Öko

Ökologie & Soziales
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Wachstum oder Klimaschutz? Beides zusammen geht nicht!
25.07.2026

Zur Zeit lese ich gerade ein Buch der Taz-Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Hermann mit dem Titel "Das Ende des Kapitalismus". Das Buch stand 2022 auf Platz 1 der "Spiegel"-Bestsellerliste. Die Autorin stellt fest dass Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind. Die Menschheit kann nur überleben wenn sie höchstens soviele Treibhausgase emittiert als auf natürlichem Wege wieder abgebaut werden. Wir müssen es also zeitnah schaffen zumindest Klima-Neutralität herzustellen.!

Um Klima-Neutralität zu erreichen müsste die deutsche Wirtschaft um 30% schrumpfen. Statt des immer noch probagierten  und angestrebten Wirtschaftswachstum eine um 30% verringerte Produktion. Dadurch weniger Verbrauch, weniger Konsum, weniger klimaschädliche Emissionen und weniger Abfälle. 

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Die Frage ist nur wie diese Vorgabe umgesetzt werden kann. Ein Rückgang des Wirtschaftswachstums um 30% würde den Menschen in vielerlei Hinsicht Beschränkungen auferlegen: Geringere Einkommen, abgesenkter Wohlstand und in vielen Bereichen eine Verknappung von Gütern.

Das wird die Mehrheit nicht freiwillig mittragen. Eine Partei, die Beschränkungen ankündigt und Verzicht einfordert wäre politisch erledigt. Das spüren derzeit am heftigsten die Grünen. Sie werden verbreitet als "Verbots-Partei"  wahrgenommen und als solche diffamiert. Dabei sagen sie die Wahrheit und sprechen die Realität an: Bei einem "Weiter so wie bisher" hat die Menschheit auf diesem Planeten keine Überlebenschance! Der Preis unseres derzeitigen Wohlstandes ist die Zerstörung der Welt!

Die meisten Forderungen anderer Parteien beinhalten nur das was ihnen Wählerstimmen einbringt. Die Menschen wählen mehrheitlich diejenigen Politiker die ihnen Mehrung ihres Wohlstandes verheißen. Dass sie sich dadurch die eigene Existenz-Grundlage entziehen wollen die meisten der Wählenden nicht wahrhaben! 

Wirksamer Klimaschutz funktioniert in einer Demokratie nicht! Das zeigt sich gerade derzeit immer deutlicher. Die Warnungen der Wissenschaft werden weitgehend ignoriert. Um diese Welt zu retten bedarf es einer Instanz die das anordnet und organisiert was zur Rettung nötig ist! Völlig losgelöst von einem im Zweifel populistisch manipulierten Mehrheitswillen! Zufällig zustande gekommene Wahlergebnisse dürfen die Existenz-Frage der Menschheit nicht entscheiden!

Die Aufgabe einer solchen autokratischen Struktur wäre Rationierung und Zuteilung der nach der Schrumpfung noch verfügbaren Güter. Produziert würde nicht mehr was sich am besten verkaufen lässt oder was den höchsten Gewinn abwirft. Die Produktion würde sich nicht allein am Bedarf ausrichten. Allein das Deutschland zustehende Kontingent an Klimagas-Emissionen wäre die Richtschnur für die Wirtschaftsleistung. Die Menschen müssten mit dem auskommen was zur Verfügung steht!

Diese Instanz müsste festlegen wie das Vorhandene verteilt wird. Um zu verhindern dass sich die Reichen zuviel aneignen und die Armen leer ausgehen müssten knappe Güter rationiert werden. Ähnlich wie nach dem Zweiten Weltkrieg müssten Bezugsscheine pro Person ausgegeben und Höchstpreise festgelegt werden.  

Dass es so weit kommt können sich die meisten Menschen heute nicht vorstellen. Sie würden rebellieren und verstärkt Populisten wählen. Nennen Sie es Diktatur oder Planwirtschaft oder wie Sie wollen: Nur so wird es gehen! Bereits heute stehen wir im Bereich Wasser vor einer Situation die diese Vorgehensweise sehr bald erzwingen wird:

Die Erderwärmung ist weit fortgeschritten, dass Wasser wird knapp. Bereits im Jahr 2018 war die Lage schwierig. Jetzt im Jahr 2026 rollt bereits die zweite Hitzewelle. Dabei haben wir erst Ende Juli. Bis Ende August könnte es durchaus eine dritte Welle geben. Die Wissenschaft kündigt künftig weitere Dürrezeiten in immer schnellerer Folge an.

Die Meere erwärmen sich, die Gletscher schmelzen, die Flüße trocknen aus. In manchen Regionen ist das Trinkwasser bereits knapp. Die Grundwasserspiegel sinken. Quellen versiegen. Bestimmte Aktivitäten werden bereits vielerorts untersagt Im Kreis Straußberg wurde der Wasserverbauch bereits auf 108 Liter/Kopf begrenzt. Der Durchschnittsverbrauch lag bisher bei 128 Liter.

Jetzt frage ich diejenigen die sich beim Lesen bereits wieder an den Kopf langen: Wie soll verfügbares Wasser verteilt werden? Wie wird priorisiert? Wer kommt zuerst dran: Die Trinkwasserversorgung der Menschen? Die Landwirtschaft? Die Industrie?  Sollen zum Beispiel Freibäder geschlossen werden? Den Touristen das Duschen verbieten? Kraftwerke wegen fehlender Kühlung abstellen? Dürfen Gärten, Äcker und Felder nicht mehr bewässert und Nutztiere nicht mehr getränkt werden? Müssen Produktionen mit hohem Wasserbedarf reduziert oder eingestellt werden? 

Welche anderen Prioritäten würden die Klima-Ignoranten wo setzen?? Wer entscheidet bei Knappheit über die Verteilung? Es ist einfach, in Zeiten des Überflusses von persönlicher Freiheit und Demokratie zu faseln! Im Ernstfall sind rechtzeitige und richtige Entscheidungen gefragt! Und die müssen heute getroffen werden! 

Alles nur grüne Ideologie und Klima-Hysterie?
24.07.2026

Die aktuelle deutsche Wirtschaftsministerin Reiche will bei der Energiewende sparen. Aus ihrer Sicht sind die Kosten für den Klimaschutz zu hoch. Die deutsche Wirtschaft würde durch die Kosten am Wachstum gehindert. Bezahlbarkeit und Klimaschutz-Erfordernisse müssten in Einklang gebracht werden. Mit anderen Worten: Sie stellt die Klimaschutz-Ziele in Frage!

Gestern abend sah ich die Sendung "Panorama" mit der Moderatorin und Publizistin Anja Reschke. In der Sendung kamen auch VertreterInnen aus Industrie und Wirtschaftzu Wort.  Dabei wurde deutlich dass Katharina Reiches Sichtweise fahrlässig und fatal ist. Der schneller als erwartet fortschreitende Klimawandel erfordere nicht weniger sondern immer höhere Investitionen in den Klimaschutz. Allein die Hitzewelle in diesem Jahr habe die Wirtschaft bisher 5 Milliarden Euro gekostet. Darin sind die indirekten und erst später spürbaren Kosten etwa für den Verlust an Artenvielfalt und durch vermindertes Wohlbefinden der Menschen noch gar nicht eingerechnet!

In der Sendung wurde einmal mehr deutlich wie hohl die meisten Sprüche von Klima-Skeptikern tatsächlich sind! Wenn behauptet wird "Grüne Ideologie" und "Klima-Hysterie" würden Wirtschaft und Wohlstand vernichten dann ist das ganz einfach falsch! Wir müssen mehr tun um die Klimawandel-Folgen auch für die Wirtschaft abzumildern!

Nach einem anderen Bericht sind die Kosten für Lebensmittel zuletzt deutlich gestiegen. Vor allem Gemüse, Obst, Kartoffeln und Salat sei sehr viel teurer geworden. Durch die Trockenheit in Süd-Europa sei die Ernte geringer ausgefallen als früher. Die Plantagen in Spanien und Italien konnten nicht im notwendigen Umfang bewässert werden. 

Auch bei uns wird über die Zukunft der Landwirtschaft vor dem Hintergrund von Hitze und Trockenheit diskutiert. Die EU hat das in der Landwirtschaft so heftig umstrittene Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten auch vor dem Hintergrund der Ernährungssicherung abgeschlossen: Der Import von Lebensmitteln aus Südamerika wird intensiviert und vereinfacht.

Wer immer noch glaubt dass bei uns alles so bleiben kann wie es bisher war befindet sich auf dem völlig falschen Dampfer. Wer selbst kosten-neutrale Maßnahmen wie etwa ein Tempolimit als Eingriff in die persönliche Freiheit ansieht wird sich wundern! Ich bin ganz sicher dass darüber in wenigen Jahren nicht mehr diskutiert wird! Dann wird angeordnet und sanktioniert. Klimaschädliche Produkte und Verhaltensweisen werden zuerst massiv verteuert und später verboten werden.

Vielleicht haben einige der Klimawandel-Leugner gestern auch noch die Bilder vom inzwischen schneefreien Matterhorn gesehen? Dort wird vom Bergsteigen abgeraten! Die bisher ganzjährig geschlossenen Schneefelder um den Gipfel sind abgeschmolzen. Die Gefahr von Steinschlag und Bergrutschen ist enorm gestiegen. Durch die geschmolzenen Gletscher in den Alpen allgemein gehen auch die Wasserstände in den Flüssen und die Grundwasser-Reserven in der Ebene zurück!

Das alles ist reine grüne Ideologie und Klimahysterie? Wer das angesichts der Situation weiter behauptet macht sich aus meiner Sicht einfach nur lächerlich! Man wird vorausschauenden Politikern wie Robert Habeck schon sehr bald viel abbitten müssen!

Ein Missverständnis? Oder will man nicht verstehen?
17.07.2026
 

Die Überschrift über meinen Blog-Beitrag unten rief wieder zahlreiche Kritiker auf den Plan: Hatte ich doch die Nutztierhaltung als Klima-Killer bezeichnet! Kaum stand der Beitrag im Netz kamen über Facebook und WhatsApp die ersten Proteste. Ohne Nutztiere ginge es nun mal gar nicht und Klimakiller seien Nutztiere auf gar keinen Fall!

Hier zeigt sich die Schwachstelle der sozialen Medien: Manche Menschen lesen eine Überschrift und sind sofort empört! Sie machen sich nicht die Mühe den ganzen Beitrag zu lesen und erst dann ihren Kropf zu leeren. Sich richtig zu informieren ist vielen zu mühsam. Nicht wenige wollen die Inhalte auch gar nicht verstehen. Sie wissen alles grundsätzlich besser und hauen aus Prinzip dagegen! Oft mit Argumenten die mit dem Inhalt eines Beitrages gar nichts zu tun haben.

So erging es mir wieder mit meinem Beitrag unten: Wer den Text fertig gelesen und nur ein paar Sekunden darüber nachgedacht hat musste erkennen dass ich mich nicht gegen eine ethisch und ökologisch verantwortbare Nutztierhaltung wende: Mir geht es um den zu hohen Fleischverbrauch und um die daraus resultierende Art der intensiven Nutztierhaltung. Ich wies darauf hin dass die zu hohe Anzahl von Nutztieren und der pervertierte Umgang mit ihnen erheblich zum Klimawandel beiträgt! 

Dabei will ich keineswegs alle Formen der Nutztierhaltung über einen Kamm scheren. Zwischen intensiver Massentierhaltung und einer extensiven Weidehaltung liegen himmelgroße Unterschiede. So tragen Rinder, die in angemessenem Flächenbesatz auf Wiesen und Weiden grasen zum Erhalt unserer Kulturlandschaft bei. Gerade in unserer Region im Südschwarzwald ist Landwirtschaft ohne Tierhaltung gar nicht denkbar. Weidetiere nutzen Flächen, auf denen Ackerbau gar nicht möglich wäre. Sie fördern die Artenvielfalt und liefern hochwertige Lebensmittel. 

Entscheidend ist wie Nutztiere gezüchtet, gehalten und gefüttert werden. Landschafts-angepasste Rassen, überwiegend hofeigenes Futter, artgerechte Haltung und ethisch vertretbare Zustände in den Schlachthöfen sind für mich die Kriterien die dabei unbedingt eingehalten werden müssen. Diesen Kriterien entsprechen die Bedingungen der Massen-tierhaltung eben nicht.

Die aus meiner Sicht überwiegend unethische Fleischproduktion belastet das Klima in hohem Maße. Um Tiere in der Massen-Tier-haltung in möglichst kurzer Zeit schlachtreif zu mästen werden große Mengen an Import-Futtermitteln benötigt. Für den Anbau von Soja und anderen Eiweiß-Pflanzen werden riesige Regenwald-Flächen abgeholzt. Zur Produktion von einem Kilo Rindfleisch werden 12.000 l Wasser benötigt. Die riesigen Herden emittieren große Mengen klimaschädliche Gase. Das sind massive Klima- und Umweltbelastungen und tragen daher signiffikant zum menschengemachten Klimawandel bei.

Um wieder zu tragfähigen Verhältnissen zu kommen müssen die Tierbestände bei allen Tierarten drastisch reduziert werden. Das würde mehrere Umweltprobleme bereits beseitigen. Angefangen vom Nitratproblem bei uns im Grundwasser bis zur Abholzung der Regenwälder am Amazonas. Dazu der geringere Co²-Ausstoß bei Transport und Verarbeitung und viele Probleme mehr.

Eine naturnahe Landbewirtschaftung auch mit Nutztieren würde für die Ernährung der Menschen genügend Nahrungsmittel bereitstellen. In Deutschland verzehrt im Schnitt jeder Bundesbürger im Jahr 52 kg Fleisch. Der Verbrauch in den USA liegt bei 100 kg pro Person. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält 20 Kilo pro Person für angemessen. Dieser Verbrauch würde die allgemeine Volksgesundheit deutlich verbessern.

Das ist meine Haltung zur Nutztierhaltung. Wer richtig mitgelesen hat müsste dies eigentlich verstanden haben!

Nutztierhaltung als Klima-Killer:
15.07.2026

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich war lebenslang Fleischesser und bin es immer noch. Ich bin in der Landwirtschaft aufgewachsen und da war es ganz normal dass bei fast jeder Mahlzeit in der Regel Schweinefleisch auf den Tisch kam. Geflügel gab es nur von alten Hühnern die keine Eier mehr produzierten. Gemästete Rinder wurden verkauft. Das gängige Nutztier zur Selbstversorgung war das Schwein. Ab und zu noch Kaninchen.

Zu den Neben-Mahlzeiten gab es Wurst ( Schwarzwurst, Leberwurst, Schwartenmagen) und fetten Speck. Käse gab es zwar auch aber deutlich seltener. Diese Ernährungsweise habe ich auch als Erwachsener weitergeführt. Erst im höheren Alter stellte sich das wachsende Gesundheitsbewusstsein ein. Die stetig intensivere Befassung mit Umweltthemen und der Einfluss meiner äußerst gesundheitsbewussten Frau führte bei mir zum Umdenken. 

Heute essen wir nur noch einmal in der Woche Fleisch und so gut wie keine Wurst und keinen Speck mehr. Wir sehen uns nicht als Vegetarierer und haben auch nicht vor welche zu werden. Wir essen Eier und Milchprodukte, sehr maßvoll gutes Fleisch aus ökologischer Erzeugung. Das können wir vor uns selbst ethisch durchaus verantworten.

Neben dem Gesundheitsaspekt und den massiven Umweltbelastungen durch die intensive Nutztierhaltung geht mir auch der Umgang mit Tieren absolut gegen den Strich! Das beginnt beim Thema Hähnchenschreddern und Schwänze-Koupieren,  geht weiter über den Umgang mit männlichen Kälbern und den Tiertransporten und hört bei den Zuständen in den Schlachthäusern nicht auf.

Dazu der voranschreitende Artenschwund durch den Tierfutter-Anbau mit Abholzung von Regenwald und Trockenlegung von Mooren. Auch züchterische und gentechnische Manipulationen, Enthornung von Rindern und andere Haltungsformen sind mir suspekt. Hier hat aus meiner Sicht zu vieles mit menschlichem Denken und Fühlen nichts mehr zu tun!

Im Zuge meiner vertieften Befassung mit ökologischen Themen wird mir zunehmend bewusst dass die Nutztierhaltung und der überhöhte Fleischgenuss ein massives Umwelt- und Klima-Problem darstellen. In den letzten 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion vervierfacht. Die Folgen reichen von Klimawandel über Artensterben bis hin zu Hunger und Wasserknappheit. 

Hier in Deutschland wurden Im November 2025 10,4 Millionen Rinder, 21,5 Millionen Schweine und 1,5 Millionen Schafe gehalten. Der Bestand von Geflügel lag im Jahr 2023 bei 167 Millionen Tieren. Dazu kommen Einhufer wie Pferde, Esel und Maultiere. Auch sie tragen zum Klimawandel und zum Artenschwund bei.

Jede/r Deutsche verbraucht durchschnittlich 52 Kilogramm Fleisch jährlich. Dreimal so viel wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird. Mehr Fleisch, als die Erde verträgt und mehr Fleisch, als es für unsere Gesundheit förderlich ist. 

Das Thema Nutztierhaltung und Ernährung wird künftig in meinem Blog deutlich breiteren Raum einnehmen!

 

Klimawandel-Anpassung ist eine soziale Frage!
11.07.2026

Die nächste Hitzewelle steht bevor. Für die nächsten Tage sind bei uns im Südwesten wieder Temperaturen nahe an 40 Grad angesagt. Die Medien berichten von Hitze-Opfern und hoher Übersterblichkeit. Die Dürre ist draußen in der Natur auf Schritt und Tritt sichtbar. Man kann erkennen wie die Pflanzen unter den hohen Temperaturen stöhnen und nach Wasser lechzen!

Wie soll man sich als Mensch vor den Hitzewellen schützen? Die Hinweise sind meist wohlfeil: Im Schatten bleiben, durchlüften, viel Wasser trinken, körperlichen Anstrengungen vermeiden, Ventilatoren oder Klimaanlagen installieren. Auf die Ernährung achten. Halt alles was Großmutter immer schon wusste!

Doch nicht alle Menschen können den Gefahren so ohne weiteres ausweichen. Die Belastungen sind ungleich verteilt. Das beginnt bei der Wohn-Situation. Wer in einer nicht isolierten Altbau-Wohnung an einer vielbefahrenen Straße zwischen Beton und Pflaster wohnt leidet mehr als jemand der in grüner Halb-Höhenlage am Waldrand zuhause ist. 

Menschen mit schlechter Wohnsituation können meist nicht einfach umziehen. Erstens gibt es nicht soviel Wohnraum als dass man die Auswahl hätte. Zum andern müssen bei bezahlbarem Wohnraum meist Abstriche bei Standards und an der Wohngegend akzeptiert werden. Nicht jeder kann sich eine klimatisierte Wohnung auf dem Freiburger Lorettoberg leisten.

Bestimmte Berufsgruppen können nur bedingt ausweichen. Wer auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeitet ist der Hitze mehr ausgesetzt als Menschen in klimatisierten Büros. Sie sind auch höherer körperlicher Belastung ausgesetzt. 

Viele dieser Berufe bewegen sich in niedrigen Lohngruppen. Menschen mit besser bezahlten Büro-Jobs haben größere Ausweich- und Schutzmöglichkeiten. Die körperliche Arbeitsbelastung ist geringer und die Arbeitsbedingungen können einfacher angepasst werden. Zum Beispiel durch Rückzug ins Home-Office oder durch flexible Arbeitszeiten.

Mit fortschreitender Erd-Erwärmung treten die sozialen Unterschiede zunehmend in den Vordergrund. Ein höherer Bildungsgrad ermöglicht in aller Regel ein höheres Einkommen und gesündere Arbeitsbedingungen. Gut verdienende Menschen mit Abitur und Studium verdingen sich selten beim Straßenbau oder bei der Müllabfuhr!

Höher Gebildete sind meist besser informiert über die Gefahren und über Möglichkeiten zur Vorbeugung. Sie gehen eher zum Arzt. Warnungen und Hinweise werden strikter beachtet. Wenn ich heutzutage einen Bauarbeiter ohne Kopfbedeckung in praller Hitze an einer Baustelle sehe stockt mir der Atem. Meine Narbe am Kopf zeugt davon dass ich weiß wovon ich rede!

Die sozialen Spannungen in unserer Gesellschaft werden sich im Zuge des Klimawandels weiter verschärfen: Wer den größten Teil seines Einkommens für die Grundbedürfnisse ausgeben muss hat keinen Spielraum für höheren  Schutz. Er  muss sich in vielen oft mit den Mindest-Standards begnügen.

Das gilt auch für die Ernährung. Der Klimawandel wird mittelfristig zu Ernteausfällen und damit zu steigenden Verbraucherpreisen führen. Steigende Energiekosten bei Transport, Verarbeitung und Kühlung werden die Preise weiter antreiben. Kleine Einkommen müssen sich möglichst billig versorgen während Besser-Gestellte immer noch auf die Qualität achten können.

Die Klimawandel-Folgen birgt somit eine ernstzunehmende soziale Sprengkraft die sich in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten verstärken wird. Nur wenn Besser-Verdienende, Vermögende und Reiche einsehen dass wir alle im selben Boot sitzen können wir die Krise gemeinsam bewältigen. Starke müssen mehr beitragen als diejenigen die nur über das Allernötigste verfügen . 

Reiche und Vermögende allein werden die Klimakatastrophe nicht überleben. Sie benötigen dazu die Solidarität und den Schutz auch durch die Ärmeren! Gemäß der alten Indianer-Weisheit: "Geld kann man nicht essen!"

Mein Waldgarten-Konzept wird sichtbar!
08.07.2026

Mit meinem Projekt "Essbarer Waldgarten" geht es voran. Langsam zwar aber doch stetig. Ganz nach der Weisheit meiner Oma: "Wenn`s pressiert muesch langsam mache!" ("Wenn Du es eilig hast dann gehe langsam!") Lieber vorher zweimal überlegen als nachher mit faulen Kompromissen leben oder gar alles neu machen müssen.

Der Anfang ist gemacht. Die Einteilung war von den drei älteren Obstbäumen vorgegeben. Dazu wurden sechs junge Bäume und zwölf Johannis- und Stachelberen gepflanzt. Hochgewachsene Sträucher und Stauden stehen derzeit etwas unpassend herum. Die habe ich im Frühjahr ausgesäät als sonst noch nichts da war. Etwas voreilig! Einige werde ich wohl wieder versetzen müssen. Der Erschließungs-Weg ist festgelegt und mit selbst hergestellten Hackschnitzeln ausgelegt.

Meine Hauptaufgabe besteht jetzt darin die Boden-Qualität zu verbessern. Die Fläche wurde nach dem Bau des daran angrenzenden Wohnhauses einfach eingeebnet und mit Grassamen eingesäät. Der Untergund besteht überwiegend aus dem Bauschutt des Vorgänger-Gebäudes. Die Humusschicht ist nur wenige Zentimeter dick. Hauptsächlich ist dort bisher Löwenzahn und minderwertiges Gras gewachsen.Wenn ich hier auch Gemüse oder Kartoffeln ernten will muss ich den Boden von Grund auf neu aufbauen. 

Dazu könnte ich Mutterboden, Kompost oder Stallmist kaufen. Doch das widerstrebt mir. Ich mache es lieber so wie es die Forst- und Biologie-Studenten im Waldgarten neben dem Freiburger Waldhaus machen. Sie stellen die Erde selbst her. Sie sammeln organisches Material und mulchen damit die Flächen.

Auf dem Bild oben im Hintergrund sehen Sie drei Haufen mit vielfältigem organischem Material. Hauptsächlich Gras, Brennesseln, Giersch und Obstbaumlaub vom letzten Herbst. Dazwischen auch Kompost aus dem bereits gut verrottetem Mist meiner Hühner und Kaninchen. Zwar nicht viel. Doch wie heißt es? "Kleinvieh macht auch Mist!" Der anfallende Hecken- und Baumschnitt wird gehäckselt und ebenfalls untergemischt. In der hinteren Ecke wurde ein Steinhaufen mit unterschiedlich großen Steinen angelegt. 

Die Haufen wurden gestern breitflächig ausgebreitet. Mein Nachbar Herr Pawlowski ist Forst-Wissenschaftler. Er hat mir ein Rezept gegeben wie ich mit einer Mischung aus Zucker, Hefe und Wasser einen wirksamen Kompost-Beschleuniger herstellen kann. Das werde ich jetzt ausprobieren und in das Material einbringen. Dazu immer wieder homöopathische Gaben von Brennessel- und Kräuter-Jauche. Im kommenden Jahr sollen dort dann Kürbisse, Gurken, Erbsen, Bohnen und vielleicht sogar Kartoffeln wachsen.

Ziel ist ein kleinräumiges Agroforst-System in dem Bäume, Sträucher, Kräuter und essbare Pflanzen zusammenwirken. So sollen Lebensräume für Insekten und Klein-Getier entstehen und Obst und Gemüse wachsen. Der Ertrag für mich ist mir nicht so wichtig. Der ökologische Mehrwert steht im Vordergrund. Im Plan inbegriffen ist auch die Schaffung von beschatteten Flächen und Plätzen. Dieser Aspekt gewinnt gerade derzeit zunehmend an Bedeutung. Doch die Auswah zukunftsfähiger Baumarten ist eine Wissenschaft für sich. Bäume brauchen ja auch Wasser. Die zunehmenden Trockenheits-Perioden gilt es auch dabei mitzudenken.

Von der Waldgarten- und Permakultur-Idee bin ich seit mehreren Jahren regelrecht angefressen. Nach meiner festen Überzeugung kann die derzeit gängige kostenintensive, Umwelt- und Klima belastende Intensive Landwirtschaft auf Dauer keine Zukunft haben. Sie zerstört ihre eigenen Grundlagen. Regenerative Anbau-Methoden werden an ihre Stelle treten. Agro-Forst-Systeme könnten je nach Standort wesentlicher Teil der Lösung sein.

Am kommenden Wochenende findet in Freiburg im Eschholzpark das diesjährige Acrikultur-Festival statt. Für mich jedes Mal eine schier unerschöpfliche Quelle für Ideen, Eindrücke und Informationen. Wir werden wieder dort sein!

https://agrikulturfestival.de/

 

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