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Allgemein: Was bedeutet der Begriff "Dörfliche Identität heute?
25.08.2026
Derzeit nimmt die Diskussion über eine engere interkommunale Zusammenarbeit in den Gemeinderäten der Hexental-Gemeinden breiten Raum ein. Die sich zuspitzende Finanzsituation in allen Gemeinden, veränderte Anforderungen an die Verwaltungen und der Mangel an Fachpersonal zwingt zu neuen Überlegungen. Die Vorstellungen in den einzelnen Dörfern dazu sind unterschiedlich. Sie reichen von gar nichts verändern über eine Zentralisierung und Zusammenlegung nur der Verwaltungen bis hin zur Bildung einer Einheitsgemeinde Hexental.
Der Gemeinderat Horben hat sich für die gemeinsame Zentralverwaltung ausgesprochen. Aus meiner persönlichen Sicht könnte das allenfalls eine Vorstufe zur Einheitsgemeinde sein. Der angestrebte Konstrukt Zentralverwaltung würde keines der Probleme dauerhaft lösen. Weder würde Geld eingespart noch würden die Dinge vereinfacht. Außerdem würden viel zu viele Stellen weiterhin ein Mitspracherecht beanspruchen. Wirkliche Entlastung und Vereinfachung brächte nur die Bildung einer Einheitsgemeinde!
Wenn ich am Horbener Ratstisch frage was denn gegen die Einheitsgemeinde spricht ernte ich zunächst einmal Schweigen. Ein wirkliches Argument habe ich dazu noch nicht gehört. Lediglich die aus meiner Sicht wohlfeile Floskel: "Wir wollen unsere dörfliche Identität bewahren!"
Was genau damit konkret gemeint ist konnte mir bisher niemand erklären! Welche Veränderungen werden denn befürchtet? Nach außen hin wären das zunächst einmal die Aufschrift auf den Ortsschildern: Dort könnte nach der Eingemeindung stehen: Horben Gemeinde Hexental Landkreis Breisgau Hochschwarzwald. Mich persönlich würde das jetzt nicht sonderlich stören!
Würde sich unser lebendiges Vereins- und Gemeindeleben nachteilig verändern? Warum sollte es das? Der Blick in unseren Nachbarort St. Ulrich sollte diese Befürchtung nachhaltig zerstreuen: Was diese 300 Einwohner auch 50 Jahre nach der Eingemeindung nach Bollschweil sich an Gemeindeleben bewahrt haben steht dem einer politisch selbständigen Gemeinde nicht nach. Auch bei uns würde kein Verein und keine Institution aufgelöst. Die nach Freiburg eingemeindeten Stadtteile Ebnet, Kappel, Waltershofen, Opfingen, Munzingen....haben nach wie vor ihren Musikverein, ihre Sportvereine, Feuerwehrabteilungen, Ortsverwaltungen usw. Es liegt allein an den Menschen was sie draus machen.
Würden sich die Menschen in den einzelnen Ortsteilen des Hexentales verändern? In früheren Zeiten wurden den Menschen in den einzelnen Dörfern unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben: Wir Horbener galten als streitsüchtiges diebisches Bergvolk! Tatsächlich waren wir Horbener ein besonderer Menschenschlag: Wir waren arm, die Winter waren lang und kalt, die Böden waren lange nicht so fruchtbar wie unten im Tal. Unsere Vorfahren konnten im Kampf ums Dasein früher nicht zimperlich sein. Auch untereinander sind wir nicht sonderlich liebevoll miteinander umgegangen.
Doch diese besondere Horbener DNA gibt es längst nicht mehr! Unsere Bevölkerung ist heute genauso städtisch geprägt wie die Einwohner in allen anderen Vorortgemeinden. Über die Hälfte der heutigen Horbener sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten meist aus städtischen Regionen zugezogen. In den noch hier lebenden Altfamilien stammt ganz überwiegend ein Elternteil nicht aus Horben. Im elfköpfigen Gemeinderat sind noch vier gebürtige Horbener. Von denen haben drei einen Elternteil aus einer anderen Gegend. Der einzige "reinrassige" Horbener im Gemeinderat bin ich! So ist es auch in den Vereinen und Institutionen.
Der ganz überwiegende Teil der Horbener Bevölkerung geht morgens früh fort und kehrt abends spät zurück. Mit der "ländlichen Prägung" haben die meisten nur dann noch zu tun wenn ihnen einer der verbliebenen wenigen Bauern am Samstag Gülle unter den Balkon kippt. Der Nachwuchs geht nach Freiburg zur Schule und in die Disco. Wir kaufen in Freiburg ein und wir nutzen in Freiburg die Sport- und Kulturangebote. Unsere Ämter und Behörden liegen in Freiburg. Unser einziger richtiger Verkehrsweg führt direkt nach Freiburg. Die Stadt Freiburg organisiert unseren ÖPNV und unsere Wasserversorgung. Bei genauer Betrachtung sind wir längst Teil von Freiburg!
Die Themen in unserem Dorf sind die gleichen wie in allen anderen Orten auch! Welche "ureigene dörfliche Identität" will man also bewahren? Welche Nachteile hätten wir wirklich? Gäbe es nicht auch Vorteile? Warum weigert man sich mehrheitlich auch nur darüber zu reden? Fürchtet man den Verlust der eigenen Bedeutung? Statt zehn GemeinderätInnen gäbe es dann nur noch sechs OrtschaftsrätInnen. Unser Bürgermeister wäre nur noch Ortsvorsteher.
Wären das vom Ganzen her gesehen so gravierende Nachteile? Wo lägen die Vorteile? Sind wir als politisch autonome Gemeinde überhaupt noch existenzfähig? Diese Diskussion müssen wir führen! Und zwar nicht länger im Rathaus-Hinterzimmer! Im offenen Austausch mit der Bevölkerung! Ich werde hier nicht mehr lockerlassen!
Horben: Verschiedene lokale Themen:
22.08.2026
Gestern berichtete ich über einen Flächenbrand im Horbener Ortsteil Katzental. Als mögliche Brandursache wurde eine Glasscherbe oder eine weggeworfene Flasche in den Raum gestellt. Ein dort wohnender Mitbürger vermutet eine andere Ursache:
Kurz vor dem Brand sei im Katzental die Stromversorgung ausgefallen. An dem in der Nähe des Brandortes stehenden Hochspannungsmasten waren die Sicherungen durchgebrannt. Mein Kontakt geht davon aus dass sich durch den herrschenden Wind zwei Drähte der Freileitung berührt hätten. Der dadurch entstandene Lichtbogen könnte in den Boden abgeleitet worden sein und so den Flächenbrand ausgelöst haben.
Auch diese Version klingt plausibel. Was die Ursache auch gewesen sein mag: Zum Glück konnte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle bringen und löschen!
Die im Dezember bei uns stattfindende Bürgermeisterwahl wird in Horben langsam zum Thema. Zu meiner Meldung dass mehrere Bewerber ihre Kandidatur angekündigt haben gingen gestern ein halbes Dutzend Reaktionen ein. Meist waren es Fragen nach der Identität der Bewerber. Die meisten Nachfragenden sind erstaunt dass sich gleich zwei wählbare Personen um das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters in unserer kleinen Gemeinde bewerben wollen.
Ich selbst bin eher erfreut darüber als erstaunt. So haben unsere Wählerinnen und Wähler die Auswahl unter mehreren Personen. Über die Namen und die Identität der künftigen Kandidaten werde ich solange nichts sagen bis ich von beiden Personen "grünes Licht" erhalte. Am 19. September beginnt die offizielle Bewerbungsfrist. Dann werden die Bewerber sich selbst vorstellen. Vielleicht kommen ja noch weitere BewerberInnen dazu?
Auch ich verspüre bereits ein zunehmendes Kribbeln: Unsere eigene Wahl will ich als Berichterstatter und Kommentator ebenfalls eng begleiten. Den künftigen Bürgermeister erlebe ich ab März 27 nach Ferdinand Zimmermann, Valentin Schweiger, Werner Dammert, Markus Riesterer, Dr. Benjamin Bröcker als die sechste Person in diesem Amt. Als Gemeinderat habe ich mit den drei Letztgenannten am Ratstisch zusammengearbeitet. Von daher habe ich schon einige Veränderungen in unserem Rathaus erlebt.
Als dienstältester Gemeinderat, der selbst zwei Mal um dieses Amt kandidiert hat, werde ich sicher nicht nur still dabei sitzen und aufmerksam zuhören. Auch wenn meine Stimme notleidend ist werde ich Wege finden um meine Meinung in die anstehenden Diskussionen einzubringen! Mein eigenes Abstimmungsverhalten werde ich von der Haltung der Bewerber vor allem zu zwei Themen abhängig machen:
Zum einen will ich deren Meinung zur Interkommunalen Zusammenarbeit mit anderen Kommunen erfahren. Ich erwarte dass dieses Thema in der Vorwahlzeit endlich öffentlich angesprochen wird. Bisher läuft da eine mehr oder weniger geheime Hinterzimmerpolitik. Der Großteil des Gemeinderates scheut sich ganz offenkundig transparent mit dem Thema umzugehen.
Die Hauptsorge scheint zu sein: "Wie sage ich es meinen Wählern?" Doch darum kann es nicht gehen. Die Aufgabe ist es jetzt den Bürgern die Notwendigkeit zu Veränderungen zu erklären und ihnen die möglichen Alternativen vorzustellen. Und sie dann Zug um Zug auf dem Weg mitzunehmen. Aus meiner Sicht hat der Gemeinderat nicht das Recht über die Köpfe der Bürgerschaft hinweg irgend einen Weg zu favorisieren oder eine der möglichen Alternativen auszuschließen!
Mein zweiter Schwerpunkt wird auf den Gemeindefinanzen liegen. Auch da sehe ich im Kollegium zu wenig Einsicht in die Realität. Man sprüht nur so vor Ideen was man alles so machen könnte und machen sollte. Bei der Frage nach der Finanzierung herrscht meist kollektives Schweigen.
Tatsache ist dass wir eigentlich gar nichts mehr machen können! Wir haben am Ende des Tages bis zu drei Millionen Euro Schulden. Selbst ohne weitere Investitionen sind wir nach 2030 nicht mehr liquide. Wir müssen die Wasserversorgung sicherstellen (pi x Daumen 7,5 Millionen), zum Hochwasserschutz im Hexental beitragen ( 500.000) und die maroden Gemeindestraßen sanieren. Wo das Geld nur dafür herkommen soll ist mir persönlich absolut schleierhaft!
Zum Thema Gemeindefinanzen habe ich gehört dass eine größere Freiburger Vorort-Gemeinde ein Darlehen zu einer sicher notwendigen und sinnvollen Investition mit einer Laufzeit über 50 Jahre aufgenommen hat! Daran werden noch die Urenkel der heutigen Gemeinderäte zu knabbern haben! Ich nenne das nur als Indiz wie fragil unser gesamtes Finanzwesen inzwischen ist!
