriebene Schwarzseherei oder wie immer sie meine Haltung bewerten wollen. Wenn Sie begründete Hoffnung haben dass es anders und besser kommt: Immer her damit! Niemand wäre mehr froh als ich! 

Haben die das nicht gewusst?
08.07.2026

Seit über 60 Jahren wird vor den Folgen des bevorstehenden Klimawandels gewarnt. Seit dreißig Jahren gibt es kaum noch einen seriösen Wissenschaftler der den menschengemachten Klimawandel bestreitet. Selbst die Dummköpfe an den Stammtischen und in den Sozialen Medien werden leise: Selbst sie haben inzwischen begriffen dass die Menschheit am Vorabend der Apokalypse steht Jedenfalls hat das Gelaber der Klimawandel-Ignoranten im Netz in den letzten Tagen deutlich nachgelassen.

Im TV ständig die Bilder der ausgetrockneten Flüsse. Schiffs-Transporte sind kaum noch möglich. Der Transport von Massengütern (Baustoffe, Getreide, Mineralöl, chemische Produkte, etc.) verzögert sich, die Lieferketten sind unterbrochen, Der Transport solcher Güter mit LKW auf der Straße ist nur sehr eingeschränkt möglich. Durch das wochenlange Niedrigwasser verteuern sich Benzin, Heizöl, Baustoffe, Lebensmittel auf Monate und Jahre hinaus erheblich.

Genau so schlimm sind für mich die Bilder aus der Natur. Brennende Wälder, abgestorbene Bäume und Sträucher, vertrocknete Feldfrüchte und versteppte Wiesen überall. Die Landwirtschaft wird erhebliche Einbußen erleiden. Vertrocknete Früchte sind unverkäuflich. Den Nutztierhaltern mangelt es an Futter für den Winter. Einzelne Rinder-Halter beginnen bereits vorzeitig mit dem Verkauf von Schlachtvieh. Die Erzeugerpreise werden ins Bodenlose fallen Im kommenden Frühjahr fehlt dann der Nachwuchs. Der Bauer der jetzt nicht fest im Sattel sitzt wird alle Mühe haben überhaupt ins nächste Jahr zu kommen!

Heute in den Regionalmeldungen die Nachricht dass den Gemeinden in höheren Lagen das Trinkwasser ausgeht. Auch bei uns in Horben werden bald die Tankwagen mit Wasser rollen. Ich frage mich was die Bewohner der Außenbezirke machen: Viele Anwesen und Bauernhöfe sind nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Sie haben eigene Brunnstuben die teilweise in früheren Jahren bereits notleidend waren. In anderen Berggemeinden ist es nicht anders. 

Das waren nur Auszüge aus einer weit größeren Vielzahl von Problemen. Dass an der Schweizer Grenze vier Kernkraftwerke abgeschaltet werden mussten, dass Fische verenden weil kein Wasser mehr da ist oder weil das Wasser zu warm wird oder dass es bereits 10.000 Hitzetote zu beklagen gibt: Ich könnte noch lange so weiter machen! 

Dass im Rhein überhaupt noch etwas Wasser fließt dann deshalb, weil in den Alpen die Gletscher abschmelzen. Eine Katastrophe für sich! Das Schmelzwasser speist die Zuflüsse und den Bodensee. In wenigen Jahrzehnten werden auch die höchsten Alpengipfel dauerhaft eisfrei sein! Wo kommt dann das Wasser her? Haben Sie oder hat einer der Politiker dazu eine Idee?

Wie gesagt: Wir wissen seit Jahrzehnten dass es so kommen wird! Die Warnungen der Wissenschaft wurden immer eindringlicher! Die Wirtschaftsbosse wussten es, die Banker wussten es und die Politiker wussten es auch. Jeder einzelne von uns wusste es. Wir wussten dass wir unsere Lebensstile verändern müssen, dass wir sparsamer mit endlichen Ressourcen umgehen müssen, dass wir weniger Klimagase ausstoßen und weniger Abfälle in die Weltmeere kippen dürfen. Wir wussten genau was geschehen wird wenn wir die Warnungen der Wissenschaft in den Wind schlagen!Man hat es uns jeden Tag deutlich gesagt!

Wir haben mehrheitlich nicht darauf gehört! Diejenigen die der Katastrophe gegensteuern wollten wurden durch die Lobbyisten der Profiteure mundtot gemacht! Wie ist das politische Großmaul Markus Söder mit einem Robert Habeck umgesprungen? Wie wurden Greta Thunberg oder Luisa Neubauer lächerlich gemacht! Die Klimakleber wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt während auch die größten Umweltsäue aus der Industrie noch hofiert wurden!

Hat zum Beispiel Friedrich Merz nicht gewusst was auf uns zukommt? Hat er nicht zugehört oder hat er den Wissenschaftlern einfach nicht geglaubt? Oder haben er und seinesgleichen gegen besseres Wissen gehandelt? Warum stellt ihm niemand vor laufender Kamera diese Frage? Warum tun Leute wie Merz, Reiche & Co. immer noch so als gäbe es den Klimawandel nicht? Statt wenigstens jetzt ernsthaft umzuschalten verwässern sie das bißchen was unter Habeck erreicht wurde immer mehr. 

Ob es wohl eine Instanz geben wird die diejenigen, die diese Welt gegen besseres Wissen vorsätzlich zugrunde richten irgendwann zur Rechenschaft zieht? Das Strafmaß könnte hier aus meiner Sicht gar nicht hoch genug sein!

Klimaschutz vernichtet Wirtschaft und Wohlstand?
03.08.2026

In einem meiner letzten Beiträge zitierte ich die TaZ-Wirtschafskorrespondentin Ulrike Hermann ("Das Ende des Kapitalismus"). Sie ist überzeugt dass die Menschheit nur überleben kann wenn sie ihre Treibhausgas-Emissionen soweit senkt dass sie auf natürlichem Wege wieder abgebaut werden können. Dazu muss die deutsche Wirtschaftsleistung um 30% schrumpfen. Das würde bedeuten dass wir Deutschen unseren Lebensstil etwa auf das Niveau von 1975 absenken müssten.

Diese Aussage wurde im Netz wie gewohnt mehrheitlich als totaler Unsinn bezeichnet. Dann ginge unsere Wirtschaft zugrunde, unser Wohlstand würde zerstört, Arbeitsplätze gingen verloren. Wir alle müssten "zurück in die Höhlen!" So und noch Schlimmeres wurde in den Kommentaren behauptet.

Offenbar haben die meisten Menschen den Ernst der Lage noch nicht begriffen! Wenn wir Menschen nicht bald zu nachhaltigen Lebensstilen innerhalb der ökologischen Grenzen zurückfinden werden wir die Klimawandelfolgen nicht überleben! Mein heutiger Wohlstand nützt mir dann so oder so nichts mehr! Das wird von zu vielen Menschen einfach nicht zur Kenntnis genommen! 

Dass es bei einem "Weiter so wie bisher" so weit kommen wird sage nicht ich und das sagt nicht die Autorin Ulrike Hermann: Darüber herrscht bei 99% der seiösen Wissenschaft absolute Übereinstimmung! Nicht erst seit gestern: Seit über 50 Jahren! Für mich ist völlig unverständlich wie man darüber überhaupt noch geteilter Meinung sein kann! Diskutieren kann man allenfalls über den Weg. Das Ziel ist aus meiner Sich absolut alternativlos!

Eine Reduzierung der Wirtschaftsleistung und des Konsums auf das Niveau von 1975: Wäre das tatsächlich so eine Katastrophe? Ich bin im Jahre 1950 geboren und habe die Zeit des "Wirtschaftswunders" selbst von Anfang bis heute hautnah miterlebt. In die 50er-Jahre möchte auch ich nicht mehr gerne zurück. Ich weiß was Armut bedeutet und wenn ich das künftig vermeiden kann dann habe ich wirklich nichts dagegen.

Doch 1975 hatten sich die meisten Bundesbürger weitgehend freigeschwommen: Die Wohnungsnot war zum großen Teil beseitigt. Die Wohnungen waren im Vergleich zu heute kleiner und weniger komfortabel. Fast alle hatten Arbeit und Einkommen. Die meisten Familien verfügten über ein Auto. Zwar meist nur Käfer, Golf oder Kadett mit 50 PS. Die Menschen waren damit mobil, sie konnten auch bereits in Urlaub fahren. Eine Woche nach Italien oder Österreich war bei den meisten drin. Einmal in der Woche Essengehen: Nicht ins Sterne-Lokal. In die Kneipe ums Eck mit einem Wurstsalat oder wenns hoch kam zum Schnitzel mit Brot.

Der Nachwuchs hatte Zugang zur Ausbildung: Mehrheitlich im Handwerk, auf der Höheren Handelsschule oder der Realschule. Einige Privilegierte besuchten das Gymnasium, machten Abitur und studierten. Doch die Statik der Pyramide stimmte noch. Der bürokratische Wasserkopf entwickelte sichb erst später. Nicht wenige Familien konnten damals ein Eigenheim bauen. Oft in Eigenleistung nach Feierabend. In den Haushalten gab es bereits Fernsehen, Waschmaschine, Kühlschrank, Kühltruhe. Zur Familie gehörten damals noch drei Generationen. Oma und Opa brachten sich bei der Kinderbetreuung ein. Dafür wurden sie bis fast zuletzt in der Familie versorgt und betreut.

Was es noch nicht gab war der unsägliche Überfluss der uns heute umgibt. Heute leben selbst die sogenannten Armen besser als früher die Reichen. Man kannte noch nicht die ungeheure Verschwendung die wir heute betreiben. Man versorgte sich so weit wie möglich selbst. Man benötigte keine Putzfrau, ältere Kleidung wurde geflickt, neue wurde genäht, gestrickt, defekte Sachen wurden wenn möglich repariert. Man benötigte nicht zu allem teure Berater. Gekocht und gegessen wurde in der Regel zuhause. 

Ich will die Zeit damals nicht übermäßig verklären. Doch die meisten hatten genug für ein gutes Leben. Ich persönlich bin von den Verhältnissen jener Zeit gar nicht so weit weg. In meinem privaten Umfeld gelte ich als beinharter Minimalist. Jedenfalls bilde ich mir ein dass für mich persönlich die Fallhöhe zu 1975 nicht unüberwindbar wäre.

 Wenn es hilft das Ganze zu stabilisieren dann mache ich da gerne weiter mit! Gemessen an der Alternative wäre ein gesichertes Niveau auf dem Stand von 1975 alles andere als eine Katastrophe!!

Mit der hausgemachten Katastrophe zurechtkommen!
30.07.2026

Die Bilder von den Waldbränden in Spanien, Portugal und Frankreich gehen mir unter die Haut! Da ich selbst unmittelbar am Rande eines zusammenhängenden Waldgebietes lebe mag ich mir gar nicht vorstellen dass ich mein Haus verlassen und irgendwo in einer Turnhalle sitzend untätig damit rechnen müsste dass jetzt gerade mein Haus in Flammen steht!

Letzte Nacht habe ich zum Thema Waldbrände intensiv recherchiert. Ich habe keine Stimme vernommen die nicht neben anderen Faktoren den Klimawandel mit Temperaturen von über 40 Grad als Ursache genannt hat. Genau so oft wurde auf die heute übliche Form der Wald-Bewirtschaftung verwiesen. Heutige Wälder sind ökologisch nicht nachhaltige reine Monokulturen. 

In der Regel wird nur eine einzige Baumart auf zuvor vorbereitete Flächen gepflanzt. Alle Bäume sind dann gleich alt und ihr Leben lang gleich hoch. Alle stehen exakt ausgerichtet in Reih und Glied. Sind die Bäume ausgewachsen werden alle auf einen Streich gleichzeitig entnommen. Dadurch wird ein Maximum an Wirtschaftlichkeit erreicht. 

Danach werden neue Bäume gepflanzt. Mit zunehmendem Alter verdrängen sie andere Arten. Das Licht erreicht den Waldboden Jahrzehntelang nicht mehr. Von Artenvielfalt in Wirtschaftswäldern kann heutzutage keine Rede mehr sein.

Von den Balkonen unseres Hauses blicken wir direkt auf den überwiegend mit Fichten und Tannen bewaldeten Nordausläufer des Schauinslandes. Eine reine Monokultur in der oben beschriebenen Weise. Ohne Fernglas kann ich erkennen wie dieser Wald unter der Trockenheit leidet. Durchsichtige Kronen, einzelne Bäume sind bereits tot. Der Borkenkäfer hat ebenfalls sichtbare Spuren hinterlassen. Das herabfallende Totholz wird trocken. Darin kann sich leicht ein Waldbrand schnell entwickeln. Sollte es soweit kommen dann kann ich nur hoffen dass die Flammen im schmalen Bohrertal gestoppt werden können. 

Die Feuerwehren haben auch deshalb Probleme weil die zusammenhängenden Waldflächen zu groß sind und die Bäume darin zu dicht stehen. In früheren Zeiten war die heutige Nadelwald-Monokultur ein Mischwald mit überwiegend Eichen und Buchen. Dazwischen lagen Lichtungen. und Wiesen. Auf denen könnten Feuer zum Stillstand gebracht werden. Niedrige und hohe Bäume wechselten sich mit Büschen, Sträuchern und feuchten Kraut- und Gräserschichten ab. Herabfallendes Totholz speicherte so die Feuchtigkeit und bot Lebensarum für Pflanzen und Tiere. Heute ist das einst sich selbst erhaltende Ökosystem Wald nur noch eine ökologische Brache!

Die Waldfläche am Schauinsland war infrüherer Zeitauch kein zusammenhängendes Forstgebiet. Auf dem Horben gegenüberliegenden Abhang wurden bis Anfang des 19. Jahrhunderts zwei Bauernhöf bewirtschaftet, Durch die damals übliche Waldweide gab es weitere freie Flächen. Rinder, Ziegen, Schafe und Schweine schufen Lichtungen auf denen sich neue Ökosysteme entwickeln konnten.  

Die Förster sind sich heute einig dass der Klimawandel einen Wald-Umbau erzwingen wird. Weg von den dunklen Monokulturen hin zu trockenheits- und klimaresistenteren Laub-Mischwäldern. Bis sich jedoch nennenswerte positive Auswirkungen zeigen werden 200 Jahre vergehen. Bis dahin muss die Menschheit mit der durch sie selbst verursachten Katastrophe zurecht kommen.

Wachstum oder Klimaschutz? Beides zusammen geht nicht!
25.07.2026

Zur Zeit lese ich gerade ein Buch der Taz-Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Hermann mit dem Titel "Das Ende des Kapitalismus". Das Buch stand 2022 auf Platz 1 der "Spiegel"-Bestsellerliste. Die Autorin stellt fest dass Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind. Die Menschheit kann nur überleben wenn sie höchstens soviele Treibhausgase emittiert als auf natürlichem Wege wieder abgebaut werden. Wir müssen es also zeitnah schaffen zumindest Klima-Neutralität herzustellen.!

Um Klima-Neutralität zu erreichen müsste die deutsche Wirtschaft um 30% schrumpfen. Statt des immer noch probagierten  und angestrebten Wirtschaftswachstum eine um 30% verringerte Produktion. Dadurch weniger Verbrauch, weniger Konsum, weniger klimaschädliche Emissionen und weniger Abfälle. 

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Die Frage ist nur wie diese Vorgabe umgesetzt werden kann. Ein Rückgang des Wirtschaftswachstums um 30% würde den Menschen in vielerlei Hinsicht Beschränkungen auferlegen: Geringere Einkommen, abgesenkter Wohlstand und in vielen Bereichen eine Verknappung von Gütern.

Das wird die Mehrheit nicht freiwillig mittragen. Eine Partei, die Beschränkungen ankündigt und Verzicht einfordert wäre politisch erledigt. Das spüren derzeit am heftigsten die Grünen. Sie werden verbreitet als "Verbots-Partei"  wahrgenommen und als solche diffamiert. Dabei sagen sie die Wahrheit und sprechen die Realität an: Bei einem "Weiter so wie bisher" hat die Menschheit auf diesem Planeten keine Überlebenschance! Der Preis unseres derzeitigen Wohlstandes ist die Zerstörung der Welt!

Die meisten Forderungen anderer Parteien beinhalten nur das was ihnen Wählerstimmen einbringt. Die Menschen wählen mehrheitlich diejenigen Politiker die ihnen Mehrung ihres Wohlstandes verheißen. Dass sie sich dadurch die eigene Existenz-Grundlage entziehen wollen die meisten der Wählenden nicht wahrhaben! 

Wirksamer Klimaschutz funktioniert in einer Demokratie nicht! Das zeigt sich gerade derzeit immer deutlicher. Die Warnungen der Wissenschaft werden weitgehend ignoriert. Um diese Welt zu retten bedarf es einer Instanz die das anordnet und organisiert was zur Rettung nötig ist! Völlig losgelöst von einem im Zweifel populistisch manipulierten Mehrheitswillen! Zufällig zustande gekommene Wahlergebnisse dürfen die Existenz-Frage der Menschheit nicht entscheiden!

Die Aufgabe einer solchen autokratischen Struktur wäre Rationierung und Zuteilung der nach der Schrumpfung noch verfügbaren Güter. Produziert würde nicht mehr was sich am besten verkaufen lässt oder was den höchsten Gewinn abwirft. Die Produktion würde sich nicht allein am Bedarf ausrichten. Allein das Deutschland zustehende Kontingent an Klimagas-Emissionen wäre die Richtschnur für die Wirtschaftsleistung. Die Menschen müssten mit dem auskommen was zur Verfügung steht!

Diese Instanz müsste festlegen wie das Vorhandene verteilt wird. Um zu verhindern dass sich die Reichen zuviel aneignen und die Armen leer ausgehen müssten knappe Güter rationiert werden. Ähnlich wie nach dem Zweiten Weltkrieg müssten Bezugsscheine pro Person ausgegeben und Höchstpreise festgelegt werden.  

Dass es so weit kommt können sich die meisten Menschen heute nicht vorstellen. Sie würden rebellieren und verstärkt Populisten wählen. Nennen Sie es Diktatur oder Planwirtschaft oder wie Sie wollen: Nur so wird es gehen! Bereits heute stehen wir im Bereich Wasser vor einer Situation die diese Vorgehensweise sehr bald erzwingen wird:

Die Erderwärmung ist weit fortgeschritten, dass Wasser wird knapp. Bereits im Jahr 2018 war die Lage schwierig. Jetzt im Jahr 2026 rollt bereits die zweite Hitzewelle. Dabei haben wir erst Ende Juli. Bis Ende August könnte es durchaus eine dritte Welle geben. Die Wissenschaft kündigt künftig weitere Dürrezeiten in immer schnellerer Folge an.

Die Meere erwärmen sich, die Gletscher schmelzen, die Flüße trocknen aus. In manchen Regionen ist das Trinkwasser bereits knapp. Die Grundwasserspiegel sinken. Quellen versiegen. Bestimmte Aktivitäten werden bereits vielerorts untersagt Im Kreis Straußberg wurde der Wasserverbauch bereits auf 108 Liter/Kopf begrenzt. Der Durchschnittsverbrauch lag bisher bei 128 Liter.

Jetzt frage ich diejenigen die sich beim Lesen bereits wieder an den Kopf langen: Wie soll verfügbares Wasser verteilt werden? Wie wird priorisiert? Wer kommt zuerst dran: Die Trinkwasserversorgung der Menschen? Die Landwirtschaft? Die Industrie?  Sollen zum Beispiel Freibäder geschlossen werden? Den Touristen das Duschen verbieten? Kraftwerke wegen fehlender Kühlung abstellen? Dürfen Gärten, Äcker und Felder nicht mehr bewässert und Nutztiere nicht mehr getränkt werden? Müssen Produktionen mit hohem Wasserbedarf reduziert oder eingestellt werden? 

Welche anderen Prioritäten würden die Klima-Ignoranten wo setzen?? Wer entscheidet bei Knappheit über die Verteilung? Es ist einfach, in Zeiten des Überflusses von persönlicher Freiheit und Demokratie zu faseln! Im Ernstfall sind rechtzeitige und richtige Entscheidungen gefragt! Und die müssen heute getroffen werden! 

Alles nur grüne Ideologie und Klima-Hysterie?
24.07.2026

Die aktuelle deutsche Wirtschaftsministerin Reiche will bei der Energiewende sparen. Aus ihrer Sicht sind die Kosten für den Klimaschutz zu hoch. Die deutsche Wirtschaft würde durch die Kosten am Wachstum gehindert. Bezahlbarkeit und Klimaschutz-Erfordernisse müssten in Einklang gebracht werden. Mit anderen Worten: Sie stellt die Klimaschutz-Ziele in Frage!

Gestern abend sah ich die Sendung "Panorama" mit der Moderatorin und Publizistin Anja Reschke. In der Sendung kamen auch VertreterInnen aus Industrie und Wirtschaftzu Wort.  Dabei wurde deutlich dass Katharina Reiches Sichtweise fahrlässig und fatal ist. Der schneller als erwartet fortschreitende Klimawandel erfordere nicht weniger sondern immer höhere Investitionen in den Klimaschutz. Allein die Hitzewelle in diesem Jahr habe die Wirtschaft bisher 5 Milliarden Euro gekostet. Darin sind die indirekten und erst später spürbaren Kosten etwa für den Verlust an Artenvielfalt und durch vermindertes Wohlbefinden der Menschen noch gar nicht eingerechnet!

In der Sendung wurde einmal mehr deutlich wie hohl die meisten Sprüche von Klima-Skeptikern tatsächlich sind! Wenn behauptet wird "Grüne Ideologie" und "Klima-Hysterie" würden Wirtschaft und Wohlstand vernichten dann ist das ganz einfach falsch! Wir müssen mehr tun um die Klimawandel-Folgen auch für die Wirtschaft abzumildern!

Nach einem anderen Bericht sind die Kosten für Lebensmittel zuletzt deutlich gestiegen. Vor allem Gemüse, Obst, Kartoffeln und Salat sei sehr viel teurer geworden. Durch die Trockenheit in Süd-Europa sei die Ernte geringer ausgefallen als früher. Die Plantagen in Spanien und Italien konnten nicht im notwendigen Umfang bewässert werden. 

Auch bei uns wird über die Zukunft der Landwirtschaft vor dem Hintergrund von Hitze und Trockenheit diskutiert. Die EU hat das in der Landwirtschaft so heftig umstrittene Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten auch vor dem Hintergrund der Ernährungssicherung abgeschlossen: Der Import von Lebensmitteln aus Südamerika wird intensiviert und vereinfacht.

Wer immer noch glaubt dass bei uns alles so bleiben kann wie es bisher war befindet sich auf dem völlig falschen Dampfer. Wer selbst kosten-neutrale Maßnahmen wie etwa ein Tempolimit als Eingriff in die persönliche Freiheit ansieht wird sich wundern! Ich bin ganz sicher dass darüber in wenigen Jahren nicht mehr diskutiert wird! Dann wird angeordnet und sanktioniert. Klimaschädliche Produkte und Verhaltensweisen werden zuerst massiv verteuert und später verboten werden.

Vielleicht haben einige der Klimawandel-Leugner gestern auch noch die Bilder vom inzwischen schneefreien Matterhorn gesehen? Dort wird vom Bergsteigen abgeraten! Die bisher ganzjährig geschlossenen Schneefelder um den Gipfel sind abgeschmolzen. Die Gefahr von Steinschlag und Bergrutschen ist enorm gestiegen. Durch die geschmolzenen Gletscher in den Alpen allgemein gehen auch die Wasserstände in den Flüssen und die Grundwasser-Reserven in der Ebene zurück!

Das alles ist reine grüne Ideologie und Klimahysterie? Wer das angesichts der Situation weiter behauptet macht sich aus meiner Sicht einfach nur lächerlich! Man wird vorausschauenden Politikern wie Robert Habeck schon sehr bald viel abbitten müssen!

Ein Missverständnis? Oder will man nicht verstehen?
17.07.2026

Die Überschrift über meinen Blog-Beitrag unten rief wieder zahlreiche Kritiker auf den Plan: Hatte ich doch die Nutztierhaltung als Klima-Killer bezeichnet! Kaum stand der Beitrag im Netz kamen über Facebook und WhatsApp die ersten Proteste. Ohne Nutztiere ginge es nun mal gar nicht und Klimakiller seien Nutztiere auf gar keinen Fall!

Hier zeigt sich die Schwachstelle der sozialen Medien: Manche Menschen lesen eine Überschrift und sind sofort empört! Sie machen sich nicht die Mühe den ganzen Beitrag zu lesen und erst dann ihren Kropf zu leeren. Sich richtig zu informieren ist vielen zu mühsam. Nicht wenige wollen die Inhalte auch gar nicht verstehen. Sie wissen alles grundsätzlich besser und hauen aus Prinzip dagegen! Oft mit Argumenten die mit dem Inhalt eines Beitrages gar nichts zu tun haben.

So erging es mir wieder mit meinem Beitrag unten: Wer den Text fertig gelesen und nur ein paar Sekunden darüber nachgedacht hat musste erkennen dass ich mich nicht gegen eine ethisch und ökologisch verantwortbare Nutztierhaltung wende: Mir geht es um den zu hohen Fleischverbrauch und um die daraus resultierende Art der intensiven Nutztierhaltung. Ich wies darauf hin dass die zu hohe Anzahl von Nutztieren und der pervertierte Umgang mit ihnen erheblich zum Klimawandel beiträgt! 

Dabei will ich keineswegs alle Formen der Nutztierhaltung über einen Kamm scheren. Zwischen intensiver Massentierhaltung und einer extensiven Weidehaltung liegen himmelgroße Unterschiede. So tragen Rinder, die in angemessenem Flächenbesatz auf Wiesen und Weiden grasen zum Erhalt unserer Kulturlandschaft bei. Gerade in unserer Region im Südschwarzwald ist Landwirtschaft ohne Tierhaltung gar nicht denkbar. Weidetiere nutzen Flächen, auf denen Ackerbau gar nicht möglich wäre. Sie fördern die Artenvielfalt und liefern hochwertige Lebensmittel. 

Entscheidend ist wie Nutztiere gezüchtet, gehalten und gefüttert werden. Landschafts-angepasste Rassen, überwiegend hofeigenes Futter, artgerechte Haltung und ethisch vertretbare Zustände in den Schlachthöfen sind für mich die Kriterien die dabei unbedingt eingehalten werden müssen. Diesen Kriterien entsprechen die Bedingungen der Massen-tierhaltung eben nicht.

Die aus meiner Sicht überwiegend unethische Fleischproduktion belastet das Klima in hohem Maße. Um Tiere in der Massen-Tier-haltung in möglichst kurzer Zeit schlachtreif zu mästen werden große Mengen an Import-Futtermitteln benötigt. Für den Anbau von Soja und anderen Eiweiß-Pflanzen werden riesige Regenwald-Flächen abgeholzt. Zur Produktion von einem Kilo Rindfleisch werden 12.000 l Wasser benötigt. Die riesigen Herden emittieren große Mengen klimaschädliche Gase. Das sind massive Klima- und Umweltbelastungen und tragen daher signiffikant zum menschengemachten Klimawandel bei.

Um wieder zu tragfähigen Verhältnissen zu kommen müssen die Tierbestände bei allen Tierarten drastisch reduziert werden. Das würde mehrere Umweltprobleme bereits beseitigen. Angefangen vom Nitratproblem bei uns im Grundwasser bis zur Abholzung der Regenwälder am Amazonas. Dazu der geringere Co²-Ausstoß bei Transport und Verarbeitung und viele Probleme mehr.

Eine naturnahe Landbewirtschaftung auch mit Nutztieren würde für die Ernährung der Menschen genügend Nahrungsmittel bereitstellen. In Deutschland verzehrt im Schnitt jeder Bundesbürger im Jahr 52 kg Fleisch. Der Verbrauch in den USA liegt bei 100 kg pro Person. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält 20 Kilo pro Person für angemessen. Dieser Verbrauch würde die allgemeine Volksgesundheit deutlich verbessern.

Das ist meine Haltung zur Nutztierhaltung. Wer richtig mitgelesen hat müsste dies eigentlich verstanden haben!

Nutztierhaltung als Klima-Killer:
15.07.2026

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich war lebenslang Fleischesser und bin es immer noch. Ich bin in der Landwirtschaft aufgewachsen und da war es ganz normal dass bei fast jeder Mahlzeit in der Regel Schweinefleisch auf den Tisch kam. Geflügel gab es nur von alten Hühnern die keine Eier mehr produzierten. Gemästete Rinder wurden verkauft. Das gängige Nutztier zur Selbstversorgung war das Schwein. Ab und zu noch Kaninchen.

Zu den Neben-Mahlzeiten gab es Wurst ( Schwarzwurst, Leberwurst, Schwartenmagen) und fetten Speck. Käse gab es zwar auch aber deutlich seltener. Diese Ernährungsweise habe ich auch als Erwachsener weitergeführt. Erst im höheren Alter stellte sich das wachsende Gesundheitsbewusstsein ein. Die stetig intensivere Befassung mit Umweltthemen und der Einfluss meiner äußerst gesundheitsbewussten Frau führte bei mir zum Umdenken. 

Heute essen wir nur noch einmal in der Woche Fleisch und so gut wie keine Wurst und keinen Speck mehr. Wir sehen uns nicht als Vegetarierer und haben auch nicht vor welche zu werden. Wir essen Eier und Milchprodukte, sehr maßvoll gutes Fleisch aus ökologischer Erzeugung. Das können wir vor uns selbst ethisch durchaus verantworten.

Neben dem Gesundheitsaspekt und den massiven Umweltbelastungen durch die intensive Nutztierhaltung geht mir auch der Umgang mit Tieren absolut gegen den Strich! Das beginnt beim Thema Hähnchenschreddern und Schwänze-Koupieren,  geht weiter über den Umgang mit männlichen Kälbern und den Tiertransporten und hört bei den Zuständen in den Schlachthäusern nicht auf.

Dazu der voranschreitende Artenschwund durch den Tierfutter-Anbau mit Abholzung von Regenwald und Trockenlegung von Mooren. Auch züchterische und gentechnische Manipulationen, Enthornung von Rindern und andere Haltungsformen sind mir suspekt. Hier hat aus meiner Sicht zu vieles mit menschlichem Denken und Fühlen nichts mehr zu tun!

Im Zuge meiner vertieften Befassung mit ökologischen Themen wird mir zunehmend bewusst dass die Nutztierhaltung und der überhöhte Fleischgenuss ein massives Umwelt- und Klima-Problem darstellen. In den letzten 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion vervierfacht. Die Folgen reichen von Klimawandel über Artensterben bis hin zu Hunger und Wasserknappheit. 

Hier in Deutschland wurden Im November 2025 10,4 Millionen Rinder, 21,5 Millionen Schweine und 1,5 Millionen Schafe gehalten. Der Bestand von Geflügel lag im Jahr 2023 bei 167 Millionen Tieren. Dazu kommen Einhufer wie Pferde, Esel und Maultiere. Auch sie tragen zum Klimawandel und zum Artenschwund bei.

Jede/r Deutsche verbraucht durchschnittlich 52 Kilogramm Fleisch jährlich. Dreimal so viel wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird. Mehr Fleisch, als die Erde verträgt und mehr Fleisch, als es für unsere Gesundheit förderlich ist. 

Das Thema Nutztierhaltung und Ernährung wird künftig in meinem Blog deutlich breiteren Raum einnehmen!

 

Klimawandel-Anpassung ist eine soziale Frage!
11.07.2026

Die nächste Hitzewelle steht bevor. Für die nächsten Tage sind bei uns im Südwesten wieder Temperaturen nahe an 40 Grad angesagt. Die Medien berichten von Hitze-Opfern und hoher Übersterblichkeit. Die Dürre ist draußen in der Natur auf Schritt und Tritt sichtbar. Man kann erkennen wie die Pflanzen unter den hohen Temperaturen stöhnen und nach Wasser lechzen!

Wie soll man sich als Mensch vor den Hitzewellen schützen? Die Hinweise sind meist wohlfeil: Im Schatten bleiben, durchlüften, viel Wasser trinken, körperlichen Anstrengungen vermeiden, Ventilatoren oder Klimaanlagen installieren. Auf die Ernährung achten. Halt alles was Großmutter immer schon wusste!

Doch nicht alle Menschen können den Gefahren so ohne weiteres ausweichen. Die Belastungen sind ungleich verteilt. Das beginnt bei der Wohn-Situation. Wer in einer nicht isolierten Altbau-Wohnung an einer vielbefahrenen Straße zwischen Beton und Pflaster wohnt leidet mehr als jemand der in grüner Halb-Höhenlage am Waldrand zuhause ist. 

Menschen mit schlechter Wohnsituation können meist nicht einfach umziehen. Erstens gibt es nicht soviel Wohnraum als dass man die Auswahl hätte. Zum andern müssen bei bezahlbarem Wohnraum meist Abstriche bei Standards und an der Wohngegend akzeptiert werden. Nicht jeder kann sich eine klimatisierte Wohnung auf dem Freiburger Lorettoberg leisten.

Bestimmte Berufsgruppen können nur bedingt ausweichen. Wer auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeitet ist der Hitze mehr ausgesetzt als Menschen in klimatisierten Büros. Sie sind auch höherer körperlicher Belastung ausgesetzt. 

Viele dieser Berufe bewegen sich in niedrigen Lohngruppen. Menschen mit besser bezahlten Büro-Jobs haben größere Ausweich- und Schutzmöglichkeiten. Die körperliche Arbeitsbelastung ist geringer und die Arbeitsbedingungen können einfacher angepasst werden. Zum Beispiel durch Rückzug ins Home-Office oder durch flexible Arbeitszeiten.

Mit fortschreitender Erd-Erwärmung treten die sozialen Unterschiede zunehmend in den Vordergrund. Ein höherer Bildungsgrad ermöglicht in aller Regel ein höheres Einkommen und gesündere Arbeitsbedingungen. Gut verdienende Menschen mit Abitur und Studium verdingen sich selten beim Straßenbau oder bei der Müllabfuhr!

Höher Gebildete sind meist besser informiert über die Gefahren und über Möglichkeiten zur Vorbeugung. Sie gehen eher zum Arzt. Warnungen und Hinweise werden strikter beachtet. Wenn ich heutzutage einen Bauarbeiter ohne Kopfbedeckung in praller Hitze an einer Baustelle sehe stockt mir der Atem. Meine Narbe am Kopf zeugt davon dass ich weiß wovon ich rede!

Die sozialen Spannungen in unserer Gesellschaft werden sich im Zuge des Klimawandels weiter verschärfen: Wer den größten Teil seines Einkommens für die Grundbedürfnisse ausgeben muss hat keinen Spielraum für höheren  Schutz. Er  muss sich in vielen oft mit den Mindest-Standards begnügen.

Das gilt auch für die Ernährung. Der Klimawandel wird mittelfristig zu Ernteausfällen und damit zu steigenden Verbraucherpreisen führen. Steigende Energiekosten bei Transport, Verarbeitung und Kühlung werden die Preise weiter antreiben. Kleine Einkommen müssen sich möglichst billig versorgen während Besser-Gestellte immer noch auf die Qualität achten können.

Die Klimawandel-Folgen birgt somit eine ernstzunehmende soziale Sprengkraft die sich in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten verstärken wird. Nur wenn Besser-Verdienende, Vermögende und Reiche einsehen dass wir alle im selben Boot sitzen können wir die Krise gemeinsam bewältigen. Starke müssen mehr beitragen als diejenigen die nur über das Allernötigste verfügen . 

Reiche und Vermögende allein werden die Klimakatastrophe nicht überleben. Sie benötigen dazu die Solidarität und den Schutz auch durch die Ärmeren! Gemäß der alten Indianer-Weisheit: "Geld kann man nicht essen!"

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