Gemeinderäte im Hexental treffen sich in guter Atmosphäre
06.02.2025

Gestern Abend fand im Gallushaus in Wittnau eine vielleicht historische Versammlung statt: Auf Einladung des Gemeinderates Wittnau  trafen sich die Gemeinderäte aus Au, Horben, Merzhausen Sölden und Wittnau erstmals aus eigener Initiative. Die BürgermeisterInnen waren nicht eingeladen. Wir GemeinderätInnen aus den VG-Gemeinden wollten uns in einem geschützten Raum zum einen persönlich näher kennenlernen. Dabei sollten Möglichkeiten einer intensiven Interkommunalen Zusammenarbeit der Hexental-Gemeinden untereinander besprochen und ausgelotet werden. 90% der GemeinderätInnen waren der Einladung gefolgt.

Bei dem Treffen herrschte eine konstruktive und angenehme Atmosphäre. Dabei wurde deutlich dass eine engere Zusammenarbeit der fünf Gemeinden untereinander in allen Gemeinden als sinnvoll und notwendig angesehen wird.  Die  derzeitigen Abläufe in der Verwaltungsgemeinschaft Hexental werden mehrheitlich als nicht optimal angesehen. 

Mehrere Gemeinderäte kritisierten deutlich die Arbeit des vor zwei Jahren zwischengeschalteten "Verwaltungsrates". In diesem Gremium sind nur die Bürgermeisterin und die Bürgermeister vertreten. Die GemeinderätInnen bleiben außen vor.  Die Arbeit des Verwaltungsrates wird verbreitet als intransparent und von einzelnen Anwesenden als undemokratisch angesehen.

Nach weitgehend übereinstimmender Auffassung  muss die Verwaltungsgemeinschaft Hexental gründlich reformiert werden.  Die einzelnen Gemeinderäte und in deren Auftrag die Verbandsversammlung sollen das Heft wieder fester in die Hand nehmen.  Oder mit anderen Worten: "Der Hund soll wieder mit dem Schwanz wedeln und nicht umgekehrt"!

Mehrere Modelle einer verstärkten Interkommunalen Zusammenarbeit wurden diskutiert.  Ein Thema war die Bildung einer Einheitsgemeinde. Ich persönlich und zu meiner Überraschung mehrere andere KollegInnen sähen diese Lösung durchaus als diskussionsfähig an. Vor dem Hintergrund der desolaten Finanz-Situation in den Gemeinden wäre ein Zusammenschluss eine denkbare Option.

Doch den meisten Anwesenden wäre dieser Schritt noch zu weitgehend. Als ersten Schritt sollen die Verwaltungsabläufe in den Gemeinden einander angeglichen und weitere Aufgaben wo sinnvoll und möglich gemeinsam im Rahmen der VG erledigt werden. Verabredet wurde verstärkte Initiativen in den jeweiligen Gremien. Von den BürgermeisterInnen soll mehr Engagement zu mehr Vergemeinschaftung eingefordert werden.. Wenn im weiteren Verlauf in der Verwaltung alles rund läuft könnte in einem dritten und vierten Schritt immer noch über eine Einheitsgemeinde nachgedacht werden.

Zum Schluss wurde verabredet dass wir weiterhin in Kontakt bleiben und uns zeitnah wieder treffen wollen. Das nächste Treffen wird auf Vorschlag der Kollegin Dr. Donauer in Horben stattfinden. Demnächst wird noch ein weiteres Gutachten der Beratungsfirma IMAKA zu diesem Thema vorgestellt. Die Erkenntnisse daraus sollen danach bei dem Treffen in Horben diskutiert werden.

Ich persönlich bin gestern sehr zufrieden nach Hause gefahren! Nach meiner Wahrnehmung ist die Einsicht in die Notwendigkeit zu mehr Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit bei fast allen KollegInnen erkennbar. Die Notwendigkeit zu Veränderungen in den Abläufen wird von allen gesehen.  Von daher bin ich guten Mutes dass von diesem Treffen ein starker Impuls zu positiven Veränderungen ausgehen wird!

Hochwasserschutz im Hexental - Zahlt Horben zuviel?
31.01.2026

In der Satzung der Verwaltungsgemeinschaft Hexental ist festgelegt, dass die Gemeinden Merzhausen, Au, Wittnau und Horben für den Hochwasserschutz im Hexental zu sorgen haben. Sölden leitet sein Oberflächenwasser nach Südwesten ab und muss sich daher an den Kosten für den Schutz des Hexentales nicht beteiligen. Au, Horben und Wittnau haben sich mit je 12,5% an den Kosten zu beteiligen. Merzhausen zahlt 62,5 %.

Bis zum Jahr 2011 wurden die Kosten gleichmäßig auf alle vier Gemeinden verteilt. Horben hatte bis dahin 25% der Kosten etwa für das Becken im Selzental zu tragen. Diese Verteilung wurde im Jahr 2011 wie oben geändert. 

Seit 20 Jahren wird der Bau von drei weiteren Becken geplant. Als Kosten hierfür stehen derzeit 10 Millionen Euro im Raum. Nach Abzug der Förderung von 70% sind etwa drei Millionen Euro durch die vier VG-Gemeinden zu tragen. An der Gemeinde Horben blieben also bis zu 400.000 € hängen. 

Seit Jahren halte ich die Kostenverteilung für ungerecht. Die Gemeinde Horben zahlt nach meiner Meinung im Vergleich zur Gemeinde Au deutlich zu viel. Auf Nachfrage nach dem Verteilungsschlüssel erhielt ich von den jeweils amtierenden VG-Vorsitzenden Dr. Ante und Kindel lediglich nichtssagende Auskünfte. Ich soll im Rathaus in Horben nachfragen. Doch von dort erhielt ich auf meine Fragen in den Jahren 2013 und 2014 keine Antwort. 2019 wurde ich vertröstet: Die Akten im Horbener Rathaus seien nach dem Abgang der Herren Riesterer und Schmidt in einem ungeordneten Zustand. Man müsse suchen.und das könne dauern.

In der VG-Sitzung am vergangenen Dienstag brachte ich das Thema erneut in die Diskussion ein. Herr Kindel beschied mich ziemlich von oben herab ich solle mich an die Gemeinde Horben wenden. 

Meine Bedenken bestehen aus folgendem Grund: Horben entwässert nach meiner überschlägigen Rechnung maximal 30% seiner Gemarkungsfläche ins Hexental. Lediglich aus dem Raum Katzental, Gerstenhalm und dem unteren Teil des Weiherackers fließt das Oberflächenwasser ins Hexental.

In diesem Einzugsgebiet stehen nur relativ wenige Gebäude. Die Flächen sind weitgehend unversiegelt. Das Wasser der Ortsteile Münzenried, Dorf, Langackern und Bohrer sowie die zu Horben zählenden Flächen des Freiburger Stadtwaldes werden nach Osten in Richtung Freiburg entwässert. 90% des Regenwassers aus den versiegelten Horbener Siedlungsflächen werden in Richtung Freiburg abgeleitet.

In der Gemeinde Au dagegen muss das gesamte Gemeindegebiet mit deutlich mehr Wohngebäuden in die Berechnung einbezogen werden. Dazu der zu Au zählende Teil des Schönberges, der Illenberg und der Schlossberg: Die von der Gemarkung Au ausgehende Oberflächenwasser-Menge ist nach meiner Meinung mindestens doppelt so groß wie das aus Horben zufließende Wasser. 

Von daher sehe ich die Kostenverteilung im Vergleich mit Au als nicht richtig an. Das in Richtung Freiburg fließende Horbener Oberflächenwasser hat mit der Hochwasser-Bedrohung des Hexentales nichts zu tun! Auch im Vergleich mit Wittnau habe ich Zweifel an der Richtigkeit des Kostenverteilungs-Schlüssels. 

Zwar entwässert Wittnau große Teile ihrer Fläche in Richtung Sölden. Doch allein auf der in Richtung Au entwässernden Siedlungsfläche in Biezighofen stehen deutlich mehr Gebäude als in dem nur gering versiegelten Einzugsgebiet aus Horben. Dazu kommen ebenfalls große Flächen vom Schönberg und vom Fohrenbühl. 

Ich sehe hier eine zu starke Inanspruchnahme der Gemeinde Horben. Zumindest im Vergleich mit der Gemeinde Au zahlen wir aus meiner Sicht zu viel. Das sollte dringend neu berechnet werden. Statt der im Raum stehenden 400.000 € sollten nach meiner überschlägigen Rechnung nicht mehr als 200.000 € auf Horben entfallen! 

Ich werde hier dran bleiben! Die Differenz sollte dem Auer Anteil zugerechnet werden. Au kann das Geld ja mit den erwarteten Einnahmen aus dem geplanten Windkraftbau am Illenberg bestreiten!

Stimme aus dem Hexental:
30.01.2026

Aus Merzhausen erreicht mich die E-Mail von Peter Huber. Peter war langjähriger Mitarbeiter in der Verwaltungsgemeinschaft  Hexental. Über diese Zuschrift habe ich mich besonders gefreut! Peter war über Jahrzehnte hinweg die "Allzweckwaffe" aus der VG-Verwaltung der immer dann gerufen wurde wenn sich in einem der Rathäuser eine Lücke auftat.

Die Bedeutung seiner Position im Verwaltungsgetriebe wurde erst deutlich als er im Ruhestand war. Ob es um die Sozialstation ging, das Feuerwehrwesen, die Hexentäler Monatsfahrt und viele Dinge mehr: Peter deckte alles ab was anderen nicht so in den Kram passte. Ihn konnte man alles fragen, er war in allen Themen drin und er gab stets sachlich, kompetent und erschöpfend Antwort.

Aus meiner Sicht ist die Arbeit von Peter Huber nie gebührend gewürdigt worden. Man hat erst recht bemerkt was er alles geleistet hatte als er nicht mehr da war. Um so mehr freue ich mich dass er weiterhin mit Interesse dabei ist. Der Kontakt zu ihm ist auch mir wichtig. Ich freue mich dass es ihm einigermaßen gut geht und wünsche Ihm weiterhin alles Gute!

Peter hat mir eine Bilderdatei mitgeschickt die mir allerdings Probleme beim Öffnen bereitet. Wenn es mir die Übertragung gelungen ist werde ich die Datei abspeichern und die Bilder dann verwenden wenn sie zu einem meiner Beiträge passen! Den Text seiner Zuschrift lesen Sie nachstehend:

Hallo Hans-Peter. 

Habe deine Ausführungen wegen der Beschaffung eines Fahrzeuges für die Feuerwehr mit Interesse zur Kenntnis genommen. Wie du sicherlich weißt, war ich 38 Jahre lang der einzige „Feuerwehrkommandant“ in Baden-Württemberg (und darüber hinaus), der keine Feuerwehr besaß.

 Hatte in dieser Zeit einen tollen Kontakt zur Freiburger Wehr, insbesondere natürlich zur Abteilung II (Unterstadt). Letztere haben wir, meine Frau und ich gerne „kulinarisch“ verwöhnt, wenn sie ihre regelmäßig stattgefundenen Übungen in Merzhausen durchführten. 

Darüber hinaus habe ich mich  in der 25jährigen Tätigkeit als freier Mitarbeiter der Badischen Zeitung  immer wieder bemüht,  die Feuerwehren, neben den Vereinen und den politischen und kirchlichen Gemeinden, in einem positiven Licht darzustellen.

Auch an die Tätigkeit als Pressesprecher der Kreisjugendfeuerwehr erinnere ich mich gerne. Höhepunkt dabei war 1996 das Treffen der Landesfeuerwehrjugend in Breisach mit etwa 650 Jugendlichen. Dort sollte ich übrigens die Ehrengäste Frau Faller und deren (blonden) Tochter aus der gleichnamigen Fernsehserie betreuen und ihnen Breisach zeigen.

Dein Bericht heute hat mich veranlasst, wieder einmal in meinem Archiv zu stöbern, das aus ca. 28.000 gespeicherten Bildern und rund 30.000 Negativen besteht. Dabei bin ich im Jahr 2006 auf die Veranstaltung anlässlich der Weihe eures neuen Feuerwehrfahrzeuges gestoßen.

 Ich finde, insbesondere wenn ich an die längst verstorbenen Horbener denke, tolle Erinnerungen. Ich hoffe nur, dass die Bilder bei dir ankommen. Neulich hat, wegen der Datenmenge, mein „Sörfer“ auch den Geist aufgegeben. 

Überhaupt, ich hatte einen sehr guten Kontakt nach Horben. So konnte ich u.a. die Herren Henrich und auch Schmid oft in ihrer Arbeit unterstützen, z.B. in  Rentensachen oder Standesamt. Höhepunkte waren auch die Einsätze meiner Dorfhelferinnen und die Zwangsräumung einer Wohnung, wo die Gemeinde -ich meine-  12 oder 14.000 Mark für die Renovierung bezahlen musste.  

Meine schönste Trauung -von über 400- hatte ich im Ratszimmer in Horben – mit Vorspannen und so-Jetzt hoffe ich, dass der ganze „Krempel“ bei dir ankommt. Vielleicht kannst du mir schreiben, ob dies gelungen ist.

Und auch noch:  mach weiter so: bei Huber heißt dies:  morgens Seite 1: Buttenmüller.  Grüße deine Frau ganz herzlich.

Peter Huber

VG Hexental: Rund um die Verbandsversammlung
28.01.2026

Am vergangenen Montag fand eine Sitzung der Verbandsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Hexental  im Bürgerhaus der Gemeinde Au statt. Die Verbandsversammlung besteht aus den vier BürgermeisterInnen der fünf Hexental-Gemeinden und aus 13 GemeinderätInnen als Vertreter der einzelnen Gemeinden. Au, Horben, Sölden und Wittnau sind mit je zwei GemeinderätInnen vertreten. Die Gemeinde Merzhausen wird durch fünf GemeinderätInnen in dem Gremium vertreten.

Obwohl die letzte Sitzung der Verbandsversammlung bereits ein Jahr zurück lag standen wieder nur zwei Themen auf der Tagesordnung: Ein Sachstandsbericht über den Stand beim der Regenwasser-Rückhaltebecken im Hexental und der Haushaltsplan der VG für das Jahr 2026. Mehr hat das angeblich oberste Organ der VG auch nach einem sitzungsfreien Jahr nicht zu tun. 

Die meisten Entscheidungen in der VG treffen die BürgermeisterInnen unter sich im stillen Hinterzimmer. Zwar wird darüber hinterher mündlich durch die Bürgermeister berichtet. Doch in welchem Umfang berichtet wird lässt sich durch das angeblich beschließende Organ der VG nicht sicher überprüfen. Den vor zwei Jahren dazwischen geschalteten "Verwaltungsrat" sehe ich nach wie vor als intransparentes Konstrukt von dem aus ich persönlich den penetranten Hinterzimmer-Geruch wahrnehme.

Am Ratstisch hatte eine Veränderung stattgefunden: Das langjährige Mitglied Jürgen Ließer aus Wittnau war erstmals nicht mehr dabei. Herr Ließer ist vor wenigen Tagen aus dem Gemeinderat in Wittnau ausgeschieden. Seine Funktion als Vertreter der Gemeinde Wittnau nimmt jetzt Gemeinderat Kohlberg wahr. Diese Veränderung bringt es mit sich dass ich jetzt auch in diesem Gremium das älteste Mitglied bin. Wenn ich es richtig sehe habe ich dort auch die meisten Dienst-Jahre "auf dem Buckel". So langsam sollte ich mir vielleicht doch Gedanken machen?

Zumal ich die Verbandsversammlung nach den oben bezeichneten Beschneidungen inzwischen als weitgehend überflüssig ansehe. Wir Gemeinderäte reiten dort ein totes Pferd. Zwar mag das  durch die Satzung gedeckt sein. Doch die meisten Entscheidungen laufen an uns vorbei mit der Folge dass wir über das "Große Ganze" zunehmend den Überblick verlieren.

Zum Inhalt der letzten Sitzung gibt es daher auch kaum etwas zu sagen: Drei Personen aus verschiedenen Ingeneur-Büros waren gekommen um uns zu sagen, dass sie nicht sicher wissen wann nach über 20 Jahren Planung zum Hochwasserschutz endlich mit der Umsetzung begonnen werden kann. "Vorsichtig" wird mit dem Jahr 2027 gerechnet. Doch zuvor muss noch eine weitere Umweltprüfung durchgeführt werden. Je nachdem was diese Überprüfung ergibt kann es auch noch deutlich länger dauern. 

Ziemlich erschüttert war ich als ich feststellen musste dass das Rechnungsamt in dem Punkt mit völlig ungeprüften Zahlen zu arbeiten scheint. Da werden die Kosten mal geringer, mal höher angegeben. Ein Ingenieur hatte in einer früheren Sitzung 7 Millionen Euro in den Raum gestellt. Ich persönlich habe schon damals mit 10 Millionen gerechnet. Sichere Berechnungsgrundlagen gibt es offenbar nicht. Die Rechnungsamtsleiterin Frau Ebner erklärte auf Nachfrage, man habe einfach "die allgemeinen Kostensteigerungen" eingearbeitet. PI mal Daumen also. Und das bei einem 10-Millionen-Projekt! 

Ich habe mich danach schon gar nicht mehr getraut Frau Ebner zu fragen wann sie endlich mit den Jahres-Abrechnungen auf dem Laufenden ist. Laut Vorschrift sollen spätestens Ende Juni die Abrechnungen des Vorjahres vorgelegt werden. Derzeit wird gerade das Jahr 2023 bearbeitet. Wir arbeiten in den Gemeinden also seit Jahren mit "vorläufigen Zahlen"! Die können stimmen oder auch nicht. 

Aus meiner Sicht ein unhaltbarer und auch rechtswidriger Zustand! Wenn heute landauf, landab die Bürgermeister über desolate Haushalte, überbordende Schulden und fehlende Mittel jammern überkommt mich eine leise Ahnung warum die Situation in den meisten Gemeinden derart aus dem Ruder läuft! Die Situation ist jedenfalls nicht über Nacht über die Rathäuser hereingebrochen! 

Haushaltspläne für das kommende Jahr sollten nach meinem Verständnis auf den Zahlen des abgelaufenen Jahres aufbauen und entwickelt werden. Wie kann ich eine belastbare Finanzplanung bis 2029 erstellen wenn ich in  2026 noch nicht einmal gesicherte Zahlen aus dem Jahr 2023 vorliegen habe?

Zu den einzelnen Bereichen im Haushaltsplan komme ich in einem späteren Beitrag. Wenn die Zahlen darin bis dahin nicht schon wieder überholt sind! Vielleicht kommen zeitnah ja auch wie vorgeschrieben die längst überfälligen Jahresrechnungen? Erst dann können wir nämlich wissen wo die Gemeinden im Hexental tatsächlich stehen!

Aus der Historie....

20.01.2025

Gestern kündigte ich eine neue Seite zu den Themen im Raum Hexental an..Die Diskussionen um eine intensivere Interkommunale Zusammenarbeit regen mich zu der Erweiterung an. Ich finde die Überlegungen spannend und ich will dazu beitragen, dass das Thema frühzeitig breit diskutiert wird. 

Zum Anfang ein kleiner Rückblick auf die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Hexental. Darin will ich daran erinnern wo der Hexental-Gedanke herkommt. Da ich wohl einer der letzten bin die damals schon interessiert dabei waren sehe ich für mich auch die Aufgabe auf die Entwicklung hinzuweisen. Wer nämlich nicht weiß wo er herkommt kann auch nicht wissen wo er hin soll!

Bei der letzten Verwaltungsreform in den 1970er-Jahren stand die kommunale Selbständigkeit aller kleinen Gemeinden in Baden-Württemberg zur Disposition. Horben und Sölden hatten damals um die 800 Einwohner. Au und Wittnau je 900 und Merzhausen etwa 3000 Einwohner. Von Stuttgart aus war vorgesehen, Au, Horben und Merzhausen nach Freiburg einzugemeinden und Wittnau, Sölden mit Bollschweil und St. Ulrich zusammen zu legen.

Damals war Werner Dammert ein noch junger Bürgermeister in Merzhausen. In der damals regierenden CDU  war er bestens vernetzt. Er wollte nicht dass seine Gemeinde nach Freiburg eingemeindet wird. und suchte nach Partnern mit denen zusammen er die Eingemeindung noch verhindern konnte.

Nach Lage der Dinge kamen dafür nur die südlich von Merzhausen gelegenen kleinen Dörfer in Betracht. Dammert`s Plan war damals die Bildung einer Einheitsgemeinde Hexental. Um die dafür geltende Untergrenze mit 5000 Einwohnern sicher zu erreichen wurde auch das abseits gelegene Horben in diesen Plan mit einbezogen.

Ich kann mich noch gut an die gemeinsame Gemeinderatssitzung der fünf Gemeinderatsgremien im damaligen Hotel Engel in Horben erinnern. Die Stimmung war angespannt, auch persönliche Animositäten drangen durch. Zehn Jahre zuvor wurde die Diskussion um die Kreis-Straße K 66 von Ebringen über Biezighofen, das Horbener Katzental und das Münzenried bis auf den Schauinsland mit großer Verbissenheit geführt. Das Projekt konnte zwar verhindert werden. Doch viele Wunden von damals waren immer noch offen. 

In der besagten Sitzung sollte der Grundsatzbeschluss zur Bildung einer Einheitsgemeinde gefasst werden. Dammert hatte aus Stuttgart die Zusage dass ein solcher Konstrukt genehmigt wird und dass die beteiligten Gemeinden dann nicht nach Freiburg eingemeindet werden.

Doch der Zusammenschluss kam damals nicht zustande. Die Gemeinderäte wollten zwar alle nicht zur Stadt Freiburg. Die meisten wollten aber auch keine Einheitsgemeinde Hexental. Es sollte möglichst alles so bleiben wie es seit Jahrhunderten war. Wie das nach den Vorgaben der Verwaltungsreform gehen sollte wusste jedoch niemand.

Werner Dammert hatte noch einen Plan B in der Tasche: Die Verwaltungsgemeinschaft Hexental! 

In diesem Konstrukt sollten die einzelnen Gemeinden vorerst zwar selbständig bleiben. Doch die Verwaltungen sollten synchronisiert und danach Zug um Zug zusammengeführt werden. Am Ende dieses Prozesses sollte dann doch die Einheitsgemeinde Hexental stehen. Ohne diese Absichtserklärung wäre die Verwaltungsgemeinschaft Hexental damals nicht genehmigt worden!

Doch die Einheitsgemeinde kam bis heute nicht zustande. Derzeit redet auch kaum noch jemand davon. Zwar wurden wesentliche Aufgaben (Rechnungsamt, Bauamt, Standesamt und ein paar weitere Zuständigkeiten) zusammengefasst und von Merzhausen aus zentral erledigt. Doch die fünf Rathäuser mit vier gleichberechtigten Bürgermeistern, fünf autonomen Gemeinderäten, fünf Hauptamtsleitern, fünf Bauhöfen, vier Feuerwehren blieben bis heute weitgehend separat.

Noch immer hat jedes Dorf  unterschiedliche Satzungen und verschiedene Steuer- und Gebührensätze. Für jedes Dorf muss ein eigener Haushaltsplan und ein eigener Jahresabschluss erstellt werden. Die Ausstattung der Rathäuser, der Feuerwehren und der Bauhöfe muss überwiegend mehrfach beschafft werden!

Nach meiner Meinung in Zeiten der Digitalisierung ein Bürokratie-Monster bei dem zu vieles mehrfach nebeneinander her erledigt wird. Selbständige Dörfer in der Größe von Au, Horben, Sölden oder Wittnau sollte es nach  den aktuellen Kennzahlen eigentlich gar nicht mehr geben. Anderswo sind weit größere Gemeinden in größere Einheiten integriert worden. Sie alle wollten heute nicht mehr zurück. 

Warum man sich im Hexental damals derart heftig gegen einen Zusammenschluss gewehrt hat und sich immer noch mit Händen und Füßen wehrt erschließt sich mir auch heute noch nicht. Nachvollziehbare sachliche Gründe kann ich dafür nicht erkennen.

Ich will klarstellen: Ich gehe nicht mit der Forderung nach einer Einheitsgemeinde in die anstehenden Diskussionen! Dazu scheint die Not immer noch nicht groß genug zu sein. Den politischen Willen dazu sehe ich auch derzeit noch nicht. Wir werden uns wohl mit kleineren Schritten begnügen. Der ganz große Sprung wird wohl noch länger auf sich warten lassen. 

Doch auch die längste Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt. Ich freue mich auch über kleinere Schritte wenn sie in die richtige Richtung gehen. Meine persönliche Vorstellung geht in Richtung Gemeinde-Verwaltungsverband etwa nach dem Vorbild des GVV Schönau. Diesen Verband will ich in späteren Posts intensiver vorstellen. Vorab hier eine gute Informationsquelle.

Gemeindeverwaltungsverband Schönau im Schwarzwald – Wikipedia

Doch für heute soll es genug sein!

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