Umwelt - Natur - Landwirtschaft - Selbstversorgung
Landwirtschaft: Biolandbau könnte auch 10 Milliarden Menschen ernähren!
29.08.2026Landwirtschaft:
Am 16.08. veröffentlichte ich einen Beitrag unter dem Titel: Landwirtschaft: Mehr Geld nur für mehr Nachhaltigkeit! Darin ging ich auf die Forderung der bäuerlichen Berufsverbände nach mehr finanzieller Unterstützung für die Bauern ein. Infolge der diesjährigen Trockenheit seien die Erträge eingebrochen. Dafür sollten die landwirtschaftlichen Betriebe unterstützt und entschädigt werden.
Ich sehe ein dass die Landwirtschaft ein grundlegender Bereich in jeder Gesellschaft ist. Doch die zunehmend industriell betriebene Landwirtschaft ist auch ein Teil des Problems. Sie trägt immerhin gut 10% zum menschengemachten Klimawandel bei. Die Landwirtschaft ist auch zu einem erheblichen Anteil am Artenschwund, an der Wasserproblematik und an der schwindenen Bodenfruchtbarkeit beteiligt. Die Landwirtschaft hat also einen Teil ihrer Probleme mitzuverantworten.
Meine Aussage rief einen Vertreter eines bäuerlichen Berufsverbandes aus Württemberg auf den Plan: Er findet meine Meinung geradezu als ungeheuerlich! Er zählte mir alle gesellschaftlichen Leistungen auf die durch Landwirte erbracht würden. Er vergaß auch nicht zu erwähnen dass die Landwirte uns alle ernähren. Ohne Bauern würden wir alle elendiglich krepieren!
Im weiteren Verlauf der mehrtägigen "Diskussion" kam von dort die Aussage, dass durch 100%-igen Ökolandbau die wachsende Weltbevölkerung nicht ernährt werden könnte. Im Jahr 2050 würden voraussichtlich 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Um soviele Menschen durch Ökolandbau zu ernähren müsste die weltweite Agrarfläche um 37% ausgeweitet werden. Soviel zusätzliche Fläche sei notwendig um die im Ökolandbau geringeren Erträge auszugleichen. Diese zusätzliche Fläche stünde nicht zur Verfügung. Schon heute würden 800 Millionen Menschen hungern.
Die Meinung meines Diskussionspartners: Um 10 Milliarden Menschen satt zu bekommen müsse mehr statt weniger gedüngt werden, müssten noch wirksamere Pestizide und Herbizide eingesetzt und noch leistungsfähigere Nutztiere gezüchtet werden. Die Forschung müsste intensiver zum Thema Gentechnik und Züchtung forschen und entwickeln. Das koste Geld und das müsse zur Verfügung gestellt werden!
Ich habe die ausufernde Diskussion mit diesem Funktionär dann abgebrochen. Ich war erschrocken von dessen verengter Denkweise! Er plapperte Wort für Wort die interessengeleiteten Argumente der Chemischen Industrie, der Düngemittelwirtschaft und der Landtechnik nach! Über die ökologischen Belange und über die Tatsache dass die Landwirtschaft mit an dem Ast sägt auf dem wir alle sitzen verlor dieser (nach eigener Aussage) "Vollblut-Bauer" kein Wort.
Diese geführte Diskussion veranlasst mich das Thema "nachhaltigere Landwirtschaft" künftig verstärkt in meinen Blog einzubinden! Dazu werde ich diese Seite erweitern. Dass der Biolandbau keine 10 Milliarden Menschen ernähren könnte ist nämlich längst widerlegt! Auch andere interessengeleitete Behauptungen sind längst überholt. Die Landwirtschaft hat viel Potential um mit dem Klimawandel adäquat umzugehen. Doch dazu muss der mehrheitliche Wille vorhanden sein. Dazu müssten wir Menschen allerdings auch unsere Ernährung und andere Verhaltensweise ändern:
Derzeit verzehren wir pro Kopf täglich um die 3000 Kalorien. In den USA sogar 3800 cal. Das ist in hohem Maße ungesund. Wir müssten weniger tierische Lebensmittel (Fleisch, Eier, Milch) verzehren. Die Nutztierbestände müssten deutlich sinken. Dann würden heute noch für den Anbau von Tierfutter (Soja, Mais, Weizen) genutzte Agrarflächen frei. Darauf könnten Erbsen, Bohnen und andere Eiweißpflanzen angebaut werden.
30% der erzeugten Lebensmittel werden weggeworfen: Zum einen weil die Erntemenge regional zu groß ist, weil die Früchte zu groß oder zu klein sind, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, weil zu viel eingekauft wurde, weil es nicht geschmeckt hat... Wenn 800 Millionen heute hungern müssen dann nicht weil es zu wenig Lebensmittel auf der Welt gibt. Sie sind ungleich verteilt. In den Hungerländern fehlt es zudem an Fachwissen und Ausbildung, an Lager-, Taransport- und Kühltechnik und auch an der nötigen Vorsorge gegen Umwelteinflüsse!
An diesen Stellschrauben muss gedreht werden! Nicht die zerstörerischen Praktiken zementieren und mit mehr Geld immer weiter zu verschärfen. Investiert werden muss in nachhaltige Ökologie. Industrieknechte wie der oben zitierte Württemberger Verbandsfunktionär stellen dabei ein Hindernis dar das schnellstens durch aufgeklärte Fachleute beseitigt werden sollte!
In diesem Sinne werde ich diese Seite künftig bearbeiten! Mein Projekt Waldgarten passt zu diesem Thema gut dazu. Ob die Überschrift über der Seite so bleiben kann oder ob die gesamte Blog-Struktur verändert werden muss wird sich zeigen. Inhaltlich wird mein Fokus jedenfalls verstärkt auf das Thema Nachhaltigkeit ausgerichtet werden!
Landwirtschaft: Das Pfeifen im Walde?
26.08.2026
Meine Projekt Waldgarten und die Betrachtung landwirtschaftlicher/ ökologischer Themen im Blog war Thema einer besonderen Belustigung bei einem Treffen regionaler Landwirte. Einige Teilnehmer die mich offenbar persönlich gut kennen machten sich lustig über mein Waldgarten-Projekt. Vor allem meine Aussagen zur Fremd- und Selbstversorgung sollen kollektives Schenkelklopfen hervorgerufen haben.
Von einem Horbener Teilnehmer in der Runde wurde die Geschichte unseres Hofes angesprochen. "Mein Geschwätz" sei typisch für Leute die mit ihrem Hof "Schiffbruch erlitten" hätten. Ich hätte mich als untauglich zum Erhalt unseres Hofes erwiesen und will anderen jetzt sagen was sie alles falsch machen.
Es ist nicht so dass mich solche Aussagen noch interessieren würden. Mit solchem Geschwätz muss ich schon seit Jahrzehnten leben. Doch was da in dem oben genannten Kreis gesagt wurde ist so rufschädigend und so perfide dass ich an dieser Stelle darauf doch eine Antwort geben muss:
Ich habe 1980 ein in allen Bereichen marodes Anwesen übernommen. Den Hof hatte ich als Kleinkind geerbt. Von der Erbschaft habe ich erst mit meiner Volljährigkeit erfahren. Die Ausschlagungsfrist war zu dem Zeitpunkt verstrichen. Ich sah mich von einem Tag auf den anderen mit Forderungen konfrontiert die ich nicht begründet hatte und die ich zumindest in dem Umfang auch nicht kannte. Betriebsmittel waren keine vorhanden doch hatte ich Verpflichtungen zu übernehmen.In Gutachten vom Landwirtschaftsamt und von Banken wurde nachgewiesen dass ich Besitzer eines wirtschaftlichen Totalschadens geworden war.
Heute ist der Merkerhof eine wirtschaftlich und substanziell gesicherte Institution. Mehr ist dazu hier nicht zu sagen. Der Hof trägt sich selbst. Ohne einen Cent Subvention, ohne staatliche Unterstützung und weitgehend ohne Unterstützung Dritter. Der Hof bietet drei Familien und zwei Einzelpersonen angemessenen und bezahlbaren Wohnraum. Auf dem Hof lastet nicht ein einziger Cent Schulden. Für Zukunftsinvestitionen stehen Rücklagen zur Verfügung. Unser persönliches Auskommen ist voraussichtlich dauerhaft gesichert. Ich habe es absolut nicht nötig zu jammern und um öffentliche Unterstützung zu betteln.
Damit habe ich einigen oder gar den meisten aktiven Landwirten sehr viel voraus. Einige der so "Erfolgreichen" werden den bitteren Weg den ich gehen musste erst noch antreten müssen. Ich wünsche es keinem. Ganz sicher nicht. Doch ich lasse mich nicht in der Weise wie oben beschrieben verleumden. Schon gar nicht von dem der in der Runde das große Wort geführt hat!
Ich habe nicht Schiffbruch erlitten: Ich habe den Großteil der zum Hof gehörenden Grundstücke verkauft. Danach mit jedem einzelnen Cent zuerst übernommene Schulden bezahlt, dann ein Mehrfamilienhaus gebaut und gleichzeitig auf dem Hof Ordnung geschaffen. Das ging nicht ohne Schmerzen. Das haben mir auch nur wenige zugetraut. Doch es ist gelungen!
Niemand hat mir dabei geholfen. Im Gegenteil: Einzelne Hyänen wollten die Reste aus der betriebenen Zwangsversteigerung unter sich aufteilen. Das konnte ich verhindern. Auf das Erreichte bin ich stolz und ich wünsche jedem Kollegen dass er für seinen Hof am Ende des Tages ebenfalls gute Lösungen findet! Einige sind bereits auf einem guten Weg dazu. Andere handen nach dem Prinzip:" Augen zu und durch!"
Dass ich jetzt auch für meine mir verbliebenen Grundstücke eine sinnvolle Verwendung suche kann man von mir aus als "grüne Traumtänzerei" abtun! Das stört mich nicht. Ich habe bewiesen dass ich strategisch denken kann. Die meisten meiner Voraussagen sind genau so eingetroffen wie ich es vorausgesehen habe. Übrigens auch bezüglich der kommunalpolitischen Entwicklung unseres Dorfes. Die Gemeinde Horben steht heute genau an dem Punkt den ich es bereits 2005 und 2006 vorausgesagt habe.
Und glauben Sie mir: Ich verfolge keine Träume! Hinter meinen Gedanken steht auch hier ein durchdachtes Konzept: Die unausweichlich bevorstehenden politischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungen werden gesellschaftliche Veränderungen bewirken auf die ich mich vorzubereiten versuche:
Wenn mir die Zeit bleibt wird der Merkerhof wieder zu dem werden was er über Hunderte von Jahren war: Ein Ort an dem seine Bewohner die Basis ihrer Existenz finden: Wohnraum, Grundversorgung, Zukunft. Nicht als Bauernhof im herkömmlichen Sinne. Als Gärtnerhof mit Kleintierhaltung. Ökologisch nachhaltig, wirtschaftlich tragfähig und sozial inspirierend. Das ist der Plan und dazu ist das Projekt Waldgarten der Anfang.
Ein weiter Weg den ich selbst wohl nicht zu Ende gehen kann. Doch ein Stück weit will ich voran kommen, ich will lernen und denen die nach mir kommen einen Weg aufzeigen. Ich werde Verfügungen treffen die den Weg in diese Richtung sicherstellen.
Ich kann verstehen dass man über meine Pläne und Gedanken lächeln kann. Doch absurd sind sie nicht. Die Entwicklung wird es zeigen! Insofern sehe ich das anhaltende Lästern über mich als das berühmte Pfeifen im Walde! So langsam dämmert es einigen dass sie selbst sich auf dem falschen Dampfer befinden und nicht mehr aussteigen können! Sie beneiden mich um meine Beinfreiheit während sie sich in dieser rauhen See in Gottes Hand begeben müssen!
Wie gesagt: Ich wünsche viel Glück! Dass ihr Betteln Erfolg hat und der Strom der Subventionen nie versiegen möge!!
Landwirtschaft: Mehr Geld nur für mehr Nachhaltigkeit!
16.08.2026
Ein wichtiges Thema in der Umwelt- und Klimadebatte ist die Gefahr für die Ernährungssicherheit. Wer die aktuelle Hitzewelle unter diesem Aspekt sieht der muss sich um die Zukunft der heimischen Landwirtschaft Sorgen machen. Vertrocknete Feldfrüchte, "verbrannte" Wiesen und Weiden, leidende Bäume, Wassermangel, fehlendes Winterfutter für Tierhalter, hohe Preise für Treibstoffe und Düngemittel bei fallenden Preise für Schlachtvieh und vieles mehr sind dabei die Themen der Stunde.
Kein vernünftiger Mensch wird die Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft kleinreden. Nicht nur für die Ernährung der Menschen. Auch beim Natur- und Denkmalschutz, als Wirtschaftsfaktor und als wichtige Säule vor allem im dörflichen Sozialgefüge hat der Agrarbereich wichtige Funktionen. Als ein Beispiel sehe ich aktuell die Beteiligung von Beuern mit ihren Traktoren und Güllefässern bei der Bekämpfung von Waldbränden.
Die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft ist aus meiner Sicht im Interesse der Gesellschaft. Ich sehe es als unabdingbar an die Landwirte in die Bemühungen um eine Milderung der Klimawandelfolgen einzubinden. Ohne deren Mitwirkung kann wirksamer Klimaschutz nicht funktionieren.
Dazu gehört jedoch auch dass die Landwirte bereit sind über ihren Anteil an der Klimakrise zumindest nachzudenken. Ich bin weit davon entfernt dem einzelnen Landwirt die Schuld am Klimawandel zuzuweisen. Dahinter stehen Fehlentwicklungen für die die wir alle die Verantwortung tragen. Schuldzuweisungen an einzelne Bereiche sind unberechtigt und bringen uns nicht weiter.
Doch erwarte ich schon dass auch der Agrarbereich seinen Teil der Verantwortung übernimmt und sich in Richtung Nachhaltigkeit verändert. Die Landwirtschaft trägt zu 10% an den Klimagas-Emissionen bei, sie ist maßgeblich am Artenschwund beteiligt und sie trägt ein hohes Maß zum Schadstoffeintrag im Grundwasser bei. Das sind nur drei Beispiele von mehreren.
Die Einsicht in ihre Verantwortung sehe ich beim Großteil der Landwirte leider nicht! Viele Bauern werden regelrecht pampig wenn man von den ökologischen Belastungen durch Monokulturen, Massentierhaltung, Pestizid-Einsatz, Überdüngung, Übertechnisierung, Bodenverdichtung oder von unhaltbaren Tierwohl-Zuständen spricht. Doch die Verantwortung ist gegeben: Wenn am Feldberg in 1400 m Höhe Pestizid-Rückstände aus dem Rheintal nachgewiesen werden dann ist daran nicht der Wind schuld! Die Verantwortung trägt derjenige der diese Mittel in Umlauf bringt! Egal wie die Vorschriften auch sein mögen!
Gestern habe ich die Rede von DBV-Präsident Ruckwied auf dem Bauerntag in Freiburg gehört. Ellenlange Klagen darüber wie die Bauern unter dem Kliawandel zu leiden hätten! Ernteausfälle, Preisverfall, Kostensteigerungen, Bürokratie, mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung, Höfesterben. Wie man es bei Ruckwied kennt: Den Bauern geht es so schlecht wie nie!
Der zweite Teil der Rede ebenfalls typisch Ruckwied: Ellenlange und sattsam gehörte Forderungen nach mehr Geld, höheren Subventionen, Bürokratieabbau, Befreiung von Auflagen und Beseitigung von Vorschriften. Die Bauern wollen selbst entscheiden wie sie mit ihrer Mitwelt umgehen! Vorrang haben bei Ruckwied & Co. ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen "der Betriebe"!
Kein Wort von Ruckwied über eine Mit-Verantwortung seiner Branche für den Klimawandel. Keine Einsicht in die Notwendigkeit auch nur zu kleinen Veränderungen! Man will zwar Ersatz für die Verluste durch den Klimawandel. Aber selbst zu einer Verbesserung beitragen will man nicht. Jeder Vorschlag wird reflexartig abgeblockt:
Etwa eine Deckelung bei den Subventionen einführen und dafür die kleinen Betriebe mehr unterstützen? Das geht auf keinen Fall! Da würde Ruckwied ja gegen seine eigenen Interessen handeln! Und die vom Bauernsterben bedrohten Kleinbauern klatschen ihren eigenen Henkern im DBV noch frenetisch Beifall! Das mag verstehen wer will! Statt mit Traktoren in den Städten die eigenen Kunden zu verärgern sollten sie sich eher gegen die Nutznießer in den eigenen Reihen zur Wehr setzen.
Bauern sollen stärker unterstützt werden auf dem Rückweg zu nachhaltiger Bewirtschaftung! Die Steuerbefreiung für Agrardiesel und für landwirtschaftliche Fahrzeuge war jedoch ein Beispiel für die völlig falsche Richtung! Stattdessen wäre eine stärkere Förderung von energiesparenden Konzepten, Kooperationen, von bäuerlichen Strukturen,, geringeren Tierbesatz, Agroforstwirtschaft wesentlich zielführender! Doch das will man nicht! Man will aber entschädigt werden für Schäden die man selbst mit verursacht hat!
Solange sich der Berufsstand mehrheitlich jeglicher Nachhaltigkeits-Diskussion verweigert solange muss auch nicht über Ersatz für Ernte-Ausfälle etc. aus der Staatskasse gesprochen werden!
Selbstversorgung: Ein Beitrag!
12.08.2026
Trotz extremer Hitze, Dürre und Trockenheit leistet unser Waldgarten einen wesentlichen Beitrag zu unserer Ernährung. Auf dem Bild unten sehen Sie meine gestrige Ernte: Kartoffeln, Zucchini, Rote Bete, Zwetschgen, Brombeeren und Eier. Im Garten stehen noch Rotkohl, Weißkohl, Tomaten, Gurken und Kürbisse. In der Kühltruhe liegen bereits Beeren, Erbsen und Bohnen. An den Bäumen hängen noch Äpfel und Birnen.

Ich will hier nicht prahlen: Die Ernte ist dieses Jahr nicht gut! Kartoffeln und Äpfel sind klein, Tomaten sind nicht richtig saftig. Von allem gibt es weniger als erhofft und oft in geringerer Qualität. Dennoch können wir derzeit einen großen Teil unserer Lebensmittel aus dem eigenen Garten und aus dem Hühnerstall entnehmen.
Dass ich überhaupt etwas ernten kann verdanke ich meinem Regenwasservorrat. Das Wasser von meinem Scheunendach wird aufgefangen und zum Gießen im Garten eingesetzt. Für meine Außenwirtschaft nutze ich keinen Tropfen Trinkwasser. Meine Regentonnen geben her was ich im Garten, zum Putzen von Geräten und zum Tränken meiner Hühner und Kaninchen benötige.
So langsam geht mein Regenwasser zur Neige. Über den Daumen gepeilt reicht der Inhalt der Wassertonnen noch sechs Tage. In der Zeit sollte es nochmal mindestens ein heftiges Gewitter geben. Besser wären mehrere Tage ergiebigen Regen. Wenn dann alle meine Fässer wieder voll sind habe ich für dieses Jahr in dem Punkt ausgesorgt.
Für nächstes Jahr muss ich mehr tun! Ich werde zwei Zisternen mit je 6 m³ Fassungsvermögen installieren lassen. Auf einer höheren Ebene als meine Beete so dass ich nicht pumpen muss. Dann brauche ich nur einen Schlauch anschließen und den Hahn öffnen. Ich werde mir das Tröpfchen-System eines befreundeten Biogärtners genauer anschauen. Vielleicht macht so etwas in meinem Garten auch Sinn?
Mir ist klar, dass ich für mein Tun vielfach milde belächelt werde! Selbstversorgung mit Lebensmitteln hört sich nach Traumtänzerei eines unterbeschäftigten Rentners an! Ich weiß dass sich das derzeit nicht rechnet. Mir geht es dabei auch nicht in erster Linie um den Ertrag. Mir geht es darum meine Ressourcen an Fläche und Zeit sinnvoll zu nutzen. Meine wesentlichen Ziele sind höhere ökologische Standards, mehr Artenvielfalt und die Erarbeitung von Wissen und Erfahrung. Ich bin mir sicher dass der Tag kommen wird an dem ein fruchtbarer Garten mehr wert ist als ein dickes Bankkonto!
Der Begriff Selbstversorgung geht aus meiner Sicht über die Versorgung mit Lebensmitteln hinaus: Selbstversorgung bedeutet für mich ein Stück weit Unabhängigkeit von Geld und sicheren Einnahmen! In einer Zeit in der selbst bei Weltfirmen die Arbeitsplätze zu Zig-Tausenden auf der Kippe stehen gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung!
Ein Prinzip meines seligen Großvaters lautete: "Was ich nit kaufe mueß mueß ich nit ufftriebe!" (Was ich nicht kaufen muss muss ich nicht erwirtschaften"! Das gilt für Lebensmittel genau so wie für Waren und Dienstleistungen aller Art. Je stärker ich von Handwerkern, Lieferanten, Hauspersonal, Dienstleistern, Beratern, Bankern abhängig bin um so mehr bin ich auf ein hohes Einkommen und auf einen sicheren Arbeitsplatz angewiesen.
Dann bin ich gefangen im berühmten Hamsterrad! Was ich selbst erledigen oder herstellen kann oder was ich selbst weiß muss ich nicht einkaufen und nicht bezahlen. Dann kann ich zur Not auch mit weniger Geld auskommen. Von daher beneide ich jeden handwerklichen Allrounder um seine praktischen Fähigkeiten. Die gehen mir leider in vielen Bereichen ab. Um so dankbarer bin ich für mein Netzwerk!!
Agroforstsysteme - Forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Nutzung gleichzeitig:
02.08.2026

Unter dem Eindruck der verheerenden Waldbrände in Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Türkei habe ich mich zuletzt intensiver mit dem Ökosystem "Wald" befasst. Der Zustand unserer regionalen Wälder zeigt dabei ganz deutlch dass Nadelwald-Monokulturen dem Klimawandel nicht standhalten werden. Unter Forst-Fachleuten ist es Konsens dass Wälder anders aufgebaut werden sollten. Weg von dunklen Nadelwäldern hin zu klimaresistenten lichten Laubwäldern. Dies würde vor allem die Artenvielfalt auf den Flächen in hohem Maße fördern.
Die heute übliche Trennung zwischen Wald und Agrarflächen ist relativ neu. Von der Steinzeit an bis ins 19. Jahrhundert war die Waldweide die gängige Bewirtschaftungs-Methode. Nutztiere wie Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine wurden zur Weide in den Wald getrieben. Durch Verbiss und Zertritt verhinderten sie Verbuschung und Verdornung. Durch ihre Exkremente wurde der Boden gedüngt. In Kuhfladen und Pferdeäpfeln entstanden Lebensräume für Würmer, Fliegen und Insekten. Diese wiederum dienten Vögeln als ergiebige Futterquellen.
Eigentlich war die Waldweide ein perfektes Ökosystem mit hoher Biodiversität. Diese Methode hatte einen Nachteil: Die Selbstverjüngung der Wälder wurde verhindert. Triebe junger Bäume wurden genauso abgefressen und entrindet wie Dornen und Sträucher. Daher wurde die Waldweide mit Beginn der systematischen Forstwirtschaft verboten. Seit 1902 gilt die strikte Trennung zwischen Agrarflächen und Wald.
In den letzten Jahren wird die Waldweide punktuell wieder zugelassen. Unter bestimmten Auflagen wird auf kleinen Flächen untersucht wie sich eine geordnete Waldweide-Bewirtschaftung auswirkt. Bei den Projekten steht nicht der landwirtschaftliche Ertrag im Vordergrund. Untersucht werden hauptsächlich die Auswirkungen auf die Artenvielfalt. So werden zum Beispiel im Taubergießen Teile der Rheinauen durch Rinderherden beweidet.
Im Rahmen meiner Recherche bin ich auch auf den Begriff "Agroforstsysteme" gestoßen. Dabei werden Bäume und Sträucher mit landwirtschaftlicher Nutzung kombiniert. Eine bekannte Form sind die Streuobstwiesen. Hier wird auf der selben Grünfläche Obstbau und Grünland-Wirtschaft gleichzeitig betrieben. Die Bäume liefern Früchte und Schatten. Die Wiese darunter liefert Tierfutter.
Interessant finde ich auch die Kombination "Energieholz" und "Hühnerhaltung". Hier werden sogenannte Kurzumtriebs-Plantagen mit Weiden, Robinien, Haselnuss etc. angelegt. Das Holz wird nach ca. 5 Jahren abgeschnitten und zu Hackschitzeln verarbeitet. Die Wurzelstöcke schlagen wieder neu aus. Zwischen den Gehölzen stehen "Hühnermobile". Die Hühner weiden zwischen den Büschen und suchen dort ihr Futter.
Das alles hört sich plausibel an. Doch dabei gilt es vieles zu beachten. Nicht auf jeder Fläche sind solche Methoden machbar und sinnvoll. Auch die Wirtschaftlichkeit ist jeweils im Auge zu behalten. Doch als Teil von Lösungen könnten derartige Nutzungen zur ökologischen Aufwertung von Flächen beiträgen.
Zum besseren Verständnis habe ich unten ein paar Links eingefügt die zu passenden Beispielen führen:
