Februar 2018

 

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16.02.2018                                                                   In eigener Sache:

 

Sicher haben auch Sie als Leser festgestellt, dass mein Blog sich noch immer stetig verändert. Ich bin immer noch am Basteln und Improvisieren. Oft mache ich etwas und am nächsten Tag ist es schon wieder anders. Das gefällt nicht allen meinen Lesern.

 

Zum einen kommt das daher, weil ich in der Gestaltung von Internet-Seiten nicht so firm bin. Design ist nicht meine Stärke. Ich kann einigermaßen formulieren. Aber im Zeichnen war ich schon in der Schule nicht gut. Wenn ich ein Bild malen sollte, bekamen meine Lehrer schon damals regelrechte Schreikrämpfe. Mit meinen Aufsätzen waren sie dafür stets sehr zufrieden.

 

Zum andern will ich Ihnen trotz meiner Defizite einen schönen, informativen und funktionellen Blog anbieten. Aus diesem Grunde bin ich immer auf der Suche nach Verbesserungen. Man sieht hier und da etwas, was auch zu meinem Blog passen könnte. Dann probiere ich das aus.

 

Der dritte Grund ist der, dass ich fast täglich Rückmeldungen aus der Leserschaft bekomme. Vielfach sind es Hinweise auf sachliche Fehler und Ungenauigkeiten. Dafür bin ich besonders dankbar. Ich bemühe mich zwar sehr um Korrektheit.. Aber hin und wieder rutscht mir doch  etwas durch. Das stört auch aus meiner Sicht das Bild meines Auftrittes hier gewaltig.

 

Auch zur optischen und funktionellen Gestaltung kommen immer wieder Anregungen. Ich bin bestrebt, die Wünsche meiner Leser aufzunehmen und umzusetzen. Auch hinsichtlich meiner Themen und des Inhaltes.

 

Doch das hat auch Grenzen. So sehe ich mich nicht dazu berufen, auch erotische oder gar pornografische Geschichten hier zu veröffentlichen. Dazu gibt es im Internet viel zu viele Seiten. ich sehe auch keinen Grund, die Richtung und Sichtweise bestimmter politischer Strömungen zu bedienen. Solche Beeinflussungsversuche gibt es von Zeit zu Zeit immer wieder.

 

Was ich hier schreibe, ist meine ganz persönliche Meinung zu den von mir beobachteten Vorgängen. Weder bin ich Mitglied in einer Partei noch verdiene ich durch politische Beiträge irgendwelches Geld. Meine Meinung bewegt sich irgendwo ziemlich in der Mitte des politischen Spektrums. Extreme Positionen sowohl von links als auch von rechts sind mir absolut suspekt.

 

Doch in allen demokratischen Parteien finden sich Elemente, die ich unterschreiben könnte. So kommt es, dass ich mal die eine Partei kritisiere und die andere positiv hervorhebe. Beim nächsten Mal ist es umgekehrt.

 

Wenn die CDU aller Ebenen in meinen Beiträgen im Schnitt schlechter wegkommt als SPD oder Grüne, so liegt es an deren durch nichts begründeten Allmachts-Anspruch und dem Verhalten von CDU-Politikern. Vor allem von Personen aus dem kommunalen Bereich. Von den Aussagen her könnte ich auch von der CDU vieles mittragen.

 

Soviel zu den Inhalten meines Blogs. Die werden sich auch künftig nicht groß ändern. Ich will über alles das schreiben, was mir durch den Kopf geht. Wenn ich mich mit einem Thema beschäftige, dann erscheint das Ergebnis früher oder später hier. Die Bandbreite meiner Gedanken ist dabei weit.

 

Der Fokus liegt nach wie vor auf der Kommunal-Politik. 16 Jahre intensive Gemeinderatsarbeit lassen sich nicht so einfach aus dem Blickfeld verbannen. Das gilt für das Geschehen in meiner Heimatgemeinde Horben. Das gilt aber auch für kommunalpolitische Vorgänge in der Region. Ich bin ein großer Fan interkommunaler Vernetzung. Kirchturmspolitik und bräsiges lokales "Mir-sans-mir"-Getue sind mir ein Greuel. Das ist so und das sage ich auch. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass das nicht überall gut ankommt.

 

Vom Inhalt her wird sich also auch künftig nichts ändern. Ich schreibe so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Wem das nicht passt: Niemand ist gezwungen, meinen Blog anzuklicken! Von der Gestaltung her wird sich immer wieder was ändern. Da nehme ich auch gerne Ihre Hilfe in Anspruch. Je mehr Ideen und Hinweise eingehen, um so eher treffe ich Ihren Geschmack.

 

So bin ich noch immer nicht zufrieden mit dem Titel meines Blog. Die Überschrift "Der Schreiber vom Merkerhof" ist auch ein Vorschlag aus der Leserschaft. Anfangs gefiel er mir gut. Doch er passt mir zunehmend nicht mehr. Allerdings fällt mir gerade nichts besseres ein. Haben Sie vielleicht eine Idee? Ich würde mich freuen!

 

Weiter habe ich eine Kommentar-Funktion eingefügt. Damit wollte ich Rückmeldungen einfacher machen und die Diskussion anregen. Doch diese kommen weiterhin per E-Mail und per Telefon rein. Ich warte jetzt noch ein paar Tage. Wenn sich nichts ändert, lösche ich die Seite wieder.

 

Auch die Termin-Seite wurde verändert. Die laufenden Termine aus der unmittelbaren Nachbarschaft erscheinen jetzt wieder als einfacher Terminkalender für jede Hexentalgemeinde. Wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, will ich Freiburg Süd mit Vauban, St. Georgen, Wiehre und Günterstal wieder dazu nehmen.

 

Doch auch Veranstaltungen aus der weiteren Region werden dann weiter gelistet, wenn ich von den Veranstaltern darauf hingewiesen werde. Schicken Sie mir also gerne einen  Flyer oder sonst etwas, das ich reinkopieren kann. Für nicht rein kommerzielle Veranstaltungen ist mein Service kostenlos.

 

Auch auf meiner Firmentafel ist noch Platz. Wenn Sie Interesse an einer Listung hier haben, dann nehmen Sie bitte Kontakt auf. Ich glaube nicht, dass Sie irgendwo billiger und effektiver auf Ihr Angebot hinweisen können.

 

Vor allem seit ich meine Werbung unmittelbar auf der aktuellen Seite direkt neben dem Text verlinke, kommen positive Rückmeldungen aus dem Kreis meiner Werbepartner. Für die Zukunft plane ich eine eigene Seite mit Homestorys über einzelne Anbieter und ihre Produkte. Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

 

Im Moment fällt mir nichts mehr ein, was noch zu meinen Aktivitäten hier gesagt werden sollte. Ich freue mich, dass Sie dabei sind und mein Geschreibsel zur Kenntnis nehmen. Meine Leser-Gemeinde ist laut meines Web-Analytic-Dienstes seit rund vier Jahren stabil: Im Schnitt 200 Zugriffe täglich. Am Wochenende, in Ferien- und Urlaubszeiten etwa ein Drittel weniger.

 

Bei besonders interessierenden Themen wie etwa vor und nach den Bürgermeisterwahlen in Eschbach, Hartheim und Ihringen erfolgten bis zu 700 Zugriffe an einzelnen Tagen. Bei jedem Zugriff auf meine Homepage werden im Schnitt vier Seiten angeklickt..

 

Das waren Informationen in eigener Sache. Nochmals vielen Dank dafür, dass Sie meinem Hobby Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Für heute einen schönen und erfolgreichen Tag!

 

15.02.2018                                    Elende verkommene Welt!

 

Ich bin grenzenlos wütend über das Verhalten von Mitarbeitern der brischen Hilfsorganisation Oxfam in Haiti und im Tschad. Dort sollen mitten im Elend und im Chaos nach den schweren Erdbeben Sexpartys mit einheimischen, zum Teil minderjährigen Prostituierten gefeiert worden sein. Die Frauen sollen teilweise zu sexuellen Handlungen genötigt oder durch Bevorzugung bei der Hilfeleistung zum Mitmachen animiert worden sein

 

Weiter wird berichtet, dass sich Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie Feudalherren benehmen würden. Sie fahren den Berichten nach teure Luxusautos und seien weit besser untergebracht als die notleidende Bevölkerung. Die Not und die Hilflosigkeit der Menschen vor Ort würden in unverschämter Weise zum persönlichen Vorteil ausgenutzt.

 

In meiner grenzenlosen Naivität hatte ich immer hohen Respekt vor diesen Hilfskräften. Ich war immer der Auffassung, dass diese Helfer mehr oder weniger ehrenamtlich arbeiten würden. Ich selbst habe bis heute einen Dauerauftrag für eine Spende für "Brot für die Welt" laufen. Ich war der Auffassung, dass mit meiner Spende zum ganz überwiegenden Teil der Hunger in der Welt wenigstens etwas gemildert wird.

 

Jetzt muss ich zur Kenntnis nehmen, dass einige dieser Organisationen vor allem eigennützige Ziele verfolgen. Sie sehen das Spendensammeln offenbar als Geschäftsmodell an. Da wird Geld gesammelt, das offensichtlich zum Teil für zwielichtige Dinge eingesetzt wird. Einzelne Mitarbeiter von Hilfsorganisationen führen unter dem Deckmantel der Nächsten-Liebe ein dekadentes Luxusleben. Diese Erkenntnis zwingt mich dazu, meinen Dauerauftrag noch heute zu löschen.

 

Zu den Meldungen über Oxfam und die anderen NGO passt ein Beitrag, den ich auf Facebook gefunden habe. Hier sind einige der Gehälter führender Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Österreich aufgeführt. Von wegen ehrenamtlich! Die Liste macht deutlch, dass ein großer Anteil der Spenden und Zuwendungen in die Taschen von Managern fließt.

 

Bild könnte enthalten: Text

 

Sicher gibt es auch zahlreiche Helfer, die aus rein humanitären Gründen große finanzielle Opfer bringen und hohe persönliche Risiken auf sich nehmen. Sie gehören genauso wie die Spender zu den Betrogenen und Ausgenutzten. Sie wollen wie diese helfen und müssen jetzt erfahren, dass mit ihrem guten Willen Schindluder in vielerlei Hinsicht getrieben wird.

 

Künftig wird keine der NGO´s von mir einen Cent mehr sehen. Weder die Kathastrophenhelfer noch die Tierschutz-Organisationen noch irgendwelche kirchlichen oder sozialen Einrichtungen. Wenn ich nicht sicher sein kann, dass meine Spende nicht (abzüglich eines angemessenen Verwaltungsaufwandes) dort ankommt, wo es helfen soll, dann lasse ich es bleiben.

 

Künftig helfe ich nur noch direkt. Wenn ich sehe, dass ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln eine wirkliche Not lindern kann, werde ich das weiter tun. Aber Geld überweisen oder in Sammelbüchsen stecken ohne die Verwendung kontrollieren zu können kommt für mich nicht mehr in Frage!

 

Die seriösen Organisationen und die ehrlichen Helfer mögen sich bei ihren verkommenen Kollegen dafür herzlichst bedanken!

 

 

 

 

14.02.2017                                             Gedanken vor dem Auto-Kauf: Wie mache ich es richtig?

 

Ich hatte die letzten Tage und Wochen ein Problem zu lösen! Zugegeben, ein Luxus-Problem! Ich wusste nämlich überhaupt nicht, welches Auto ich kaufen soll!

 

Der Dacia Sandero meiner Frau lässt so langsam die Flügel hängen. Er hat zwar erst 120.000 km drauf und er ist auch erst neun Jahre alt. Wir haben diesen Wagen vor sechs Jahren von Privat gebraucht gekauft. Doch jetzt hat er ziemlichen Ölverlust. Das ist kein gutes Zeichen. Wenn das anfängt, dann folgt in der Regel eine Reparatur auf die andere. Da mache ich lieber rechtzeitig Nägel mit Köpfen. Ich habe nämlich keine Lust, alle paar Wochen in der Werkstatt 500 € und mehr abzudrücken. Und dann immer noch ein altes Auto zu haben.

 

Zumal meine Frau ein betriebs- und verkehrssicheres Auto braucht. Sie fährt alle zwei Wochen nach Bad Säckingen, um unseren 1-jährigen Enkel zu hüten. Das sind hin und zurück über den Schauinsland und durch das Wiesental jeweils 150 km. Bei schlechten Straßenverhältnissen fährt sie über die Autobahnen A 5 und A 98. Das ist dann die doppelte Strecke. Ich will nicht riskieren, dass sie  unterwegs mit einer Panne liegen bleibt.

 

Wir sind uns darüber einig, dass meine Frau künftig den bisher von mir gefahrenen Dacia Logan 1,4 MLP übernimmt. Der ist etwas größer und stabiler als der Sandero. Den kennt meine Frau bereits und mit dem kommt sie auch gut zurecht.

 

Dieses Fahrzeug ist zwar ebenfalls neun Jahre alt. Hat aber erst 62.000 km auf dem Tacho. Ein Rentner-Fahrzeug par eczellence! Letztes Jahr habe ich vorsorglich noch den Zahnriemen erneuern lassen. Ein erst kürzlich durchgeführter Werkstatt-Check hatte ergeben, dass dieser Wagen im Top-Zustand ist. Nirgends kein Rost und keinerlei technische Mängel. Auch optisch noch in einem guten Zustand.

 

Für meine Frau ist also gesorgt. Doch was mache ich jetzt? Eigentlich ist es Luxus, dass wir überhaupt zwei Autos haben. Wir kämen auch mit einem hin. Doch diesen Luxus leisten wir uns. Wir wollen jeder unabhängig vom andern seine Sachen machen können. Ich will zum Schach, in die Stadt oder zu Gemeinderatssitzungen und Gerichtsverhandlungen wann immer es mir passt.

 

Wir haben außer in Säckingen auch in Neuenburg noch zwei weitere Enkel. Die will meine Frau auch so oft als möglich sehen. Sie spielt regelmäßig in Auggen mit alten Freundinnen Karten. Und sie singt im Horbener Kirchenchor mit. Darüber hinaus arbeitet sie noch einen Tag in der Woche als Krankenschwester in der Reha-Klinik Stöckenhöfe in Wittnau.

 

Wir wollen also weiterhin zwei Autos haben. Mein Plan war eigentlich, dass ich mir zum 70. Geburtstag in zweieinhalb Jahren das letzte neue Auto meines Lebens kaufe. Darauf spare ich regelmäßig hin. Ratenkäufe kommen für mich nicht in Betracht. Außer bei der Firmengründung 1975 und beim Hausbau 1989 habe ich noch nie einen Kredit aufgenommen.

 

Was ich brauche kann ich bar bezahlen. Was ich nicht bar bezahlen kann, das brauche ich nicht. Das hat mir mein Opa Franz Rees so vorgelebt und mit dieser Einstellung bin ich bisher gut gefahren. Mein Problem hat also innerhalb einer vernünftigen Größenordnung nichts mit Geld zu tun.

 

Wo ich jetzt etwas ins Schleudern kam war die Frage, welches Auto ich mir heutzutage für die nächsten zwölf bis 15 Jahre kaufen soll! Vor allem: Welchen Antrieb soll ich wählen?

 

Eigentlich gehe ich davon aus, dass die E-Mobilität in den nächsten Jahren den Durchbruch schaffen wird! Dann werden Fahrzeuge mit herkömmlichen Motoren in absehbarer Zeit wohl nur schwer verkäuflich sein. Mir liegt auch daran, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Daher kam ein Diesel von vornherein auf keinen Fall in Frage. Ein Diesel wäre auch bei meinen Fahrstrecken absolut unwirtschaftlich.

 

Zwar gibt es auf dem Markt bereits gute Autos mit E-Antrieb. In meiner Nachbarschaft laufen zwei große Tesla.  Das sind ganz tolle Autos. Ich bin immer begeistert, wie schön diese Wagen äußerlich sind und wie völlig geräuschlos sie davon schnurren.

 

Doch solche Fahrzeuge kosten geschätzt wohl um die 100.000 €. Das sprengt meinen Rahmen denn doch bei weitem. Es gibt auch billigere E-Mobile. Doch ich habe noch keines gesehen, dass bereits als ausgereift anzusehen wäre. Ich kann es mir jedoch nicht leisten, 30.000 € für einen Proto-Typ auszugeben, der erst am Anfang seiner Entwicklung steht.

 

Auch ein Hybrid-Fahrzeug überzeugt mich nicht. Zuviel Technik, zu kompliziert. Hilft mir absolut nicht weiter. Das mag für weite Strecken Sinn machen. Wenn die Batterie leer ist, fährt man mit Gas oder Benzin weiter. Ich fahre maximal im 75-km-Radius. Da käme ich auch allein mit der derzeit gängigen 250-km-Reichweite eines durchschnittlichen E-Mobils aus.

 

Also wird es wohl doch wieder ein Benziner sein. Als diese Frage endlich geklärt war, kamen Überlegungen hinsichtlich meines Alters ins Spiel. Ein möglichst bequemer Einstieg mit hoher Sitzposition ist mir wichtig. Weiter brauche ich unbedingt eine Anhängekupplung. Im Heck dazu eine bequeme und sichere Hundebox für unseren Hund Flocky. Eine Radio/CD-Anlage sowieso.

 

Dazu halte ich ein akkustisches Einpark-Warnsystem und ein Navy für sinnvoll. Wenn ich mit 80 Jahren einmal nicht mehr wissen sollte, wo ich eigentlich hin will: Das Navy wird mich hoffentlich sicher heim leiten. Auch eine Freisprech-Einrichtung für`s Handy will ich drin haben.

 

Dazu kommt ein für mich ganz wichtiges Kriterium: Ich kaufe nur bei dem Händler, der auch eine gute Werkstatt betreibt. Wenn mal irgend was ist, dann will ich auf ein faires und kompetentes Mechaniker-Team vertrauen können.

 

Das Autohaus meines Vertrauens haben wir bereits vor Jahren in Ehrenstetten im Autohaus Gutmann gefunden. Lange Jahre war ich als Transportunternehmer tag-täglich mit einem LKW unterwegs. Ich kann also beim Thema Werkstätten einigermaßen mitreden. Nirgendwo habe ich jemals kompetentere, freundlichere Service-Leute als bei Gutmann kennengelernt!

 

Heute morgen gehe ich also zum Autohaus Gutmann! Die haben zwei Marken im Angebot: Renault und die Geschwister-Marke Dacia. Wir fahren jetzt seit neun Jahren Dacia. Ein Auto, das unseren Ansprüchen vollauf genügt. Zwar etwas langsam. Aber wir haben es selten eilig. Ein Auto absolut ohne unnötigen Schnick-Schnack.

 

Die eingebaute Renault-Technik ist zwar nicht der neueste Schrei. Doch sehr robust und relativ sparsam. Sehr gut zu handeln und angenehm zu fahren. Unter dem Strich das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis!

 

Beim Schreiben dieses Beitrages klären sich meine Fragen: Es wird wohl ein Dacia Duster werden. Ganz seriös in Blau. Ohne Allrad. Den brauche ich hier in Horben-Langackern nicht. Ich fuhr 14 Jahre lang einen Suzuki-Allrad. Mehr als 20 Mal hatte ich in all den Jahren den Allrad nicht zugeschaltet. Meist wäre es auch ohne gegangen. Also lassen wir den Allrad weg. Eine mögliche Verschleiß-Quelle weniger.

 

Ich habe vorhin im Internet meinen Wunsch-Dacia konfiguriert. Mit dem, was ich drin und dran haben will, wird der Duster laut Listenpreis um die 18.000 Euro kosten.

 

Ein bißchen wird Gutmann noch mit sich handeln lassen (müssen). Schließlich gebe ich keinen Gebrauchten zurück. Der Sandero kommt in den Export. Ich will niemanden damit anschmieren. Außerdem brauche ich keine Finanzierung. Da sollte preislich eine moderate Abweichung vom Listenpreis nach unten machbar sein.

 

Ich hoffe nun, dass ich mich jetzt richtig entschieden habe! Für meine Verhältnisse kommt derzeit vernünftigerweise nur ein Benziner in Frage. So gern ich ein E-Mobil gekauft hätte. Aber es ist für mich einfach noch zu früh!

 

 

13.02.2018                                                 Digitalisierung: Nur ein Schlagwort? 

 

Alle Welt redet von den Gefahren der Digitalisierung. Schon in wenigen Jahrzehnten sollen 40% aller heutigen Arbeitsplätze durch  Computer und Roboter besetzt sein. Zwar würden andere bisher unbekannte Berufe entstehen. Doch zum einen nicht in der gleichen Anzahl und vor allem nicht für all diejenigen, die schon bald im Zuge der Digitalisierung "freigestellt" werden.

 

Vor einigen Wochen hatte ich gelesen, dass in den USA ein Pilot-Projrkt in einem riesigen Kaufcenter läuft. Dort habe man alle 120 der üblichen Kassen abgebaut und durch modern Technik ersetzt. Bisher hatte das Center über 450 Menschen in verschiedenen Schichten als Kassier/Innen beschäftigt. Dazu genau soviele "Boys`s and Girl`s", die den Kunden gegen ein kleines Trinkgeld beim Einpacken halfen und ihnen auf Wunsch die Einkäufe ans Auto oder sogar bis nach Hause trugen.

 

Heute gibt es dort keine Kassierer mehr. Der Kunde legt die Ware ganz einfach in einen Wagen und fährt danach zu einer Schleuse. Dort scannt ein Computer automatisch alles was im Wagen liegt. Man brauch nicht mehr alles herausnehmen, aufs Band und danach wieder in den Wagen legen. Man schiebt den Wagen ganz einfach an einer oder mehreren Cam`s vorbei. Alles wird registriert und berechnet. Danach noch die Kreditkarte in den Schlitz stecken. Die Schleuse öffnet sich und der Einkauf ist erledigt.  

 

Manche werden sich jetzt beruhigt zurücklehnen und sagen: "Amerika ist weit! Da dauert es noch lange, bis das hir kommt!"

 

Doch das ist ein Irrtum. Die Neuerung steht bereits vor unserer Tür. Gestern war ich im Real-Center in Freiburg. Dort gibt es bereits vier unbesetzte Kassen, die man selbst bedienen kann.  Man legt die Ware in einen Kübel, dort wird sie gescannt. Am Ende zahlt man bar oder mit Karte. Danach hält man den Beleg an eine weitere Cam am Ausgang. Die geht auf und man kann den Verkaufsbereich verlassen. 

 

Derzeit steht zwar immer noch ein Mitarbeiter in der Nähe. Der hilft denen, die jetzt noch nicht zurecht kommen, Auch scheint mir die Anlage bei Real noch nicht so ausgereift zu sein wie die in den USA: Ich persönlich finde das alles noch ziemlich umständlich.

 

Doch das ist der Einstieg in eine Zeit, in der es auch bei unseren Discountern und Kaufhäusern keine menschlichen Kassierer mehr gibt. Nach meiner Wahrnehmung ist es derzeit noch so, dass sich viele Kunden/ Kundinnen nicht trauen, die neue Technik zu nutzen. Viele Ältere kommen damit auch noch nicht zurecht. Daher wird es bei uns noch einige Zeit dauern, bis die neue Technik flächendeckend installiert wird.

 

Manche werden jetzt wieder sagen: Ist doch gut! KassiererInnen in Supermärkten haben einen schweren Job! Die müssen pro Schicht mehrere Tonnen bewegen! Die freuen sich sicher, wenn sie diese schwere Arbeit nicht mehr machen müssen!

 

Die Frage ist nur: Was sollen die Kassiererinnen bei Real mehrheitlich dann machen? Meist sind es Frauen jenseits der Vierzig, oft mit Migrationshintergrund. Wo finden die dann einen passenden  Arbeitsplatz?

 

Sicher wird Real dann mehr Techniker beschäftigen, die ihre komplizierteren Kassen warten, reparieren und programmieren. Vieleicht zwei Techniker mehr. Die bisherigen Kassiererinnen werden davon sicher nichts haben. Eine Mittvierzigerin oder noch älter wird man hierzu nicht mehr qualifizieren können.

 

So oder ähnlich wird es in vielen Bereichen kommen. Der Bürgermeister von Horben träumt gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Au und Merzhausen von einem fahrerlosen Bus, der vom Hexental nach Horben zur Talstation fährt. Das ist für den Bereich aus meiner Sicht zwar eine absolut spinnerte Idee. Ich bin der Auffassung, dass es in Horben lange Zeit vorher ein "bürgermeisterloses Rathaus" gibt. Doch der autonome Bus wird kommen. Da habe ich keine Zweifel. Sicher nicht auf Strecken wie die durch das Selzental. Aber auf dafür geeigneten Straßen ganz bestimmt.

 

Dem Heer der heutigen Busfahrer wird es nicht anders ergehen wie den Kassiererinnen bei Real. Die meisten von ihnen werden überflüssig werden. Dass auch hier wieder neue Berufe entstehen, wird die meisten Busfahrer wohl nicht trösten. Nicht jeder kann zum Ingeneur oder zum Informatiker weitergebildet werden.

 

Das sind nur zwei Bereiche unseres Alltages, die sich durch die fortschreitende Digitalisierung und Roboterisierung verändern werden. Zum Nachteil der heute dort Beschäftigten. In der Fertigung, in den Verwaltungen wird der Umbruch genau so groß sein.

 

Diese Entwicklung kann man bedauern oder begrüßen. Auf jeden Fall muss man sich darauf einstellen. Das dazu notwendige lebenslange Lernen wird für viele anstrengend sein. Doch die Alternative heißt sozialer Abstieg bis hin zum Hartz-IV-Empfang!

 

 

12.02.2018                                                Zur Bürgermeister-Wahl in Wittnau
 

IMitte des Jahres 2018 findet in Wittnau die Bürgermeister-Wahl statt. Als Termin ist Anfang Juli angedacht. Der seit 16 Jahren amtierende Bürgermeister Enrico Penthien kündigte beim letzten Neujahrs-Empfang an, dass er nicht für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung steht. Dem Vernehmen nach sind es Gesundheitsgründe, die Penthien zu dem Entschluss kommen ließen.

 

Organisation und Durchführung obliegen dem Gemeinderat. Der wird den Termin für die Wahl und vorsorglich auch für einen eventuell notwendigen zweiten Wahlgang festlegen. Die Art und Weise der Bekanntmachung wird beschlossen. Über die Wahl selbst wacht dann ein durch den Gemeinderat zu bestimmender Wahlausschuss.

 

Am 20. Februar findet in Wittnau die nächste Gemeinderatssitzung statt. Auf der Tagesordnung steht neben anderen das Thema „Bürgermeisterwahl“. Ich gehe davon aus, dass unter diesem Punkt alles Notwendige hinsichtlich der Wahl beschlossen wird.

 

Die wichtigste Frage dazu wird die sein, ob Wittnau weiterhin einen hauptamtlichen oder doch wieder einen ehrenamtlichen Bürgermeister bestellen will. Aus meiner Sicht eine sehr wichtige und berechtigte Frage, die auch über Wittnau hinaus wegweisende Bedeutung haben könnte:

 

Wittnau hat derzeit knapp 1600 Einwohner. Die Gemarkungsfläche ist nicht allzu groß. Die Gemeinde ist finanziell beengt. Durch die Umstellung vom hauptamtlichen zum ehrenamtlichen Bürgermeister könnten gut 45.000 € jährlich an Personalkosten eingespart werden.

 

Eine solche Umstellung würde allerdings Änderungen bei den Abläufen im Rathaus notwendig machen. Die rein fachliche Verwaltung müßte auf den Hauptamtsleiter übertragen und. dieser von Routine-Aufgaben entlastet werden. Die zur Verfügung stehenden digitalen Möglichkeiten müßten konsequent genutzt werden. Ein ehrenamtlicher Bürgermeister könnte sich dann auf die Organisation und die Repräsentation der Gemeinde beschränken. Darüber hinaus könnten mehr Aufgaben an die Verwaltungsgemeinschaft Hexental delegiert werden.

 

Dass dies in Wittnau ginge, hat sich bereits in den vergangenen Monaten erwiesen. Während der monatelangen Krankheit des Amtsinhabers war Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Lieser in der Verantwortung. Lieser führte das Amt ordnungsgemäß, obwohl er nach meiner Kenntnis kein ausgewiesener Verwaltungsfachmann ist.

 

Eine ehrenamtliche Lösung in Wittnau könnte eine Signalwirkung auf die anderen Hexental-Gemeinden haben. In Horben wird um den Jahreswechsel herum gewählt. Ich gehe davon aus, dass es hier weiter einen ehrenamtlichen Bürgermeister geben wird. Au ist im nächsten Jahr an der Reihe. Dort könnte eine Rückkehr zum ehrenamtlichen Bürgermeister zur Debatte stehen.

 

Ich erinnere daran, dass die Verwaltungsgemeinschaft Hexental gegründet wurde, um das Zusammenwachsen der Gemeinden zu organisieren und vorzubereiten. Ziel sollte eine Einheits- Gemeinde Hexental sein. Damals gab es lediglich in Merzhausen einen hauptamtlichen Bürger-meister. In Au, Horben, Sölden und Wittnau waren die Bürgermeister ehrenamtlich.

 

Mit der Bestellung von hauptamtlichen Bürgermeistern in Au. Sölden und Wittnau wurde das Ziel "Einheitsgemeinde" aufgegeben. Die Kirchturmspolitik kehrte in die Rathäuser zurück. Die Bedeutung der Verwaltungsgemeinschaft wurde zurückgedrängt. Die Verbandsversammlung hat nichts mehr zu sagen.

 

Jetzt könnte der Einheitsgedanke wieder aktuell werden. Ich stelle mir nach wie vor das Rathaus Merzhausen als Verwaltungszentrale für den gesamten Bereich der VG Hexental vor. Chef dieser Verwaltungszentrale sollte der Verbandsvorsitzende sein. Die einzelnen ehrenamtlichen Bürgermeister sollten sich um die spezifischen Dinge in den einzelnen Gemeinden kümmern.

 

Mit anderen Worten: Die Rathäuser in den einzelnen Gemeinden hätten nur noch symbolische Bedeutung. Darin hätte der ehrenamtliche Bürgermeister sein Büro. Der Ortschaftsrat würde hier noch seine Sitzungen abhalten. Für nicht mobile Bürger könnten Sprechstunden durch "fliegendes Verwaltungspersonal" aus Merzhausen abgehalten werden.

 

Dies brächte nicht nur Kostenvorteile mit sich. Das bedeutete auch eine effizientere Verwaltung. Wenn ich sehe, um was sich ein Hauptamtsleiter in kleinen Gemeinden alles kümmern muss, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Das sind in der Regel studierte Verwaltungs-Fachleute. Die sind im Hauptamt einer 1500-Einwohner-Gemeinde glatt verschenkt. Ihre Aufgaben sind derart vielseitig, dass sie bei schwierigen Themen gar nicht auf dem aktuellen Stand sein können. Bei einer Zuständigkeit für alle fünf Gemeinden hätte jeder sein Spezialgebiet, das er kompetent bearbeiten könnte.

 

Für meine Vorstellung stehen zwei bereits gut funktionierende Modelle: Einmal der Gemeinde- Verwaltungsverband Schönau. Darin erfüllen neun zum Teil kleinste selbständige Gemeinden ihre Aufgaben gemeinsam. Dieses Modell favorisiere ich nach wie vor auch für unseren Raum.

 

Zum andern sehe ich, wie sich früher selbständige Dörfer wie Opfimgen, Tiengen, Munzingen  oder auch Ehrenstetten, Kirchhofen, Bremgarten, Feldkirch, Mengen, Norsingen und viele mehr entwickelt haben. Die stehen den fünf Hexental-Gemeinden in absolut nichts nach.

 

Ich hoffe, dass sich die Gemeinderäte in Wittnau der Chance bewußt sind, die sie mit ihrer Entscheidung eröffnen könnten. Für die Gemeinde selbst und für die gesamte Raumschaft. Wird in Wittnau jetzt wieder ein hauptamtlicher Bürgermeister bestellt, geht dort das Fenster für mindestens 16 weitere Jahre wieder  zu.

 

Klarstellen will ich, dass ich mit diesem Beitrag keinem der hauptamtlichen Bürgermeister hier im Hexental persönlich "ans Bein pinkeln" will. Ich halte zum Beispiel den Auer Bürgermeister Kindel für einen sehr guten Bürgermeister, der auch gößere Gemeinden leiten könnte. Penthien und Rees in Wittnau und Sölden machen ihre Sache im Großen und Ganzen aus meiner Sicht ebenfalls ordentlich.

 

Meine Meinung ist jedoch unabhängig von Personen, dass Gemeinden mit 1500 und weniger Einwohner keine hauptamtlichen Bürgermeister brauchen.

 

 

11.02.2018                                                           Fasnet von gestern bis heute!

 

Die Hoch-Zeit des Humors und des verordneten Frohsinns erreicht langsam ihren Höhepunkt. Wer will und den Nerv dafür aufbringt kann sich zur Zeit stundenlang närrische Sitzungen im Fernsehen  reinziehen. In allen Hallen der Region ist ultimatives Remmi-Demmi angesagt. Für Kostüme, Eintritte, leckere Getränke wird immens viel Geld ausgegeben. Alle scheinen fröhlich und lustig zu sein. Die Kehrseite sind Alkohol-Leichen, Unfälle, Schlägereien, sexuelle Übergriffe, Ehekräche bis hin zu Trennungen und entzogene Führerscheine.

 

Ich versuche mich zurück zu erinnern an meine ersten Berührungspunkte mit dem Begriff Fasnet:

 

Es muss um 1954 gewesen sein. Wir wohnten damals noch im Horbener Mühleweg. Also nicht gerade im Zentrum einer Großstadt. Jedenfalls strömten dort keine angemalten, verkleideten Narren vorbei. In den Kindergarten ging ich nicht. Ganz einfach deshalb nicht, weil es damals in Horben noch gar keinen gab. Auch die Narrenzunft wurde erst -zig Jahre später gegründet. Ich hatte also bis dahin von der Fasnet noch nichts mitbekommen.

 

Die erste Berührung mit der Fasnet war kulinarischer Art: Unsere Mutter hatte Fasnet-Küchle gebacken! Das war so eine Art Berliner: Üppig in Fett und Öl getränkt. In der Mitte auch einen Klaks Marmelade oder Pudding. Außen mit Puderzucker bestäubt. Dazu gab es Kakao oder Kaba. Wer mehr als ein Dutzend Fasnetküchle gegessen hatte, für den war die Fasnet vorbei: Durch das viele Öl, Fett, Zucker und Marmelade war mir danach immer grottenschlecht.

 

Als ich 1957 in die Schule kam, wurden die Berührungspunkte mit Fasnet deutlich intensiver. Im örtlichen Kaufladen neben der Kirche gab es tolle Käpsele-Pistolen! Das waren Plastik-Revolver, in die man Rollen mit Zündblättchen einlegen konnte. Es gab damals dort auch schon bunte Fasnetbändel und breitkrempige Westernhüte zu kaufen.

 

Anfangs besaß ich keinen solcher Revolver. Die waren ganz einfach zu teuer. Zwei Mark für so ein Ding waren für uns viel Geld. Aber fünf Pfennige für eine Käpsele-Rolle hatte ich schon. So legte ich die Zündrollen auf einen festen Untergrund und klopfte mit einem Hammer auf die Zündpunkte. Dass knallte dann auch ganz schön.

 

Doch bald kam auch ich zu einem Revolver! Ich fand ihn in einem Weiher, der zum Ignaz-Hof gehört. Eine richtige Pistole aus schwerem Metall! Schön wasserdicht verpackt in einem Zeltplanen-Beutel und funktionsfähig. Ein reumütiger Horbener hatte sie wohl  sicherheitshalber am Ende des 2. Weltkrieges in dem Teich versenkt. Schade nur, dass man mit dem Ding keine Zündkapseln zum Knallen bringen konnte.

 

Ich zeigte meinen Fund einem damals jungen Mann aus dem Dorf. Der war sofort hell begeistert von meiner Pistole. Er wollte sie mir wegnehmen. Doch ich wehrte mich. Da nahm der Jüngling mich an die Hand und ging mit mir zum Kaufladen. Dort kaufte er mir einen richtigen Fasnet-Revolver mit reichlich Zündrollen. Als Gegenleistung überließ ich ihm die Wehrmachts-Pistole und zeigte ihm, wo ich das Ding gefunden hatte. Dort fanden wir dann auch noch ein kleines Säckchen mit Patronen.

 

Jetzt waren wir beide bestens ausgerüstet: Mir schien das ein guter Deal:: Ich hatte endlich auch einen "richtigen" Revolver und der damals ca. Siebzehnjährige eine noch funktionierende echte Pistole mit reichlich Munition! Für beide eine echte Win-Win-Situation!

 

Später wohnten wir in Langackern. Hier war mehr los als im Mühleweg. Wir bemalten unsere Gesichter mit schwarzer Schuhcreme, setzten uns einen alten Hut auf den Kopf und zogen den alten Sonntagskittel eines längst verstorbenen Großonkels an. So herausgeputzt zogen wir dann von Haus zu Haus und "machten Fasnet".

 

Das lief so ab: Wir zogen in Gruppen von Haustür zu Haustür und sagten unseren Fasnet-Spruch auf:

 

"Hoorig. hoorig, hoorig isch diä Katz! Un wenn diä Katz nit hoorig isch, no isch des au kei Katz!"

 

Das muss überzeugend geklungen haben! Denn für diese Auskunft bekamen wir meistens um die fünf Pfennige. Vor allem die Hotelgäste im Engel und der Luisenhöhe spendeten eifrig. Wenn es gut lief, gab es auch noch Kakao und Fasnetküchle. Womit wir wieder beim Bauchweh wären: Ich habe das ganze Jahr über nie soviel gekotzt wie an der Fasnet! Doch da musste man durch: Das Fasnetgeld war eine ganz wichtige Einnahmequelle für mich!

 

Der Fasnachts-Freitag war damals der Fasnachts-Höhepunkt in der Familie: Da kam aus Mainz die Prunkfremden-Sitzung mit Ernst Neger und Margit Sponheimer! Anfangs am Radio. Später im Schwarz-Weiß-Fernsehen. Immer ein tolles Erlebnis. Zum einen wegen der Sendung. Zum andern richtete Mutter immer feine Häppchen her: Speck, Schwarz- und Leberwurst, aber auch Fisch aus Dosen und viel Majonaise.

 

Am Montag dann der Umzug in Freiburg. Nicht jedes Jahr. Je nach elterlicher Finanzlage. Denn der Umzug kostete Fahrgeld und Eintritt. Im Anschluss daran Einkehr im "Laubfrosch", einem Lokal unweit der Umzugsstrecke. Dort hatte unsere Mutter früher einmal bedient. Da gab es Sonder-Konditionen für das obligatorische Restaurationsbrot. Zwei Portionen für drei Leute.

 

In dem Jahr, in dem ein Kind Weißen Sonntag feierte, durfte es keine Fasnet machen. Sich nicht verkleiden und auch nicht von Haus zu Haus ziehen. Unser Pfarrer Carl Maier hatte dies für die Kommunionskinder streng verboten! Wer bald vom Heiligen Geist beseelt werden sollte, durfte nicht froh und lustig sein.

 

Unser strenger Puritaner überprüfte dies höchstpersönlich! Er streifte an den närrischen Tagen verstärkt durchs Dorf: Dabei kam er sogar bis nach Langackern. Traf er einen Fasnet-Narr mit Larve, dann zog er ihm diese runter um nachzusehen, ob ein Kommunionkind darunter steckte. Mich hatte er einmal erwischt. Als Strafe musste ich hundert Mal ins Religionsheft schreiben: "Ich darf als Kommunionskind keine Fasnet machen!"

 

Später nahm die Fasnet auch in Horben Fahrt auf. Die Festhalle war gebaut, der Musikverein veranstaltete alljährlich seinen Fasnettanz. Auch in den Gaststätten Batt, Raben und Buckhof trafen sich die Leute am Stammtisch. Wir Jungen hatten Mopeds und später auch Autos. Damit konnten wir die Veranstaltungen in Wittnau und in St. Ulrich unsicher machen. 

 

Nach meiner Hochzeit habe ich dann 20 Jahre zuerst in Merdingen und danach in Gottenheim gelebt. Beide Dörfer sind echte Fasnet-Hochburgen. In Merdingen war an jedem Fasnettag echt was los. Im Engel, in der Sonne, im Pfauen. Drei Zunftabende in der Halle. Jedes Jahr ein Riesen-Umzug mit dem Schwitzer-Klaus als Moderator! Und am Dienstag der Hexlis-Tag. Ein besonders harter Tag für alle, die dieses Brauchtum nicht kannten und womöglich noch mit Krawatte den schwarzen Hexen in die Hände fielen.

 

In Gottenheim habe ich sogar einmal aktiv am Umzug mitgemacht: Ich sollte die Gruppe des Tennisclubs verstärken. Aus Papier und Leim hatte man vorher überdimensionale Tennisbälle gebastelt. Einen davon musste musste ich über Kopf und Oberkörper stülpen. Für die Augen waren zwei Löcher in die Bälle  geschnitten. In der Hand hatte ich eine Wasserpistole.

 

Meine Aufgabe bestand nun darin, durch die Augen-Löcher hindurch andere Umzugsgäste nass zu spritzen. Dabei hatte ich Pech: Ich spritzte den Falschen nass: Der gab mir einen derben Tritt in den Hintern! Ich konnte danach drei Tage kaum laufen. Das war dann auch mein erster und letzter Umzug, an dem ich aktiv mitgelaufen bin.

 

An Fasnacht 1985 beging ich einen großen Fehler: Ich wollte am Rosenmontag mit meinem Tankwagen in Elzach die Metzgerei Winterhalter mit Heizöl beliefern! Als ich vom Keller wieder zu meinem Fahrzeug kam, saß ein halbes Dutzend "Schuttig" im Führerhaus! Diese schlugen  mir ihre "Soubloodere" um die Ohren. Eine Stunde dauerte es, bis sie mich endlich meine Arbeit tun ließen! Danach war mein ganzes Führerhaus und das Lenkrad schwarz voll Schuhwichse! Diesen kapitalen Fehler habe ich nur einmal begangen! An Fasnet war das Elztal künftig für mich eine No-Go-Area!!

 

Zum Zeitpunkt meiner Rückkehr nach Horben 1994 gab es hier bereits die Narrenzunft. Ein bis heute gut geführter kleiner, feiner Verein ohne Kapriolen und Skandale. Da bin ich dann als passives Mitglied eingetreten. Einge Jahre habe ich dann am Fasnet-Abend des Musikvereins eine Büttenrede vorgetragen. Es war eine schöne Zeit und machte viel Spass.

 

Heute sind meine Fasnachts-Aktivitäten wieder auf den Umfang von 1965 geschrumpft: Am Freitag Abend "Mainz bleibt Mainz". Immer noch mit einem feinen Vesper. Solange es mir gelingt, dabei bis 12 Uhr wachzubleiben, behalte ich das auch bei. Weitere Aktivitäten gibt es keine mehr. Wenn ich mal wieder von Haus zu Haus laufen und "Hoorig, hoorig...." singen sollte, dann wird es höchste Zeit fürs Altersheim!

 

Obwohl...... wenn ich`s bedenke.......Ein paar Cent so nebenbei könnte ich immer gebrauchen!

 

 

10.02.2018                                            SPD: Im letzten Moment die Kurve gekriegt!

 

In der SPD erreicht die Narretei noch vor dem Rosenmontag ihren Höhepunkt: Martin Schulz will nun doch nicht als Außenminister unter Angela Merkel in die Regierung eintreten. Nachdem er auch als SPD-Vorsitzender abtreten wird, ist der einstige Überflieger Martin Schulz endgültig abgestürzt.

 

Martin Schulz wird noch ein paar Jahre als Hinterbänkler im Bundestag sitzen und sich mit den 10.000 € an monatlichen Diäten wenigstens finanziell über Wasser halten. Vielleicht macht er auch das, was die meisten abgestürzten Politiker machen: Ein Buch schreiben, in dem er sein Versagen in eine große politische Leistung umdichtet. Als gelernter Buchhändler wird er sicher einige Exemplare an den Mann bringen!

 

Ich war gestern sehr erleichtert, als ich von der Demission von Schulz gehört habe. Für mich wäre es nur schwer erträglich, wenn ein solcher Mann als der Repräsentant unseres Landes in der Welt auftreten würde. Zwar hatte ich an seiner fachlichen Befähigung keine Zweifel. Reden kann er und Prinzipien hat er offenkundig auch keine. Damit brächte er die wohl wichtigsten Voraussetzungen für ein Spitzenamt in der Politik mit.

 

Doch die charakterliche Eignung spreche ich ihm rundweg ab! Nicht allein wegen seiner vielen Wortbrüche. Auch die Art und Weise, wie er seine persönlichen Interessen in den Vordergrund stellt, stößt mich ab. Er wollte weiter in der großen Politik mitmischen. Dafür ging er skrupellos auch über Leichen. Ein Beispiel dafür ist aus meiner Sicht der Umgang mit seinem angeblichen Freund Gabriel. Der hatte ihm den Aufstieg in der Partei erst ermöglicht. Als Dank dafür sollte der jetzt eiskalt abserviert werden. Von solchen Menschen will ich nicht regiert werden!

 

Einerseits finde ich es schade, dass die anderen SPD-Führer dem Treiben des Martin Schulz so lange untätig zugesehen haben. Dadurch tragen sie am Niedergang der SPD ein gerüttelt Maß an Mitschuld. Spätestens nach dem desaströsen Wahlergebnis vom 24. September hätten Nahles, Dreyer, Stegner, Scholz & Co. eingreifen müssen. Dass sie es nicht getan haben läßt in mir erhebliche Zweifel an ihrer Eignung zur Führungsperson hochkommen.

 

Vorgestern lobten sie den Verzicht des Martin Schulz auf den Parteivorsitz als großherziges Opfer. Es sei honorig, dass er sich auf seine neue Aufgabe als Außenminister konzentrieren will! Da werde er Großes für Deutschland und für Europa leisten. Auch Vize-Kanzler wollte er nicht werden. Eine wirklich noble Geste von einem politischen Totalversager, der die Partei an den Rand des endgültigen Absturzes geführt hatte!

 

Auch gestern noch lobten sie Schulz als den Mann, der seine persönlichen Ambitionen hinter die Interessen der Partei gestellt habe! Doch die Realität sieht anders aus: Die Reaktionen tausender Parteimitglieder hatten die Parteispitzen erst zu der Einsicht gebracht, dass es mit Schulz als Minister keine Zustimmung zum ausgehandelten Koalitionsvertrag geben würde.

 

Nichts hatte er zurückgestellt! Er ist ganz sicher nicht freiwillig gegangen. Er wurde zum Verzicht gezwungen! Die offizielle Sprachregelung in der Parteispitze lautet zwar anders. Doch Schulz war endgültig zu einer untragbaren Belastung geworden.

 

Die Personalie Schulz gefährdet nämlich inzwischen auch die Positionen von Nahles, Scholz, Stegner & Co. Bei einem negativen Ausgang des bevorstehenden Mitglieder-Votums im März wären auch sie weg vom Fenster. Das wollte man nun doch nicht riskieren. Das eigene Hemd ist der eigenen Haut halt doch näher als die Jacke des Martin Schulz. Darum hat die Parteiführung die Reißleine gezogen und ihn zum Verzicht aufgefordert.

 

Die verbreiteten Versionen vom Verzicht Schulz`s sind aus meiner Sicht absolut unglaubwürdig. Sie dienen einzig und allein der Gesichtswahrung! Man will das Chaos in der Parteiführung irgendwie kaschieren. Dabei riskiert man auch noch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit.

 

Schulz ist weg. Wie geht es jetzt weiter? Ich habe den Koalitionsvertrag intensiv gelesen. Der ist inhaltlich nicht schlecht für die SPD. Mehr war wohl kaum herauszuholen. Und drei wichtige Ministerien mit drei weiteren bringen mehr Einfluss als der Partei nach dem Wahlergebnis eigentlich zukommt. Wäre ich noch Partei-Mitglied, würde ich dem Koalitionsvertrag zustimmen.

 

Allerdings würde ich mir wünschen, dass vor dem Mitglieder-Votum auch alle Personalien geklärt werden. Aus meiner Sicht sollte Gabriel Außenminister bleiben. Auch wenn er sich mit seinem Interwiev innerparteilich in die Nesseln gesetzt hat. Doch er macht seine Sache gut. Ich sehe auch niemand anders in der SPD, der für dieses Amt auch nur annähernd geeignet wäre.

 

Ich wäre auch dafür, dass Barbara Hendricks Umweltministerin bleibt. Ich hätte es gerne gesehen, wenn sie den Bereich Landwirtschaft dazu bekommen hätte. Doch das will die CSU behalten. Man kann ja auch nicht alles haben. Aber Frau Hendricks arbeitet kompetent und zielstrebig in ihrem Bereich. Sie sollte unbedingt bleiben.

 

Auch Katarina Barley solte Familienministerin bleiben. Als Arbeits-Ministerin könnte ich mir die frühere NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Krafft gut vorstellen. Scholz als Finanzminister. Das sechste SPD-geführte Ministerium könnte an eine aufstrebende Kraft aus der bisher zweiten Reihe gehen. Damit sähe ich den SPD-Teil der neuen Gro-Ko gut aufgestellt.

 

Tröstlich aus meiner Sicht ist, dass die Basis doch noch etwas Einfluss auf die oberen Partei-Etagen hat. Ohne den heftigen Protest von Mitgliedern aus den Orts- und Bezirksverbänden, von Seiten vieler Wahler und auch einem Teil der Presse hätte Schulz sicher nicht verzichtet. Nur die Angst vor der Basis bewog Nahles und die anderen, Schulz jetzt den Stuhl vor die Tür zu stellen. Diese Erfahrung könnte mich fast dazu bringen, wieder in eine Partei einzutreten!

 

Aus meiner Sicht könnte die SPD gerade noch einmal die Kurve gekriegt haben. Jetzt muss aber Schluss sein mit der viel beschrienen Selbstzerfleischung. Aber bitte kommt mir jetzt jnicht mit dem Griesgram Ralf Stegner als Minister! Den habe ich vor 35 Jahren bereits zur Genüge persönlich kennengelernt! Der sollte seine Wadenbeißer-Funktion behalten. Für gestalterische Aufgaben taugt der nach meiner persönlichen Wahrnehmung nämlich absolut nicht.

 

Ein ähnliches Schicksal wie Schulz könnte bald auch die Kanzlerin ereilen. Was da in der Union passiert, ist wohl einmalig in der Partei: Da treten CDU-Landesminister auf mit der Forderung, Angela Merkel möge bald den Partei-Vorsitz räumen. B-W-Minister Hauk ist nicht der Einzige mit dieser Meinung. Die Wut in der CDU ist groß. Eine Menge der CDU-Hintersassen hatten sich einen persönlichen Aufstieg in der neuen Regierung erhofft. Viele von ihnen müssen jetzt zusehen, wie große Teile der schönen Pöstchen an die SPD gehen.

 

Merkel ist in ähnlicher Weise mit altgedienten Mitstreitern umgesprungen wie Schulz. Sie hat den bisherigen Innenminister de Maiziere eiskalt über die Klinge springen lassen. Sie braucht Platz für den in München geschassten Seehofer. De Maiziere hatte die Hauptlast der verfehlten  Flüchtlingspolitik getragen.

 

Auch er wird wie Gabriel nicht still bleiben. Vielleicht etwas weniger tolpatschig wie dieser. Aber Merkel hat mit Sicherheit einen innerparteilichen Feind mehr. Ich würde nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass Angela Merkel nicht das gleiche Schicksal erleidet wie Martin Schulz.

 

 

09.02.2018                                                                Fasnachts-Scherz?

 

Laut einem Bericht der Badischen Zeitung gestern träumen die Bürgermeister aus Au, Horben und Merzhausen von einem fahrerlosen Bus von FR-St. Georgen über Merzhausen und Au nach Horben zur Talstation. Der Horbener Bürgermeister Riesterer rechnet damit, dass dies bis in etwa 5 bis 10 Jahren soweit sein könnte. 

 

http://www.badische-zeitung.de/horben/der-traum-von-fahrerlosen-bussen-im-hexental

 

Ich gehe davon aus, dass diese Meldung dem Fasnet-Auftakt am "Schmutzige Dunschdig" geschuldet war. Ganz ernst kann der Artikel jedenfalls nicht gemeint sein. Denn wer so wie Bürgermeister Riesterer Jahre braucht für ein Klo-Häuschen am Horbener Rathausplatz: Der wird nur schwerlich die Energie aufbringen, um in so kurzer Zeit die Voraussetzungen für einen E-Bus durchs Selzental zu schaffen.

 

Außerdem wäre eine solche Buslinie ein interkommunales Projekt. Doch damit haben die Bürgermeister in Au, Horben, Wittnau und Sölden nach meiner Wahrnehmung wenig am Hut. Statt ihre Verwaltungen zu standartisieren und so viel wie möglich gemeinsam zu erledigen achtet jeder streng auf seine Zuständigkeit. Sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen, dass wir auf so engem Raum für so wenige Bürger gar keine fünf Bürgermeister bräuchten?

 

Da verstehe ich die Herren Kindel, Penthien, Rees und Riesterer sogar! Wer schafft sich schon gerne selbst ab? Das wäre doch wirklich ein bißchen viel verlangt! Die Herren lassen sich zwar  gerne am Schmutzigen Dunschdig publikums-wirksam aus ihren Rathäusern vertreiben. Da lässt sich viel fröhliche Bürgernähe zur Schau stellen! Doch dann ist auch schon Schluss mit lustig: Ab Aschermittwoch verteidigen sie ihr Revier wieder mit Zähnen und Klauen!

 

Grundsätzlich fände ich eine bessere Verbindung von Horben ins Tal eine gute Sache. Wäre sie wirklich ernst gemeint, dann müsste man ja nicht auf die Serienreife eines fahrerlosen E-Busses warten. Dann könnte man ja sofort eines der berühmten Großraum-Taxis des Herrn Riesterer einsetzen. Wenn es dann irgendwann wirklich ein auch für diese Strecke taugliches autonomes Fahrzeug geben sollte, könnte man dieses später ja immer noch umtauschen..

 

Allerdings müsste dann ein kleiner Roboter mitgeliefert werden, der auf Höhe des Marxenhofes oder des Ringlihofes Schneeketten auflegen kann!

 

Nein, wirklich ernst nehmen kann ich den gestrigen BZ-Beitrag wirklich nicht. Sicher wollten sich die Herren Ante, Kindel und Riesterer nur mal von ihrer närrischen Seite zeigen. Doch das wäre nicht nötig gewesen. Wir Hexentäler Bürger wissen auch so schon, was für Ulknudeln wir in unseren Rathäusern sitzen haben! Das stellen sie das ganze Jahr über eindrucksvoll unter Beweis. Da muss man nicht extra an Fasnacht noch einen solchen Brüller raushauen! Hellau!

 

 

08.02.2016                              Sie haben sich geeinigt!

 

Endlich ist es soweit: Wenn nicht im letzten Moment doch noch etwas schief läuft, dann hat Deutschland endlich wieder eine Regierung!

 

Das ist die gute Nachricht für uns alle! Mit der Tatsache, dass das weder eine gute noch eine starke Regierung sein wird, müssen wir leben! Wir Bürger haben so gewählt, dass eine andere Konstellation nach Lage der Dinge nun mal nicht wirklich möglich war. Die GroKo ist auch aus meiner Sicht die am wenigsten schlechte der zur Verfügung stehenden Alternativen.

 

Dabei spielt es schon keine Rolle mehr, auf was man sich in Berlin denn letztendlich geeinigt hat. Über die vordringlichsten Themen wurde nämlich gar nicht gesprochen. Kaum ein Wort zum Umweltschutz. Die fest versprochenen Klimaziele wurden bereits im Vorfeld abgeräumt. Nichts zur dringend notwendigen Agrarwende. Bei der Energiewende geht es nicht recht weiter. Die E-Mobilität kommt nicht voran. Gegen die drohende Altersarmut und gegen die Kinderarmut wird zu wenig getan. Die innere  Sicherheit wird nicht erhöht. Auf die Herausforderungen der technischen Digitalisierung weiß man keine Antwort.

 

Statt dessen werden Selbstverständlichkeiten und Selbstläufer rethorisch zu großen Würfen aufgebauscht. Ich sage nicht, dass da nichts Gutes dabei ist. Punktuell sind Verbesserungen erreicht worden. Die Restriktierung der Sachgrund-losen Befristung. Verbesserungen bei der Familienförderung. Oder Investitionen in die Bildungs-Infrastruktur.

 

Doch da wird mit Zahlen hantiert, die abseits der Realität liegen. Bei einem Familien-Einkommen von 60.000 Euro wird eine vierköpfige Familie um rund 2500 Euro besser gestellt (teilweise Soli-Abschaffung, höheres Kindergeld, Baukindergeld, paritätische Krankenversicherung....) Eine Hartz-IV-Familie hat von all dem nichts. Die Verbesserungen werden ihr von der laufenden Unterstützung wieder abgezogen.

 

Je weniger Einkommen erzielt wird, um so geringer fällt die Entlastung aus. Welche vierköpfige Familie hat schon 60.000 Euro? Diese Zahl ist jedenfalls nicht repräsentativ. Und doch wird mit diesem Räferenz-Betrag Stimmung gemacht!

 

Tatsächlich ist es wie fast immer: Wer hat, dem wird gegeben. Wer schon jetzt nichts hat, der schaut auch künftig in die Röhre. Eine Familie mit 60.000 € Einkommen braucht keine Entlastung. Sie kommt aus eigener Kraft fort. Vor allem Kinder aus den unter-privilegierten Familien hätten dagegen dringend einer spürbaren Besserstellung bedurft!

 

Für das, was da jetzt als großer Erfolg verkauft wird, hätte man nicht über vier Monate lang sondieren und verhandeln müssen. Ich sehe in den Verhandlungsergebnissen ganz banale Selbstverständlichkeiten beim Umgang mit Problemen, die man in dieser oder ähnlicher Form auf jeden Fall hätte lösen müssen!

 

Für mich ist positiv, dass ich jetzt nicht mehr in jeder Nachrichtensendung die immer gleichen kraftlosen übernächtigten Gestalten sehen muss. Die mir einreden wollen, wie hart sie doch letzte Nacht wieder für mich gekämpft hätten. Und die immer die gleiche Leier herunterbeten, was sie schon alles für mich herausgeschunden hätten. Ich hoffe, dass ich künftig nicht mehr so oft das Getue von Merkel, Schulz und Seehofer sehen muss. Ich habe mich an diesen kapputten Gesichtern jetzt wirklich satt gesehen! Ihre Falschheit hängt mir zum Halse raus!

 

Dabei waren die drei doch wirklich auch erfolgreich! Sie haben vor allem ihre eigene Haut und die ihrer Getreuen gerettet! Merkel bleibt Kanzlerin! Das war ihr erkennbar das Wichtigste! Dafür ist sie der SPD soweit entgegen gekommen, dass sie jetzt erstmals auch in den eigenen Reihen Ärger bekommt.

 

Seehofer wird Innenminister! Ein schön gepolstertes Altenteil für einen, dem man auf seinem Erbhof zuhause den Stuhl vor die Tür gestellt hat. Er hat zwar seine dämliche Obergrenze. Aber mehr bringt einer wie er nicht mit in diese Zwangsehe ein!

 

Als wahrer Meister auf dem Feld der Selbstvermarktung erwies sich Martin Schulz! Der Mann wird Außenminister! Obwohl er sich als Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat als politischer Total-Versager entpuppt hat! Als Dilettant ohne Rückgrat und ohne Meinung! Der ohne Skrupel heute das eine sagt und morgen genau das Gegenteil tut! Einen solchen Wendehals als Vertreter Deutschlands in die weite Welt hinaus zu schicken, ist aus meiner Sicht eine Blamage für unser Land!

 

Gut ist die Tatsache, dass der einstige 100-Prozent-Kandidat wenigsten aus dem Parteivorsitz gekippt wurde. Typisch für den Zustand der Politik ist dagegen, dass man uns das jetzt als großmütigen Verzicht verkaufen will! Der Rausschmiss ist längst überfällig! Der hätte eigentlich schon am Wahlabend vollzogen werden müssen! Weiter mit Martin Schulz wäre die SPD schon sehr bald hinter die AfD zurückgefallen.

 

Ich hoffe, dass die SPD-Mitglieder der GroKo zustimmen. Mehr ist mit diesem Personal und mit den zur Verfügung stehenden Parteien nicht zu machen. Sie können ganz einfach nicht mehr! Das muss man auch als kritischer Bürger irgendwann mal einsehen.

 

Bei künftigen Wahlen werden sowohl die CDU als auch die SPD auf meine Stimme allerdings verzichten müssen! Es sei denn, dass sich diese Parteien glaubwürdig einer grundlegenden Erneuerung an Kopf und Gliedern unteriehen. Mit einer Merkel, einem Seehofer oder einem Schulz jedenfalls will ich künftig nichts mehr zu tun haben!

 

In der Neuen Zürcher Zeitung habe ich einen Beitrag gefunden, der meine derzeitige politische Stimmungslage ziemlich genau trifft:

 

https://www.nzz.ch/meinung/die-deutsche-lust-am-niedergang-ld.1354598

 

 

 

07.02.2017                     Aktien und Immobilien: Boom oder Blase?

 

Am vergangenen Samstag besuchte ich die Immobilien-Messe in Freiburg. Dort wollte ich mir einen Überblick über die neuesten Entwicklungen auf dem Sektor "Erneuerbare Energien" und "Energie-Einsparung" verschaffen. Außerdem besitze ich ein nun bald 30 Jahre altes Mietshaus und weitere bebaubare und ausbaubare Flächen. Da sollte man auf dem Laufenden bleiben.

 

Bereits vor der Messehalle merkte ich, dass hier nur wohlhabende Besucher erwartet wurden. Zuerst 3 Euro Parkgebühren. Dann 10 Euro Eintritt. Da war wohltuend, dass ich als Rentner  "nur" 7,50 €  bezahlen musste. Über den Mittag dann eine kleine Stärkung in der Mini-Cafeteria: Zwei Butterbrezeln und ein Mini-Kaffee (man konnte gerade mal die Zunge damit anfeuchten) für knapp sieben Euro. Ich habe gleich begriffen: Wer bauen will, braucht Geld!

 

Dieser Eindruck verstärkte sich zunehmends. Alles was irgendwie mit Bauen zusammen hängt, ist preislich derart in die Höhe geschossen, dass mir geradezu schwindlig wurde. Unter 3.000 Euro/m² Wohnfläche zusätzlich Grundstück geht heute nichts. Der Traum vom Häuschen im Grünen mit Garten ist inklusive Grundstück unter 500.000 € nicht zu haben, Der Traum wird für die allermeisten Menschen ein Wunschtraum bleiben.

 

Dennoch ist zu beaobachten, dass überall wie verrückt gebaut wird. An jedem Dorfrand stehen die Krane. Ganze Stadtteile werden aus dem Boden gestampft. Der Immobilienmarkt boomt wie nie zuvor. Und noch immer spricht man von Engpässen am Wohnungsmarkt oder sogar von Wohnungsnot. Der Boom scheint also noch lange nicht zu Ende zu sein!

 

Wie passt das zusammen? Für den Normalbürger nahezu unerschwingliche immobilienpreise und dennoch wird an jeder Ecke gebaut?

 

Das funktioniert nur deshalb, weil der Kapitalmarkt völlig aus dem Gleichgewicht ist. Sparen ist heute ökonomischer Unsinn. Auf herkömmliche Spareinlagen gibt es heute so gut wie gar keine Zinsen. Lebensversicherungen bringen kaum Rendite. Es ist mit konservativen Anlagen kaum möglich, auch nur einen Inflationsausgleich zu erwirtschaften. Geld auf dem Konto oder Guthaben in Versicherungen werden von Tag zu Tag weniger wert.

 

Doch private und institutionelle Kapitalbesitzer sind auf eine Rendite angewiesen. Sie sitzen auf unglaublich viel Geld und wissen nicht wohin damit. Zwar wäre im gemeinnützigen Bereich Geld dringend vonnöten. Doch dort wird vordergründig keine Rendite erzielt. Daher stürzt sich alles Geld auf vermeintlich sichere und dennoch rentable Anlagen: Aktien und Immobilien!

 

 Die Konjunktur läuft. Die Zinsen sind niedrig. Die Wirtschaft verdient Geld. Gute Aktien solider Firmen bringen bei derzeit überschaubarem Risiko gute Renditen. Der DAX ist in den letzten zehn Jahren von 8.000 Punkten auf über 13.000 Punkte angestiegen. Wer am Tiefstpunkt nach der Finanzkrise 100.000 Euro in die richtigen Papiere investiert hat, ist heute ein reicher Mann. Selbst wer sein Engagement über Kredit finanzierte, konnte in der Zeit ein Vermögen machen.

 

Genau so ist es bei Immobilien. Der Bedarf ist da. Derzeit wird viel Geld vererbt. Das wird in Wohneigentum investiert. Immobilien gelten als sicher. Zusätzlich benötigte Kredite kosten so gut wie nichts. Also erfolgt ein Run auf Grundstücke, Häuser und Wohnungen.

 

Diesem Run stehen nur zwei Engpässe im Wege: Fehlende Fachkräfte und fehlendes baureifes Land. In beiden Bereichen sind die Märkte leergefegt. Dadurch entsteht eine Mangel-Situation, die sich die Bauwirtschaft zunutze macht: Sie kann Preise festsetzen, die noch vor ganz kurzer Zeit unvorstellbar waren. Die geringeren Kapital- und Kreditkosten wandern voll in die Taschen der Bauwirtschaft! 

 

Die hohen und teilweise überhöhten Herstellungskosten für Wohnraum fürhren zu exorbitantem Anstieg der Mieten. Zwar gibt es in den Ballungsräumen eine ungebrochene Nachfrage nach Mietwohnungen. Doch immer mehr potentielle Mieter können die verlangten Mieten schlicht nicht mehr bezahlen! Zumal auch die Miet-Nebenkosten drastisch steigen. Das führt zu der absurden Situation, dass auf der einen Seite Wohnraum dringend gesucht ist und auf der anderen Seite Wohnraum leersteht. Das führt in zunehmenden Fällen auch dazu, dass Mieter zwar in teure Wohnungen einziehen. Dann aber feststellen, dass die Miete sie überfordert. Die bleiben dann die Miete einfach schuldig. Was oft genug den Bankrott des Vermieters bedeutet.

 

Der Boom in Aktien und Immobilien war nur möglich, weil die Zinsen durch die Politik künstlich niedrig gehalten werden. Mit dieser Maßnahme sollen überschuldete Staaten saniert und die Binnenkonjunktur angekurbelt werden. Diese Ziele konnten auch weitgehend erreicht werden. Die Konjunktur brummt und die Staatsverschuldung steigt zumindest derzeit nicht weiter an.

 

Doch irgendwann werden die Zinsen wieder angehoben werden müssen. Sobald Spareinlagen und Guthaben wieder verzinst werden, rauscht der Aktienmarkt in den Keller. Konservative Anleger schichten ihr Geld dann wieder um.

 

Das sieht man bereits aktuell in den USA. Der erwartete Zinsanstieg ließ die Aktienkurse massiv einbrechen. Es kam zu Panikverkäufen. Wer Aktien auf Kredit gekauft hat, muss jetzt höhere Zinsen zahlen. Der Wert seiner Anlage dagegen verfällt. Das sieht man auch bei uns. Obwohll noch kein Zinsanstieg in Sicht ist, werden die Anleger nervös. Der DAX ist bereits spürbar gefallen. Alle warten auf den günstigsten Moment zum Ausstieg. Wer zu lange wartet, wird beim befürchteten Crash das Nachsehen haben.

 

Ein Zinsanstieg wird auch diejenigen Immobilienbesitzer treffen, die sich jetzt mit billigem Geld hoch verschuldet haben. 300.000 € Kredit (1 % Zins / 10 Jahre Laufzeit / 1% Tilgung) bedeutet eine monatliche Belastung von 500 Euro. In zehn Jahren sind hier erst 32.000 Euro getilgt. Bei 4% Zins im Jahre 2028 steht die monatliche Belastung dann bei 1.300 Euro.

 

Das wird vielen der heute zu risikofreudigen Bauherren das Genick brechen. Notverkäufe und damit einhergehender allgemeiner Preisverfall werden die Folge sein. Die Blase wird platzen. Die Informierten und Vorsichtigen sind dann bereits draußen. Sie werden irgendwie eine neue Blase aufbauen. Die blauäugigen Optimisten von heute werden die Zeche dann alleine zahlen.

 

 

 

06.02.2017                                  Finanzielle Schieflage:                        

 

In der letzten Gemeinderatssitzung in Horben wurde bekannt gegeben, dass die Rechtsaufsicht des Landratsamtes den Haushaltsplan der Gemeinde Horben genehmigt hat. Allerdings in der Anlage mit einem langen Zusatzschreiben.

 

Darin wird einmal mehr darauf hingewiesen, dass die Finanzen der Gemeinde Horben eine deutliche Schieflage aufweisen: Die regelmäßigen Einnahmen der Gemeinde reichen nicht aus, um auch die notwendigen Investitionen zu tätigen. Dazu ist man auf Bauland-Verkäufe und Zu- schüsse angewiesen. Die Aufsicht weist darauf hin, dass in den kommenden Jahren auch die reinen Verwaltungskosten mehrfach nicht erwirtschaftet werden können. Dann muss Vermögen aufgelöst werden, um die laufenden Kosten zu decken.

 

Es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass die Gemeinde Horben ein strukturelles Finanzproblem hat. Die laufenden Einnahmen reichen nicht aus, um die laufenden Ausgaben zu decken. Darauf habe ich seit Jahren immer wieder deutlich hingewiesen. Ohne nachhaltigen Erfolg. Die Gemeinde schafft es einfach nicht, die Einnahmen mit den Ausgaben in Einklang zu bringen.

 

An dieser Schieflage ändert auch die Tatsache nichts, dass die Gemeinde bald keine Schulden mehr haben wird. Dann haben wir zwar keine Bankschulden mehr. Doch wir haben einen großen Investitionsstau. Schauen Sie sich nur mal unsere Gemeindestraßen an. Da sind wir bei weitem nicht auf dem Laufenden. Oder denken Sie an die Kosten, die das Glasfaserkabel mit sich bringen wird. Von der Personal- und Bauhof-Ausstattung ganz zu schweigen. Oder an die zugewachsenen Feuerlösch-Teiche. Oder an das mehrfach versprochene Sportfeld.

 

Es ist eine alte Tatsache: Unterlassene Instandsetzungen und Investitionen sind den Schulden hinzuzurechnen! Ohne Schulden zahlen wir dann zwar keine Zinsen mehr. Doch z. B. eine nicht reparierte Straße wird immer schneller desolat, wenn sie nicht schnell in Stand gesetzt wird.

 

Aus meiner Sicht ist es daher eine berechtigte Frage, ob in der heutigen Zeit Schuldenfreiheit  Sinn macht, wenn man mit den notwendigen Instandsetzungen im Rückstand ist. Die Zinsen für Kommunal-Kredite liegen seit Jahren nahe bei 0,00 Prozent. Aus meiner Sicht wurde und wird noch eine historische Chance verpasst, die Dinge in Ordnung zu bringen und gleichzeitig Vermögen aufzubauen.

 

Weiter muss man auch sehen, dass die baldige Schuldenfreiheit nicht durch besondere Verwaltungskunst hergestellt wird. Im Jahre 2003 standen zwar rund 700.000 € Schulden zu Buche. Doch die rührten im Wesentlichen durch das Baugebiet Bohrer her. Dafür musste Rohbauland erworben und eine aufwändige Erschließung durchgeführt werden. Dagegen stand aber 2003 noch eine große Zahl an Grundstücken, die in der Ära Riesterer verkauft wurden.

 

Die Schulden wurden aber nicht durch den Verkauf der übernommenen Bauflächen getilgt. Die Kapitalkosten wurden auf die Wassergebühren aufgeschlagen. Allein die Wasserverbraucher haben durch höhere Wassergebühren die Schuldenfreiheit herbeigeführt. Das muss immer wieder betont werden. Die Bauland-Erlöse wurden anderweitig verwendet.

 

IIm Bohrer und vor allem am Heubuck wurden weitere  Baulandverkäufe getätigt. Es wäre einmal interessant aufzulisten, wieviel die Gemeinde Horben unter Riesterer an Eigenmitteln (ohne Zuschüsse) investiert hat und wieviel Geld aus Veräußerungen von Vermögen eingenommen wurde. Ich bin mir nicht sicher, dass unter dem Strich wirklich eine schwarze Zahl stehen würde.

 

Diese Frage wird aus dem Rathaus heraus nicht ohne Umschweife beantwortet werden. Dort fokussiert man sich lieber auf die baldige Schuldenfreiheit. Dass dieser Umstand aber absolut nichts über den Zustand unserer Gemeindewirtschaft aussagt, wird dabei meistens vergessen.

 

 

 

05.02.2018                     Luisenhöhe in Horben: Fluch oder Segen?

 

Zu der Gemeinderatssitzung am letzten Dienstag kommen Nachfragen. Das Bauvorhaben auf der Luisenhöhe treibt viele Bürger um. Vor allem die Auswirkungen auf das Landschaftsbild und der zu erwartende Verkehrslärm sind dabei ein Thema.

 

Interessant finde ich die Pläne für die Überbauung der Wiese westlich des Hotels. Bisher wurde dargestellt, dass dort eine unterirdische Tiefgarage angelegt wird. Darüber sollte wieder alles begrünt und bepflanzt werden. Jetzt sollen oberirdisch auf einmal doch Aufbauten hergestellt werden. Man darf gespannt sein, wie umfangreich diese Überbauung am Ende dann tatsächlich sein wird.

 

Weiter wurde bekannt, dass die Biotope am unteren Rand der Fläche (Feldhecke) zumindest teilweise, womöglich auch völlig zerstört werden. Dafür würden andere Flächen aufgewertet: Auf der Gemarkung Au soll neben der Ortsgrenze zu Horben ein Nadelwald in einen Eichenwald umgewandelt werden. Und auf einer Fläche des Bühlhofes sollen Obstbäume gesetzt werden. Damit wäre die Biotop-Zerstörung auf der Luisenhöhe angeblich ausgeglichen.

 

Die Auswirkungen auf das Nah-Erholungsgebiet rund um die Luisenhöhe werden durch die Planer relativiert und klein geredet. Tatsächlich wird es jedoch so sein, dass dieser Ort völlig verändert wird. Zum einen wird für Spaziergänger und Wanderer dort kein Parkraum mehr zur Verfügung stehen. Ältere Menschen, Mütter mit Kinderwagen, Gehbehinderte werden entweder draußen am Wald auf einer der Landwirtschaftsflächen oder am Wegrand parken müssen. Oder sie müssen ganz fern bleiben. Die Funktion als Erholungsraum wird jedenfalls verstärkt in den bereits jetzt stark frequentierten Wald hinein gedrückt werden.

 

Sehr interessant ist die Frage der Zufahrt von Langackern aus auf die Höhe. Von der Kreuzung am "Althäusle" an bis hoch führt die derzeitige Straße über Privatgelände. Auf dieser privaten Fläche ist ein Wegerecht in einer Breite von drei Metern eingetragen. Das heißt, dass die Straße inklusive Gehweg maximal drei Meter breit sein darf.

 

Derzeit ist die Straße stellenweise breiter als drei Meter. Und neben der Straße verläuft noch ein Trampelpfad, der als Gehweg angesehen werden kann. Drei Meter Breite reichen auf einer Straße dieser Länge für reibungslosen Begegnungsverkehr und für gefahrlosen Fußgänger-Verkehr nicht aus. Die Planer sehen daher als Lösung eine Verbreiterung der Hohlgasse als Ausweichstellen vor. Wenn von unten ein Fahrzeug kommt, muss oben gewartet werden.

 

Das Problem wird sein, dass mit einer solchen Maßnahme in privates Eigentum eingegriffen werden muss. Man habe zwar mit den Eigentümern dieser Fläche gesprochen. Doch dort sei man nicht bereit, weitere Flächen abzutreten. Wenn diese Haltung beibehalten wird, dann ist das Verkehrschaos auf der Luisenhöhstraße vorprogrammiert. Von Seiten der Investoren wird erwartet, dass die Gemeinde dieses Problem löst. Der Rechtsberater der Investoren warf dazu am Dienstag bereits das Wort "Enteignung" in die Runde. Dies nehme ich als Hinweis auf den Stil, mit dem die Investoren ihr Vorhaben tatsächlich durchboxen wollen.

 

Gespannt bin ich darauf, wer die Straße vom Althäusle bis hoch zur Luisenhöhe am Ende über-haupt herstellt. Bereits jetzt ist diese Strecke völlig desolat. Beim Abbruch des Gebäudes und beim folgenden zwei Jahre dauernden Neubau werden zeitweise 36-Tonner-LKW eingesetzt. Diese Belastung über diesen Zeitraum wird dem Sträßchen endgültig den Rest geben. Dass die Hotelgäste über eine mit Schlaglöchern übersäte Teerwüste fahren werden, glaube ich eher nicht. Die Straße wird völlig neu gebaut werden müßen.

 

Gleichzeitig klingt an, dass auch im Weiherackerweg Straßenbau-Maßnahmen vorgenommen werden müssen. Genannt wird die Engstelle beim Anwesen Gillmeister. Die Investoren sehen die Gemeinde in der Pflicht, dort die Straße zu verbreitern. Das ist hier gar nicht so einfach. Die Im daneben liegenden Gehweg verlegten Abwasser-, Wasser- und Stromleitungen liegen über dem Straßenniveau. Sie müßten bei einer Verbreiterung der Straße erst tiefer gelegt werden.

 

Die Kostenverteilung ist offenbar zwischen Investoren und Bürgermeister bereits abgesprochen. Man habe sich "tief in die Augen geblickt" und man sei sich einig. Wie diese Einigung aussieht,  blieb am Dienstag allerdings im Dunkeln. Das geht Bürger und Gemeinderat ja auch nichts an. Die sollen beschließen und zahlen. Der Rest wird mit dem Bürgermeister geregelt!

 

In der Diskussion wurde sowohl durch die Investoren als auch vom Bürgermeister mehrfach der Vorteil für die Gemeinde herausgestellt. Horben müßte doch froh sein, dass hier jemand sein Geld investiert. Die Investoren wurden dabei als regelrechte Heilsbringer dargestellt.

 

Tatsächlich hat noch niemand gefragt, welchen Vorteil die Gemeinde als Ganzes von diesem Vorhaben überhaupt hat. Diese Frage wäre eigentlich vor der ersten Gemeinderatssitzung zu dem Thema zu beantworten gewesen.

 

Zunächst einmal sehe ich nur Nachteile. Zum einen die Kosten für die Verkehrswege. Dann wird das Landschaftsbild nachteilig verändert. Biotope werden zerstört. Die Anwohner werden durch Verkehrslärm und -Gefahr zusätzlich belastet. Das Naherholungsgebiet Luisenhöhe wird auch für uns Horbener weitgehend eingeschränkt.

 

Wo liegen also die Vorteile? Glaube niemand, dass jemals Gewerbesteuer von diesem Projekt in die Gemeindekasse kommt. Ein Invest ist für viele Kapitalanleger vor allem dann interessant, wenn möglichst hohe Abschreibungen vorgenommen werden können. Selbst wenn irgendwann ein Gewinn erzielt werden sollte, gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, bei denen die Gemeinde das Nachsehen hat.  Vielleicht ein paar Arbeitsplätze. Doch die spielen bei der derzeitigen Lage am Arbeitsmarkt eine untergeordnete Rolle.

 

Die Gemeinde ist den Investoren bereits sehr weit entgegen gekommen. Da wird es Zeit, dass man sich auch mal über die zu erwartenden Vorteile unterhält. Auch da wäre mal ein tiefer Blick in die Augen des Bürgermeisters angebracht. Dass die Ruine dort oben wegkommt, sehe ich nicht als besonderen Vorteil. Das ist so oder so die bereits überfällige Aufgabe der Eigentümer. Dafür muss die Gemeinde nicht auch noch dankbar sein.

 

Man darf gespannt sein, wie es dort oben weiter geht. Bringt das Vorhaben die Gemeinde voran oder wird sie zur Belastung? Darüber kann ich noch keine feste Aussage treffen. Ich werde jedenfalls dran bleiben!

 

04.02.2018                                        Patrozinium in Horben

 

Heute feiert die katholische Kirchengemeinde in Horben ihr Patrozinium. Den Namenstag der Heiligen Agatha. Der Kirchenchor wird singen. Pfarrer Reichardt wird eine zum Nachdenken anregende Predigt über das Leben der Heiligen vortragen. Ein Dutzend Ministranten und weitere Würdenträger werden beim Gottesdienst assistieren.

 

Alle anwesenden Katholiken, die nicht geschieden und wiederverheiratet sind, dürfen an der Kommunion teilnehmen. Auch diejenigen, die zwar geschieden, aber unverheiratet mit anderen Partnern zusammen leben. Zum Schluss wird die Kirche mit Orgelgebraus erfüllt sein. Im Anschluss an den Gottesdienst wird in der Festhalle ein Essen gereicht. Hier sind dann auch die wiederverheirateten Geschiedenen wieder willkommen. Der Umsatz soll ja nicht leiden.

 

Zu meiner Jugendzeit war das "Agethe-Feschd" ein Fest des ganzen Dorfes. Zu der Zeit gab es im Ort nur ganz wenige Nicht-Katholiken. Um 1960 waren es ganze 6 Evangelische. Moslems waren in Horben völlig unbekannt. Auch Mitglieder von Sekten oder Orthodoxe oder was auch immer gab es damals in Horben früher nicht.

 

Mir ist auch nicht bekannt, dass damals irgendwer aus der Kirche ausgetreten wäre. Das wäre bestimmt nicht verborgen geblieben. Irgendwie wäre das rausgekommen. Es gab zwar welche, die nur einmal im Jahr zur Kirche gingen. Immer zur österlichen Zeit. Darauf legte der damalige Pfarrer Carl Maier höchsten Wert! Wer einmal nicht "Oschdere gmacht het", der musste damit rechnen, daß er von der Kanzel herab als schlechtes Beispiel erwähnt wurde.

 

Ja, unter dem gestrengen Carl Maier funktionierte die soziale Kontrolle noch. Da tanzte kaum einer aus der Reihe. Wenn doch, dann wurde er umgehend von der Kanzel herab wieder in den Senkel gestellt. Meist ganz direkt und ohne falsche Scheu. Jedenfalls so, dass jeder wusste, wer mit der Moralpredigt gemeint war.

 

Schlampig bearbeitete Kartoffeläcker wurden auf den regelmäßigen täglichen Rundgängen des Gottesmannes genau so registriert wie Jugendliche, die nach Einbruch der Dunkelheit noch auf der Straße waren. Der Pfarrer wußte, wann im "Raben" abends das Licht ausgemacht wurde und wer dort zu häufig am Stammtisch saß. Alles wurde in die Sonntagspredigten eingearbeitet.

 

Das Zentrum des Dorflebens war die Kirche. Das Dorf wurde gesteuert vom Pfarrhaus aus. Das Rathaus hatte dabei nur eine Hilfsfunktion. Wenn Carl Maier sehen könnte, wie es heute in seiner Gemeinde zugeht: Die vielen Andersgläubigen, einen Haufen Evangelische, Moslems, Zeugen Jehovas, noch mehr Atheisten, die vielen Geschiedenen und in Sünde Zusammen-Lebenden, Mädchen in kurzen Röcken und Frauen mit tiefen Ausschnitten. Womöglich sogar noch den einen oder die andere Schwulen. Die vielen Wähler, die ihr Kreuz nicht mehr bei der CDU machen: Wenn unser alter Pfarrer Carl Maier selig nicht schon lange tot wäre, würde er beim Anblick der heutigen Zustände wohl sofort Selbstmord begehen.

 

Für uns Schulkinder war der "Agethe-Dag" eine besondere Prüfung: Wir hatten die Aufgabe, die Festpredigt möglichst wortgetreu aufzuschreiben! Im nächsten Religions-Unterricht musste dann das Gehörte in Schönschrift abgegeben werden. Der Pfarrer bewertete die Arbeiten und belohnte die besten. Ich habe in den acht Jahren Schulzeit drei Mal den ersten Preis gewonnen: Jeweils ein Heiligen-Bild der frommen Agatha aus Catania!

 

Doch das nützt mir heute nichts mehr. Ich bin geschieden und habe wieder geheiratet. Daher muss ich heute außen vor bleiben. Ich werde die Zeit nutzen, um meine Steuer-Erklärung fertig zu machen. Hoffentlich fällt diesmal nicht allzuviel Kirchensteuer an. Die nehmen sie nämlich auch gerne von uns Geschiedenen. Je mehr, um so besser! In dem Punkt kennen die frommen und gottesfürchtigen Katholiken keine Zwei-Klassen-Gesellschaft und kein Pardon! Nehmen ist halt immer noch seliger als geben!

 

 

3.02.2018                                          Zum Thema Discounter: Gelesen und nachgedacht!

 

In der vergangenen Woche habe ich einen Presse-Bericht zur Kenntnis genommen, über den ich intensiv nachdenken musste:

 

Der Discounter ALDI Nord will künftig Wohnungen bauen. Der Konzern will seine Verkaufsstellen aufstocken. Auf die einstöckig und ebenerdig angelegten Märkte sollen weitere Geschosse mit Wohnungen aufgesetzt werden.

 

Ich finde diese Idee gut. Schon immer war ich der Meinung, dass in Gewerbegebieten unnötig viel Fläche verbraucht wird. Nach meiner Auffassung sollten Abstellflächen für Fahrzeuge unterirdisch, Werkstätten und Verkaufsräume ebenerdig und Verwaltungen im Obergeschoss untergebracht werden. Darüber könnten in den meisten Fällen noch Personal-Wohnungen gebaut werden. Dadurch wären die Grundstücke besser genutzt und dem Personal würden längere Anfahrtswege erspart.

 

Genau das will ALDI-Nord jetzt umsetzen. Über den Läden soll Wohnraum entstehen. Und zwar bezahlbarer Wohnraum. Die Mieten sollen 6,50 €/ m² nicht übersteigen. Weil die Grundstücke in aller Regel bereits im Eigentum des Konzerns sind, müssen Kosten für den Grunderwerb nicht voll eingerechnet werden. Lediglich Bau-, Kapital- und Erhaltungskosten sind zu kalkulieren.

 

Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Wohnungen begehrt sein werden. Nicht allein wegen des günstigen Mietpreises. Die Aldi-Märkte liegen in aller Regel äußerst verkehrsgünstig. Meist sogar in sehr kurzer Entfernung zum ÖPNV. Dazu ist es sicherlich auch vorteilhaft, wenn man als Bewohner zum Einkaufen nur ins Erdgeschoss runter muss. Von daher ist ein solches Mietangebot auf jeden Fall sehr attraktiv. Auch wenn die künftigen Wohnungen meistens nicht gerade im Grünen liegen werden.

 

Dass ALDI das nicht aus reiner Nächstenliebe macht, ist mir klar. Zum einen wird so der Wert des jeweiligen Grundstückes erheblich gesteigert. Und die Miet-Einnahmen sind sicherlich so kalkuliert, dass unter dem Strich auch noch ein angemessenes Plus steht. Auf der anderen Seite wird so günstiger Wohnraum geschaffen. Ganz ohne weitere Flächen zu versiegeln. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Und ein Beispiel dafür, wie man Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen kann.

 

Dem Vorhaben von ALDI stehen derzeit sicherlich noch hohe baurechtliche Hürden im Wege. Auf Gewerbeflächen ist Wohnraum eigentlich nur sehr eingeschränkt zulässig. Doch liegt es im Interesse der Politik, diese Vorschriften zu lockern.

 

In fast allen Städten werden Bauflächen dringend gesucht. Wo immer es irgendwie geht, wird aufgestockt und nachverdichtet. Die Städte fressen sich immer weiter in das Umland hinein. Naturflächen und landwirtschaftliche Flächen werden immer weiter zugepflastert. Was liegt also näher als bereits bebaute Gewerbeflächen auch zum Wohnen zu nutzen?

 

Eine zusätzliche Nutzung von Gewerbeflächen als Wohnraum brächte für die Kommunen Kosten mit sich. In Gewerbegebieten gibt es zum Beispiel keine Schulen und keine Kindergärten. Die müßten im gleichen Zuge ebenfalls ortsnah eingerichtet werden. Andererseits sind Straßen und Leitungen bereits vorhanden. Diese werden durch zusätzliche Anwohner intensiver genutzt. Mehr Nutzer bedeuten bessere Auslastung, höhere Einnahmen durch Steuern und Gebühren und dadurch  geringere Stückkosten.

 

Die zusätzliche Infrastruktur könnte von ALDI und weiteren Nachahmern getragen werden. Durch die zusätzliche Nutzung würden ihre Grundstücke im Wert erheblich steigen. Von dieser Wertsteigerung könnten die Kommunen einen angemessenen Anteil abschöpfen. Genau so, wie es bei der Umwandlung von Ackerflächen in Bauland bereits heute geschieht. Also auch für die Kommunen erhebliche Vorteile!

 

Ein Wort noch generell zu ALDI & Co.: Discounter stehen in vielerlei Hinsicht in der Kritik. Sie gelten als Synonym für Preis-Dumping und Ausbeutung. Ich halte diese Kritik für ungerecht. Für den mobilen Normalverbraucher sind Discounter ein Segen. Sie bieten Vielfalt bei hohe Qualität zum günstigen Preis unter einem Dach. Man stelle sich vor, man müsste den ganzen Wocheneinkauf noch in verschiedenen kleinen Läden tätigen. Wegen Eiern und Milch zum Tante-Emma-Laden, fürs Brot zum Bäcker und für Waschmittel und Zahnpasta in die Drogerie. Wieviel Zeit ginge da drauf und wieviel mehr würde das kosten?

 

Eine unserer Schwiegertöchter arbeitet bereits seit ihrer Ausbildung bei ALDI. Daher kann ich sagen, dass von Personal-Ausbeutung hier keine Rede sein kann. Sicher herrschen strenge Regeln und es wird hoher Einsatz verlangt. Doch wo ist das heute nicht? Im Gegenzug bietet ALDI ein gutes Gehalt und sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten. Jedenfalls für die guten Leute.

 

Dass Erzeuger und Landwirte über die Discounter klagen, verstehe ich. Durch ihre Marktmacht diktieren sie die Erzeugerpreise. Doch das ist wie in allen anderen Bereichen auch: Eben Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage regeln den Preis! Wer mehr erzeugt als nachgefragt wird, der muss eben einen niedrigen Preis akzeptieren oder seine Ware behalten. Und wenn Landwirte und deren Vertretungen nicht imstande sind, kostendeckende Preise durchzusetzen, dann ist dies jedenfalls nicht den Discountern anzulasten.

 

Ich frage mich auch, wie Erzeuger ihre Waren flächendeckend an den Mann bringen wollten, wenn es keine Discounter gäbe? Die meisten landwirtschaftlichen Erzeugnisse gehen durch die Discounter hin zum Endverbraucher. Statt immer über ihre Abnehmer zu schimpfen, könnte von dieser Seite auch mal ein Dank dafür kommen, dass diese den Erzeugern die Werbung, die Auszeichnung, die Präsentation und den Verkauf ihrer Produkte abnehmen. Dass sie das nicht kostenlos tun, müßte eigentlich zu verstehen sein.

 

Ich sehe auch, dass kleine Läden, Bäckereien und viele andere unter den Discountern leiden und wegen ihnen häufig aufgeben müssen. Das ist vor allem für ältere Menschen abseits der Metropolen ein großer Nachteil. Doch das wiederum sehe ich als eine Daseinsaufgabe der Kommunalpolitik. Kommunen haben eine funktionierende Nahversorgung zu organisieren.

 

Ich verstehe auch, dass Inhaber kleiner Einheiten gerne weiter ohne die mächtige und lästige Konkurrenz zu kostendeckenden Preisen produzieren und verkaufen würden. Doch das ist der vielbeschworene Strukturwandel.

 

Früher gab es in unserem Dorf zwei Schuhmacher, Schmiede Wagner, Kaufladen, Tankstelle, fünf Gastwirtschaften und drei Dutzend größere und kleinere Bauernhöfe. Heute noch drei Gastwirtschaften und ein halbes Dutzend Bauernhöfe.

 

Kein Landwirt hat sich darum geschert, von was der Hufschmied leben soll, wenn er die Pferde abschafft und einen Traktor kauft. Wirte und Geschäftsleute kauften als erste beim Discounter ein. Alle haben geschaut, wo er sich am preisgünstigsten versorgen kann. Erst als sie selbst ohne Gäste, Kunden und Abnehmer dastanden, fanden sie das ungerecht.

 

Um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen: Ich sehe schon das Problem der fehlenden Nah-Versorgung in den Dörfern. Doch dazu bedarf es des aktiven tatkräftigen politischen Willens. Dass dieser Wille oft nicht vorhanden ist, kann nicht den Discountern angelastet werden!

 

 

02.02.2018                                                          Ein interessanter und lehrreicher Auftrag!  

 

Seit November 2017 war ich viel unterwegs. Im Auftrag eines Öko-Magazins war ich Teil eines Teams, das hier im Süd-Schwarzwald insgesamt 14 kleine und größere Bauernhöfe besuchte. Wir sollten die Situation der Landwirts-Familien darstellen.

 

Mein Auftrag dabei war das Gespräch mit der älteren Generation. Das waren zum einen bereits ältere, noch aktive Landwirte. Zum andern waren das Altbauern, die ihren Hof bereits abgegeben hatten. Meine Gesprächspartner/Innen waren zwischen 55 und 78 Jahre alt. Zwei dieser Altbauern kenne ich persönlich aus unterschiedlichen Zusammenhängen.

 

In den Gesprächen habe ich viel gelernt. Mir ist erst richtig bewusst geworden, was es heißt, in unserer Zeit Bauer gewesen zu sein. In einer Zeit, in der vieles schlecht lief. In der aber auch vieles schlecht geredet wird. Mir ist klar geworden, dass es viel an der persönlichen Einstellung des jeweiligen Landwirtes liegt, ob er mit seinem Leben zufrieden ist und ob er für sich, seine Familie und seinen Hof eine Zukunft sieht.

 

Ich habe einmal mehr erkannt, dass Landwirt nicht irgendein Beruf ist, den man ergreifen kann oder auch nicht. Unsere Generation ist in den meisten Fällen schon bei der Geburt zum Bauern bestimmt worden. Da war der Hof, der meist seit undenkbaren Zeiten im Familienbesitz war. Eine der Hauptaufgaben eines Hoferben war, den Hof zu erhalten, ihn zu verbessern und ihn gesund an die nächste Generation zu übergeben. Wenn immer möglich, auch den Familien-Namen auf dem Hof zu erhalten.

 

Die von uns besuchte Bauerngeneration hat einen Wandel erlebt, der noch vor 50 Jahren unvorstellbar war. Damals war in unserer Region ein Hof mit 15 Milchkühen plus Nachwuchs ein großer Hof. Durch den Einkommens-Mix aus mehreren Sparten war auch die finanzielle Lage in den meisten Fällen stabil. War der Milchpreis gerade schlecht, so stand vielleicht der Kurs für Schweinefleisch oben. Man hatte Hühner und der meist vorhandene eigene Wald sorgte für zusätzliche Stabilität.

 

Fast alle meiner Gesprächspartner waren mit mir der Auffassung, dass der Niedergang der bäuerlichen Landwirtschaft mit der Spezialisierung angefangen hat. Meist liegt der Fokus heute auf der Rinderhaltung. Aus 15 Rindern wurden 50 und dann 100. Heute wird davon gesprochen, dass hier die Rentabilitätsschwelle bei 250 Milchkühen liegt.

 

Doch ich habe Beispiele gesehen, dass auch Höfe mit 40 Kühen noch rentabel wirtschaften können. Vorausschauende Bauern meiner Generation haben erkannt, dass sie nur in einem soliden Einkommensmix wirtschaftlich überleben können. Sie gingen früh in den Nebenerwerb. Sei es durch außerlandwirtschaftliche Tätigkeiten, durch den Einstieg in den Tourismus oder durch Veredelung und Selbstvermarktung ihrer Produkte.

 

Diejenigen, die ihren Verbänden und deren Berater vertrauten und auf Spezialisierung und Wachstum setzten, stehen nach Lage der Dinge vor dem Aus. Sie müssen erkennen, dass die zur wirtschaftlichen Größe notwendigen Bedingungen hier im topografisch oft schwierigen Süden einfach nicht vorhanden sind.

 

Für 100 Rinder brauche ich viel Fläche. Einmal für das Futter und zum andern für die Ausbringung der Gülle. Wenn ich mit dem Traktor 30 km fahren muss, um eine 2 Hektar große Wiese zu bewirtschaften, dann lege ich drauf.

 

Die Investitionen in Technik und Gebäude sind immens. Ich habe Betriebe kennen gelernt, die bei 25 ha Eigentum über eine Million Schulden haben. Sie sind auf 20 Jahre hinaus finanziell festgelegt. Jetzt steht das Verbot der Anbindehaltung bevor. Viele der bisherigen Investitionen sind damit für die Katz. Neue Investitionen sind erforderlich. Zur Amortisierung müßte man weiter wachsen.

 

Es ist auch nicht so, dass ein Landwirt, der mit 40 Kühen persönlich gut klar kam, auch einen dreimal so großen Betrieb erfolgreich führen kann. Bei wachsender Größe sind zusätzliche Eigenschaften gefordert, die es kontinuierlich zu entwickeln gilt. Hier habe ich Defizite gesehen, die mir die Haare zu Berge stehen ließen. Ich fragte mich sehr oft, wo Tierärzte und Kontrolleure nur ihre Augen haben.

 

Zusammengefasst habe ich mitgenommen, dass es ein Irrtum sein muss, wenn ein Landwirt aus unserer Region glaubt, mit der Produktion eines austauschbaren Massenproduktes wie etwa Milch oder Fleisch für den Weltmarkt produzieren zu können. Dazu sind die natürlichen Voraus-setzungen hier einfach nicht gegeben. Wenn die meisten Bauernverbände immer noch raten, zu wachsen und für den Weltmarkt zu produzieren, dann sehe ich das als ein Verbrechen am Berufsstand an. Wie soll etwa ein Horbener Landwirt mit 70 Kühen und Dutzenden meist weit verstreuten Einzelparzellen gegen Agrarfabriken in China, Spanien, USA, Russland bestehen?

 

Dort stehen teilweise bis zu 100.000 Kühe auf riesigen zusammenhängenden Flächen. Das bei deutlich besseren klimatischen Bedingungen, wesentlich niedrigeren (Lohn-)Kosten und weit geringeren Umwelt-Auflagen. Selbst ein Laie kann sich an fünf Fingern ausrechnen, dass dies ein hoffnungsloses Unterfangen sein muss!

 

Das sehen auch die meisten der von mir kontaktierten Bauern der älteren Generation so. Ich habe eine 72-jährige Altbäuerin getroffen, die morgens drei Stunden Zeitungen austrägt. Die Bauern-Rente reicht ihnen vorne und hinten nicht. Der Sohn mit 120 Kühen im Stall kann die vereinbarten Zuzahlungen nicht zahlen. Ich habe andere erlebt, die klein geblieben und früh in den Zuerwerb gegangen sind. Die haben heute eine auskömmliche Rente. Alle arbeiten nach Kräften noch auf dem Hof mit.

 

Auch bereits die dritte Generation. Ich habe mit Jungbauern gesprochen, die den (kleinen) Hof in ihre beruflichen Ziele integrieren. Keine Schulden, intakte Familien, gute Ausbildung und eine gute Lage eröffnen Perspektiven, die das Überleben des Hofes möglich machen. Ich habe auch "Großbauern" getroffen, die ihren Sohn auf Knien bitten, ihr "Lebenswerk" zu übernehmen. Und hören müssen, dass der Nachwuchs sich diese untragbare Bürde nicht an den Hals hängen will.

 

Wie gesagt: Ich habe in den drei Monaten viel gesehen und gelernt. Mein Auftrag ist zwar erledigt. Aber die Erfahrung bleibt mir erhalten. Ich bin gespannt, was die hauptberuflichen Journalisten meines Auftraggebers daraus machen. Mir wurde bereits ein weiterer ähnlicher Auftrag in Aussicht gestellt. Mal sehen, was das ist.

 

Eigentlich will ich so umfangreiche Arbeit nicht mehr machen. Das zieht mich immer weit runter. Ich stelle mir mit Grausenvor, wo ich heute stünde, wenn ich andere Verhältnisse auf unserem Hof angetroffen hätte. Einerseits fühle ich mich durch das Gehörte und Gesehene in meinem von mir gewählten Weg bestätigt. Andererseits leide ich mit denjenigen Altersgenossen, die ein Leben lang schwer geschuftet und viel entbehrt hatten und die jetzt erkennen müssen, das die Mühe umsonst war.

 

 

01.02.2018                                  Gemeinderatssitzung Horben II

 

Zum Thema "Bebauung der Luisenhöhe" klären sich die Dinge. Einige bis gestern noch  blauäugig argumentierende GemeinderätInnen dürften jetzt doch ziemlich des-illussioniert sein. Hier sind keine Wohltäter am Werke, die der Gemeinde Horben und ihren Bewohnern was Gutes tun wollen. Das sind knallharte Geschäftsleute, die den besonderen Standort Luisenhöhe vermarkten und mit ihm Geld verdienen wollen. Das war zwar zu erwarten. Doch das hatten die Persönlichkeiten Kurz & Co. bisher offenbar völlig anders eingeschätzt.

 

Zwar waren zu der Sitzung wieder vier federführende Vertreter der Investorengruppe angereist. Doch ich hatte in der Sitzung nicht das Gefühl, dass sie den Gemeinderat als letztlich entscheidendes Gremium wirklich ernst nehmen. Ihr Ansprechpartner ist offenbar ausschließlich Bürgermeister Riesterer. Mit ihm scheinen die Dinge bereits weitgehend geklärt. Mit dem spielt man sich die Bälle zu. Der hat nach meiner Wahrnehmung dafür zu sorgen, dass die Beschlüsse so gefasst werden, wie sie gefasst werden sollen. Und der bemüht sich nach Kräften!

 

Gegenstand der Beratung war der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes. Im Rahmen der Offenlegung waren zahlreiche Einwände erhoben worden. Die betreffen in der Hauptsache die Bereiche Verkehr, Lärm, Ökologie und Landschaftsbild. Die zuständige Planerin sprach einige der Einwendungen mehr oder weniger kurz an. So gut wie alle wurden relativiert, zurückgewiesen, als nicht stichhaltig abgetan oder sie würden in diesem Verfahren keine Rolle spielen. Alles sei im Rahmen der Gesetze und Vorschriften gehalten. Darüber hinausgehende Interessen der Bevölkerung und der Anwohner spielen aus Planer-Sicht erkennbar nur eine untergeordnete Rolle. 

 

Für die Gemeinde Horben wird die ganze Angelegenheit voraussichtlich ziemlich teuer. Die Bauherren erwarten offenbar, dass die Gemeinde die Straße hoch zur Luisenhöhe nach ihren Bedürfnissen herstellt. Genauso wird wohl erwartet, dass die Engstelle im Weiherackerweg auf Höhe des Anwesens Gillmeister durch die Gemeinde Horben beseitigt wird. Mit dem gleichzeitigen Einbau von Leerrohren für Glasfaser-Kabel und Grunderwerb zur Verbreiterung der drei Meter breiten Straße zur Luisenhöhe ganz schnell eine halbe Million Euro.

 

Das sei die Aufgabe der Gemeinde. Der zuständige Verkehrsplaner habe dies mit dem Bürgermeister besprochen. Dabei habe man "sich tief in die Augen geblickt"!!" Was bei dem "tiefen Blick in die Augen" des Herrn Riesterer herauskam, wurde nicht gesagt. Das sei nicht Gegenstand des aktuellen Verfahrens. Das müsse der Rat später entscheiden. Dem hat bisher jedoch niemand in die Augen geblickt! Von dem wird erwartet, dass er zu allem Ja und Amen sagt, was der große Zampano mit den Investoren im stillen Kämmerlein aushandelt. Möglichst ohne lästige Fragen und ohne Widerrede!

 

Bezeichnend für den Stellenwert, der dem Gemeinderat zugewiesen wird, war die Art und Weise der Abstimmung: Da wurde nicht nach der Zustimmung gefragt. Da wurde nach Gegenstimmen und Enthaltungen gefragt. Ist sicher rein rechtlich nicht zu beanstanden. Kann man bei einfachen Abstimmungen auch mal so machen. Doch bei Entscheidungen solcher Tragweite sollte ein Mindestmaß an Respekt und Würde gewahrt werden. Im Zuhörerraum kam das burschikose Getue des Bürgermeisters rüber wie das Durchziehen einer lästigen Formalie.

 

Muss ich hinzufügen, dass das Votum einstimmig für den Beschlussvorschlag des Bürgermeisters ausfiel?