Im Alltag:

Aus meinem täglichen Umfeld!

Modernste Technik von gestern:

12.04.2026

Bei der Bewirtschaftung meines "Wildnisgartens" bin ich bemüht möglichst ohne Benzin oder Strom auszukommen. Ganz ohne externe Energie geht es zwar nicht. Dazu ist die Fläche zu groß. In Spitzenzeiten kommen bei mir daher immer wieder auch Motorsäge, Motorsense, Rasenmäher und verschiedene elektrische Kleingeräte zum Einsatz. Da ich jedoch 24 KW Photovoltaik auf dem Dach habe muss ich deshalb kein schlechtes ökologisches Gewissen haben.

Doch derzeit komme ich noch gut mit mit Spaten, Hacke, Gabel und Rechen aus. Seit einer Woche bin ich zudem mit der Sense zugange. Zwar ist das Gras noch nicht sehr hoch. Doch für meine Hühner und das Kaninchen brauche ich jeden Tag frisch gemähtes Gras. Das mähe ich selbstverständlich mit der Sense von Hand.

Sensen haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie werden mit der Zeit stumpf und müssen dann zuerst gewetzt und zwei/ drei Mal pro Saison gedengelt werden. Schon das Mähen mit der Sense will gelernt sein. Doch das konnte ich schon im Alter von 12 Jahren. Mein Großvater hatte mir damals eine Sense geschenkt und mir den Umgang damit beigebracht. Auch das Wetzen hatte ich bei Opa gelernt. Doch mit dem Dengeln sollte ich noch warten. Opa meinte dass das für mich nicht ganz ungefährlich sei. Dabei könne man sich leicht verletzen. Deshalb dengelte er auch immer meine Sense mit.

Irgendwann hatte ich dann keine Zeit mehr um mich mit der Sense zu beschäftigen. Erst im Rentenalter brach sich mein Umwelt-Bewusstsein wieder Bahn. Ich kaufte eine neue Sense und einen Wetzstein. Bald hatte ich auch das Mähen wieder drauf! Das Problem war: Ich konnte immer noch nicht dengeln! In meinem Umfeld gab es niemanden der es mir hätte beibringen können. Ein paar ungeschickte "Learning bei Dooing-Versuche" endeten damit dass ich mir ein neues Sensenblatt kaufen musste!

In einem Anzeigenblatt las ich von einem VHS-Kurs in Buchenbach der das Dengeln zum Inhalt hatte. Das klappte dort dann auch recht gut. Doch da kam das nächste Problem: Ich hatte gar keinen richtigen Dangelstock! Was ich hatte waren untaugliche Provisorien. Doch ich wollte richtig ausgerüstet sein. In keinem Baumarkt fand ich ein passendes Angebot! Wer kauft heute noch einen Dangelstock? Die Verkäufer in den angefragten Garten- und Baumärkten wussten meist nicht einmal was das ist.

In meiner Not fragte ich das größte Universal-Genie das ich kenne: Joe Steffi ließ sich das Ding beschreiben. Ein paar Tage später stand das oben abgebildete Gerät vor meiner Haustür! Ein toller massiver Sitz-Bock mit vorne eingearbeitetem Dangelkopf. Seither habe ich stets eine scharfe Sense!

In Horben heißt es nicht umsonst: "Nicht verzagen - Josef Steffi fragen!" Ohne seinen Rat und seine Tat wäre ich schon mehrfach ziemlich aufgeschmissen gewesen!

Heute findet übrigens beim Waldhaus an der Wonnhalde in Freiburg-Wiehre eine tolle Veranstaltung zum Thema Waldgarten statt: Ein "Tag der offenen Waldgartentür" mit Führung und Mitmach-Möglichkeit. Da werde ich bestimmt nicht fehlen. Das Thema Wildnis- oder Waldgarten fasziniert mich nach wie vor in hohem Maße. Unter diesem Link finden Sie die genaue Beschreibung.

Waldgarten: Offene Gartentür (April) | WaldHaus-Freiburg

 

Wer nicht säät wird auch nichts ernten....

09.04.2026

Gestern machte ich einen zweiten Anlauf um meine Gemüsebeete zu bepflanzen. Auf dem Bild rechts sehen Sie ein Hochbeet in das ich bereits Mitte März je zwölf Salat- und Kohlrabi-Setzlinge gepflanzt hatte. Doch das erwies sich als zu leichtsinnig. Wenige Tage später kam der Winter mit Frost und Schnee zurück. Als der Schnee weg war schienen die Pflänzchen tot zu sein. Sie lagen flach am Boden, einzelne Blätter waren abgestorben. Ich verbuchte die Aktion unter Verluste und besorgte neues Pflanzgut.

Gestern morgen wollte ich alles neu machen und neu anpflanzen. Doch siehe da: In die scheintoten Pflänzchen war Leben zurückgekehrt! Alle hatten sich wieder aufgerichtet . Man sieht ihnen den Kälte-Stress zwar noch an. Doch ich brachte es nicht fertig die kleinen Kämpfer herauszureißen. Ich hätte das als zu grausam und unfair empfunden. Also ließ ich sie stehen und pflanzte die neuen Setzlinge daneben. Ich bin sicher dass die älteren Pflanzen diese zweite Chance nutzen und reichen Ertrag liefern werden! 

Möglicherweise werde ich jetzt im Sommer mit einer Salat- und Kohlrabi-Schwemme zu kämpfen haben. Doch wir haben ja Mitbewohner denen wir ab und zu einen Salat-Kopf überlassen können. Auch die Hühner und die Kaninchen werden sich über eine frische Abwechslung freuen. Das war zwar nicht der Plan. Doch es ist jetzt auch so recht!

Auf das Ergebnis der mittleren Fläche bin ich gespannt: Dort wage ich ein interessantes Eperiment! Auf diesem sonnigen Platz wuchsen bisher nur Brennesseln und Dornen. Der Boden ist steinig und Humus-arm. Groß graben wollte ich dort auch nicht. Der Hang hinunter zum Hölderweg könnte ins Rutschen kommen. Doch so nah am Haus wollte ich die Unordnung doch nicht haben.

Zufällig las ich einen Text über "Laubkartoffeln!" Da werden Saat-Kartoffeln einfach in Laubhaufen gelegt und mit organischem Material abgedeckt. Ich sammelte also im letzten Herbst große Mengen Laub zusammen und machte dort einen ca. 50 cm hohen Laub-Hügel. Der Haufen ist inzwischn stark angerottet und nur noch halb so hoch. Da hinein legte ich gestern meine Saatkartoffeln. Darüber eine Schicht Kompost aus Rasenschnitt, verrotteten Brennesseln und ein paar Eimer voll groben Holz-Häcksel. Wenn der Plan funktioniert kann ich eine gute Kartoffelernte erwarten. Als Neben-Effekt wird dadurch auch die Unkraut-Wüste naturiert. Warum sollte es nicht funktionieren?

In gleicher Weise bearbeitete ich die Fläche im linken Bild direkt daneben zwischen den Bäumen. In die kleine Kiste werfe ich das gejätete Unkraut aus meinem großen Garten. Die war im Herbst auch weit über den Rand hinaus voll. Gestern sah ich dass das Zeug ebenfalls schon stark angerottet war. Ich schüttete noch 10 cm Erde und Kompost drüber und setzte Zwebeln hinein. Was hoffentlich bei den Kartoffeln klappt sollte auch mit Zwiebeln klappn! 

Wenn nicht dann bin ich wenigstens wieder ein Stück weit schlauer geworden!

Er macht einfach weiter!

08.04.2026

Auf meinem Hausgrundstück steht dieser uralte Birnbaum. Als ich mit meinen Eltern im Jahre 1958 auf den Merkerhof zog war er bereits ein alter Baum. Seit damals sind ziemlich genau 68 Jahre vergangen. Nach Aussage meines Vaters galt der Baum bereits in seiner Kindheit als alt. Mein Vater war 1923 geboren. Demnach ist dieser Baum heute mindestens 140 Jahre alt!

Seit ich denken kann bringt dieser Baum jedes Jahr vollen Ertrag. Keine besonders edlen Früchte. Mostbirnen, die zwar saftig sind aber beim Essen nach nichts schmecken. Früher war Mostobst wichtig. Denn vergorener Apfel- oder Birnenmost gehörte damals zur täglichen Ernährung wie Brot und Speck. Wenn ein Bauer keinen guten Most und keinen guten Speck anbieten konnte bekam er auch keine guten Tagelöhner! Die besten Schnitter jedenfalls gingen zu den Bauern die den besten Most anbieten konnten.

Heute kann ich mit den Früchten nicht mehr viel anfangen. Für die Mosterei ist es zu wenig. Selber richtig Most zu machen ist mir zu aufwändig. Dazu bräuchte ich ein gutes Holzfass und vor allem die nötigen Kenntnisse. Guten Most herzustellen ist nicht einfach! So pressen wir für den täglichen Hausgebrauch frischen Birnensaft. Meine Frau sterilisiert Birnenschnitze für den Winter und macht Birnenmus. Ein kleiner Teil verarbeiten unsere Nachbarn. Doch das meiste wandert zu den Hühnern und Kaninchen oder gleich in den Kompost. Zwar schade aber nicht zu ändern! Fuchs, Rehe und Wildschweine trauen sich nicht so nahe ans Haus.

Der alte Baum wurde noch nie beschnitten. So wie er dasteht ist er wild gewachsen. Ab und zu bricht mal ein kleinerer Ast ab. Der wächst dann wieder von selbst nach. Ansonsten ist er wie immer: Im Frühjahr übervoll mit Blüten und im Sommer Früchte in Hülle und Fülle. Dazu bietet er Lebensraum für Vögel, Bienen und Insekten aller Art.

Dieses Jahr hatte ich schon Bedenken: Der Frost-Einbruch vor drei Wochen kam für den Oldtimer zu einem gefährlichen Zeitpunkt! ich musste befürchten dass die bereits dräuenden Knospen erfrieren werden. Schließlich ist der Baum nicht mehr der Jüngste! Doch seit Freitag brechen die Blüten auf als ob nichts gewesen wäre! 

Der alte Baum schert sich nicht um die Zahl seiner Jahre! Er macht einfach unverdrossen weiter. Eine Einstellung die ich vielleicht für mich übernehmen sollte!

Heute morgen:

27.03.2026

Dieses Bild bot sich mir heute morgen um punkt 6.00 vom Balkon unseres Wohnzimmers aus. Eigentlich ein faszinierender Anblick. Der Nebel über dem Bohrer-Tal, der unbewölkte Himmel und hoch oben drüber der Kybfelsen hinter dem bereits die ersten Sonnenstrahlen hervorblitzen. Zufällig klangen genau zu dem Zeitpunkt von Freiburg her irgendwelche Kirchenglocken. Man  könnte auf seine alten Tage glatt noch zum Romantiker werden!

Doch der Rückfall in den Winter gefällt mir nicht. Der Temperaturunterschied ist zu krass. Ich hoffe nur dass der Frost in der vorherigen Nacht keine allzu großen Schäden angerichtet hat. Obstbäume und Beerensträucher waren schon ziemlich weit voran. Teilweise standen sie kurz vor dem Blüten-Ausbruch.

Etwas entfernt vom Haus stehen zwei Wildkirschen-Sträucher. Die hatte ich nicht gepflanzt. Ihre Samen wurden wohl von Vögeln dahin gebracht. Daraus sind zwei wunderschöne kleine Bäumchen gewachsen. Die standen noch am Mittwoch in voller Blüte. Gestern abend waren alle Blüten abgefallen. 

Auch für die Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und für die Obstbäume war der abrupte Winter-Einbruch ein Schock. Doch hier habe ich noch einige Hoffnung dass sie den Frost weitgehend unbeschadet überstehen.

Eigentlich sind Schnee und Nacht-Frost um diese Zeit nichts ungewöhnliches. Früher sprach man von April-Wetter. Mal kalt und Schnee und dann wieder warm bei hellem Sonnenschein. Daran war die Natur gewöhnt. Nicht Kälte-resistente Pflanzen  konnten bei uns gar nicht heimisch werden. Die Natur trifft immer eine Auslese. 

Das aktuelle Problem kommt daher dass es bis Dienstag über Wochen hinweg zu warm war. Das gab es in früheren Zeiten nicht. Der Übergang zum scheinbaren Frühling war zu grass. Die Natur wurde zu früh wach und sieht sich jetzt getäuscht. Ich bin gespannt wie es in drei Wochen aussieht. Ich rechne mit sichtbaren Schäden und später mit wenig Ertrag.

 

Was ist aus meinem Wildnis-Garten-Projekt geworden?

20.03.2026

Im vergangenen Sommer berichtete ich mehrfach von meinen Bemühungen mein Grundstück in einen naturnahen Wildnisgarten umzuwandeln. Blühwiesen und Blühstreifen wurden angelegt. Sträucher und Bäume gepflanzt. Begrenzungen aus gesammelten Natursteinen neu hergestellt. Dort wo noch Flächen als Nutzgarten mit Gemüse, Obst und Beeren angelegt sind wird fast fundamental biologisch gewirtschaftet.

Begleitend dazu habe ich mir Informationen zu dem Thema aus allen möglichen Quellen beschafft. Ich schaue regelmäßig am Forstamt Freiburg im dort in der Nähe angelegten Waldgarten vorbei. Ich habe Bücher besorgt und ich besuchte mehrere Vorträge zu dem Thema. In und um Freiburg befinden sich viele verschiedene Objekte mit naturnaher Ausrichtung.

Doch das alles ist nicht das was mir vorschwebt. Seit ich vor Jahren mit der Firma Reiseservice Läufer den Naturpark Nordschwarzwald besuchte bin ich fast besessen von dem Gedanken dass man die Natur ganz einfach machen lassen sollte. Dort wurde nach dem Sturm Lothar ein Kernstück der Waldflächen einfach sich selbst überlassen. Jetzt wird untersucht wie sich die Natur dort entwickelt. Ich lese alles was dazu veröffentlicht wird. Das Projekt liefert nicht nur der Wissenschaft wertvolle Erkenntnisse. Es ist auch ein Leutturmprojekt für die Bereiche Naturschutz, Bildung und Tourismus. 

Bei meiner eigenen Befassung wurde mir bewusst dass ich eine ähnliche Vorgehensweise bei mir in Hausnähe nicht umsetzen kann. Ich kann hier noch so naturnah wirtschaften. Doch ein Mindestmaß an Optik und Ordnung muss herrschen. Ich wohne ja nicht allein im Haus. Und eine chaotische Wildnis über ein gewisses Maß hinaus kann ich meinen Mitbewohnern nicht zumuten. Hier im direkten Haus-Umfeld muss ich daher doch einige Kompromisse eingehen.

Einige hundert Meter von meinem Haus entfernt befinden sich zwei je ca. 3000 m² große Flächen die aufgrund der steilen Topografie landwirtschaftlich nicht nutzbar sind. Sie wurden seit Jahrzehnten mehr oder weniger sich selbst überlassen. Eigentlich hätte ich sie schon viel früher aufforsten sollen. Doch selbst als Nutzwald sind sie nur sehr bedingt geeignet. Außerdem fehlte mir in jüngeren Jahren neben dem heute vorhandenen Interesse zuerst das Geld und später die Zeit.

Gestern bin ich nach längerer Zeit mal wieder dahin gegangen. Vordergründig sah ich ein richtiges Chaos. Wildschweine sind dort verstärkt zugange. Brombeeren und dazwischen krumme Eschen, Ahorn, Weiden und Haselnuss. .Die meisten Bäume sind jetzt ausgewachsen. Einzelne sterben ab und fallen um. Viele sind bis in die Spitze mit Efeu bewachsen. Eigentlich müsste ich nach gängiger Sichtweise alles abholzen, das Gestrüpp entfernen und neu anpflanzen. Möglicherweise hätten dann meine Urenkel einen kleinen Nutzen davon.

Doch das werde ich nicht tun! Ich werde hier meine Wildnis-Garten-Idee umsetzen. Die umgestürzten Bäume grad liegenlassen und schauen und dokumentieren was sich entwickelt. Ich habe eine große Weide gesehen die zwar noch steht. Die aber abgestorben ist. Am Stamm sah ich ein Dutzend Specht-Höhlen. In der fragmentierten Rinde verlaufen unzählige Gänge und Höhlen vielfältiger Insekten. Auch sieht man an Trampelpfaden, dass Fuchs, Reh und andere Tiere sich hier aufhalten. 

Geringe Eingriffe werden ich vornehmen. So muss der Zugangsweg freigehalten werden. Im Moment ist er durch mehrere ümgestürzte Bäume und durch Gestrüpp blockiert. Da an der einen Fläche die Kreis-Straße entlang führt muss ich auf meine Pflicht zur Verkehrssicherung achten. Außerdem sollte ich dafür sorgen dass zum Beispiel die Brombeeren oder der Efeu nicht alles andere unterdrücken. Doch grundsätzlich soll sich alles so entwickeln wie die Natur es zuläßt.

Hierbei wünsche ich mir auch Unterstützung aus der Leserschaft: Kennen Sie noch mehr solcher Parzellen? Der Naturpark Nordschwarzwald kann nur vom Grundsatz her als Vorbild dienen. Doch der umfasst mehrere 10.000 ha Fläche. Ich habe nur 2 x 30 Ar zur Verfügung. Schon von daher kann ich den nicht 1 : 1 nachahmen. 

Betreiben Sie selbst ein Projekt mit ähnlicher Zielsetzung? Dann wäre mir an einem regelmäßigen Austausch und an Tip`s sehr gelegen! Vielleicht ergibt sich in fernerer Zukunft eine Nutzung im Bildungsbereich? Vielleicht gibt es auch irgendwo eine Förderung mit deren Unterstützung ich schneller vorankommen kann?

Jedenfalls habe ich hier im Blog extra dafür eine eigene Seite eröffnet. Darin werde ich fortlaufend weiter berichten.

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Für den Inhalt verantwortlich: 

Hans-Peter Buttenmüller

Langackernstraße 8

79289 Horben

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E-Mail: buhape@web.de


Internet: www.hp-buttenmueller.de

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