Politik / Gesellschaft

13.05.2026                  Mein Thema: Einhaltung von Maß und Mitte!    

Nach meiner Wahrnehmung ist "links-grün versiffter Grüner" das meistgebrauchte Schimpfwort in unserer Gesellschaft. In den letzten Tagen bin ich gefühlt 1000 Mal mit diesem Begriff belegt worden. Darum sehe ich mich an dieser Stelle zu einer umfassenden Klarstellung veranlasst:

Wollte man den überwiegenden Aussagen über Grün-denkende Menschen in den sozialen Netzwerken glauben dann wären diese das dümmste und faulste Gesindel das sich in unserem Land herum treibt. Solche Schmähungen kommen zwar vor allem von Menschen die erkennbar selbst nicht zur intellektuellen Oberschicht zählen. Doch das sagen sinngemäß auch einzelne Politiker über ihre grüne Konkurrenz. Meist sind das Aussagen von Leuten die politisch selbst nichts auf die Reihe bekommen. 

Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele grün und links denkende Menschen in und außerhalb der Politik die den Bezug zur Realität und zum Machbaren völlig verloren haben. Es ist auch aus meiner Sicht utopisch über Jahrzehnte aufgelaufene wirtschaftliche und soziale Fehlentwicklungen über Nacht völlig zurückdrehen zu wollen. Die Brüche wären so gewaltig dass ein noch größeres Chaos daraus entstünde. 

Das ist auch nicht notwendig. Wenn wir uns jetzt gemeinsam ernsthaft auf realistische ökologische und soziale Ziele einigen und die Wirtschaft zielstrebig danach ausrichten wäre die Rückkehr zu Vernunft und Nachhaltigkeit immer noch zu schaffen. Wenn wir scheitern dann durch die Gier, den Egoismus und die Ignoranz einer Mehrheit die nur an sich denkt. Die mehrheitlich schon viel zu viel hat und die trotzdem immer noch mehr will.

Oft werde ich als "links-grüner Spinner" bezeichnet. Ich selbst sehe mich jedoch als Verfechter von Maß und Mitte! 

Auf der einen Seite sind mir die vielen Übertreibungen und die überbordende Verschwendung um mich herum absolut suspekt. Wenn ich lese dass der sogenannte Erd-Überlastungstag bereits auf den 10 Mai fällt dann sehe ich das als Bestätigung für unseren Irrweg an. Wenn bereits jetzt alle in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Ressourcen aufgebraucht sind dann betreiben wir nichts anderes als Raubbau!! Wenn als Antwort darauf die Forderung nach noch mehr Wachstum mit noch höherem Verbrauch, noch mehr Abfällen und noch mehr Treibhaus-Gasen kommt dann sehe ich diese Forderungen als absolut verantwortungslos an! 

Auf der anderen Seite will ich auch nicht "zurück in die Höhlen"! Die Neuzeit hat auch Verbesserungen hervorgebracht auf die auch ich nicht verzichten möchte. Das Negative muss verändert und eliminiert werden ohne das Positive zu zerstören. Dass die Unterscheidung darüber schwierig ist bestreite ich nicht! Das ist eine wesentliche Aufgabe der Politik.

Meine Forderung ist daher die strikte Einhaltung von Maß und Mitte! Diese beiden Bezugspunkte werden aus meiner Sicht seit Generationen nicht mehr beachtet. Wir Menschen in den "reichen" Ländern leben weit über unsere vertretbaren Verhältnisse. Wir verbrauchen und wir zerstören zu viel. Wir müssen künftig mit weniger auskommen. Dafür sind von uns allen Verzicht und Einschränkungen gefordert. Wir können einfach nicht so weitermachen wie bisher!

Um dies zu erkennen brauche ich keine Partei! Auch nicht die Grünen! Das sagt mir allein der gesunde Menschenverstand! Wer klar denkt kann zu keinem anderen Ergebnis kommen.

Ich bin jedoch froh dass die grüne Partei sich für die von mir als richtig gesehenen ökologischen Ziele einsetzt. Wenn ich trotzdem nicht (mehr) Mitglied in der grünen Partei bin dann liegt das an deren Einstellung zu anderen gesellschaftlichen Themen. Mit der überzogenen Gender- und Gleichstellungspolitik, mit Cannabis-Freigabe, Wolfsansiedlung und vielem mehr kann ich nur wenig anfangen. Frauenrechte sind auch mir wichtig. Ich will mich aber nicht dafür entschuldigen müssen dass ich ein Mann und nicht schwul bin. Mein Familienbild besteht aus Mann, Frau und Kindern. Wenn andere anders leben wollen dann können sie das von mir aus gerne tun. Doch man sollte dieses Anderssein nicht derart aggressiv in den Vordergrund stellen. 

Von daher trifft die Bezeichnung "Grüner" auf mich nicht zu. Wenn schon dann bin ich ein Werte-Konservativer. Pragmatischen grünen Politikern wie Kretschmann, Özdemir oder Habeck stimme ich weitgehend zu. Doch gesellschaftspolitisch sehe ich sowohl bei den Grünen als auch bei den Linken und erst recht bei den extremen Rechten Entwicklungen die zum einen nicht umsetzbar sind und die zum anderen in die völlig falsche Richtung weisen. Dem CDU-Spruch: "Leistung muss sich lohnen" kann ich eher zustimmen als dem vielfach zu beobachtenden Anspruchsdenken nicht leistungsbereiter Kreise. Wobei der Begriff "Leistung" besonders sorgsam diskutiert werden muss!!

 

Benzin-Preise: Gefahren wird wie eh und je!

05.05.2026

Spätestens seit Beginn des Iran-Krieges sind die Benzin-Preise ein öffentliches Dauerthema. Durch die Preis-Steigerungen sehen sich sowohl die Wirtschaft als auch der Privat-Sektor zu stark belastet. Die gestiegenen Transportkosten verteuern die Lebenshaltung spürbar. Als Entlastung hat der Staat sogar die Mineralölsteuer um knapp 17 Ct./Liter gesenkt. Dadurch werden in der Staatskasse weitere 1,6 Milliarden Euro fehlen.

Der verbreiteten Stimmung zufolge führt der hohe Benzinpreis zu weiterer allgemeiner Verarmung. Von daher hätte ich eigentlich erwartet dass möglichst viele Fahrten vermieden werden. Dass als Kompensation mehr Menschen den ÖPNV nutzen und mehr Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen. Wenn die Lage so dramatisch ist wie dargestellt sollte die Verbrauchs-Vermeidung oberstes Gebot sein.

Doch in dieser Erwartung sehe ich mich getäuscht. Nach meiner Wahrnehmung wird weiter gefahren wie eh und je. Dass für die Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen ein sofortiger Umstieg nicht immer möglich oder zu zeitraubend ist sehe ich ja noch ein. Doch reine Freizeitfahrten mit Motorrädern, PKW und Wohnmobilen müssen nicht unbedingt sein. Von daher ist für solche Fahrten auch keine Entlastung notwendig. Wer Spass- und Freizeit-Touren jetzt doch unternimmt hat aus meiner Sicht keinen Anspruch auf staatliche Entlastung.

Am vergangenen langen Wochenende beobachtete ich zum Beispiel wie mehrere Motorrag-Kolonnen vom Hexental her das schmale Sträßchen durch das Selzental nach Horben befuhren. Von dort hinunter ins Bohrertal und weiter hinauf auf den Schauinsland. Sie tun es weil das eine schöne Strecke ist nur so aus "Spass an der Freud". Da spielen die Spritpreise keine Rolle mehr. Geschweige denn dass an die Umwelt- und Klimabelastung auch nur ein Gedanke verschwendet wird!

Am Sonntag traf ich im Bohrer am Parkplatz auf Höhe des Regenwasser-Rückhaltebeckens auf eine haltende Autokolonne. Eine Gruppe mit sechs hochmotorisierten Porsche-Boliden mit Hamburger Kennzeichen. Sechs ziemlich junge Männer hatten ihre gleichsam jungen Freundinnen zu einer Wochenend-Ausfahrt eingeladen. Die Fahrzeuge seien gemietet. So lautete die Antwort auf meine Frage. Auch hierbei spielten weder die Spritpreise noch die Umwelt irgendeine Rolle. 

Das sind nur zwei Beispiele von sicherlich ganz vielen. Sie tun es weil sie es tun dürfen und weil sie es sich leisten können. Doch diese Beispiele zeigen dass die Mineralölsteuer-Senkung für alle der falsche Weg ist. Transporte und der Weg zum Arbeitsplatz sollten verbilligt werden. Für reine Freizeitfahrten ist diese Maßnahme nicht notwendig. Sie sollten im Gegenteil noch höher belastet werden.

Umwelt- und Klimaschutz funktionieren nur über den Geldbeutel! Anders kommen diejenigen die es sich noch leisten können nicht zur Vernunft!  Die Steuersenkung bewirkt höchstens eine Gewinnsteigerung für die Mineralöl-Konzerne. Sie führt nicht zu einer Verringerung des Verkehrs.

 

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