Gedanken / Themen
Der Tanz auf der Titanic!
23.04.2025
Mein Beitrag gestern auf dieser Seite löste ein gewaltiges Echo aus. Auf allen Kanälen erscholl ein Riesen-Aufschrei. Wie kommt einer wie ich dazu "hart arbeitenden Menschen" irgend etwas verbieten zu wollen. Gut 80% der Rückmeldungen auf meinen Post waren negativ meist begleitet durch massive Beleidigungen.
Dabei sollte doch gut erkennbar gewesen sein, dass ich die Fahrt von 1100 Fußball-Fans nach Spanien mitten unter der Woche nur als Beispiel angeführt hatte. Ich hätte genau so gut die 10.000 Bayern-Fans in Madrid und zahlreiche andere Verhaltensweisen anführen können. Etwa das Rauchen oder die reinen Sonntagsfahrten mit Auto und Motorrädern. Das alles sind Gewohnheiten die aus meiner Sicht nicht in die aktuelle wirtschaftliche, soziale und ökologische Gesamt-Situation passen.
Mir liegt es fern anderen Menschen etwas zu verbieten. Doch ich habe zum Mehrheits-Verhalten eine Meinung:
Dass solche Dinge heute auch für die untere Mittelschicht möglich und finanziell machbar sind ist für mich ein klares Zeichen dass es der Mehrheit im Land noch immer sehr gut geht. Aus meiner Sicht überzogene Standard`s werden dabei als Besitzstände angesehen. Die Politik / die Regierung hat dafür zu sorgen dass wir uns das und noch mehr auch in Zukunft weiter leisten können.
Das ist der große Irrtum dem große Teile unserer Gesellschaft erliegen! In erster Linie hat zunächst einmal jeder selbst für sich zu sorgen. Dort wo der Einzelne zu schwach ist müssen Gemeinschaften gebildet und durch Einzelbeiträge finanziert werden. Die Politik hat die Aufgabe die Gemeinschaft zu organisieren und das Aufkommen an Beiträgen (Steuergelder) richtig einzusetzen. Wie das geschieht soll im demokratischen Diskurs festgelegt werden. So weit die Theorie.
Doch die Demokratie hat einen gravierenden Fehler: Wer am lautesten schreit bekommt immer was er will! Wer am meisten verspricht wird am ehesten gewählt! Weil das so ist schreien alle laut durcheinander und deshalb macht die Politiker unhaltbare Versprechen. Sie denken nur an ihre (Wieder-) Wahl. Deshalb versprechen sie den vermeintlichen Mehrheiten das Blaue vom Himmel!
So ist unser überfrachteter Sozialstaat mit den überzogenen Ansprüchen entstanden. Allen soll es gut gehen, alle sollen am Wohlstand teilhaben, keiner soll sich zu sehr anstrengen, bei jedem Engpass muss der Staat einspringen. Dem Einzelnen wurde Stück für Stück mehr an Selbstverantwortung abgenommen. Politik, Gewerkschaften und Wirtschaft haben dafür gesorgt dass über das notwendige Maß hinaus zum Beispiel Fahrten mitten in der Woche nach Spanien zum Fußballspiel möglich sind.
Die Mehrheit begreift nicht dass die Party jetzt zu Ende ist! Der Staat ist überschuldet! Bei den vieldiskutierten Reformen kann es nur darum gehen die in der Vergangenheit gewährten Wohltaten wieder zurück zu fahren. Gesundheitswesen, Rente, Pflege: Bei allem müssen die Zuschüsse abgesenkt, die Eigenanteile erhöht und die Leistungen gekürzt werden! Subventionen und Investitionen müssen zurückgefahren werden. Und trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht. Arbeitslosigkeit, Insolvenzen und Inflation nehmen zu. Die Spirale dreht sich abwärts. Dazu real die Kriegsgefahr und über allem die Folgen des Klimawandels.
Doch das scheint die Mehrheit nicht zu interessieren. Die Menschen wehren sich gegen jegliche Mehrbelastung. Die Steuern und Sozialbeiträge sind zu hoch. Benzin und Energie sind zu teuer. Lebensmittel kosten zu viel. Die Mieten explodieren. Die Renten sind zu niedrig. die Gesundheitsversorgung zu schlecht, die Elternbeiträge in den KITA`s sind zu hoch.
Dei Mehrheit will die Realität nicht sehen. Die Menschen sehen nicht ein dass sie ihre Standards jetzt absenken müssen. Sie wehren sich gegen ein Fahrverbot, gegen die Wehrpflicht, gegen Steuererhöhungen. Sie lehnen kategorisch alles ab was sie höher belasten könnte oder was auch nur unbequem werden könnte. Gleichzeitig gehen viele Berufsgruppen auf die Straße und fordern höhere Löhne. Wegen der hohen Lohn- und Energiekosten wandern die Unternehmen ab.
Es ist müßig nach Schuldigen für den unausweichlichen Rückgang zu suchen. Die Lage ist wie sie ist und es obliegt jetzt jedem Einzelnen mit der Situation umzugehen. Ob die Regierungen unter Merkel, Scholz oder Merz die größeren Fehler gemacht haben ist aus meiner Sicht heute völlig irrelevant. Es nützt auch nichts wenn die Regierung zurücktritt. Ich sehe keine Konstellation die uns ein "Weiter so wie bisher" ermöglichen könnte. Schon gar nicht die Populisten von rechts oder links.
Jeder Einzelne muss sehen wie er mit der aus meiner Sicht unausweichlichen Absenkung des "Wohlstandes" umgeht. Man kann auf der Party die Nacht durchtanzen bis die Musik endgültig einpackt. Man kann aber auch mal inne halten und sich fragen wie es am nächsten Morgen weitergehen könnte. Wo liegen meine persönlichen Ressourcen? Wie sicher ist meine Einkommensquelle? Habe ich Reserven? Wie hoch sind meine festen Verpflichtungen? Wo kann ich sparen ohne auf das Notwendige zu verzichten?
Nach meiner Wahrnehmung machen sich zu viele Leute darum keine Gedanken. Andere machen sich zu große Illusionen. Wieder anderen ist es egal: "Einmal gut gelebt...." "Nach mir die Sintflut!" .... "Irgendwie wird`s schon weitergehen...".
Darüber wundere ich mich! Aus meiner Sicht wäre es in der gegebenen Situation besser mich auf die Basic`s zu beschränken. Körner zu sparen und Ballast abzuwerfen. Deshalb schaue ich mir SC-Spiele am TV an und fahre heute nicht nach Stuttgart. Obwohl ich mir das auch leisten könnte. Aber vielleicht brauche ich das Geld bald an anderer Stelle notwendiger?
Das war der Gedanke hinter meinem gestrigen Post. Es ging nicht ums Verbieten oder Anprangern! jeder soll leben wie er will und kann. Aber bitte nicht jammern! Ich staune allenfalls öffentlich über den verbreiteten kollektiven Leichtsinn!
Energie-Preise: Verbilligung und Vergünstigungen sind der falsche Weg!
18.04.2026
Die Politik wird aktuell von vielen Seiten unter Druck gesetzt. Die Treibstoffpreise treiben die Lebenshaltungs-Kosten in fast allen Bereichen stark nach oben. Die deutsche Regierung hat jetzt die Mineralölsteuer um 17 Ct. / Liter herabgesetzt. Gleichzeitig haben Arbeitgeber die Möglichkeit ihren MitarbeiterInnen 1.000 Euro zusätzlich zum Gehalt steuer- und abgabenfrei auszuzahlen.
Ich halte die künstliche Absenkung der Treibstoffpreise für den falschen Weg. Zum einen ist die Maßnahme sozial ungerecht: Die Vielfahrer und die Besitzer großer Autos profitieren stärker als diejenigen die einer Unterstützung am meisten bedürfen. Und nicht alle Berechtigten werden in den Genuss der steuerfreien Pauschale kommen. Kleine Betriebe oder das Hotelgewerbe können das oft schlicht nicht zahlen. So wird die Zwei-Klassen-Gesellschaft immer tiefer getrieben.
Dazu fehlt das Geld in der eh schon klammen Staatskasse. Irgendwie muss die Lücke wieder zugespart werden. Wohl wieder überwiegend im Sozialbereich. Über Steuer-Erhöhungen bei großen Vermögen und Einkommen darf ja nicht einmal geflüstert werden! Wenn die Öffentliche Verwaltung ihren Mitarbeitern je 1.000 Euro zusätzlich zahlen soll dann muss das Geld wieder über höhere Abgaben oder über Kürzung bei den Leistungen eingespart werden.
Statt der Steuersenkung bei Energie und Treibstoff sollten Einsparungen gefördert werden. Statt Fahrten mit dem Auto sollte der ÖPNV subventioniert oder das Deutschland-Ticket verbilligt werden. Warum nicht hier in der Region die Regiokarte verbilligen und dafür die Treibstoffpreise auf dem gegenwärtigen Niveau belassen? Dazu flankierende Maßnahmen wie zum Beispiel in der Nähe von Haltestellen mehr kostenlose Park & Raid-Plätze ausweisen? Bewohner ÖPNV-ferner Bereiche könnten dort vom Auto in den Bus umsteigen. Das würde den Verkehr reduzieren, den Transfer verbilligen und gleichzeitig auch der Umwelt nützen.
Statt den Individualverkehr zu verbilligen das Auto zunehmend überflüssig machen! Die Abhängigkeit vom Öl muss reduziert und der Co²-Ausstoss vermindert werden! Dies bei gleichbleibenden Kosten. Das muss das Ziel staatlicher Eingriffe sein. Wem die kostenlose ÖPNV-Nutzung zu unbequem oder ein Sprit-sparendes Auto zu klein ist der muss die höheren Kosten eben tragen!
So sähe ich auch eine Subventionierung der Stromkosten für Privat-Haushalte. Muss wirklich alles und jedes in der Wohnung am Strom hängen? Angefangen vom Zähneputzen und Rasieren bis zu den vielen Küchen-Maschinen und all den weiteren Energie-Sklaven um uns herum? Wäre es wirklich so schwierig zu verinnerlichen dass der Letzte der den Raum verlässt auch das Licht ausmacht? Ich bin überzeugt dass durch bewusstes Verhalten viel Energie und Geld gespart und gleichzeitig gut und nachhaltig gelebt werden kann. Doch Sparen müssen die meisten Leute heutzutage erst wieder lernen.
Sparen oder Einsparungen sind bei Politik und Wirtschaft verpönt! Sogenannte Konsum-Verweigerer werden heute beinahe schon als Staatsfeinde angesehen. Mit Sparen wird kein Umsatz gemacht und kein Gewinn erzielt. Doch der Rubel muss rollen. Wir müssen immer weiter wachsen. Immer mehr kaufen und die Dinge immer schneller wegwerfen. Die Dinge müssen immer früher kapputt gehen und sie dürfen ja nicht reparierbar sein. Mit Reparatur wird viel zu wenig verdient! Die Entsorgung riesiger Müllberge ist weitaus profitabler!
Von daher macht die Treibstoff-Verbilligung wieder Sinn: Weniger fahren würde den Verbrauch und damit den Umsatz senken. Dadurch sinkt der Gewinn bei Tankstellen, Reifenhändlern, Autoherstellern, Werkstätten, Unfallkliniken, Bestattungs-Unternehmen..... Das darf natürlich nicht sein! Wir brauchen ja Wachstum!
Wo kämen wir hin wenn wir auf die Idee kämen weniger zu verbrauchen? Darüber sollen wir gar nicht nachdenken! Darum machen wir immer so weiter! Bis der Krug am Brunnen zerschellt!
In der Realität angekommen!
02.04.2025
