Umwelt / Soziales
Nach einem Monat: Was ist daraus geworden?
08.05.2026
Genau vor einem Monat bepflanzte ich einen kleinen Teil meines Nutzgartens mit Salat, Kohlrabi, Zwiebeln und Kartoffeln. Siehe dazu meinen Beitrag vom 09.04.2026. Es sollte ein Experiment werden. In früheren Zeiten erschien es ganz unmöglich in unserer Höhenlage (knapp 600 m) so weit vor den Eisheiligen (10.-15. Mai) Pflanzen ins Freiland zu setzen.
Ich bin das Risiko eingegangen. Mir war dabei bewusst dass die Temperaturen von vor vier Wochen keinen Bestand haben werden. Nach meiner Erwartung schien es jedoch unwahrscheinlich dass es noch einmal zu Minus-Temperaturen kommen würde. Ein Rest an Unsicherheit blieb allerdings. Die kühleren Temperaturen der letzten Tage bereiteten mir dann doch Sorgen. Es hätte durchaus sein können dass es noch einmal ein/zwei Grad Minus geben könnte.
Doch jetzt bin ich mir sicher: Die Eisheiligen sind rum! "Die Kalte Sophie" war 10 Tage früher dran als im Kalender vorgesehen. Sie scheint auch sehr viel gnädiger als früher geworden zu sein.. Am kommenden Wochenenende soll es wieder um 24 Grad warm werden. Heute morgen bin ich um 6.30 rausgegangen und habe im Bild festgehalten, was aus meinen am 09. April gesetzten Pflanzen im offenen Freiland geworden ist:
Ich freue mich dass alles so gut geklappt hat. In der Zwischenzeit habe ich auch weiteres Gemüse und Erdbeeren gepflanzt und gesäät. Wenn alles weiter so gut läuft werden wir ein gutes Gartenjahr bekommen. Dabei will ich klarstellen dass bei mir außer selbst hergestelltem Kompost und selbst angesetzter Kräuter-Jauche keine Düngung erfolgt!
Meine Lebenswelt in Zeiten des Klimawandels
03.05.2025
Das Thema Klimawandel beschäftigt mich in hohem Maße. Wer so wie ich mit der Natur aufgewachsen ist der muss die im Verlauf der Jahrzehnte eingetretenen Klima-Veränderungen einfach zur Kenntnis nehmen. Während es früher in unserer Höhenlage eherner Grundsatz war im Garten erst nach den Eisheiligen am 15 Mai zu säen und zu pflanzen so sind heute meine Kartoffeln schon so weit dass sie bald gehäufelt werden sollten.
Klimawandel-Leugner verweisen darauf dass es auch in der Vorzeit immer wieder große Klima-Veränderungen gegeben habe. Als gängiges Beispiel werden meist die Wikinger in Grönland angeführt. Diese heute unwirtliche Polar-Region war im Mittelalter eine blühende Agrar-Landschaft mit Ackerbau und Viehzucht. Ab ca. 1200 seien die globalen Temperaturen dramatisch abgesunken. Die auf Grönland lebenden Menschen mussten ihre Heimat-Region verlassen und sich auf Island neu ansiedeln.
Gestern kaufte ich auf einem Flohmarkt das Buch "Wälderleben" von Bernhard Dorer. Im praktisch neuwertigen Zustand für 1 Euro. Dorer hat über "Geschichte und Geschichten der Landwirtschaft im Hochschwarzwald im Wandel der Zeit" geschrieben. Das 188 Seiten umfassende Buch pass perfekt in meinen bereits vorhandenen Fundus.

Dorer schreibt hier hauptsächlich über die früheren Verhältnisse im Raum Furtwangen. Diese Region liegt zwischen 690 und 1150 Metern hoch. Also um durchschnittlich rund 200 m höher als Horben. Dorer erwähnt dabei die Untersuchungen des Klimaforschers Bernward Janzing. Janzing beschreibt darin auch die Wetter-Entwicklung der letzten 1000 Jahre in Mitteleuropa.
Danach lag um das Jahr 1000 nach Christus die Durchschnitts-Temperatur in unserer Region um 1,5 Grad höher als heute. In Süddeutschland wurde bis in eine Höhe von 800 m Weinbau betrieben. Die Niederschläge waren um 10% niedriger. Zwischen den Jahren 1200 und 1400 gingen die Temperaturen wieder um 3 Grad zurück. Zwischen 1550 und 1700 war die kälteste Phase seit mindestens 9000 Jahren
Danach kam es wieder zu einer Warm-Periode die im 18. Jahrhundert wieder von einer Kälte-Periode abgelöst wurde. Seit ca. 1855 erleben wir wieder einen stetigen Temperatur-Anstieg um global durchschnittlich 1,2 Grad Celsius. Richtig ist also dass es zum Teil dramatische Klima-Veränderungen schon immer gab. Insoweit haben die Klimawandel-Skeptiker wohl recht.
Doch neu ist dass die Erwärmung in unserer Zeit viel schneller voranschreitet als in früheren Zeiten. Das führt die Wissenschaft auf die Verbrennung von fossilen Rohstoffen, die Industrialisierung der Landwirtschaft und das hohe Konsumniveau zurück. Deshalb spricht man vom "menschengemachten Klimawandel": Diese Ursachen müssen nach Ansicht von 95% der Wissenschaft auf ein nachhaltiges Maß zurückgeführt werden.
Das vorliegende Buch hat eigentlich eine ganz andere Ausrichtung. Die Beschreibung der Klimaveränderung und der Hinweis auf Bernward Janzig`s Arbeit ist nur ein kleiner Abschnitt. Doch für mich ist dieser Abschnitt ein wichtiger Beitrag: Zum einen wird bestätigt dass ein Teil des Klimawandels unserer Zeit durchaus auf natürliche Vorgänge zurückzuführen sein kann. Dass aber das Tempo der Veränderung eng mit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise zusammen hängt. Den menschengemachten Einfluss müssen wir so weit es geht begrenzen oder gar eliminieren.
Zum andern stellt sich mir wieder zunehmend die Frage wie auf die zeitnah nicht aufzuhaltenden Veränderungen zu reagieren ist. Selbst wenn wir von heute auf morgen den menschengemachten Anteil auf Null stellen könnten würde es Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern bis die in der Atmosphäre bereits festsitzenden Treibhausgase abgebaut sind.
Wir werden also auf jeden Fall verstärkt mit schnell zunehmender Erd-Erwärmung, Dürre-Perioden, Anstieg des Meeresspiegel, Stürmen, Starkregen Überschwemmungen und anderen Ereignissen leben müssen. Im Extremfall bis hin zu einem Szenario das menschliches Leben auf der Erde unmöglich macht. So wie die Wikinger nach Island könnten vielleicht einige Menschen auf einen anderen, bisher noch unbekannten Planeten umsiedeln. Doch auf der Erde wäre für die übergroße Mehrzahl der Menschen kein Leben mehr möglich.
Hieraus die richtigen Schlüsse zu ziehen sehe ich als Aufgabe der Politik und darüber hinaus für jeden Einzelnen. Die Politik kann ich persönlich nur wenig beeinflussen. Wie ich jedoch meine Lebenswelt gestalte liegt in meiner Verantwortung. Wenn jeder und jede das ihm / ihr Mögliche tut und fordert kommt auch die Politik um nachhaltige Veränderungen nicht herum. Von daher habe ich Hoffnung dass sich die Existenzkrise der Menschheit lösen lässt. Ich jedenfalls gedenke in der mir noch verbleibenden Zeit meinen Beitrag dazu zu leisten.
Er macht einfach weiter!
08.04.2026
Auf meinem Hausgrundstück steht dieser uralte Birnbaum. Als ich mit meinen Eltern im Jahre 1958 auf den Merkerhof zog war er bereits ein alter Baum. Seit damals sind ziemlich genau 68 Jahre vergangen. Nach Aussage meines Vaters galt der Baum bereits in seiner Kindheit als alt. Mein Vater war 1923 geboren. Demnach ist dieser Baum heute mindestens 140 Jahre alt!
Heute morgen:
27.03.2026
Dieses Bild bot sich mir heute morgen um punkt 6.00 vom Balkon unseres Wohnzimmers aus. Eigentlich ein faszinierender Anblick. Der Nebel über dem Bohrer-Tal, der unbewölkte Himmel und hoch oben drüber der Kybfelsen hinter dem bereits die ersten Sonnenstrahlen hervorblitzen. Zufällig klangen genau zu dem Zeitpunkt von Freiburg her irgendwelche Kirchenglocken. Man könnte auf seine alten Tage glatt noch zum Romantiker werden!
Doch der Rückfall in den Winter gefällt mir nicht. Der Temperaturunterschied ist zu krass. Ich hoffe nur dass der Frost in der vorherigen Nacht keine allzu großen Schäden angerichtet hat. Obstbäume und Beerensträucher waren schon ziemlich weit voran. Teilweise standen sie kurz vor dem Blüten-Ausbruch.
Etwas entfernt vom Haus stehen zwei Wildkirschen-Sträucher. Die hatte ich nicht gepflanzt. Ihre Samen wurden wohl von Vögeln dahin gebracht. Daraus sind zwei wunderschöne kleine Bäumchen gewachsen. Die standen noch am Mittwoch in voller Blüte. Gestern abend waren alle Blüten abgefallen.
Auch für die Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und für die Obstbäume war der abrupte Winter-Einbruch ein Schock. Doch hier habe ich noch einige Hoffnung dass sie den Frost weitgehend unbeschadet überstehen.
Eigentlich sind Schnee und Nacht-Frost um diese Zeit nichts ungewöhnliches. Früher sprach man von April-Wetter. Mal kalt und Schnee und dann wieder warm bei hellem Sonnenschein. Daran war die Natur gewöhnt. Nicht Kälte-resistente Pflanzen konnten bei uns gar nicht heimisch werden. Die Natur trifft immer eine Auslese.
Das aktuelle Problem kommt daher dass es bis Dienstag über Wochen hinweg zu warm war. Das gab es in früheren Zeiten nicht. Der Übergang zum scheinbaren Frühling war zu grass. Die Natur wurde zu früh wach und sieht sich jetzt getäuscht. Ich bin gespannt wie es in drei Wochen aussieht. Ich rechne mit sichtbaren Schäden und später mit wenig Ertrag.
Was ist aus meinem Wildnis-Garten-Projekt geworden?
20.03.2026
Im vergangenen Sommer berichtete ich mehrfach von meinen Bemühungen mein Grundstück in einen naturnahen Wildnisgarten umzuwandeln. Blühwiesen und Blühstreifen wurden angelegt. Sträucher und Bäume gepflanzt. Begrenzungen aus gesammelten Natursteinen neu hergestellt. Dort wo noch Flächen als Nutzgarten mit Gemüse, Obst und Beeren angelegt sind wird fast fundamental biologisch gewirtschaftet.
Begleitend dazu habe ich mir Informationen zu dem Thema aus allen möglichen Quellen beschafft. Ich schaue regelmäßig am Forstamt Freiburg im dort in der Nähe angelegten Waldgarten vorbei. Ich habe Bücher besorgt und ich besuchte mehrere Vorträge zu dem Thema. In und um Freiburg befinden sich viele verschiedene Objekte mit naturnaher Ausrichtung.
Doch das alles ist nicht das was mir vorschwebt. Seit ich vor Jahren mit der Firma Reiseservice Läufer den Naturpark Nordschwarzwald besuchte bin ich fast besessen von dem Gedanken dass man die Natur ganz einfach machen lassen sollte. Dort wurde nach dem Sturm Lothar ein Kernstück der Waldflächen einfach sich selbst überlassen. Jetzt wird untersucht wie sich die Natur dort entwickelt. Ich lese alles was dazu veröffentlicht wird. Das Projekt liefert nicht nur der Wissenschaft wertvolle Erkenntnisse. Es ist auch ein Leutturmprojekt für die Bereiche Naturschutz, Bildung und Tourismus.
Bei meiner eigenen Befassung wurde mir bewusst dass ich eine ähnliche Vorgehensweise bei mir in Hausnähe nicht umsetzen kann. Ich kann hier noch so naturnah wirtschaften. Doch ein Mindestmaß an Optik und Ordnung muss herrschen. Ich wohne ja nicht allein im Haus. Und eine chaotische Wildnis über ein gewisses Maß hinaus kann ich meinen Mitbewohnern nicht zumuten. Hier im direkten Haus-Umfeld muss ich daher doch einige Kompromisse eingehen.
Einige hundert Meter von meinem Haus entfernt befinden sich zwei je ca. 3000 m² große Flächen die aufgrund der steilen Topografie landwirtschaftlich nicht nutzbar sind. Sie wurden seit Jahrzehnten mehr oder weniger sich selbst überlassen. Eigentlich hätte ich sie schon viel früher aufforsten sollen. Doch selbst als Nutzwald sind sie nur sehr bedingt geeignet. Außerdem fehlte mir in jüngeren Jahren neben dem heute vorhandenen Interesse zuerst das Geld und später die Zeit.
Gestern bin ich nach längerer Zeit mal wieder dahin gegangen. Vordergründig sah ich ein richtiges Chaos. Wildschweine sind dort verstärkt zugange. Brombeeren und dazwischen krumme Eschen, Ahorn, Weiden und Haselnuss. .Die meisten Bäume sind jetzt ausgewachsen. Einzelne sterben ab und fallen um. Viele sind bis in die Spitze mit Efeu bewachsen. Eigentlich müsste ich nach gängiger Sichtweise alles abholzen, das Gestrüpp entfernen und neu anpflanzen. Möglicherweise hätten dann meine Urenkel einen kleinen Nutzen davon.
Doch das werde ich nicht tun! Ich werde hier meine Wildnis-Garten-Idee umsetzen. Die umgestürzten Bäume grad liegenlassen und schauen und dokumentieren was sich entwickelt. Ich habe eine große Weide gesehen die zwar noch steht. Die aber abgestorben ist. Am Stamm sah ich ein Dutzend Specht-Höhlen. In der fragmentierten Rinde verlaufen unzählige Gänge und Höhlen vielfältiger Insekten. Auch sieht man an Trampelpfaden, dass Fuchs, Reh und andere Tiere sich hier aufhalten.
Geringe Eingriffe werden ich vornehmen. So muss der Zugangsweg freigehalten werden. Im Moment ist er durch mehrere ümgestürzte Bäume und durch Gestrüpp blockiert. Da an der einen Fläche die Kreis-Straße entlang führt muss ich auf meine Pflicht zur Verkehrssicherung achten. Außerdem sollte ich dafür sorgen dass zum Beispiel die Brombeeren oder der Efeu nicht alles andere unterdrücken. Doch grundsätzlich soll sich alles so entwickeln wie die Natur es zuläßt.
Hierbei wünsche ich mir auch Unterstützung aus der Leserschaft: Kennen Sie noch mehr solcher Parzellen? Der Naturpark Nordschwarzwald kann nur vom Grundsatz her als Vorbild dienen. Doch der umfasst mehrere 10.000 ha Fläche. Ich habe nur 2 x 30 Ar zur Verfügung. Schon von daher kann ich den nicht 1 : 1 nachahmen.
Betreiben Sie selbst ein Projekt mit ähnlicher Zielsetzung? Dann wäre mir an einem regelmäßigen Austausch und an Tip`s sehr gelegen! Vielleicht ergibt sich in fernerer Zukunft eine Nutzung im Bildungsbereich? Vielleicht gibt es auch irgendwo eine Förderung mit deren Unterstützung ich schneller vorankommen kann?
Jedenfalls habe ich hier im Blog extra dafür eine eigene Seite eröffnet. Darin werde ich fortlaufend weiter berichten.






