Dezember 2017

 

 

1.12.2017                                    Gesundheitssystem - Warum auf den Kopf stellen?

 

Derzeit wartet in Berlin alles auf die Bildung einer neuen Regierung. Wird es eine Neu-Auflage der Großen Koalition geben? Die SPD ziert sich noch. Wenn sie sich dazu bereit erklären würde, dann wäre eine Reform des Gesundheitssystems eine der Voraussetzungen. Weg von dem derzeitigen Zwei-Klassen-System hin zu einer Bürgerversicherung.

 

Damit ist gemeint, dass alle Bürger in das gesetzliche System einzahlen müßten und alle Anspruch auf die gleichen Leistungen haben sollten. Derzeit sind bestimmte Bevölkerungsgruppen von der Pflicht-Mitgliedschaft in den gesetzlichen Krankenkassen befreit. Zum Beispiel Selbständige oder Beamte oder auch Angestellte über einem bestimmten Einkommen.

 

Sie haben die Möglichkeit, sich privat zu versichern. Das ist sehr viel teurer als die derzeitige Pflichtversicherung. Dafür wird auch mehr geboten. Angeblich bekommen Privatpatienten schneller einen Termin beim Facharzt. Sie haben Anspruch auf Chefarzt-Behandlung und im Krankenhaus auf ein Einzelzimmer. Ich kenne die Unterschiede nicht so genau. Ich bin ganz normal gesetzlich versichert und ich habe keine Zusatzversicherung. Und über die Ansprüche anderer Menschen mache ich mir grundsätzlich  nicht so viele Gedanken.

 

Ich weiß jetzt nicht, warum dieses Thema so hoch gehängt werden muss. Zum einen finde ich es bis zu einem gewissen Grad vollkommen ok., wenn für höhere Beiträge auch mehr Leistungen erbracht werden. Auch als gesetzlich Versicherter hätte ich die Möglichkeit, entsprechende Zusatzversicherungen abzuschließen. Wenn ich das nicht kann oder nicht will, dann muss ich mich eben mit den Basic`s rund um die eigentliche Behandlung zufrieden geben. Dann muss ich mich eben damit abfinden, dass ich etwas länger auf meinen Termin warten muss, dass es im Wartezimmer mal etwas länger dauert oder dass ich in einem Mehrbett-Zimmer untergebracht werde.

 

Ich nehme es den Ärzten vollkommen ab, dass es bei der Behandlung von Krankheiten keine Unterschiede gibt. Wenn ein gesetzlichlich Versicherter einen Herzinfarkt erleidet, muss auch er nicht lange auf einen Termin warten. Er wird auch von einem kompetenten Arzt operiert und behandelt. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, ob der Chefarzt mich besser behandeln würde als der Oberarzt oder der Stationsarzt. Ich denke, dass letztere mehr mit dem ärztlichen Alltag befasst sind als der Chefarzt, der zusätzliche übergeordnete Aufgaben hat und vielleicht im Routine-Betrieb gar nicht so tief drin ist.

 

Ich habe eine mehrjährige Krankheitsgeschichte weitgehend hinter mir. Im Jahre 2014 wurde bei mir Stimmbandkrebs festgestellt. Also kann ich hier einigermaßen mitreden. Und ich kann nur sagen, dass sich alle behandelnden Ärzt/Innen sehr um mich bemüht hatten. Ich könnte keine einzige Situation nennen, in der ich mich gegenüber Privatpatienten benachteiligt hätte fühlen müssen.

 

Als die ersten Beschwerden auftraten, bin ich zu meinem Hausarzt Dr. Tecklenburg in Freiburg. Wie seit Jahzehnten immer, wenn mir etwas fehlt. Dass es im Wartezimmer mal etwas länger dauert und dass der Prof. Dr. em. vielleicht mal am Wartezimmer vorbei geschleust wird und schneller dran kommt, darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich weiß ja nicht, was dem fehlt. Vielleicht ist der ja akut erkrankt. Selbst wenn er auf Grund seines Status als Privatpatient bevorzugt wird: Wenn ich mehr zahlen würde, könnte ich das auch haben.

 

In die fachliche Arbeit meines Hausarztes habe ich vollstes Vertrauen. Er nimmt die Sache genau, er ist empathisch, interessiert und bemüht. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass er sich um mich weniger bemüht als um seine Privatpatienten. Dr. Tecklenburg überwies mich unverzüglich an die Hals- Nasen- Ohren-Praxis des Dr. Roßbach in der Günterstalstraße. Dort hatte ich innerhalb einer Woche einen Termin. In dieser Praxis gab es weder vor der Operation noch jetzt in der Nachsorge kaum mal eine Viertelstunde Wartezeit. Ich selbst bin immer pünktlich und ich komme auch immer pünktlich dran. Was will ich mehr?

 

Dr. Roßbach überwies mich weiter in die Abteilung Phoneatrie in der Uniklink. Auch dort dasselbe. Innerhalb einer Woche einen Termin. Hier zwanzig Minuten Wartezeit. Umfassende Untersuchungen immer in Begleitung einer jungen Ärztin. Und anschließend eine umfassende Besprechung mit dem Leiter der Einrichtung Dr. Beck. Der eröffnete mir in sachlichen Worten die Diagnose und beschrieb mir den notwendigen Weg genauso ausführlich wie Risiken und Folgen. Ich könnte nicht sagen, dass Fragen bei mir offen geblieben wären. Dass ich danach in ein ziemliches emotionales Loch fiel, ist sicher nicht die Schuld der behandelnden Ärzte.

 

Wenige Tage später Einrücken in die HNO. Ein Riesenbetrieb in einem Hochhaus. Alles durchorganisiert bis ins Detail. Da kann ich nicht erwarten, dass hier sich alles nur noch um mich dreht.  Anmeldung, Voruntersuchungen, Zimmerzuweisung, Arztgespräch: Alles eng getaktet. Doch da müssen wohl alle durch. Dass Privatpatienten ein Einzelzimmer haben, die Personaldichte in Privatstationen höher ist und sonst noch ein paar Dinge angenehmer sind: Mag sein! Doch ich hatte alles, was ich brauchte und sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal als auch der Servicedienst bemühten sich sehr um uns alle.

 

In der HNO musste ich mich insgesamt fünf Eingriffen unterziehen. Immer OP`s unter Vollnarkose. Ich kann mich in absolut keiner Weise über irgend etwas beschweren. Inzwischen kenne ich so gut wie alle Mitarbeiter auf den beiden Stationen gut. Ich könnte von keiner und keinem sagen, dass er mir in irgendeiner Weise in unangenehmer Erinnerung wäre.

 

Nach den Op`s ging es an die Behandlung der Folgeschäden. Zuerst Logopädie: Auch dort kurze Fristen und sehr bemühte Spezialistinnen. Als sie sahen, dass auf diesem Weg keine Ergebnisse zu erzielen sind, kam sofort die Weiterleitung ins FIM. (Freiburger Institut für Musiker-Mededizin) Hier werden Opernsänger, Lehrer, Dozenten, Politiker mit Stimmproblemen behandelt. Alles Leute, die beruflich viel sprechen müssen. Hier saß ich im Wartezimmer wohl überwiegend mit Privatpatienten. Doch ich habe nie bemerkt, dass ich hier länger warten muss als ein Privat-Patient. Und was das Engagement angeht: Ich habe es ausschließlich Frau Dr. Kremp-Zimmermann, Frau Dorothea Gädecke, den Damen im Sekretariat und in erster Linie und vor allem Professor Dr. Echternach zu verdanken, dass ich heute wieder einigermaßen deutlich sprechen kann.

 

Sie sehen: Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, das bestehende System zu ändern. Wer will und kann, darf gerne Privat-Patient werden und sich die damit verbundenen sekundären Annehmlichkeiten kaufen. Wir anderen profitieren davon. Dass insgesamt mehr Geld in das System fließen muss, ist eine ganz andere Frage und hat mit der Trennung von Privat- und Kassenpatient nichts zu tun. Da müßen auch die Verursacher von Krankheiten einbezogen werden. Ich denke an Konsumenten von Nikotin und Alkohol, Betreiber gefährlicher Sportarten und vieles mehr.

 

Hier noch ein Beispiel, welchen Standard auch wir Kassenpatienten in Deutschland erreicht haben:

 

Einer meiner früheren Arbeitskollegen (Kosovo-Albaner) musste Hals über Kopf in die Heimat fliegen: Sein Vater war akut erkrankt und musste ins Krankenhaus. Im dortigen Krankenhaus immerhin in der Hauptstadt werden nur die medizinischen Notwendigkeiten geleistet. Für die Versorgung müssen die Angehörigen sorgen: Essen, Bettzeug, Körperpflege usw. Der Sohn musste von Deutschland zurück und das alles für seinen Vater organisieren. Ich bin in die HNO gegangen und habe mich ins Bett gelegt. Dort bekam ich alles was ich brauchte. Auch als Kassenpatient.

 

Nach meiner Wahrnehmung sollte die SPD mit ihrer populistischen Gleichmacherei aufhören. Die Politik hat ganz andere Themen, um die sie sich kümmern sollte. Auch wenn man damit beim Wähler etwas weniger punkten kann.

 

 

 03.12.2017                                                     Wie geht es anderen?

 

Manche Menschen vergleichen sich unentwegt mit anderen. Sie stellen dann entweder fest, dass es anderen viel besser geht als ihnen selbst. Dann werden sie unzufrieden oder gar neidisch. Andere glauben zu sehen, dass sie viel besser dran sind als ihre Umgebung. Die werden dann überheblich, stolz und sehen auf andere herab.

 

Dabei liegt es doch oft gar nicht immer an einem selbst, in welche Situation man hinein gerät. Man kann noch so sehr auf Sicherheit und Vorwärtskommen bedacht sein: Wenn es übergeordneten Instanzen in den Kram passt, dann heben oder senken sie den Daumen. Je nach dem spült es uns dann nach oben oder es zieht uns den Boden unter den Füßen weg.

 

Derzeit verfolge ich die Berichte über Entlassungen beim Siemens-Konzern. Dort wird zwar insgesamt prächtig verdient. Doch in einer Sparte läufts nicht so recht. Da fällt den Managern ausgerechnet jetzt wenige Tage vor Weihnachten nichts anderes ein, als Standorte zu schließen und Tausenden von Leuten den Arbeitsplatz wegzunehmen. Ob diejenigen, die hier den Daumen gesenkt haben, nur einen Augenblick an die Familien ihrer Beschäftigten gedacht haben? Hätte man da nicht noch einen Monat zuwarten können, bis man denen die Hiobsbotschaft mitteilt?

 

Dieser Vorgang erinnert mich an eine Situation, die ich selbst erlebt hatte: Im Jahre 1975 war ich bei einer Tochter-Firma des Wintershall-Konzerns als Tankwagenfahrer angestellt. Die Freiburger Filiale war relativ klein: Ein Büro, ein Tanklager, drei LKW und fünf Beschäftigte.

 

Ich selbst war damals 25 Jahre alt, seit wenigen Monaten verheiratet. Wir hatten eine kleine Tochter im Alter von vier Monaten. Wir wohnten in Umkirch zur Miete, ich war der Alleinverdiener. Als Kraftfahrer verdiente ich mit vielen Überstunden soviel, dass wir gut über die Runden kamen.

 

Das Jahr 1975 war kein gutes Jahr. Wegen der Ölkrise stagnierte die Wirtschaft, die Zahl der Arbeitslosen stieg ständig an. Jeder, der einen vermeintlich sicheren Arbeitsplatz inne hatte, war froh und strengte sich an, diesen auch zu behalten.

 

Ich weiß es noch wie heute: An einem Tag Mitte Dezember um 11.00 h piepste das Funkgerät im Führerhaus meines LKW`s. Das Büro forderte uns Fahrer auf, sofort unsere Tour abzubrechen und nach Freiburg zum Tanklager zurückzukehren. Auf meinen Einwand, dass ich noch mitten in der Tour sei, wurde nicht eingegangen. Umkehren und zwar sofort!

 

Im Tanklager angekommen sah ich sofort zwei dicke Mercedes mit Stuttgarter und Karlsruher Kennzeichen. Aha! Die Bosse aus der Zentrale waren da! Ich war als Letzter herein gekommen. Die anderen warteten bereits. Ich spüre die Spannung jetzt noch, die uns Angestellte damals ergriffen hatte. Das Erscheinen von gleich zwei Hochkarätern in Freiburg musste einen besonderen Grund haben!

 

Den Grund gab es: Einer der Herren teilte uns kurz und bündig mit, dass unsere Filiale zuwenig Geld verdiente. Unser Fuhrpark sei deutlich zu teuer! Daher sei man zu dem Entschluss gekommen, die Auslieferung ab Januar von externen Speditionen ausführen zu lassen. Das sei billiger als ein eigener Fuhrpark. Daher käme man nicht umhin, uns drei Fahrer zum 31.12.1975 zu entlassen. Die Entlassungspapiere lägen bereits vorne im Büro!

 

Die Arbeitnehmer-Rechte waren damals nicht so ausgeprägt wie heute. Es gab weder eine Abfindung, noch einen Pfennig Übergangsgeld noch sonst irgendeine Unterstützung. Uns wurde lediglich empfohlen, sich umgehend beim Arbeitsamt als arbeitssuchend zu melden. Man erwartete jedoch, dass wir bis zum Entlassungstermin genau so fleißig und zuverlässig weiter arbeiten würden wie bisher. Um den Jahreswechsel sei wie immer viel zu tun!

 

Sie können sich sicher unsere Gemütslage vorstellen. Zwei Wochen vor Weihnachten arbeitslos. An diese Zeit vor 42 Jahren muss ich zurückdenken, wenn ich heute die Meldungen über das unsensible Vorgehen von Siemens und anderen Arbeitgebern höre!

 

Ich hatte übrigens Glück: In den Tagen danach hatte ich mir Gedanken um unser Weiterkommen gemacht. Ich fragte mich: Wie wird man selbständiger Spediteur? Meine Abfindung als Zeitsoldat bei der Bundeswehr lag noch auf dem Sparbuch. Beim Bund hatte ich alle Führerscheine erworben und auch gelernt, wie man einen Fuhrpark organisiert.  Ob das wohl reichen würde, um mich selbständig zu machen?

 

Mit meiner Idee ging ich auf meinen Noch-Arbeitgeber zu. Ich wurde nach Düsseldorf in die Zentrale gerufen. Nach zwei Tagen intensiver Gespräche war ich wieder für drei Monate eingestellt. Bis Ende März sollte ich dann die notwendige Prüfung vor der IHK abgelegt haben. Ich hatte einen Kaufvertrag auf Raten für den bisher von mir gefahrenen LKW unterschrieben. Das war der Startschuss in eine 23 Jahre andauernde durchaus erfolgreiche Selbständigkeit!

 

Ich wünsche all denen, die jetzt vor einer ähnlichen Situation stehen, dass es für sie ebenfalls gut weitergeht!

 

 

07.12.2017                                                          Nikolaus und Knecht Ruprecht

 

Gestern war Nikolaustag! In der Stadt laufen uns seit Wochen rot gekleidete Bischöfe mit Rauschebärten und hohen Mitras auf Schritt und Tritt über den Weg. Meist wollen sie uns auf besonders günstige Angebote in einem der nahegelegenen Kaufhäuser aufmerksam machen. Oder Spenden für gemeinnützige Organisationen sammeln.

 

In den Läden permanentes Adventsgedudel. Die Regale voll mit schönen und oft sogar nützlichen Dingen, die wir unseren Liebsten zum Nikolaustag schenken sollten. Nikolaus mit Rentier und Schlitten in allen Variationen.

 

Der Nikolaus ist zum Konsum-Animateur geworden. Zu meiner Kinderzeit hatte Nikolaus meist in Kombination mit seinem Gesellen Knecht Ruprecht eine ganz andere Funktion: Kein großzügiger, liebevoller Schenker. Er hatte vor allem richtende und strafende Funktion. Ein probates Erziehungsmittel für Eltern und Lehrer.

 

Wenn wir Kinder das Jahr über nicht brav und folgsam waren, dann kam ganz schnell der Spruch: "Wart nu, ich sags im Nikolaus!" Das wirkte im Kleinkind-Alter meist sehr zuverlässig. Mit dem Nikolaus wollte man es lieber nicht verderben.

 

Je näher der Nikolausabend kam, um so ängstlicher und bedrückter wurden wir Kinder. Man war sich schon bewusst, dass man unter dem Jahr nicht immer ein nettes, braves Vorzeigekind gewesen war. Die Mutter hatte dem gestrengen Nikolaus so einiges zu erzählen.

 

Um so wichtiger war es, in den letzten Tagen vor der gefürchteten Stunde noch einmal einen guten Eindruck zu hinterlassen. Da war man dann besonders artig, erledigte alle Aufgaben sofort und richtig. Man ging immer gewaschen ins Bett und man sprach immer ein besonders langes Nachtgebet.

 

So schaffte man es vielleicht, dass die Mutter nicht alles dem Nikolaus erzählte. Man wollte erreichen, dass sie die eine oder andere Schandtat unter den Tisch fallen ließ. Denn wenn sie wirklich alles berichtete, dann konnte es ein harter Abend für uns Kinder werden!

 

Der Abend lief dann so ab: Schon früh am Abend hatten wir Kinder uns in der Wohnstube zu versammeln. Man hatte da zu sein, wenn die große Stunde schlug.

 

Ich hatte meist ein ziemlich mulmiges Gefühl. Ein Jahr war lang! Da kam immer einiges zusammen! Also sich jetzt wenigsten von der besten Seite zeigen. Noch einmal den Spruch für den Nikolaus üben, das obligatorische Lied einsingen.

 

Irgendwann die schweren Schritte vor der Tür! Jetzt kam er! Die Rutenschläge von Knecht Ruprecht an die Stubentür kündigten ihn drohend an. Die Eltern gingen mit bedeutsamem Blick hinaus, um Bericht zu erstatten.

 

Nach langen bangen Minuten ging die Tür auf und der Nikolaus war da! "Von draus im Walde...." und so weiter.

 

Dann gings zur Sache: Mit strenger Stimme wurde eine Schandtat nach der anderen angesprochen. Der Knecht Ruprecht fuchtelte immer wilder mit der Rute! Der hatte einen großen Sack dabei. Da kamen die besonders großen Sünder hinein! O Herr, lass wenigstens diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen!

 

Doch die Eltern mussten ihm auch positives berichtet haben. Es kam nie ganz zum Äußersten! Nach einem fehlerfrei aufgesagten Gebet und nach einem schön gesungenen Lied wurde Absolution erteilt!

 

Der Nikolaus war jetzt sogar so gnädig gestimmt, dass er einen Sack auf dem Boden ausleerte: Eine Orange für jeden, ein paar Äpfel, mehrere Nüsse und einen Schokolade-Nikolaus.

 

Vor dem Abgang noch einmal die Ermahnung, künftig artiger und bräver zu sein! Beim nächsten Besuch werde man nicht mehr so glimpflich davon kommen!

 

Der Knecht Ruprecht schien merklich unzufrieden zu sein: Schon wieder hatte er keinen in den Sack stecken dürfen! Ein paar kleine Streiche noch mit der Rute auf die vorsorglich mit Zeitungspapier ausgepolsterte Hose und der Spuk war vorüber!

 

Uff!! War gerade noch mal gut gegangen! Kaum waren sie weg, ging in der Stube der Streit wieder los: Einer hatte dem andern den Schokolade-Nikolaus geklaut! Zum Glück war der Nikolaus weg! Die Eltern drohten zwar, die beiden wieder zurück zu rufen! Noch einmal ein paar bange Minuten! Doch der kam nicht mehr! Und bis zum nächsten Jahr war es noch ziemlich lange hin!

 

 

 

09.12.2017                                                              Selbstversorgung

 

Wer meinen Vorgänger-Blog aufmerksam gelesen hat, der weiß, dass ich ein großer Fan des Themas "Selbstversorgung" bin. Vielfach wird unter diesem Begriff vor allem die Selbstversorgung mit Lebensmitteln verstanden. Doch für mich hat der Begriff "Selbstversorgung" eine wesentlich weitreichendere Bedeutung.

 

Gegenüber früheren Generationen sind wir heute alle mehr oder weniger fremdabhängige Fachidioten. Die meisten beherrschen ihren Beruf aus dem FF. Sie bilden sich permanent weiter, sie probieren Dinge selbst aus, sie wollen immer besser werden und viele schaffen das auch.

 

Doch das Spezialistentum bringt es mit sich, dass wir immer stärker von anderen abhängig werden. Wir haben uns eine arbeitsteilige Welt geschaffen, in der der Einzelne ein immer kleineres Rädchen ist. Von der Wiege bis zur Bahre brauchen wir Helfer und Dienstleister. Wir haben heute gar nicht mehr die Zeit, um uns um unseren Kram selbst zu kümmern.

 

"Warum auch?" werden Sie fragen. "Warum sollte ich meine Wäsche selber waschen? Dafür gibt es doch Spezialisten. Und Leute, die froh sind, dass sie in der Wäscherei einen Job haben! Ich kümmere mich in der Zeit lieber um die Dinge, die ich lieber mache, die ich besser kann und die mir mehr Geld und Reputation einbringen als Wäsche waschen".

 

Die Kinder werden ganztags in KITA, KIGA; Grundschule etc. versorgt und erzogen. Die Eltern leben im Seniorenheim. So werden wesentliche Aufgaben einer Familie schon mal ausgelagert.

 

Gegessen wird in Kantinen, Mensen oder Gaststätten. Zweimal wöchentlich kommt die Putzfrau. Das Auto wird von anderen gewaschen, gewartet, repariert. Kleidung wird fertig eingekauft, in der Reinigung gepflegt und anschließend weggeworfen. Die Bank übernimmt den Zahlungsverkehr. Am Ende des Jahres macht der Berater die Steuererklärung. Der Arzt sorgt dafür, dass wir wieder gesund werden. Der Maler tapeziert und streicht die Wohnung.

 

Für alle Bereiche des Lebens nehmen uns Helfer den Alltag ab. Das führt dazu, dass unser Wissen und Können immer schmaler und einspuriger wird. Außer in unserem Beruf und bestenfalls noch im Hobby sind wir blutige Laien.

 

Solange alles so funktioniert und wir für ein solches Leben genug Geld verdienen, mag das in Ordnung sein. Wir haben den Freiraum, uns ohne lästige Behinderung durch praktische häusliche Pflichten über unseren Tellerrand hinaus zu entwickeln.

 

Zu meiner Zeit gab es an unserer Volksschule noch die Fächer Hauswirtschaft für die Mädchen und Werken für die Jungs. Ich glaube, dass die Abschaffung dieser Fächer ein ganz großer Fehler war! Hier wurden bei den Kindern die Grundlagen gelegt für das praktische Leben.

 

Kochen, Nähen, Stricken, Haushalten, Kinderpflege: Was ist so schlimm daran, wenn junge Mädchen in der Schule hier eingewiesen werden? Oder wenn Jungs den Umgang mit Säge, Hobel, Schraubenzieher, Beißzange, Feile, Wasserwaage lernen?

 

Die Kinder konnten zu meiner Zeit auch zuhause im Alltag praktische Fähigkeiten entwickeln. Zu jedem Haushalt gehörte ein Hausgarten, täglich wurde gekocht, geputzt, genäht oder gestrickt. Da gab es eine Hausapotheke, man hatte noch eine Ahnung davon, was in diesem und in jenem Falle zu tun war.

 

Gegenstände wurden selbst hergestellt, gepflegt und reariert. Brennholz wurde gemacht. Kinder wuchsen in der Familie auf und lernten ganz automatisch, wie man seine Dinge selber regelt. Die Alten blieben nahe der Familie und standen der aktiven Generation nach Kräften zur Seite.

 

Sicher ist es heute niemandem möglich, sich rundum autark zu halten. Dazu ist das Leben zu kompliziert und zu technisch geworden. Es muss auch nicht schlecht sein, wenn man schwierige oder zu schwere Arbeiten an Spezialisten überträgt.

 

Doch man sollte sich schon selbst auch mit den alltäglichen Dingen intensiv befassen. Die Kinder einfach nur bei Lehrern und Erziehern abzugeben, sich in allem blind auf andere verlassen, sich selbst keinerlei praktische Fähigkeiten anzueignen ist aus meiner Sicht falsch und gefährlich. 

 

Selbstversorgung heißt für mich, dass ich mich im Bedarfsfall aus eigener Kraft selbst am Leben erhalten kann. Dass ich ohne fremde Hilfe für Essen, Kleidung, Heizung, Erste Hilfe etc. sorgen kann. Dass ich weiß, was zu tun ist, wenn mal der Strom ausfällt, das Auto streikt, das Kind krank ist oder die Heizung ausfällt.

 

Selbstversorgung heißt für mich auch Vorsorge. Für den Fall, dass mal nicht mehr alles so rund läuft wie wir es heute gewohnt sind. Dass wir unsere Arbeit verlieren und mit deutlich weniger Geld auskommen müssen als jetzt. Wer in dem Fall feststellt, dass sein Auto eine Nummer zu groß, seine Miete zu hoch, sein Dispo am Anschlag, sein Hobby zu teuer und sein Lebensstil insgesamt zu aufwändig ist, der wird es in dem Fall schwierig haben.

 

Wer dann immer noch im Gasthaus essen, seine Kleidung in die Wäscherei bringen, seine Wohnung putzen lassen oder für die Kinderbetreuung zahlen muss: Dem wird bewusst werden, dass er vom wahren Leben vieles nicht begriffen hat. Der hat ganz schlechte Karten für die Zukunft.

 

Wohl dem, der bis dahin Augenmaß bewiesen, sich breit gebildet und praktische Fähigkeiten gelernt und trainiert hat. Der kann sich auch mit weniger Geld selbst versorgen!

 

13.12.2017                                                               Gruß aus der Ferne:

 

Der Schachclub Horben strengt sich in der Ausbildung des Nachwuchses enorm an. Bereits Grundschüler werden in das Spiel eingeführt. In der D-Klassenmannschaft sammeln die Kinder erste Turnier- und Wettkampferfahrungen. Dabei werden sie von Karin Schell, Brigitte Hug, Josef Buttenmüller und anderen bestens betreut und trainiert.

 

Die ersten Schritte im Erwachsenenbereich erfolgen durch Einsätze im B-Klassen-Team. Neben älteren erfahrenen Spielern kämpfen hier stets auch junge aufstrebende Talente um die Mannschaftspunkte. Die gelungene Mischung in diesem Team sorgt für Homogenität und für gemeinsame Erfolgserlebnisse. Die Jungen erfahren durch uns Ältere Unterstützung, Aufmunterung und im Bedarfsfall auch Trost nach Niederlagen. Sie bekommen dadurch auch die zum Schachspiel unabdingbare Robustheit und das notwendige Selbstbewusstsein.

 

Der Schachclub Horben verfügt inzwischen über eine stabile Gruppe von gut einem halben Dutzend junger Männer, die bereits über viel Erfahrung und hohes Können verfügen. Sie werden angeleitet und trainiert durch unseren Spitzenspieler Thomas Buttenmüller. Die Arbeit mit ihm macht den Jungs Spass. Alle Spieler dieser Gruppe sind Talente, die früher oder später zur Spitze aufschließen werden. Sie werden gezielt gefördert und gefordert und an den für sie passenden Brettern eingesetzt.

 

Gute junge Schachspieler sind in der Regel aktive intelligente disziplinierte junge Leute. Sie gehören in Schule und Beruf zu den Besten. Hier muss dann auch mal das Schach kürzer treten. Wenn Abitur und Studium es erfordern, dann müssen andere Dinge eben zurückstehen. Dafür haben die Verantwortlichen im Schachclub Horben jedes Verständnis. Wichtig ist ihnen, dass sie den Kontakt halten, so oft als möglich dabei sind und später wieder voll einsteigen.

 

So sind derzeit zwei unserer hoffnungsvollsten Talente für längere Zeit im Ausland. Der 20-jährige Student Felix Schell lebt derzeit in Schweden und absolviert dort ein Auslands-Semester. Erst im nächsten Sommer wird er wieder bei uns einsteigen können. Er interessiert sich aber intensiv für das Vereinsgeschehen. Er freut sich über die Erfolge  der ersten Mannschaft, zu deren festem Stamm Felix seit einigen Jahren zählt. Der E-Mail-Kontakt wird aufrecht erhalten. Mutter Karin und Bruder Lukas sorgen weiter dafür, dass die Verbindung in den Verein erhalten bleibt.

 

Noch weiter weg ist der 16-jährige Schüler Florian Kandra. Er lebt seit vier Monaten im Rahmen des Schüler-Austausches in den USA. Florian fühlt sich dort wohl. In einem Schreiben an den Vorsitzenden Wolfgang Hug berichtet er über seine Erfahrungen und richtet liebe Grüße an alle Vereinsmitglieder. Es geht ihm gut und wir freuen uns auf den nächsten Sommer, wenn wir sowohl Felix als auch Florian wieder regelmäßig im Kreise der Schachfamilie begrüßen dürfen!

 

Hier der Brief von Florian an Wolfgang:

 


Lieber Wolfgang,

ich bin jetzt schon seit einiger Zeit in Amerika und genieße meine Zeit
hier. Vor etwa 4 Monaten bin ich hierher nach Louisiana, Lafayette
gekommen, aber die Zeit ist hier so schnell verflogen, dass ich es kaum
glauben kann, hier schon so lange zu sein.

 

Als ich das erste mal hierher
kam war ich noch in einer anderen, temporären Familie, die ich dann
später gewechselt habe. Ich war mit beiden Familien sehr zufrieden und
fühle mich hier jetzt wirklich wohl.

 

Ich habe hier leider keinen Schachclub gefunden. Die meisten Aktivitäten
bietet hier die Schule an, aber nicht viele Schulen haben hier solche
Schachclubs. Ich bin jedoch in einem anderen Club der mir sehr gefällt:
Speech and debate. Ich habe erst nicht gedacht, dass es mir so gefallen
würde, aber ich habe dort ein paar sehr gute Freunde kennengelernt. In
speech and debate gibt es einige verschiedene Disziplinen, in denen man
entweder eine Art rede hält oder irgendwas schauspielerisches aufführt.

 

Das heißt auch in der Schule komme ich sehr gut zurecht. Ehrlich gesagt
habe ich mich hier viel schneller eingefunden, als ich zuerst erwartet habe.

Ich war auch schon in New Orleans, da meine neue Gastfamilie
ursprünglich daher kommt und es hat mir wahnsinnig gut gefallen.

 

Auch hier in Lafayette gibt es ein paar interessante Sachen zu erleben. Wir
gehen zum Beispiel oft in die Stadt und hören einigen Bands zu, die hier
spielen. Ich dachte zuerst es würde hier nicht allzu viel geben, dass
man außerhalb der Schulclubs machen könnte, aber ich habe mitbekommen,
dass man durch Herumfragen viel mehr findet, als es zuerst zu geben scheint.

 

Ich hoffe dir geht es gut und ihr habt immer noch sehr viel Spaß im
Schachclub.

Ich würde mich freuen, wenn du allen mal einen Gruß von mir ausrichtest!

Viele Liebe Grüße und ein schönes anstehendes Weihnachtsfest,

Florian

 

 

17.12.2017                                                          Wer gebietet Einhalt?

 

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zum Status von Jerusalem macht mich sprachlos! Wie kann ein verantwortlicher Politiker in einer so gefährlichen Weltlage wie jetzt weiteres Öl ins Feuer gießen?

 

Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Er will die US-Botschaft vom derzeitigen Regierungssitz Tel-Aviv nach Jerusalem verlegen. Damit stößt er die israel-feindliche arabische Welt massiv vor den Kopf!

 

 Die radikal-islamische Bewegung Hamas ist bereits auf den Barrikaden. Zig-tausende Palästinenser laufen an der Demarkationslinie Sturm. Noch fliegen nur Steine. Doch sind die Stunden zu zählen, bis irgendwo in der Welt die ersten Terror-Anschläge erfolgen werden.

 

Ich frage mich, was Donald Trump zu diesem zynischen  sinnlosen zerstörerischen Kurs treibt? Wessen Spiel spielt Trump? Ist er überhaupt in der Lage, die Folgen seines Tuns zu überblicken?

 

Aus meiner Sicht sieht sich Trump als Handlanger jener Kreise, die mit Krieg und Zerstörung ihr dreckiges Geld verdienen!

 

Der Krieg in Syrien, im Irak iund auch in Afghanistan ist am Abflauen. Der Konflikt im Jemen gibt nicht soviel her. Da sind nur Peanuts zu verdienen. Wo sollen die armen Waffenhändler, Söldnerführer, Schleuser etc. in Zukunft ihre zynischen Geschäfte machen?

 

Sich rechtzeitig um neue Absatzmärkte kümmern! Das scheint mir hier die einzige Richtschnur zu sein, nach der Leute wie Trump handeln. Ein Emporkömmling wie Trump kennt nur diese Strategie. Der Rubel muss rollen. Menschliche Regungen sind solchen Leuten fremd!

 

Wie konnte ein solch primitiver Prolet in eine so wichtige Position gelangen? In Amerika kann es doch nicht so viele hirnlose Idioten geben, die einem so offenkundig skrupellosen asozialen Polit-Gangster blind nachlaufen?

 

Die übrige Welt kann doch nicht untätig zuschauen, wie dieser Politik-Rabauke sie immer näher an den Abgrund treibt. Gibt es denn zwischen Himmel und Erde wirklich keine Instanz, die diesem Typen Einhalt gebietet?

 

Ich befürchte, dass es diese Instanz nicht gibt. Die Welt wird es mit diesem unberechenbaren unfähigen Politiker lange Zeit aushalten müssen!

                                                                       

19.12.2014                                                                Diese Woche:

 

Diese Woche verlief für uns etwas turbulent: Eine Hochzeit und ein runder Geburtstag. Dazu ein Erlebnis, auf das ich liebend gerne verzichtet hätte. Doch eins nach dem andern:

 

In dieser Woche heirateten unsere Kinder Nicole und Andreas. Die Trauung wurde im Trauzimmer des Schlosses in Bad Säckingen vollzogen. Die feierliche Zeremonie fand im kleinen Kreis statt. Mit dabei war natürlich der elf Monate alte Milan. Der freute sich königlich darüber, dass seine Eltern jetzt verheiratet sind. Dazu die Uroma, die beiden Omas und ich. Anschließend ein feines Mittagessen im "Storchen" in Karsau.

 

Auch Steffi und ich freuen uns sehr und wir wünschen dem jungen Paar auch auf diesem Wege noch einmal alles Gute! Wenn alles wie angedacht klappt, dann wird die junge Familie im kommenden Jahr zu uns in unser Haus nach Horben ziehen. Dann wird neues junges Leben auf unserem Hof sein. Auch darauf freuen wir uns!

 

Heute feiert unser älterer Sohn Christian aus Neuenburg seinen 40. Gebrtstag. Dazu gratuliere ich von hier aus ebenfalls ganz herzlich! Gefeiert wurde in den Geburtstag hinein in Bühl in der Ortenau. Meine Frau ist bereits gestern mit dem Clan dahin gefahren. Sie war ja schließlich an dem denkwürdigen Tag ebenfalls beteiligt! Ich halte hier die Stellung und kümmere mich um Hund, Katze, Hühner und Kaninchen. Ich wünsche heute allen einen klaren Kopf und eine gute Heimfahrt!

 

Ein schlimmer Tag war der Dienstag. Am späten Nachmittag rief mich ein Leser meines Blogs an. Ich soll doch mal auf meine Homepage schauen. Da wären seltsame Dinge zu sehen. Ich hin und war total entsetzt: Sieben Pornos der primitivsten Art und zwischen meinen Beiträgen mehrere Parolen der Nazi-Partei NPD. Ich begann zwar sofort zu löschen, doch es tauchten immer neue dieser Schweinereien auf.

 

Mir blieb nichts anderes übrig, als die gesamte HP komplett zu tilgen. Das fiel mir sehr schwer! Meine Seiten sind so etwas wie ein Kind für mich! Mit ihnen und über sie hatte ich in der akuten Zeit nach meiner Stimmband-OP oft den einzigen Kontakt zur Außenwelt. Es gab nämlich Wochen, da konnte ich kein einziges lautes Wort sprechen. Meine Kontakte nach außen liefen in der Zeit ganz überwiegend über den PC.

 

Es gelang mir auch in kürzester Zeit, eine neue Hompage zu installieren. Das war nicht ganz einfach. Vor allem war es schwierig, die alte Adresse auch für das neue Projekt zu nutzen. Viele Leser haben meine Seiten in ihren Geräten abgespeichert. Da sollte unter meiner Adresse auch meine neue Seite erscheinen.

 

Doch heute bin ich mit dem Gröbsten so weit. Die Homepage steht wieder und ich muss sagen: Sie gefällt mir ganz gut! Kleinere Änderungen wird es noch geben. Doch das Gerüst steht. Auch der größte Teil meiner Leser ist mir offenbar treu geblieben. Der neue Besucherzähler verzeichnet im Schnitt die gleiche Anzahl an Zugriffen als vor der Attacke. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich!

 

Ich habe übrigens die Hoffnung, dass ich den Schmierfinken identifizieren kann! Ich hatte mich an einen befreundeten Spezialisten aus dem Uni-Rechenzentrum gewandt. Der war an meiner früheren Arbeitsstelle an der Universität auch für solche Dinge zuständig. Der hat sich sofort an die Arbeit gemacht.

 

Heute morgen finde ich hier eine Mail, nach der er weiter gekommen ist. Er glaubt sicher, dass er über eine bestimmte Schnittstelle zu der Absender-IP gelangen kann. Hilfreich sei, dass ich ihm auch meinen alten PC mit einem früheren Angriff noch zur Verfügung stellen konnte. Offenbar besitzt der Angreifer auch heute noch den damals benutzten PC! 

 

Wenn ich den Übeltäter eindeutig identifizieren kann, dann werden auch Sie ihn kennenlernen! Das verspreche ich Ihnen! Und zwar mit voller Adresse und mit Bild! Und die Polizei wird auch erfahren, wer das ist!

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20.12.2017                                                    Hexentäler Personalien:

 

In den letzten Wochen ehrten die Gemeinden im Hexental verdiente Mitbürger in besonderer Weise:

 

Die Gemeinde Merzhausen ernannte ihren Altbürgermeister Eugen Isaak zum Ehrenbürger. Eugen war als Bürgermeister einer der aussterbenden Art: Als alteingesessenem Merzhauser lag ihm das Gemeindeleben stets am Herzen. Er kümmerte sich auch um Dinge, die eigentlich nicht unbedingt zu seinen Pflichten als Bürgermeister gehörten. Wenn in Merzhausen trotz der gewachsenen Einwohnerzahl noch eine Dorfgemeinschaft zu erkennen ist, dann hat Eugen Isaak einen hohen Anteil daran.

 

Ich habe Eugen persönlich in zwei Zusammenhängen erlebt: Zum einen gingen wir im Jahre 1964 bei Lehrer Engelbert Pfefferle aus Kirchhofen gemeinsam in die landwirtschaftliche Berufsschule in Merzhausen. Er in die dritte Klasse, ich in die erste. Von 2004 bis 2014 war ich einer der Horbener Vertreter in der Verbandsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Hexental. Eugen war zeitweise Vorsitzender des Gremiums. Ich habe gerne mit ihm zusammen gearbeitet. Er war stets neutral und darauf bedacht, dass jeder, der etwas zu sagen hatte, auch zu Wort kam.

 

In Wittnau wurden Herbert Eichelmann und Otto Selb zu Ehrenbürgern ernannt. Zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Herbert, der zupackende Handwerker und Otto, der intellektuelle Schulrat. Beide wirken nach wie vor in Wittnau in vorbildlicher Weise zum Wohle der Gemeinschaft.

 

Wenn es etwas zu tun gibt in der Gemeinde, dann ist Herbert Eichelmann einer der ersten, der gefragt oder ungefragt zur Stelle ist. Mit seinem praktischen Denken und Geschick hat er Ideen, die er zusammen mit anderen auch gleich umsetzt. Ich habe Herbert bereits erlebt, als im Jahre 1975 das Clubheim des SV Au-Wittnau gebaut wurde. Schon damals gehörte er zu denen, die an vorderster Front zum Gelingen des Werkes beitrugen.

 

Der über 90-jährige Otto Selb ist von anderem Holz. Er betätigt sich mehr auf sozialem/ kulturellem Feld. In der Kirchengemeinde, in Vereinen, in der Seniorenbetreuung und in vielen Bereichen mehr. Meist still und leise ohne von sich auch nur im Geringsten Aufhebens zu machen. Lange Jahre betätigte er sich auch als Dorfreporter der Badischen Zeitung und im Hexentalblättle. Ich habe sehr oft mit Otto gesprochen. Ich war immer berührt von der sanften Beharrlichkeit, mit der Otto seine Meinung vertritt.

 

In Horben wurde Hermann Wießler zum Ehrenkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr ernannt. Nach über 50 Jahren Dienst in der Wehr zeitweise an vorderster Front eine hochverdiente Ehrung! Hermann war über zehn Jahre lang Kommandant der Horbener Feuerwehr. In einer Zeit, in der die Feuerwehr Horben gefordert wurde wie noch nie vorher in ihrer langen Geschichte und wie sie hoffentlich nie mehr gefordert wird. Hermann Wießler hat es anfangs noch als Vertreter des erkrankten eigentlichen Kommandanten verstanden, trotz eingeschränkter Ausrüstung das Bestmögliche an Schutz und Sicherheit für seine Mitbürger zu gewährleisten.

 

Hermann war nie ein Mann der großen Worte. Die Theorie steht für ihn nicht an vorderster Stelle. Er packt zu, wo es notwendig ist und er sagt unverblümt, was gesagt werden muss. Das ist es, was ich an Menschen besonders schätze.

 

Ein weiterer gebürtiger Horbener kam zu besonderen Weihen: Der heute in Merzhausen lebende Franz Asal wurde zum dritten Bürgermeister-Stellvertreter ernannt. Franz war bereits in jungen Jahren Gemeinderat in Horben. Er hatte damals zusammen mit anderen die "Horbener Liste für Bürgernähe und Umweltschutz" begründet. Dieser Name war und ist für Franz Programm. Er kandidierte dreimal in Horben für das Amt des Bürgermeisters. Im Jahre 2003 verfehlte er das Amt nur um vier Stimmen.

 

Seit mehreren Perioden ist Franz Asal in seinem jetzigen Wohnort in Merzhausen als Gemeinderat aktiv. In der Fraktion FBG (Freie Bürgergemeinschaft) hat sein Wort Gewicht. Aus dieser Fraktion wurde Franz Asal für das Amt vorgeschlagen. Die Wahl durch den Gesamt-Gemeinderat erfolgte einstimmig.

 

 

 

 

 

 

24.12.2017                                                               Meine Gedanken an Weihnachten:

 

Bild könnte enthalten: Wolken, Himmel, Schnee, Baum, im Freien und Natur

 

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch. Mein Blick geht hinüber ins Neubaugebiet Junghof und hoch zur Luisenhöhe. An den meisten Nachbarhäusern sind Fenster und Balkone mit Lichterketten bestückt. Mitten drin ein riesiger beleuchteter Christbaum. Unser Viertel ist dadurch jetzt um 5.00 morgens taghell beleuchtet. Gestern auf dem Rundgang durch´s Dorf ist mir ebenfalls aufgefallen, dass dieses Jahr die Festbeleuchtungen intensiver sind als die Jahre zuvor. Die Menschen wollen es wenigstens um diese Zeit des Jahres schön haben und gemütlich. Das hellere Licht soll wohl ein Zeichen setzen in einer zunehmend finsterer werdenden Welt.

 

Für mich ist es jetzt das 67. Weihnachtsfest meines Lebens. Als Kind freute ich mich schon Wochen zuvor auf den Heiligen Abend. Zum einen auf das besonders gute Essen. Schäufele, Kartoffelsalat und Feldsalat. Noch heute mein Lieblingsessen am Heiligabend. Dann auf die kleinen Geschenke. Wünsche hatte man ja auch als Bauernkind viele. Doch man war glücklich und zufrieden, dass es überhaupt etwas vom Christkind gab. Auch ohne große Festbeleuchtung herrschte an Weihnachten eine besondere Athmosphäre. Der krachend heiße Kachelofen, die entspannte Stimmung, der mit viel Lametta und roten Kugeln behangene Christbaum, Kuchen und Brötchen, man durfte länger aufbleiben. All das ist mir haften geblieben.

 

Im späteren Leben waren nicht alle Weihnachten schön. Eine lange Militärzeit, mehrfach mit Wachdienst am Heiligen Abend. Später auch existenzielle Sorgen, mehrfach schwerste Erkrankungen in der Familie. Trennungen, Zerwürfnisse. Dabei immer der Versuch, etwas vom Weihnachten der Kindheit in die eigene Familie hinüber zu retten. Es gelang mir leider nicht immer so, wie ich es mir gewünscht hätte. Doch der Wunsch nach dem Ursprünglichen, Warmen ist zeitlebens erhalten geblieben.

 

Heute wäre der Zeitpunkt, an dem man Versäumtes nachholen könnte. Ich könnte mir vieles kaufen, was in früheren Zeiten unerreichbar war. Ich hätte die Zeit, zu reisen wohin und wie lange ich nur wollte. Vor Tagen habe ich einen früheren Kollegen getroffen, der hat mit 62 sein Abitur nachgeholt und er trägt sich mit dem Gedanken, noch ein Studium zu beginnen. Wohl wissend, dass er daraus keinen materiellen Nutzen mehr ziehen könnte. Auch dafür hätte ich die Ressourcen.

 

Spinnerei? Aus meiner Sicht nicht. Es muss sich nicht alles in Euro und Cent auszahlen. Wenn ich etwas vermisse im Leben, dann meine mangelnde formale Grundausbildung. Ich weiß vieles und ich kann vieles. Aber ich bin mir bewusst, dass mir die Grundlagen für ganz vieles fehlen. Dadurch blieben viele Wege verschlossen. Darunter habe ich zeitweise ziemlich gelitten.

 

Keine Sorge: Sie werden mich in diesem Leben nicht mehr auf einer Schulbank oder in einem Hörsaal finden. Dazu reicht die mir verbleibende Spanne wohl nicht mehr. Doch ich erlaube mir, mich mit Dingen zu beschäftigen, für die mir früher die Zeit, das Geld und auch der Sinn gefehlt hatte. Ich bin auch unbescheiden genug, zu behaupten, auf vielen Feldern Fortschritte gemacht zu haben.

 

Materielle Wünsche speziell an Weihnachten habe ich heute keine mehr. Es ist alles da, was ich brauche. Überfluss brauche ich nicht. Was ich mir wünsche, ist mehr innere Ruhe zu erlangen. Je mehr schlaue Bücher in meinem Schrank stehen, um so unruhiger werde ich. Thesen und Anti-Thesen. Diese Meinung gegen jene. Und ich bin nicht in der Lage, zu beurteilen, wer recht hat. Das macht mich oft ganz verrückt.

 

Dazu der immer stärkere Wunsch nach Sicherheit. Wie gerne würde ich meinen jetzigen Status einfrieren und konservieren. Aber ich sehe, dass die Welt läuft. Und ich bin mir nicht sicher wohin! Dieser Trump, dieser Putin, dieser verrückte Koreaner, diese geldgeilen nimmersatten Bonzen, der sorglose zerstörerische Umgang mit der Natur, der verschwenderische Leichtsinn großer Teile der Jugend, die Dekadenz von Kirchen und Politik: Wie kann ich mich und die Meinen vor den aus meiner Sicht unausweichlichen Folgen schützen?

 

Das sind meine Gedanken an meinem 67. Heiligen Abend. Wir haben auch einen Christbaum, auch eine Krippe. Nicht ganz so groß wie früher, aber wir haben eine. Meine Frau hat Unmengen an Kuchen und Plätzchen gebacken. Es wird Schäufele und Kartoffelsalat und Feldsalat geben. Wir werden zu zweit einen ruhigen, gemütlichen Heiligabend erleben. Auch kleine Geschenke wird es geben. Doch die unbeschwerte unbefangene Freude aus der Kinderzeit ist es nicht.

 

 

29.12.2017:                                                  Zwei Begegnungen in 2017:

 

Im ablaufenden Jahr sind mir wieder zahlreiche unterschiedliche Menschen begegnet. Die meisten kannte ich bereits vorher. Sehr viele schon ein ganzes Leben lang. Man kennt sich. Man glaubt zu wissen, was man voneinander zu halten hat. Je nachdem freut man sich über die Begegnung oder man geht achtlos aneinander vorbei.

 

Mit anderen kommen wir kurz in Berührung, sie huschen vorbei, man nimmt Notiz und geht wieder seines Weges. Ohne sich groß Gedanken über sie zu machen. Man nimmt vielleicht zur Kenntnis, dass die Frau neben einem hübsch ist oder auch nicht. Dass der Mann im Auto an der Ampel nervös wirkt. Oder dass der Verkäufer im Geschäft oder die Bedienung im Cafe` freundlich sind. Dass alle Menschen ein individuelles Leben haben und auf einem vielleicht schwierigen Weg sind, darüber denkt man in aller Regel nicht lange nach.

 

Ein paar dieser Vorübergehenden sind mir jedoch länger im Sinn geblieben. Über zwei dieser Begegnungen will ich hier berichten. Eigentlich hatte ich mit beiden Personen nur wenig zu tun. Doch auf seltsame Weise muss ich immer wieder daran denken, wie es ihnen wohl geht.

 

Die eine war eine Mit-Patientin in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Freiburg. Eine 30-jährige sehr gut aussehende junge Frau. Sie stammte aus Norddeutschland und hatte ihr erstes Engagement als Sängerin am Theater einer süddeutschen Großstadt. Sie lebt offenbar allein. In den Wochen, in denen wir mit Unterbrechungen auf der gleichen Station waren, hat sie nie Besuch erhalten. Doch darüber hat sie mir nichts erzählt.

 

Die junge Frau hatte die gleiche Diagnose erhalten wie ich: Stimmband-Krebs. Diese Form ist zwar zu einem hohen Prozentsatz heilbar. Aber bereits das Wort Krebs läßt Welten zusammen stürzen. Die Operationsfolgen hinterlassen in allen Fällen starke Einschränkungen vom heißeren Krächzen bis hin zum gar nicht mehr Sprechenkönnen. Schon für mich als Älterer war und ist schwierig damit umzugehen. Für eine Opernsängerin bedeutet diese Diagnose das berufliche Aus!

 

Die Frau hatte für ihr Studium besondere Anstrengungungen unternommen. Ihre Eltern waren mit der Berufswahl ihrer Tochter überhaupt nicht einverstanden. Sie sollte etwas "Richtiges" studieren. Darüber hatte sie sich mit dem Elternhaus zerworfen. Sie wurde von zuhause in keiner Weise unterstützt. Mit zahlreichen Neben-Jobs hatte sie sich durch das Studium geschlagen. Jetzt hatte sie ihr erstes Engagement und die Karriere sollte starten.

 

Ich weiß nicht, wie es ihr ergeht. Sie ist zur Weiterbehandlung an eine Klinik näher an ihrem Wohnort überwiesen worden. Ich muss nur immer wieder an ihr Schicksal denken. Ich hoffe sehr, dass sie für sich auf einen guten Weg zurückfindet!

 

Im Sommer hatte ich über die Bürgermeisterwahlen in Hartheim und in Ihringen intensiv berichtet. Vor allem die Vorgänge in Hartheim haben mich sehr berührt:

 

Da war eine Bürgermeisterin acht Jahre lang im Amt. Ihre Wahl war einigen einflußreichen Kräften in der Gemeinde nicht recht. Sie hätten lieber wieder einen der Ihren im Amt gesehen. Kathrin Schönberger war neu in dem Job und der Anfang gestaltete sich als schwierig. Sie machte anfangs auch Fehler, die einem Bürgermeister nicht unterlaufen sollten. Doch sie schwamm sich frei. Am Ende ihrer Amtszeit kann sie eine gute Bilanz vorweisen. Dies trotz der Tatsache, dass ihr aus dem Gemeinderat immer wieder Steine in den Weg gelegt wurden. Es gibt dort Kräfte, die sie einfach weghaben wollten und alles dafür taten, um ihre Wiederwahl zu verhindern.

 

Da wurde ein Gegenkandidat gepusht, der in einer Weise agierte, die man aus meiner Sicht nur als schamlos populistisch bezeichnen kann. Wer sich auch nur einigermaßen in der Kommunalpolitik auskennt, konnte erkennen, dass dieser Mann absolut ohne jegliche Sachkunde im Dorf unterwegs war. Er hatte nur eine Parole: Er wird`s besser machen! Was er wie und mit welchem Geld besser machen wollte, konnte er nicht so recht darstellen.

 

Später kamen noch zwei weitere Kandidaten dazu. Dennoch muss es für Frau Schönberger ein derber Schlag gewesen sein, dass sie als Wiederbewerberin nur 11% der Stimmen erhielt! Doch sie zeigte Haltung und gratulierte dem Wahlsieger sofort..Und ich habe von ihr bis heute nicht ein negatives Wort über ihre Gemeinde und über die Menschen weder gehört. noch gelesen Dass der populistische Möchtegern-Bürgermeister ebenfalls nur unter "ferner liefen" im Ziel eingekommen ist, wird ihr wohl nur ein schwacher Trost sein.

 

In den Tagen nach der Wahl sind bei mir zahllose Reaktionen eingegangen. Daraus konnte ich einmal mehr entnehmen, wie zynisch und grausam manche Menschen denken können. Ich hatte mit Frau Schönberger nach der Wahl schriftlichen Kontakt. Ich war sehr erstaunt und es nötigt mir große Achtung ab, dass von ihrer Seite absolut nichts Negatives kam. Menschlich überragt sie die vielen Großmäuler auch aus dem Gemeinderat nach meiner Wahrnehmung um Längen.

 

In zwei Tagen endet offiziell ihre Amtszeit als Bürgermeisterin. Ich weiß nicht, ob es eine offizielle Verabschiedung geben wird. Auf jeden Fall kann Kathrin Schönberger erhobenen Hauptes das Rathaus in Hartheim verlassen!

 

Ich will nicht missverstanden werden: Ihr Nachfolger Stefan Ostermaier wird ein guter Bürgermeister sein! Er ist vom Fach, jung und ehrgeizig. Auch die Kommunalpolitik lebt vom Wandel. Doch wenn ich an die Begegnungen des Jahres 2017 zurück denke, dann kommt mir auch die Bürgermeisterin Kathrin Schönberger in den Sinn. Ich wünsche ihr, dass es für sie positiv weiter geht!