
Wildnisgarten
Mein persönliches Naturschutzprojekt:
Was ist aus meinem Wildnis-Garten-Projekt geworden?
20.03.2026
Im vergangenen Sommer berichtete ich mehrfach von meinen Bemühungen mein Grundstück in einen naturnahen Wildnisgarten umzuwandeln. Blühwiesen und Blühstreifen wurden angelegt. Sträucher und Bäume gepflanzt. Begrenzungen aus gesammelten Natursteinen neu hergestellt. Dort wo noch Flächen als Nutzgarten mit Gemüse, Obst und Beeren angelegt sind wird fast fundamental biologisch gewirtschaftet.
Begleitend dazu habe ich mir Informationen zu dem Thema aus allen möglichen Quellen beschafft. Ich schaue regelmäßig am Forstamt Freiburg im dort in der Nähe angelegten Waldgarten vorbei. Ich habe Bücher besorgt und ich besuchte mehrere Vorträge zu dem Thema. In und um Freiburg befinden sich viele verschiedene Objekte mit naturnaher Ausrichtung.
Doch das alles ist nicht das was mir vorschwebt. Seit ich vor Jahren mit der Firma Reiseservice Läufer den Naturpark Nordschwarzwald besuchte bin ich fast besessen von dem Gedanken dass man die Natur ganz einfach machen lassen sollte. Dort wurde nach dem Sturm Lothar ein Kernstück der Waldflächen einfach sich selbst überlassen. Jetzt wird untersucht wie sich die Natur dort entwickelt. Ich lese alles was dazu veröffentlicht wird. Das Projekt liefert nicht nur der Wissenschaft wertvolle Erkenntnisse. Es ist auch ein Leutturmprojekt für die Bereiche Naturschutz, Bildung und Tourismus.
Bei meiner eigenen Befassung wurde mir bewusst dass ich eine ähnliche Vorgehensweise bei mir in Hausnähe nicht umsetzen kann. Ich kann hier noch so naturnah wirtschaften. Doch ein Mindestmaß an Optik und Ordnung muss herrschen. Ich wohne ja nicht allein im Haus. Und eine chaotische Wildnis über ein gewisses Maß hinaus kann ich meinen Mitbewohnern nicht zumuten. Hier im direkten Haus-Umfeld muss ich daher doch einige Kompromisse eingehen.
Einige hundert Meter von meinem Haus entfernt befinden sich zwei je ca. 3000 m² große Flächen die aufgrund der steilen Topografie landwirtschaftlich nicht nutzbar sind. Sie wurden seit Jahrzehnten mehr oder weniger sich selbst überlassen. Eigentlich hätte ich sie schon viel früher aufforsten sollen. Doch selbst als Nutzwald sind sie nur sehr bedingt geeignet. Außerdem fehlte mir in jüngeren Jahren neben dem heute vorhandenen Interesse zuerst das Geld und später die Zeit.
Gestern bin ich nach längerer Zeit mal wieder dahin gegangen. Vordergründig sah ich ein richtiges Chaos. Wildschweine sind dort verstärkt zugange. Brombeeren und dazwischen krumme Eschen, Ahorn, Weiden und Haselnuss. .Die meisten Bäume sind jetzt ausgewachsen. Einzelne sterben ab und fallen um. Viele sind bis in die Spitze mit Efeu bewachsen. Eigentlich müsste ich nach gängiger Sichtweise alles abholzen, das Gestrüpp entfernen und neu anpflanzen. Möglicherweise hätten dann meine Urenkel einen kleinen Nutzen davon.
Doch das werde ich nicht tun! Ich werde hier meine Wildnis-Garten-Idee umsetzen. Die umgestürzten Bäume grad liegenlassen und schauen und dokumentieren was sich entwickelt. Ich habe eine große Weide gesehen die zwar noch steht. Die aber abgestorben ist. Am Stamm sah ich ein Dutzend Specht-Höhlen. In der fragmentierten Rinde verlaufen unzählige Gänge und Höhlen vielfältiger Insekten. Auch sieht man an Trampelpfaden, dass Fuchs, Reh und andere Tiere sich hier aufhalten.
Geringe Eingriffe werden ich vornehmen. So muss der Zugangsweg freigehalten werden. Im Moment ist er durch mehrere ümgestürzte Bäume und durch Gestrüpp blockiert. Da an der einen Fläche die Kreis-Straße entlang führt muss ich auf meine Pflicht zur Verkehrssicherung achten. Außerdem sollte ich dafür sorgen dass zum Beispiel die Brombeeren oder der Efeu nicht alles andere unterdrücken. Doch grundsätzlich soll sich alles so entwickeln wie die Natur es zuläßt.
Hierbei wünsche ich mir auch Unterstützung aus der Leserschaft: Kennen Sie noch mehr solcher Parzellen? Der Naturpark Nordschwarzwald kann nur vom Grundsatz her als Vorbild dienen. Doch der umfasst mehrere 10.000 ha Fläche. Ich habe nur 2 x 30 Ar zur Verfügung. Schon von daher kann ich den nicht 1 : 1 nachahmen.
Betreiben Sie selbst ein Projekt mit ähnlicher Zielsetzung? Dann wäre mir an einem regelmäßigen Austausch und an Tip`s sehr gelegen! Vielleicht ergibt sich in fernerer Zukunft eine Nutzung im Bildungsbereich? Vielleicht gibt es auch irgendwo eine Förderung mit deren Unterstützung ich schneller vorankommen kann?
Jedenfalls habe ich hier im Blog extra dafür eine eigene Seite eröffnet. Darin werde ich fortlaufend weiter berichten.


